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FC Rot-Weiß Erfurt

deutscher Fußballverein

Der FC Rot-Weiß Erfurt ist ein Fußballverein aus Erfurt. Die Anfänge des Erfurter Fußballs reichen bis zu dem am 25. Mai 1895 gegründeten Cricket Club Erfurt, der sich ein Jahr später in SC Erfurt 1895 umbenannte. Der SC war 1900 Gründungsmitglied des DFB und Pionier der Fußballbewegung im Thüringer Raum. Die Mannschaft wurde zweimal DDR-Meister, 1954 als BSG Turbine Erfurt und 1955 unter dem Vereinsnamen SC Turbine Erfurt.

FC Rot-Weiß Erfurt
Vereinswappen des FC Rot-Weiß Erfurt
Basisdaten
Name Fußballclub Rot-Weiß Erfurt e. V.
Sitz Erfurt, Thüringen
Gründung 25. Mai 1895
Farben Rot-Weiß
Mitglieder 2.588 (Stand: 30. Juli 2018)[1]
Präsident vakant
Website rot-weiss-erfurt.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Thomas Brdarić
Spielstätte Steigerwaldstadion
Plätze 18.599[2]
Liga Regionalliga Nordost
2017/18 Liga: 20. Platz (3. Liga)
Heim
Auswärts

Am 26. Januar 1966 erfolgte die Neugründung des Vereins unter dem heutigen Namen. In der letzten Saison der DDR-Oberliga erreichten die Erfurter den dritten Tabellenplatz. Sie qualifizierten sich damit für die 2. Bundesliga und den UEFA-Pokal. Nach Abstieg, Wiederaufstieg 2004 und erneutem Abstieg spielte der Verein, der nach der Wende zehnmal den Thüringer Landespokal gewann, bis 2018 in der 3. Liga und nahm bis zu diesem Zeitpunkt als einzige Mannschaft an allen Spielzeiten der 3. Liga teil. Seit der Saison 2018/19 spielt Rot-Weiß Erfurt in der viertklassigen Regionalliga Nordost. Aus dem Verein gingen einige Nationalspieler wie Jürgen Heun, Marco Engelhardt, Thomas Linke oder Clemens Fritz hervor.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Anfänge und UmbenennungenBearbeiten

 
Logo des SC Erfurt 1895 (1895–1945)

Die Wurzeln des Fußballs in Erfurt liegen bei dem am 25. Mai 1895 gegründeten Cricket Club Erfurt, der ein Jahr später in SC Erfurt 1895 umbenannt wurde. Der SC Erfurt war 1900 Gründungsmitglied des DFB und ein Pionier der Fußballbewegung im Thüringer Raum. 1904 trat der Verein dem Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine (VMBV) bei. Die Mitgliederzahl stieg von 50 im Jahr 1900 auf 419 im Jahr 1914 und erreichte Anfang der 20er Jahre die 1000er-Marke. 1927 war der SC Erfurt mit 1256 Mitgliedern der zweitgrößte Verein im VMBV. Als nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats der Besatzungsmächte alle Sportvereine zum 1. Januar 1946 aufgelöst werden mussten und Sportverkehr nur noch auf Stadt- oder Kreisebene gestattet wurde, entstanden in Erfurt mehrere locker organisierte Sportgemeinschaften. Die SG Erfurt-West setzte sich zum kleinen Teil aus Spielern des verbotenen SC Erfurt und des ebenfalls verbotenen VfB Erfurt zusammen. Sie wurde 1949 in Fortuna und nach Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in BSG KWU (1950) und BSG Turbine (1951) umbenannt. Im November 1954, mitten in der zweiten Meisterschaftssaison, errichtete die Sportvereinigung Turbine ihr DDR-Leistungszentrum in Erfurt und die Betriebssportgemeinschaft wurde zum SC Turbine. Am 26. Januar 1966 wurde die Fußballabteilung, im Rahmen einer Neuordnung des DDR-Fußballs, unter dem Namen FC Rot-Weiß Erfurt eigenständig. Ziel der Umstrukturierung war die Gründung reiner Fußballclubs, um das Niveau der DDR-Oberliga zu heben. So vereinigten sich die Fußballabteilungen des SC Turbine Erfurt und der BSG Motor Optima Erfurt zum FC Rot-Weiß Erfurt, während der Sportclub und die BSG und ihre anderen Sektionen weiter existierten. Nachdem der Klub zwei Spiele vor der offiziellen Gründung im Januar als FC Erfurt angetreten war, setzte letztlich Adolf Wicklein, der unter anderen für Sport zuständige 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung, den Namen FC Rot-Weiß unter Hinweis auf das Aufgreifen der Stadtfarben durch.

Sportlicher WerdegangBearbeiten

Die Anfänge des Erfurter Fußballs – SC ErfurtBearbeiten

Das erste Fußballspiel des SC Erfurt fand 1895, im Jahr der Vereinsgründung, statt und wurde gegen den TV 1860 Gotha mit 0:2 verloren. Zwischen 1903 und 1910 war der Verein der führende Club im Thüringer Raum und gewann in diesen Jahren regelmäßig die Gaumeisterschaft von Thüringen. 1908 spielte der SC Erfurt erstmals in der Endrunde um die mitteldeutsche Meisterschaft und konnte diese ein Jahr später gewinnen. Nach einem 7:2 im Halbfinale gegen den Dresdner SC besiegten die Thüringer im Finale den Halleschen FC 96 mit 5:4. Mit diesem Sieg war der SC Erfurt für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifiziert und besiegte dort im Viertelfinale den SC Alemannia Cottbus mit 4:3. Im Halbfinale unterlag der Verein gegen den späteren Deutschen Meister Phönix Karlsruhe deutlich mit 1:9. In der folgenden Saison erreichte der Verein erneut das Finale um die mitteldeutsche Meisterschaft und unterlag dort dem VfB Leipzig mit 1:4. 1910 und 1911 schieden die Erfurter jeweils im Halbfinale gegen Wacker Halle aus. In den folgenden Jahren nahm der Verein insgesamt noch achtmal an der Endrunde um die mitteldeutsche Meisterschaft teil, konnte seinen Erfolg von 1909 jedoch nicht wiederholen. Zwei Halbfinalteilnahmen in den Jahren 1917 und 1919 sollten die größten Erfolge bleiben. 1933 qualifizierten sich die Erfurter für die neu gegründete Gauliga Mitte, damals die höchste deutsche Spielklasse. 1936 stieg der SC Erfurt aus der Gauliga ab, schaffte aber den sofortigen Wiederaufstieg. Nach dem erneuten Abstieg 1938 dauerte es zwei Jahre bis zur Rückkehr in die oberste Spielklasse, der die Erfurter dann bis zur Einstellung des Spielbetriebes 1944 angehörten. Insgesamt konnte der Verein in der Gauliga nicht an die Erfolge seiner frühen Geschichte anknüpfen und verlor sogar die Vormachtstellung in der Stadt, die mittlerweile der VfB Erfurt und die SpVgg Erfurt innehatten.

1946 bis 1965 – Turbine ErfurtBearbeiten

Liga Saison Platz Punkte Tore Diff. Zuschauer
Oberliga 1949/50 04. 35:17 58:30 +20 13.115
Oberliga 1950/51 02. 50:18 80:37 +43 19.235
Oberliga 1951/52 08. 39:33 58:47 +11 11.330
Oberliga 1952/53 07. 34:30 51:44 +07 13.350
Oberliga 1953/54 01. 39:17 58:36 +22 22.714
Oberliga 1954/55 01. 34:18 58:25 +33 20.692
Oberliga 1955 08. 13:13 16:18 02 11.930
Oberliga 1956 12. 21:31 36:38 02 16.538
Oberliga 1957 06. 27:25 37:33 +04 11.692
Oberliga 1958 11. 22:30 33:44 −11 10.923
Oberliga 1959 13. 18:34 27:45 −18 12.192
Liga 1960 01. 39:13 66:25 +41 10.000
Oberliga 1961/62 10. 35:43 66:69 03 09.675
Oberliga 1962/63 08. 24:28 45:45 000 10.461
Oberliga 1963/64 14. 21:31 23:38 −15 12.076
Liga 1964/65 01. 42:18 53:26 +27 05.650
 
Logo der BSG KWU Erfurt (1950–1951)

Im Sommer 1946 wurde der Spielbetrieb auf Kreisebene in Erfurt wieder aufgenommen. Nach dem Gewinn der Thüringer Meisterschaft 1949 gegen die SG Altenburg-Nord nahm die SG Fortuna an der Endrunde um die Ostzonenmeisterschaft teil. Nach Siegen gegen die SG Wismar-Süd (10:0) und SG Meerane (4:3 n. V.) erreichten die Erfurter das Finale, unterlagen dort aber vor 50.000 Zuschauern im Dresdner Ostragehege gegen ZSG Union Halle mit 1:4. Als 1949er Finalist waren die Erfurter eine von 14 Gründungsmitgliedern der ostdeutschen Zonenliga, die als DDR-Oberliga später die höchste Spielklasse im DDR-Fußball war, und erreichten in der ersten Saison 1949/50 als BSG KWU einen achtbaren vierten Platz. Am 30. September 1950 standen die Erfurter im Finale um den FDGB-Pokal, wo sie der BSG Eisenhüttenwerk Thale mit 0:4 unterlagen. In der Saison 1950/51 stand die BSG Turbine am Ende punktgleich mit der BSG Chemie Leipzig an der Tabellenspitze. Zwar hatten die Erfurter das bessere Torverhältnis, dies spielte aber damals noch keine Rolle. So musste ein Endspiel der beiden Tabellenführenden über die DDR-Meisterschaft entscheiden. Das Spiel fand am 20. Mai 1951 im Chemnitzer Ernst-Thälmann-Stadion vor der Rekordkulisse von 60.000 Zuschauern statt. Doch auch im dritten Finale innerhalb von nur drei Jahren verloren die Thüringer unglücklich mit 0:2.

 
KWU Erfurt – Motor Dessau,
März 1951 (1:2)

Die erfolgreichsten Zeiten erlebte der Club in den folgenden Jahren unter Trainer Hans Carl. Mit Kapitän und Spielgestalter Helmut Nordhaus sowie mehreren Nationalspielern wie Gerhard Franke und Georg Rosbigalle gelang den Erfurtern 1954 und 1955 zweimal hintereinander der Titelgewinn. Treffsicherster Spieler dieser Zeit war Stürmer Siegfried Vollrath. 1954 wurde er gemeinsam mit Heinz Satrapa von Wismut Aue mit 21 Toren Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Auch am zweiten Meistertitel hatte er gewichtigen Anteil, als er in 20 Spielen 16 Tore erzielte. Weitere Erfolgsgaranten waren die Abwehr der Thüringer sowie Torhüter Rolf Jahn. In beiden Meisterjahren ließen die Erfurter die wenigsten Gegentore aller Mannschaften der DDR-Oberliga zu.

Den ersten Meistertitel von 1954 holte folgende Stammelf mit einem Durchschnittsalter von 25,2 Jahren:

Heinz Grünbeck (24 Spiele/25 Jahre) – Wilhelm Hoffmeyer (28/29), Helmut Nordhaus (28/31), Gerhard Franke (27/20) – Karl-Heinz Löffler (20/26), Jochen Müller (28/28) – Lothar Weise (25/19), Georg Rosbigalle (26/27), Siegfried Vollrath (28/25), Rudi Hermsdorf (25/27), Konrad Wallrodt (23/20)

An die großen Erfolge konnte Turbine Erfurt in den folgenden Jahren nicht mehr anknüpfen. Trainer Hans Carl verließ die DDR in Richtung Hessen und trainierte dort in der Folgezeit den KSV Hessen Kassel und mehrere wichtige Spieler der Meistermannschaften beendeten ihre Karriere, sodass die Erfurter 1959 erstmals in die zweitklassige DDR-Liga abstiegen. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg spielten die Erfurter bis 1964 wieder erstklassig, bevor sie erneut ab- und sofort wieder aufstiegen.

1966 bis 1990 – FC Rot-Weiß Erfurt in der DDR-OberligaBearbeiten

Liga Saison Platz Punkte Tore Diff. Zuschauer
Oberliga 1965/66 13. 19:33 26:42 −16 09.462
Liga 1966/67 01. 41:19 62:21 +41
Oberliga 1967/68 09. 23:29 34:39 05 14.646
Oberliga 1968/69 08. 25:27 32:27 +05 09.538
Oberliga 1969/70 09. 24:28 32:40 08 09.500
Oberliga 1970/71 13. 21:31 28:44 −16 11.308
Liga 1971/72 01. 40:4 87:14 +73
Oberliga 1972/73 12. 19:33 37:56 −19 08.846
Oberliga 1973/74 12. 19:33 27:39 −12 11.231
Oberliga 1974/75 09. 23:29 37:42 05 11.577
Oberliga 1975/76 07. 26:26 44:36 +08 11.962
Oberliga 1976/77 06. 25:27 27:35 08 13.000
Oberliga 1977/78 09. 23:29 23:35 −12 07.538
Oberliga 1978/79 07. 22:28 37:46 09 10.760
Oberliga 1979/80 12. 18:34 33:38 05 19.846
Oberliga 1980/81 07. 27:25 37:49 −12 12.962
Oberliga 1981/82 07. 28:24 55:44 +11 14.615
Oberliga 1982/83 05. 31:21 45:37 +08 15.423
Oberliga 1983/84 07. 28:24 36:39 03 12.808
Oberliga 1984/85 06. 30:22 47:29 +18 11.692
Oberliga 1985/86 10. 24:28 41:34 +07 11.769
Oberliga 1986/87 07. 24:28 33:33 000 08.731
Oberliga 1987/88 12. 21:31 40:49 09 07.577
Oberliga 1988/89 12. 21:31 27:39 −12 08.038
Oberliga 1989/90 11. 19:33 29:40 −11 05.504
Oberliga 1990/91 03. 31:21 30:26 +04 06.815
 
Logo des FC Rot-Weiß Erfurt (1966–1970)
 
Logo des FC Rot-Weiß Erfurt (1971–1984)

Ausgerechnet im Jahr der Fußballclubgründung 1966 stieg die Mannschaft erneut in die DDR-Liga ab. Auch diesmal gelang der sofortige Wiederaufstieg, genau wie nach dem letzten Abstieg des Clubs aus der DDR-Oberliga in der Saison 1970/71. In den 70er Jahren arbeitete sich Rot-Weiß von den Abstiegsplätzen auf stabile Mittelfeldplätze in der Abschlusstabelle hoch. Prominente Spieler dieser Zeit waren Stürmer Horst Weißhaupt, Torwart Wolfgang Benkert, der aufstrebende Jürgen Heun und Nationalspieler Rüdiger Schnuphase.

Im FDGB-Pokal 1979/80 kam es zu einem dramatischen Pokalfinale gegen den Thüringer Rivalen FC Carl Zeiss Jena. Durch den Treffer von Armin Romstedt führte Erfurt bis zehn Minuten vor dem Ende, ehe Jürgen Raab den Ausgleich für die Jenaer erzielte. In der Verlängerung behielt Jena schließlich mit 3:1 die Oberhand und gewann den Pokal. In den folgenden Spielzeiten machten sich die Erfurter Hoffnungen, endlich den Einzug in den Europapokal zu schaffen.

In der Saison 1982/83 erreichte der RWE unter Trainer Siegmar Menz den fünften Platz und verpasste nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Lokomotive Leipzig die internationale Teilnahme. Auf ebendiese hofften die Erfurter, als 1985 der Jenaer Erfolgstrainer Hans Meyer nach Erfurt kam und den ehemaligen Erfurter Rüdiger Schnuphase mitbrachte. Doch auch Meyer gelang es nicht, Erfurt aus dem Mittelmaß herauszuführen, so dass das Erreichen des Intertoto-Cups das Maximum für Rot-Weiß blieb. Dort konnten die Thüringer allerdings in mehreren Spielen überzeugen und schlugen beispielsweise Fortuna Düsseldorf mit 6:1 und 3:0, sowie den holländischen Vertreter Twente Enschede mit 4:0.

1990 bis 1992 – UEFA-Pokal und 2. BundesligaBearbeiten

 
Auch Hans Meyer (links) konnte die Erfurter nicht aus dem Mittelmaß hinausführen

Die erfolgreichste Saison der Rot-Weißen war ausgerechnet die letzte Saison der DDR-Oberliga 1990/91. Obwohl der Verein ohne große Illusionen in die Saison gestartet war, stand am Ende der dritte Tabellenplatz und somit die direkte Qualifikation für die 2. Bundesliga und der Einzug in den UEFA-Pokal. Das letzte Oberligator des Vereins erzielte Zbigniew Fabinski am 25. Mai 1991 beim 2:1 gegen den BSV Stahl Brandenburg, nachdem zuvor Frank Dünger den Ausgleich für die Erfurter erzielte. Am Ende fehlte sogar nur ein Punkt auf den Zweitplatzierten Dynamo Dresden und der damit verbundenen Eingruppierung in die Bundesliga. Die Freude dauerte kein Jahr, denn Erfurt wurde abgeschlagen Letzter und stieg in die Amateuroberliga ab. Besser machte es der Verein in dieser Saison in den Pokalwettbewerben. Im DFB-Pokal besiegte Rot-Weiß überraschend den FC Schalke 04 mit 2:1. Die Schalker entdeckten in diesem Spiel auch das große Potential des Erfurter Abwehrspielers Thomas Linke und verpflichteten ihn am Ende der Saison.

Im UEFA-Cup hatte es der Verein in der ersten Runde mit dem holländischen Vertreter FC Groningen zu tun und erreichte nach zwei 1:0-Erfolgen sogar die zweite Runde. Im Hinspiel in den Niederlanden gingen die Thüringer bereits nach zwei Minuten durch Jörg Schmidt in Führung und sollten diese bis zum Ende des Spieles verteidigen, unter anderem scheiterte Groningen per Elfmeter an Torhüter Péter Disztl. Das entscheidende Tor im Rückspiel in Erfurt erzielte Tino Gottlöber. In der zweiten Runde war die europäische Spitzenmannschaft Ajax Amsterdam eine Nummer zu groß für die Thüringer. Trotz des Führungstreffers von Uwe Schulz im Hinspiel vor nur 6000 Zuschauern verloren die Erfurter mit 1:2 und hatten auch beim 0:3 im Rückspiel keine Chance gegen die mit namhaften Spielern wie Dennis Bergkamp besetzte Elf aus Amsterdam.

1992 bis 2003 – zwölf Jahre Drittklassigkeit und finanzielle SorgenBearbeiten

Liga Saison Platz Punkte Tore Diff. Zuschauer
2. Bundesliga Süd 1991/92 12. 17:47 36:75 −39 02.713
NOFV-Oberliga Nordost Süd 1992/93 03. 49:15 76:27 +49 01.613
NOFV-Oberliga Nordost Süd 1993/94 02. 50:10 71:17 +54 01.155
Regionalliga Nordost 1994/95 05. 44:24 66:34 +32 01.506
Regionalliga Nordost 1995/96 07. 50 31:26 +05 01.006
Regionalliga Nordost 1996/97 03. 66 80:39 +41 02.271
Regionalliga Nordost 1997/98 05. 56 59:49 +10 01.735
Regionalliga Nordost 1998/99 10. 45 41:46 05 01.845
Regionalliga Nordost 1999/00 07. 57 39:41 02 02.648
Regionalliga Süd 2000/01 15. 39 40:47 07 03.963
Regionalliga Süd 2001/02 05. 54 47:31 +16 04.363
Regionalliga Süd 2002/03 09. 50 44:44 000 03.524
Regionalliga Süd 2003/04 02. 55 52:39 +13 04.882
2. Bundesliga 2004/05 18. 30 34:60 −26 11.980
Regionalliga Nord 2005/06 14. 42 40:48 08 04.768
Regionalliga Nord 2006/07 11. 50 41:44 03 05.314
Regionalliga Nord 2007/08 07. 56 70:46 +24 07.386

Ab 1992 spielte der Verein in der NOFV-Oberliga und damit erstmals nur noch drittklassig. In den folgenden zwei Spielzeiten scheiterte Erfurt zweimal nur knapp an der Rückkehr in die 2. Bundesliga. 1993 wurden die Erfurter mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer FC Sachsen Leipzig nur Dritter, außerdem bestritt im Juni das Erfurter Idol Jürgen Heun vor nur 600 Zuschauern gegen den FC Meißen sein letztes Spiel im Dress der Rot-Weißen, nachdem er zuvor in 399 Punktspielen auf dem Platz stand und 132 Tore erzielte. 1994 wurde der Verein Zweiter hinter dem FSV Zwickau, obwohl die Mannschaft in 30 Spielen keine einzige Niederlage einstecken musste. Die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga Nordost wurde damit allerdings erreicht. Dort kamen die Thüringer in den folgenden Spielzeiten stets zu Platzierungen im vorderen Drittel der Tabelle, der Sprung zurück in den bezahlten Fußball gelang jedoch nicht.

1997 wurde gegen den Verein aufgrund einer Überschuldung von über 6,1 Millionen DM das Insolvenzverfahren eröffnet. In den folgenden Monaten herrschte rund um den Club Chaos. Erst mit dem Amtsantritt von Präsident Klaus Neumann konnte die finanzielle Talfahrt beendet werden. Er trug maßgeblich dazu bei, dass nach acht Monaten das Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen wurde und der Verein weiter existieren konnte. Als im Jahr 2000 die Zahl der Regionalligen von vier auf zwei reduziert wurde, musste der FC Rot-Weiß Erfurt als Tabellensiebter den letzten freien Platz in der Regionalliga gegen den Oberligisten FC Schönberg 95 in zwei Relegationsspielen ausspielen. Nachdem das Hinspiel in Schönberg mit 0:1 verloren wurde, qualifizierten sich die Erfurter mit einem 4:1 im Rückspiel für die Regionalliga. In der 90. Spielminute traf ein Schönberger Spieler beim Stande von 3:1 nur die Torlatte, woraufhin im direkten Gegenzug das 4:1 fiel. Ein 3:2 hätte RWE aufgrund der Auswärtstorregel nicht gereicht.

In der folgenden Saison wurde die Mannschaft nur 15. in der Regionalliga Süd und stand somit zu Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Lediglich aufgrund eines Lizenzentzugs für den SSV Ulm 1846 konnte der Verein die Klasse halten. In den folgenden beiden Jahren erreichte das Team nur Mittelfeldplätze, obwohl vor Saisonbeginn stets der Aufstieg als Ziel ausgegeben wurde und entsprechend teure Spieler in die Landeshauptstadt geholt wurden. Dies führte neuerdings zu einer hohen Verschuldung des Vereins, sodass der Aufstieg in den bezahlten Fußball aufgrund der wesentlich höheren Fernseheinnahmen in der 2. Bundesliga mittlerweile existenziell wichtig wurde.

2003 bis 2008 – Regionalliga und ZweitklassigkeitBearbeiten

 
Block 3, ehemaliger Fanblock der „RWE“-Fans
 
Erfurter Mannschaft im Dezember 2008

In der Saison 2003/04 kam René Müller als Trainer nach Erfurt und schaffte mit einer komplett neu aufgebauten Mannschaft nach zwölf Jahren die lang ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Erstmals seit Jahren hatte der Verein vor der Saison nicht den Aufstieg als Ziel ausgegeben und keine namhaften Spieler verpflichtet, umso überraschender war der Erfolg am Ende der Saison. Die Mannschaft steigerte sich im Verlauf der Saison kontinuierlich und erreichte den Aufstieg bereits nach dem vorletzten Spieltag. Vor 20.000 Zuschauern besiegten die Erfurter den direkten Konkurrenten und späteren Mitaufsteiger 1. FC Saarbrücken mit 2:1.

In der folgenden Saison stellte Müller den Kader der Erfurter erneut radikal um, die zahlreichen Neuzugänge konnten die Erwartungen diesmal allerdings nicht erfüllen und die Stimmung in der Mannschaft und dem Erfurter Umfeld wurde zunehmend schlechter. Nach zahlreichen umstrittenen Entscheidungen, unter anderem das Verbannen des Erfurter Publikumslieblings Ronny Hebestreit auf die Tribüne oder das Festhalten an dem Torhüter Claus Reitmaier trotz mehrerer spielentscheidender Fehler, wurde René Müller am 20. Februar 2005 entlassen, doch auch sein Nachfolger Ján Kocian konnte den Abstieg nicht mehr verhindern. Einen herben Rückschlag musste der Verein kurz vor Saisonende verkraften. Beim Spiel gegen die SpVgg Unterhaching am 6. April 2005 war der Erfurter Spieler Senad Tiganj der Einnahme einer verbotenen Substanz überführt worden. Tiganj sagte später aus, er habe seinem kleinen Sohn die Einnahme eines Asthmasprays vorgeführt, das die verbotene Substanz enthielt. Obwohl aufgrund der geringen Menge keine Leistungssteigerung möglich war, entschied das Sportgericht des DFB die Annullierung des Sieges und Wertung der Partie für die SpVgg Unterhaching. Dieser Punktabzug trug mit zum Abstieg des FC Rot-Weiß Erfurt in die Regionalliga bei. Nach dem Abstieg erhielten die Erfurter aufgrund eines Schuldenberges von vier Millionen Euro nur mit viel Mühe die Lizenz für die Regionalliga und traten in der Saison 2005/06 mit zahlreichen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs an. Der Klassenerhalt gelang den Rot-Weißen nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Preußen Münster.

Auch in der Saison 2006/07 musste der Trainer Pawel Dotschew aufgrund der Sparzwänge mit geringen finanziellen Mitteln eine Mannschaft zusammenstellen, sodass auch in dieser Saison der Klassenerhalt oberste Priorität hatte. Nach einem schlechten Saisonstart steigerten sich die Thüringer im Laufe der Saison und standen zur Winterpause überraschend auf dem dritten Tabellenplatz, punktgleich mit dem Team auf dem zweiten Rang, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigte. In der Rückrunde konnte die Mannschaft nicht an die Leistungen des ersten Halbjahres anknüpfen und beendete die Saison auf dem 11. Tabellenplatz. Für die Saison 2007/08 strebte der Verein die Qualifikation für die neue 3. Liga an. Dabei versprach der Verein sämtlichen Dauerkartenbesitzern eine Rückgabe des Geldes im Falle des Nichterreichens der 3. Liga. Zur Winterpause stand der Verein auf dem zweiten Platz, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigt hätte. Der Vorsprung auf Platz elf, der nicht mehr zur Qualifikation für die 3. Liga berechtigt, betrug sieben Punkte. Wenige Tage vor Beginn der Rückrunde trat Trainer Pavel Dotchev überraschend zurück und wechselte zu seinem ehemaligen Verein SC Paderborn 07. Als Nachfolger verpflichtete der FC Rot-Weiß Karsten Baumann. In der Rückrunde konnte die Mannschaft – wie schon in der Vorsaison – nicht mehr an die Leistung der Vorrunde anknüpfen. Dennoch war der Verein frühzeitig für die 3. Liga qualifiziert. In der Endabrechnung belegte die Mannschaft Rang sieben.

2008 bis 2018 – Dauerbrenner in der 3. LigaBearbeiten

Liga Saison Platz Punkte Tore Diff. Zuschauer
3. Liga 2008/09 10. 50 46:48 02 6.149
3. Liga 2009/10 09. 53 41:41 000 5.534
3. Liga 2010/11 05. 61 63:45 +18 6.557
3. Liga 2011/12 05. 59 54:41 +13 5.828
3. Liga 2012/13 13. 44 44:58 −14 4.813
3. Liga 2013/14 10. 50 53:49 +04 5.703
3. Liga 2014/15 12. 51 47:54 07 5.819
3. Liga 2015/16 08. 50 47:50 03 5.325
3. Liga 2016/17 14. 47 34:47 −13 5.762
3. Liga 2017/18 20. 13 26:78 −52 5.118

In der Saison 2008/09 konnte Rot-Weiß nicht in den Aufstiegskampf eingreifen und belegte den zehnten Platz in der Premierensaison der 3. Liga. Den Saisonhöhepunkt erlebten die Erfurter bereits zu Saisonbeginn, als sie in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf den FC Bayern München trafen und nach einer sehr guten Leistung nur mit 3:4 unterlagen. Am 28. April 2009 wurde der Trainer Karsten Baumann vom Verein entlassen, um den negativen Trend der vorherigen Spiele zu stoppen. Zur Saison 2009/10 übernahm Rainer Hörgl das Amt des Cheftrainers. Nachdem Rot-Weiß auch im Jahre 2009 den Thüringer Verbandspokal gewonnen hatte, war die Mannschaft wieder für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2009/10 qualifiziert. Dort schied die Mannschaft nach einer 1:2-Niederlage gegen den Zweitligisten MSV Duisburg aus dem Wettbewerb aus.

In der Winterpause der Saison 2009/10 wurde Rainer Hörgl mit zusätzlichen Managementaufgaben betraut und der bisherige Manager Stephan Beutel beurlaubt. Darüber hinaus wurde am 9. Februar 2010 der ehemalige Sportchef des MDR Wilfried Mohren als freiberuflicher Pressesprecher für den Verein engagiert. Hörgl wurde nach einer 0:3-Heimniederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena und nach einer vorausgegangenen sportlichen Talfahrt der Mannschaft am 25. März 2010 von seinen Aufgaben entbunden.[3] Als Nachfolger von Hörgl wurde Ende März 2010 Stefan Emmerling verpflichtet.

Insgesamt verlief die Saison 2009/10 eher unbefriedigend. Statt wie vor Saisonbeginn erwartet um den Aufstieg mit zu spielen, geriet die Mannschaft im Frühjahr 2010 in die Nähe der Abstiegszone. Am Ende belegten sie mit Platz neun einen Platz im Mittelfeld der Tabelle. Erstmals seit Jahren konnte sich der Verein auch nicht für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren, da man im Thüringer Verbandspokal im Halbfinale durch eine 1:2-Niederlage beim Oberligisten VfB Pößneck scheiterte. Obwohl im März 2010 beurlaubt, wurde Rainer Hörgl am 11. Mai 2010 als neuer Geschäftsführer Sport beim FC Rot-Weiß Erfurt vorgestellt. So unterstand ihm eine neugegründete Scouting-Abteilung, die Leitung der Geschäftsstelle sowie die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Am 22. März 2011 gab der Verein bekannt, den Vertrag mit Rainer Hörgl als Sportchef nicht zu verlängern und diesen mit sofortiger Wirkung zu beurlauben.[4] Als Nachfolger wurde Torsten Traub ernannt.[5] Obwohl die letzten Spieltage vor Saisonende die Mannschaft auf dem Relegationsplatz drei stand, konnte dieser nicht gehalten werden und die Saison 2010/11 wurde mit dem fünften Platz abgeschlossen. Auch die Qualifikation zum DFB-Pokal wurde verpasst.

In der Saison 2012/13 verließen ebenfalls wieder viele Spieler den Verein. Mit einem verjüngten Kader, der vornehmlich auf Spielern der eigenen Jugendabteilung setzte, begann die Rot-Weiß-Erfurt die Saison. Nachdem die Mannschaft nach den ersten sechs Spieltagen nur den letzten Tabellenplatz belegte, wurde der Trainer Stefan Emmerling vom Verein beurlaubt. Die Trainingsarbeit wurde darauf Interimsweise vom Trainer der zweiten Mannschaft, Christian Preußer geleitet. Nach einem Unentschieden gegen Alemannia Aachen und einen deutlichen 5:0-Sieg gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund sowie einem Erfolg im Thüringer Landespokal bat Christian Preußer darum, nicht für den Cheftrainerposten berücksichtigt zu werden. Am 10. September 2012 wurde Alois Schwartz als neuer Cheftrainer vorgestellt. Mit am Ende 44 Punkten schloss Erfurt die Saison als 13. der Tabelle ab. Trotz des Klassenerhaltes wechselte Alois Schwartz nach der Saison zum SV Sandhausen.

Für die Saison 2013/14 wurde am 20. Juni 2013 Walter Kogler als neuer Cheftrainer vorgestellt. Darüber hinaus wurden bereits im Vorfeld einige Positionen verändert. Der bisherige Co-Trainer Rudi Zedi verließ den Verein. Als neue Co-Trainer wurden Christian Preußer und Norman Loose eingesetzt. Die Mannschaft spielte unter dem österreichischen Trainer eine überraschend gute Hinrunde und lag zur Winterpause im Bereich der Aufstiegsplätze. In der Rückrunde konnten die Erfurter nicht an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen und belegten am Ende Rang 10. Negativer Höhepunkt der Saison war das Finale des Thüringenpokals, das gegen den in der Regionalliga spielenden Erzrivalen Carl Zeiss Jena mit 0:5 verloren wurde.

Die Saison 2014/15 begann zufriedenstellend. Der Verein ging auf Rang 10 der 3. Liga in die Winterpause mit nur 4 Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Nach einer Folge von Niederlagen in der Rückrunde wurde Cheftrainer Walter Kogler am 23. März 2015 freigestellt. Co-Trainer Christian Preußer übernahm die Position des Cheftrainers.

In der folgenden Saison 2015/16 wurde Preußer am 15. Dezember 2015 mangels Erfolgen entlassen. Stefan Krämer übernahm die Position als Cheftrainer und belegte mit der Mannschaft nach einer starken Rückrunde den 8. Tabellenplatz. In der folgenden Saison kämpfte die Mannschaft lange um den Klassenerhalt, konnte ihn mit Platz 14 letztendlich auch erreichen.

Ab 2018 – Insolvenz und Neuanfang in der RegionalligaBearbeiten

Die Saison 2017/18 sollte die vorerst letzte Saison in der 3. Liga sein. Weder Stefan Krämer, noch seine Nachfolger David Bergner und später Stefan Emmerling konnten die Mannschaft in die Erfolgsspur führen, sodass nach 10 Jahren durchgängiger Ligenzugehörigkeit der Abstieg als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht stand.

Als der sportliche Abstieg nahezu unvermeidlich war, verkündete der Verein am 14. März 2018, dass er aufgrund wirtschaftlicher und sportlicher Aussichtslosigkeit einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht eingereicht hatte. Damit ging der Abzug von neun Punkten einher. Zusätzlich zum Abzug eines weiteren Punktes wegen einer nicht geschlossenen Liquiditätslücke stand der Verein, nachdem kein Einspruch gegen die Punktabzüge erhoben worden war, ab dem 5. April mit 22 Punkten Rückstand auf Platz 17 (bei noch sechs Restspieltagen) als erster Absteiger der Saison fest. Somit schied in der Jubiläumssaison der letzte „Gründerverein“ aus der 3. Liga aus.

In der Saison 2018/19 startet der FC Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga Nordost einen Neuanfang und spielt damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte nur noch viertklassig.

Als neuer Sportdirektor wurde Oliver Bornemann vorgestellt. Wenig später wurde Thomas Brdarić, sein ehemaliger Weggefährte bei der TSG Neustrelitz, als neuer Trainer vorgestellt. Mit einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft soll nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens in den kommenden Jahren die Rückkehr in die 3. Liga gelingen.

ErfolgeBearbeiten

MeisterschaftenBearbeiten

  • DDR-Meister: 1954, 1955
  • Ostzonenvizemeister: 1949
  • DDR-Vizemeister: 1951
  • Thüringer Meister 1949

PokalwettbewerbeBearbeiten

  • FDGB-Pokalfinalist: 1950, 1980
  • Thüringenpokalsieger: 1994, 1998, 2000, 2001, 2002, 2003, 2005 (Amateure), 2008, 2009, 2017
  • UEFA-Cup: 2. Runde 1991/92
  • Gruppensieger Intertoto-Cup: 1985, 1986
  • DFV-Toto-Sonderrunde: 1973/74

Erfolge des SC 95 ErfurtBearbeiten

  • Mitteldeutscher Meister: 1909
  • Halbfinale der Endrunde um die deutsche Meisterschaft: 1909
  • Thüringer Gau-Meister 1903 bis 1910, 1912, 1917, 1919, 1920
  • Gau-Meister Nordthüringen 1911, 1912, 1914, 1917, 1918, 1924, 1927, 1932, 1933

PersonalienBearbeiten

NationalspielerBearbeiten

Allgemeines 1. Liga Einsätze Nationalmannschaft
Name ' beim RWE Vereine Einsätze Tore Einsatzzeit Einsätze Tore
Gerhard Franke Deutschland Demokratische Republik 1949  1950–1968 BSG Turbine Erfurt, SC Turbine Erfurt und FC Rot-Weiß Erfurt 276 023 1958–1959 06 0
Rolf Jahn Deutschland Demokratische Republik 1949  1954–1959 FC Carl Zeiss Jena und SC Turbine Erfurt 149 000 1957 01 0
Jochen Müller Deutschland Demokratische Republik 1949  1949–1962 SC Turbine Erfurt 277 020 1953–1954 03 0
Helmut Nordhaus Deutschland Demokratische Republik 1949  1949–1962 Fortuna, KWU und SC Turbine Erfurt 178 033 1953–1954 03 0
Georg Rosbigalle Deutschland Demokratische Republik 1949  1952–1963 SC Turbine Erfurt 185 028 1952 02 0
Harald Wehner Deutschland Demokratische Republik 1949  1956–1972 SC Turbine Erfurt und FC Rot-Weiß Erfurt 258 009 1961 01 0
Wolfgang Benkert Deutschland  1972–1985 FC Rot-Weiß Erfurt 256 000 1984 01 0
Martin Busse Deutschland  1977–1988 FC Rot-Weiß Erfurt 202 058 1983 03 1
Jürgen Heun Deutschland  1976–1993 FC Rot-Weiß Erfurt 341 114 1980–1985 17 4
Albert Krebs Deutschland  1968–1977 FC Rot-Weiß Erfurt 129 007 1975 01 0
Armin Romstedt Deutschland  1978–1992 FC Rot-Weiß Erfurt 287 062 1984 01 0
Carsten Sänger Deutschland  1971–1992,
1999
FC Rot-Weiß Erfurt 211 004 1984–1987 16 0
Rüdiger Schnuphase Deutschland  1971–1976,
1984–1986
FC Rot-Weiß Erfurt und FC Carl Zeiss Jena 320 123 1973–1983 45 6
Uwe Weidemann Deutschland  1983–1987,
1988–1990
FC Rot-Weiß Erfurt, 1. FC Nürnberg, MSV Duisburg und FC Schalke 04 196 035 1985,
1989–1990
10 0
Thomas Linke Deutschland  1987–1992 FC Rot-Weiß Erfurt, FC Schalke 04, FC Bayern München und FC Red Bull Salzburg 392 020 1997–2004 43 1
Marco Engelhardt Deutschland  1999–2001 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg und Karlsruher SC 106 007 2004–2005 03 0
Clemens Fritz Deutschland  1999–2001 Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen 331 007 2006–2008 22 2
Péter Disztl Ungarn  1990–1991 FC Rot-Weiß Erfurt, Honvéd Budapest und Videoton SC 024 000 1984–1993 37 0
Gediminas Šugžda Litauen  1997–1999 FK Žalgiris Vilnius 00? 00? 1998 01 0
Bruno Akrapović Bosnien und Herzegowina  2003 Energie Cottbus 060 000 2000–2002 13 1
Stephan Keller Schweiz  2004–2005 Neuchâtel Xamax, FC Zürich, FC Aarau, RKC Waalwijk und BV De Graafschap 232 012 2002–2003 03 0
Éric Akoto Togo  2004–2005 Floriana FC, Interblock Ljubljana, Grazer AK, FK Austria Wien, FC Admira Wacker Mödling und SV Kapfenberg 187 008 2001–2009 56 1
George Koumantarakis Sudafrika  2004–2005 FC Basel und FC Luzern 112 036 1997,
2002–2004
08 1
Najeh Braham Tunesien  2004–2005 ohne Einsatz 000 000 2003–2005 08 3
Zoran Pavlovič Slowenien  2005 NK Korotan Prevalje, NK Mura, NK Olimpija Ljubljana und Interblock Ljubljana 194 030 1998–2002 21 0
Senad Tiganj Slowenien  2005 ND Mura 05, NK Olimpija Ljubljana, NK Rudar Velenje, Interblock Ljubljana und NK Maribor, NK Celje 159 052 2001–2002 04 1
Ilija Gruew Bulgarien  2005–2006 Lokomotive Sofia und FK Neftochimik 00? 00? 1997–1999 13 1
Albert Bunjaku Kosovo  2006–2009 FC Schaffhausen, 1. FC Nürnberg und FC St. Gallen 151 028 2009–2010 06 0
Steve Gohouri Elfenbeinküste  2014–2015 Yverdon-Sport FC, BSC Young Boys, Borussia Mönchengladbach, Wigan Athletic und Skoda Xanthi 143 021 2006–2009,
2012
07 0

Die geringe Anzahl an Länderspielen ist bei diesen Spielern auch darauf zurückzuführen, dass in den 50er Jahren nur sehr wenige Länderspiele der DDR-Nationalmannschaft stattfanden. Georg Rosbigalle spielte am 12. September 1952 gegen Polen im ersten Länderspiel der DDR.

Erfurter Spieler, die in der Bundesliga erfolgreich warenBearbeiten

Allgemeines 1. Liga Einsätze:
Name Land beim RWE Vereine Einsätze Tore
Clemens Fritz Deutschland  1999–2001 Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen 331 07
Marco Engelhardt Deutschland  1999–2001 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg und Karlsruher SC 106 07
Uwe Weidemann Deutschland  1983–1987, 1988–1990 1. FC Nürnberg, MSV Duisburg und FC Schalke 04 102 14
Marco Weißhaupt Deutschland  1992–1994 Hamburger SV, SC Freiburg und Hansa Rostock 101 09
Moritz Stoppelkamp Deutschland  2006–2007 Hannover 96 und SC Paderborn 07 071 04
Maximilian Nicu Deutschland  2004 Hertha BSC und SC Freiburg 070 03
Albert Bunjaku Kosovo  2006–2009 FC Schaffhausen, 1. FC Nürnberg und FC St. Gallen 054 14
Domi Kumbela Kongo Demokratische Republik  2006–2007 Eintracht Braunschweig 030 09
Daniel Brückner Deutschland  2006–2008, 2016–2018 SC Paderborn 07 023 00

RekordspielerBearbeiten

 
Marco Engelhardt spielte bis 2001 in Erfurt
Die meisten Spiele Die meisten Tore
Spiele Name Tore Name
400 Jürgen Heun 131 Jürgen Heun
304 Armin Romstedt 098 Ronny Hebestreit
299 Ronny Hebestreit 067 Daniel Bärwolf
290 Steffen Kraus 063 Armin Romstedt
275 Franz Egel 058 Martin Busse
270 Wolfgang Benkert 058 Gerd Stieler
267 Dieter Göpel 055 Carsten Kammlott
265 Carsten Sänger 048 Horst Weißhaupt
233 Martin Iffarth 045 Lutz Lindemann
220 Jens Große 040 Josef Vlay

Aufgeführt sind nur Meisterschaftsspiele. Pokalspiele wurden nicht berücksichtigt. Stand: (16. Juni 2018).[1]

TrainerBearbeiten

Name Amtszeit Name Amtszeit
Helmut Nordhaus 1964 bis 31. Mai 1966 Alois Schwartz 11. April 2003 bis 30. Juni 2003
Martin Schwendler 1. Juni 1966 bis 4. August 1970 René Müller 1. Juli 2003 bis 20. Februar 2005
Gerhard Bäßler 5. August 1970 bis 30. Juni 1971 Ján Kocian 22. Februar 2005 bis 30. Juni 2005
Siegfried Vollrath 1. Juli 1971 bis 31. Juli 1973 Pawel Dotschew 1. Juli 2005 bis 8. Februar 2008
Gerhard Bäßler 1. August 1973 bis 30. Juni 1978 Heiko Nowak 9. Februar 2008 bis 19. Februar 2008
Manfred Pfeifer 3. Juli 1978 bis 9. April 1982 Karsten Baumann 20. Februar 2008 bis 28. April 2009
Siegmar Menz 10. April 1982 bis 30. Juni 1984 Henri Fuchs 28. April 2009 bis 17. Juni 2009
Hans Meyer 1. Juli 1984 bis 28. April 1987 Rainer Hörgl 18. Juni 2009 bis 25. März 2010
Manfred Pfeifer 29. April 1987 bis 30. Juni 1988 Stefan Emmerling 30. März 2010 bis 25. August 2012
Wilfried Gröbner 1. Juli 1988 bis 31. Dezember 1989 Christian Preußer 26. August 2012 bis 9. September 2012
Lothar Kurbjuweit 3. Januar 1990 bis 28. August 1991 Alois Schwartz 10. September 2012 bis 30. Juni 2013
Rüdiger Schnuphase 29. August 1991 bis 10. September 1991 Walter Kogler 1. Juli 2013 bis 23. März 2015
Josip Kuže 11. September 1991 bis 30. Juni 1992 Christian Preußer 24. März 2015 bis 15. Dezember 2015
Klaus Goldbach 1. Juli 1992 bis 18. August 1995 Stefan Krämer 3. Januar 2016 bis 2. Oktober 2017
Horst Kiesewetter 19. August 1995 bis 29. August 1995 David Bergner 3. Oktober 2017 bis 20. November 2017
Frank Engel 30. August 1995 bis 15. Mai 1997 Stefan Emmerling 21. November 2017 bis 17. Mai 2018
Hans-Günter Schröder 16. Mai 1997 bis 30. Juni 1997 Thomas Brdarić ab 18. Juni 2018
Rudi Gores 1. Juli 1997 bis 17. Juli 1997
Jürgen Raab 18. Juli 1997 bis 25. April 2000
Frank Engel 26. April 2000 bis 25. November 2000
Hans-Ulrich Thomale 26. November 2000 bis 14. August 2001
Jens Große 15. August 2001 bis 8. Oktober 2002
Michael Feichtenbeiner 9. Oktober 2002 bis 10. April 2003

Kader der Saison 2018/19Bearbeiten

Stand: 20. Oktober 2018

Nr. Nat. Name Geburtstag Im Verein seit kam von Saisonwerte 18/19
Tor Spiele Tore
30 Deutschland  Lukas Cichos 18. Dezember 1995 2018 1. FC Magdeburg 18 0-
01 Deutschland  Julian Knoll 11. Juli 1999 2012 eigene Jugend 0- 0-
24 Deutschland  Luca Petzold 10. Dezember 2001 2018 1. FC Nürnberg U17 0- 0-
Abwehr Spiele Tore
05 Deutschland  Francis Adomah 29. Juni 1992 2018 BFC Dynamo 07 01
31 Deutschland  Pierre Becken 28. September 1987 2018 Berliner AK 07 01
32 Deutschland  Patrick Hädrich 15. November 1999 2013 eigene Jugend 0- 0-
33 Kroatien  Petar Lela 17. März 1994 2018 Wacker Nordhausen 17 02
26 Deutschland  Schweiz  Nicolai Lorenzoni 1. Mai 1992 2018 TuS Koblenz 10 0-
04 Deutschland  Ben-Luca Moritz 12. April 2000 2017 eigene Jugend 02 0-
29 Osterreich  Daniel Rechberger 29. September 1995 2018 Floridsdorfer AC 04 0-
03 Deutschland  Til Linus Schwarz 24. September 1999 2011 eigene Jugend 0- 0-
16 Deutschland  Marius Wegmann 3. September 1998 2016 eigene Jugend 03 0-
28 Deutschland  Angola  Glody Zingu 11. Februar 1994 2018 TSG Neustrelitz 04 0-
Mittelfeld Spiele Tore
08 Deutschland  Danilo Dittrich 15. Mai 1995 2018 SV Seligenporten 08 0-
91 Frankreich  Quentin Fouley 4. Januar 1994 2018 Eintracht Braunschweig II 04 0-
18 Deutschland  Darryl Geurts 5. Juli 1994 2018 SC Paderborn 07 11 03
22 Deutschland  Rico Gladrow 14. April 1991 2018 FSV Union Fürstenwalde 18 03
30 Deutschland  Marcel Kaffenberger 12. März 1994 2018 vereinslos 09 0-
14 Deutschland  Tobias Hasse 3. Januar 1996 2018 BFC Viktoria 1889 17 0-
07 Deutschland  Ghana  George Kelbel 6. August 1992 2018 TSG Neustrelitz 13 03
17 Tschechien  Lukas Novy 17. Februar 1990 2018 VfB Auerbach 17 0-
24 Deutschland  Morten Rüdiger 13. Juni 1995 2017 Eintracht Braunschweig II 16 03
27 Deutschland  Albin Spahija 9. Juni 2000 2017 eigene Jugend 01 0-
21 Deutschland  Spanien  Kevin Pino Tellezl 14. Januar 1995 2018 KFC Uerdingen 05 08 0-
Angriff Spiele Tore
34 Senegal  Frankreich  Mame Diouf 24. März 1991 2018 VfV 06 Hildesheim 12 01
36 Serbien  Velimir Jovanovic 25. August 1987 2018 Greifswalder FC 17 10
09 Deutschland  Albanien  Andis Shala 15. November 1988 2018 SV Babelsberg 03 17 10

Trainerstab 2018/19Bearbeiten

Name und Funktion Geburtstag im Verein seit letzter Verein
Trainer
Deutscher  Thomas Brdarić (Chef-Trainer) 23. Januar 1975 2018 Tennis Borussia Berlin
Deutscher  Armin Friedrich (Co-Trainer) 25. Juli 1974 2018 Tennis Borussia Berlin
Tscheche  René Twardzik (Torwarttrainer) 25. Juni 1970 2010
Deutscher  Oliver Bornemann (Sportdirektor) 18. August 1975 2018 TSG Neustrelitz
Betreuer
Deutscher  Hans-Günter Schröder (Mannschaftsleiter) 18. September 1943 1961

Transfers zur Saison 2018/19Bearbeiten

Zugänge Abgänge
Sommer 2018

Zweite MannschaftBearbeiten

Zu DDR-Zeiten spielte die zweite Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt von 1967 bis 1969, 1972 bis 1975 und 1984 bis 1986 insgesamt sieben Spielzeiten lang in der damals zweitklassigen DDR-Liga und nahm mehrfach am FDGB-Pokal teil. 1970 erreichte das Team nach Siegen über Vorwärts Meiningen und Sachsenring Zwickau sogar das Achtelfinale, wo die Mannschaft jedoch gegen Vorwärts Berlin mit 0:3 unterlag.

Nach der Wende wurde die zweite Mannschaft in die Bezirksliga Westthüringen eingruppiert. 1993 stieg die Mannschaft in die fünftklassige Thüringenliga auf, wo sie in den folgenden elf Jahren ununterbrochen spielte. In der Saison 2004/05 wurde die Mannschaft Thüringenmeister und stieg damit in die NOFV-Oberliga Süd auf, wo das Team in der ersten Saison den siebten Platz belegte. Außerdem gewann die zweite Mannschaft 2005 den Thüringenpokal. Im Elfmeterschießen besiegten sie im Geraer Stadion der Freundschaft den FC Carl Zeiss Jena. Bereits im Vorjahr erreichte die Mannschaft das Endspiel des Landespokales, verlor dort jedoch ebenfalls gegen die Jenaer im Elfmeterschießen. In der ersten Runde des DFB-Pokals 2005/06 traf die Mannschaft auf den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und unterlag dort mit 0:8. In ihrer zweiten Oberligasaison konnte die Mannschaft nicht an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen und wurde abgeschlagen Letzter. Seit dem sofortigen Wiederaufstieg aus der Thüringenliga in der Saison 2007/08 spielte die zweite Mannschaft wieder in der Oberliga.

Die zweite Mannschaft wurde von 2001 bis Juni 2010 vom ehemaligen RWE-Spieler Albert Krebs trainiert und trägt ihre Heimspiele im Erfurter Norden im Stadion an der Grubenstraße aus. In der Thüringenliga spielte die Mannschaft im Cyriaksgebreite bei der ega, der dortige Platz genügte aber nicht den Sicherheitsanforderungen für Oberligaspiele. Ab Sommer 2010 wurde die Mannschaft vom ehemaligen RWE-Spieler Piet Schönberg trainiert, der zur Winterpause der Saison 2013/14 von Carsten Hänsel abgelöst wurde.

Nach der Saison 2015/16 zog der Verein die Mannschaft zurück.

JuniorenBearbeiten

Der FC Rot-Weiß Erfurt unterhält eines von 54 DFB-Leistungszentren in Deutschland. Der Verein betreibt zudem ein Sportinternat, das Platz für bis zu 34 Nachwuchsspieler bietet, sodass auch Talente aus entfernteren Gebieten frühzeitig an den Verein gebunden werden können. Insgesamt sind beim Verein über 200 Spieler aller Altersklassen im Nachwuchsbereich aktiv.

Aus der Jugendarbeit des Vereins gehen immer wieder Talente hervor, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Talente wie Clemens Fritz, Marco Engelhardt oder Kevin Möhwald gelang später auch der Sprung in die Bundesliga.

Sowohl die U19 als auch die U17 spielten bereits mehrere Spielzeiten in der jeweiligen Nachwuchs-Bundesliga. Aktuell spielen beide Teams in der zweitklassigen Regionalliga.

StadionBearbeiten

 
Panorama des Stadions vor dem Umbau

Der FC Rot-Weiß Erfurt trägt seine Heimspiele im Steigerwaldstadion aus, welches sich im Erfurter Süden in unmittelbarer Nähe zur Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle und dem Thüringer Landtag befindet. Das Stadion bietet seit dem Umbau 2014 bis 2016 Platz für 18.611 Zuschauer, davon sind 9.495 Sitzplätze, 7.509 Stehplätze davon 5.422 Heim. 1.210 Business-Plätze und 343 Premium-Plätze. 44 Rollstuhlfahrerplätze und 10 Sehbehindertenplätze.[2]

Das Stadion wurde am 17. Mai 1931 als Daberstädter Schanze eröffnet und wenig später in Mitteldeutsche Kampfbahn umbenannt. Zu DDR-Zeiten hieß es Georgi-Dimitroff-Stadion, bevor es 1991 nach einer Bevölkerungsbefragung seinen heutigen Namen erhielt.

Das Stadion hat zahlreiche Leichtathletikanlagen, unter anderem eine 400-Meter-Tartanbahn und wird regelmäßig für nationale und internationale Leichtathletikwettkämpfe genutzt. Zu den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1994 wurde eine neue Tribüne errichtet, welche Platz für 4000 Zuschauer bietet. Bis zum Jahr 2016 sollte das Steigerwaldstadion in eine moderne Multifunktionsarena umgebaut werden. Am 28. Oktober 2016 war die offizielle Abnahme durch die Stadt Erfurt. Aktuell werden noch die letzten Baumaßnahmen an den Außenbereichen vollzogen, unter anderem die Gehwegepflasterung.

FansBearbeiten

Die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt stehen im Steigerwaldstadion im Block 3, seit der Saison 2012/13 gründeten die „Erfordia Ultras“ jedoch ein neues Stimmungszentrum auf der Haupttribüne im Block E2, da sie mit der niedergehenden Stimmung und der Zusammensetzung des alten Block 3 nicht zufrieden waren und so einen Neuanfang starten möchten. Der höchste Zuschauerschnitt in der Vereinsgeschichte wurde in der Saison 1953/54 erreicht, als durchschnittlich 22.714 Zuschauer die Spiele von Turbine Erfurt sahen. In den 1960er und 70er Jahren pegelten sich die Besucherzahlen auf circa 11.000 Zuschauer pro Spiel ein. Ab Mitte der 80er Jahre kamen immer weniger Zuschauer ins Steigerwaldstadion. Die Spiele in der letzten DDR-Oberligasaison sahen durchschnittlich nur noch 6.815 Zuschauer, in der 2. Bundesliga 1991/92 kamen im Schnitt 2.713 Leute. In den 1990er Jahren kamen meist deutlich weniger als 2.000 Fans ins Stadion. Erst mit der Einführung der zweigleisigen Regionalliga im Jahr 2000 stiegen die Besucherzahlen deutlich auf durchschnittlich 4.000 Zuschauer pro Spiel an. In der 2. Bundesliga 2004/05 wurde mit 12.000 Zuschauern pro Spiel erstmals seit 1986 wieder ein fünfstelliger Zuschauerschnitt erreicht. Von 2008–2018 spielte der RWE in der 3. höchsten Spielklasse im Deutschen Fußball und lockte durchschnittlich um die 5.600 Zuschauer pro Spieltag in das Stadion. Seitdem der Stadionumbau vollzogen worden ist, befinden sich die „Erfordia Ultras“ in der „Steigerwaldkurve“ in den Blöcken „R“ und „S“, um Stimmung im Stadion zu erzeugen.

Eine große Rivalität besteht zu den Fans des thüringischen Lokalrivalen FC Carl Zeiss Jena. Angefangen hatte dies schon zu DDR-Zeiten und wurde durch Delegierungen Erfurter Leistungsträger wie Rüdiger Schnuphase und Lutz Lindemann in Richtung Jena zusätzlich angeheizt. In der Saison 2008/09 waren beim Thüringen-Derby im Steigerwaldstadion in Erfurt laut DFB „rassistische Rufe und Sprechchöre“ zu hören. Daraufhin fand das folgende Heimspiel auf Anordnung des DFB-Sportgerichts unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.[6] Feste Fanfreundschaften mit den Anhängern anderer Vereine bestehen nicht. Die Ultragruppierung des Vereins Erfordia Ultras und einige andere Fanclubs unterhalten freundschaftliche Kontakte zu Fans des Halleschen FC sowie zum 1. FC Lokomotive Leipzig, Unione Sportiva Massese 1919 und FC Groningen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: FC Rot-Weiß Erfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Rot-Weiss-Erfurt.de: Der-Verein: Zahlen und Fakten
  2. a b Daten und Fakten zum Stadion. Steigerwaldstadion, 29. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.
  3. FC Rot-Weiß feuert Sportchef Rainer Hörgl. Thüringische Landeszeitung, 25. März 2010, abgerufen am 14. Januar 2016.
  4. Sportdirektor Rainer Hörgl verlässt Rot-Weiß Erfurt. Thüringer Allgemeine, 22. März 2011, abgerufen am 14. Januar 2016.
  5. Torsten Traub neuer Sportmanager bei Rot-Weiß Erfurt. Thüringer Allgemeine, 21. März 2011, abgerufen am 14. Januar 2016.
  6. DFB-Pressemitteilung vom 21. August 2008.