Marvin Ducksch

deutscher Fußballspieler

Marvin Ducksch (* 7. März 1994 in Dortmund) ist ein deutscher Fußballspieler. Der Stürmer steht seit Ende August 2021 bei Werder Bremen unter Vertrag.

Marvin Ducksch
im Trikot von Werder Bremen 2021
Personalia
Geburtstag 7. März 1994
Geburtsort DortmundDeutschland
Größe 188 cm
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
1998–2002 BSV Fortuna Dortmund 58
2002–2013 Borussia Dortmund
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2012–2016 Borussia Dortmund II 84 (36)
2013–2014 Borussia Dortmund 6 0(0)
2014–2015 → SC Paderborn 07 (Leihe) 9 0(1)
2016–2017 FC St. Pauli 10 0(1)
2017–2018 → Holstein Kiel (Leihe) 49 (23)
2018–2019 Fortuna Düsseldorf 19 0(4)
2019–2021 Hannover 96 62 (32)
2021– Werder Bremen 29 (20)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2009 Deutschland U15 2 0(1)
2009–2010 Deutschland U16 5 0(4)
2010–2011 Deutschland U17[1] 15 0(4)
2012 Deutschland U18[1] 1 0(1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Saisonende 2021/22

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

Ducksch begann mit vier Jahren mit dem Fußballspielen und wurde zunächst von seinem Vater Klaus, zu dieser Zeit Trainer beim BSV Fortuna Dortmund 58, trainiert. Seine Eltern meldeten ihn 2002 ohne sein Wissen zum „Tag der Talente“ bei Borussia Dortmund an. Die Leistungen des damals Achtjährigen gefielen den Scouts und ermöglichten später den Wechsel zu Borussia Dortmund.[2]

Ducksch galt als hoffnungsvolles Talent in der Jugendabteilung des BVB. Schon in der B-Junioren-Bundesliga stellte er seinen Torinstinkt unter Beweis. So gelangen ihm beispielsweise in seinem letzten Jahr in der U17 33 Tore, womit er zehnmal häufiger traf als Marvin Höner, der Platz 2 in der Torjägerliste der Staffel West belegte. Ducksch, der aufgrund von Einsätzen für die U19 sogar acht Spiele verpasste, hatte dreimal drei Tore geschossen, einmal vier und beim 12:1 gegen den Wuppertaler SV sogar sechs. Er verpasste aber mit Teamkameraden wie Jeremy Dudziak oder Nico Knystock den Staffelsieg hinter dem späteren Meister 1. FC Köln. Im Anschluss an die Spielzeit wurde der Angreifer von Trainer Steffen Freund für die U17-WM 2011 nominiert, bei der er mit Deutschland Dritter wurde.

In der Rückrunde der Saison 2011/12 rückte der 17-jährige Ducksch, der nun auch Teil der A-Jugend war, in die Dortmunder U23 auf und absolvierte sein erstes Spiel im Herrenbereich am 28. Januar 2012 gegen die zweite Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen.[3] Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit erzielte er in fünf aufeinanderfolgenden Spielen sieben Tore. Gegen den SC Fortuna Köln und die SV Elversberg verzeichnete er jeweils einen Doppeltorerfolg, gegen die U23-Mannschaften des 1. FSV Mainz 05, des 1. FC Köln und von Eintracht Trier traf er jeweils einmal.[4] Die zweite Mannschaft des BVB hatte am Ende der Hinrunde 14 Punkte Rückstand auf die Sportfreunde Lotte und damit den einzigen Aufstiegsplatz; in der Rückrunde erreichte das Team 52 von 57 möglichen Punkten und stieg folglich mit einem Punkt Vorsprung vor Lotte erstmals in die 3. Liga auf. In der Vorbereitung auf die Spielzeit 2012/13 trainierte Ducksch bei der von Jürgen Klopp verantworteten Bundesligameistermannschaft mit, da aufgrund der Europameisterschaft 2012 noch viele Nationalspieler im Kader fehlten.[5] In der 3. Liga debütierte der Stürmer am 3. Spieltag gegen Alemannia Aachen nach einer Einwechslung, nachdem er den Saisonstart krankheitsbedingt verpasst hatte. Zwei Wochen später erlitt Ducksch im Spiel gegen die Kickers Offenbach einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß und fiel die folgenden sechs Monate aus.[6] Am 18. Mai 2013 erzielte der wieder genesene 19-Jährige den Treffer zum 1:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart II, nachdem er bereits am 36. Spieltag Tim Treudes 2:2 gegen Heidenheim vorbereitete und beim 4:3 gegen Erfurt drei direkte Torbeteiligungen hatte vorweisen können. Durch den Sieg am letzten Spieltag sicherte sich die Dortmunder U23 den Klassenverbleib, welcher jedoch durch die nachträgliche Lizenzverweigerung für die besser platzierten Offenbacher auch bei einer Niederlage erreicht worden wäre.

Die Vorbereitung auf die Saison 2013/14 absolvierte Ducksch erneut mit der ersten Mannschaft und durfte dann Anfang August 2013 in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den SV Wilhelmshaven erstmals für diese auflaufen. Beim 3:0 gegen den Regionalligisten schoss der junge Stürmer ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Es folgten im weiteren Saisonverlauf fünf Einwechslungen in der Bundesliga sowie ein Spiel über 90 Minuten (1:1 gegen Nürnberg). Gegen die Franken hätte Ducksch nach 54 Minuten freistehend treffen können, vergab aber die Chance und wurde letztendlich vom kicker mit einer 4,5 benotet.[7] Da er im teaminternen Stürmerranking hinter Robert Lewandowski, Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang rangierte, sammelte Ducksch erneut seine meisten Einsatzminuten in der 3. Liga.

Zur Saison 2014/15 wurde Ducksch an den Bundesligaaufsteiger SC Paderborn 07 ausgeliehen.[8] Sein erstes Bundesligator erzielte er am 19. Oktober 2014 (8. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit dem Treffer zum 1:1 in der 66. Minute. In Paderborn konnte er sich auch wegen Verletzungen nicht durchsetzen.

Nach dem Abstieg der Paderborner kehrte Ducksch zur Saison 2015/16 zu Borussia Dortmund zurück. Dort stand er fortan nicht mehr im von Thomas Tuchel trainierten Bundesligakader, sondern gehörte der zweiten Mannschaft an. In der viertklassigen Regionalliga West erzielte Ducksch in der Saison 2015/16 in 28 Einsätzen 15 Treffer.

Zur Saison 2016/17 wechselte Ducksch in die 2. Bundesliga zum FC St. Pauli. Er erhielt einen bis zum 30. Juni 2019 datierten Dreijahresvertrag.[9] Im Januar 2017 wurde Ducksch für die Rückrunde an den Drittligisten Holstein Kiel ausgeliehen.[10] In 16 Spielen schoss Ducksch fünf Tore für Kiel, bereitete vier weitere vor und verhalf ihnen so zum ersten Mal nach 36 Jahren zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach der Saison einigten sich St. Pauli und Kiel auf eine Verlängerung der Leihe um ein weiteres Jahr.[11] In der Saison 2017/18 wurde Ducksch mit 18 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga und trug somit maßgeblich zum Erreichen des dritten Tabellenplatzes und der damit verbundenen Teilnahme an der Bundesliga-Relegation bei, welche die KSV gegen den Erstligisten VfL Wolfsburg jedoch nicht siegreich bestritt.

Zur Saison 2018/19 kehrte Ducksch nicht zum FC St. Pauli zurück, sondern wechselte zu Fortuna Düsseldorf. Er unterschrieb beim Bundesliga-Aufsteiger einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.[12] Zu Beginn der Saison spielte er regelmäßig und kam in den ersten zehn Bundesligaspielen zum Einsatz, konnte jedoch kein Tor erzielen. Daraufhin wurde Ducksch durch Dodi Lukébakio als erste Wahl in der Sturmspitze ersetzt und kam bis zur Winterpause nicht mehr zum Einsatz. Die erste Partie der Rückrunde gegen den FC Augsburg absolvierte Ducksch wieder in der Startelf. Beim 2:1-Auswärtserfolg traf der Stürmer per Kopf zum ersten Mal für die Rheinländer in der Bundesliga.[13] Insgesamt wurde der Stürmer 19-mal eingesetzt und erzielte vier Treffer.

Zur Saison 2019/20 kehrte Ducksch in die 2. Bundesliga zurück und wechselte zum Absteiger Hannover 96, bei dem er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieb.[14] Der Stürmer absolvierte 28 Ligaspiele (21-mal von Beginn) und war mit 15 Toren der beste Torschütze seiner Mannschaft sowie der fünftbeste der Liga. In der Saison 2020/21 kam Ducksch in allen 34 Ligaspielen zum Einsatz und erzielte 16 Tore. Damit war er hinter Serdar Dursun (SV Darmstadt 98, 27 Tore) und Simon Terodde (Hamburger SV, 24) der drittbeste Zweitligatorschütze.

Vor dem 5. Spieltag der Saison 2021/22 wechselte Ducksch innerhalb der 2. Bundesliga zu Werder Bremen.[15] Beim Bundesliga-Absteiger traf er auf Cheftrainer Markus Anfang, unter dem er bereits in Kiel gespielt hatte. Er bildete mit Niclas Füllkrug ein erfolgreiches Sturmduo und erzielte in der Saison für Bremen 20 Tore (zzgl. 1 Tor für Hannover), womit er erneut drittbester Zweitligatorschütze wurde und am Saisonende den Aufstieg in die Bundesliga feiern konnte.

NationalmannschaftBearbeiten

Ducksch spielte in den Jahren 2009 und 2010 schon für die U15- und U16-Nationalmannschaft. Sein Debütspiel für die deutsche U17-Nationalmannschaft absolvierte er am 4. September 2010 beim Länderspiel in Stadthagen gegen Aserbaidschan.[16] Im Jahr 2011 erreichte er mit der U17 den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Mexiko. Bei der Weltmeisterschaft erzielte er im Gruppenspiel gegen Ecuador (6:1) und im Achtelfinale gegen die USA (4:0) je einen Treffer.[17][18]

Am 29. Februar 2012 absolvierte er sein Länderspieldebüt für die U18-Nationalmannschaft beim 1:0-Sieg über die Niederlande und erzielte dabei in der 70. Minute den Siegtreffer.[19]

Titel und ErfolgeBearbeiten

Borussia Dortmund/Borussia Dortmund II
Holstein Kiel
Werder Bremen
Persönliche Auszeichnungen

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b DFB.de: U-17-, U-18-Nationalspieler Ducksch
  2. Marvin Duksch (sic): Der Traum vom Profi-Fußball lebt, www.ruhrnachrichten.de vom 5. April 2011, abgerufen am 20. Januar 2021
  3. Bayer 04 Leverkusen II 1:2 Borussia Dortmund II, weltfussball.de
  4. Ducksch hält Dortmund im Aufstiegsrennen, kicker.de
  5. Marvin Ducksch schnuppert bei den BVB-Profis rein, ruhrnachrichten.de
  6. Vier Monate Pause für BVB-Talent Ducksch, kicker.de
  7. Nilsson kontert Schmelzer – BVB lässt Punkte, kicker.de, abgerufen am 5. August 2022
  8. Marvin Ducksch wird an den SC Paderborn ausgeliehen, derwesten.de
  9. FC St. Pauli: DER FC ST. PAULI VERPFLICHTET MARVIN DUCKSCH, 15. Juni 2016, abgerufen am 15. Juni 2016.
  10. Holstein Kiel: KSV leiht Marvin Ducksch (Memento vom 11. Januar 2017 im Internet Archive), abgerufen am 11. Januar 2017
  11. Marius Soyke: Leihe verlängert: Ducksch bleibt bei Holstein Kiel. In: transfermarkt.de. Transfermarkt GmbH & Co. KG, 1. Juni 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.
  12. Fortuna verpflichtet Marvin Ducksch, f95.de, 25. Juni 2018, abgerufen am 25. Juni 2018.
  13. Spielbericht FC Augsburg – Fortuna Düsseldorf, kicker.de, abgerufen am 20. Januar 2019
  14. Wechsel perfekt: 96 holt Torjäger Marvin Ducksch, hannover96.de, abgerufen am 28. Juni 2019
  15. Marvin Ducksch wechselt zu Werder Bremen, werder.de, 25. August 2021, abgerufen am 25. August 2021.
  16. Nationalspieler Marvin Ducksch. dfb.de. Abgerufen am 13. Juli 2012.
  17. Germany 6:1 Ecuador (Memento vom 20. Juni 2015 im Internet Archive), fifa.com
  18. Germany 4:0 USA (Memento vom 25. Juni 2012 im Internet Archive), fifa.com
  19. Ducksch schießt U18 zu Sieg gegen Niederlande, focus.de