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Der FC Eilenburg ist ein Fußballverein aus dem sächsischen Eilenburg. Die Farben des Vereins sind Blau-Rot. Der FCE bezeichnet sich als größter und erfolgreichster Fußballverein im Landkreis Nordsachsen.

FC Eilenburg
Logo
Basisdaten
Name Fußballclub Eilenburg e.V.
Sitz Eilenburg, Sachsen
Gründung 1. Januar 1994
Farben blau-rot
Präsident Steffen Tänzer
Website fceilenburg.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Nico Knaubel
Spielstätte Ilburg-Stadion
Plätze 5600
Liga Oberliga Nordost
2018/19 3. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

1912–1944Bearbeiten

Der Verein sieht sich ausweislich seiner Vereinssatzung in der Tradition des am 14. Dezember 1912 in der Eilenburger Schankwirtschaft „Zur Torgauer Höhe“ von acht Minderjährigen gegründeten FC 1912 Eilenburg.[1]

Aufgrund einer Fusion benannte sich der Verein 1919 in „Spielvereinigung 1912 Eilenburg“ um. In der Weimarer Zeit war die Spielvereinigung zumeist in der 2. Klasse des Gaus Nordwestsachsen im Verband Mitteldeutscher Ballsportvereine (VMBV) vertreten. Innerhalb der Stadt konnte sie als bürgerlicher Verein jedoch weder die Spielstärke noch die Beliebtheit der im ATSB organisierten Sportvereinigung Vorwärts Eilenburg erreichen.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und dem Vorwärts-Verbot waren die „Zwölfer“, nunmehr im Kursachsen-Kreis (Gau Mitte) spielend, für kurze Zeit die Nummer 1 der Stadt. Da jedoch die Vorwärts-Sportler nach und nach zur Reichsbahnsportgemeinschaft (RB) Eilenburg wechselten, verlor die Spvg. 1912 Mitte der 1930er-Jahre diesen Status wieder. Im Juli 1939 fusionierten schließlich die Zwölfer und RB, wobei der Spielbetrieb als RB Eilenburg weitergeführt wurde. Den größten Erfolg erreichte dieser Verein 1943 mit dem Gewinn des Kursachsen-Meistertitels. Aufgrund der kriegsbedingten Umstände wurde das letzte Spiel am 14. November 1944 ausgetragen – danach wurde die Mannschaft abgemeldet.

1945–1990Bearbeiten

Nach dem Zusammenbruch des Naziregimes wurden in der sowjetischen Besatzungszone alle bis dahin bestehenden Vereine verboten. Die Löschung des Reichsbahnsportvereins im Vereinsregister erfolgte am 14. Mai 1946. Dennoch wurde auch in Eilenburg weiter Fußball gespielt. Ein Großteil der früheren Reichsbahnsportgemeinschaft fand sich Ende der 1940er-Jahre in der Mannschaft der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Fortschritt Eilenburg wieder, deren Trägerbetrieb die Eilenburger Fortschrittwerke waren. Einen beachtlichen Erfolg errang die Mannschaft am 3. August 1949. In der Kampfbahn „Am Zoo“ besiegten die Eilenburger im Endspiel des Landes-Pokals die Vertretung der BSG Waggonbau Dessau mit 3:1 und wurde auf diese Weise erster FDGB-Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den Dessauern qualifizierte sich die BSG Fortschritt auch für den 1949 erstmals ausgetragenen Ostzonen-weiten FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb. Während die Dessauer den Pokal gewannen, schied Fortschritt Eilenburg im Viertelfinale nach einer 1:3-Niederlage beim Zweitligisten BSG Carl Zeiss Jena aus.

1949/50 war die BSG Fortschritt Eilenburg ebenfalls Zweitligist und erreichte zum Saisonende in der Südstaffel der Landesklasse von Sachsen-Anhalt Platz sechs. Am 1. Juli 1950 übernahm der VEB Eilenburger Celluloid-Werk die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft, die danach den Namen BSG Chemie Eilenburg führte. Sie spielte bis 1952 weiter in der inzwischen drittklassigen Landesklasse (Einführung der DDR-Liga). Im Sommer 1952 wurden in der DDR die Länder zugunsten von Bezirken abgeschafft, was zur Folge hatte, dass auch das DDR-Fußball-Ligensystem geändert werden musste. An die Stelle der Landesklassen traten die drittklassigen Bezirksligen, Eilenburg wurde zur Saison 1952/53 in die Bezirksliga Leipzig eingegliedert. Dort war die BSG Chemie zunächst drei Spielzeiten lang vertreten, ehe sie 1955 in die Bezirksklasse Leipzig absteigen musste. Diese war nach Schaffung der II. DDR-Liga bis 1963 fünftklassig. Bis 1988 wechselten die Eilenburger, die zwischen 1972 und 1976 eine Spielgemeinschaft mit der Armeesportgemeinschaft Vorwärts Eilenburg (SpG Chemie/Vorwärts Eilenburg) bildeten, zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga. 1978 wurde die BSG Chemie als Bezirksligist durch einen 5:4-Sieg nach Verlängerung über die BSG Lok Delitzsch Bezirkspokalsieger und nahm am DDR-weiten Fußballpokal-Wettbewerb 1978/79 teil. Dort unterlag sie zuhause dem Hallenser Bezirksligisten BSG Stahl Thale mit 0:2 im Elfmeterschießen. 1988 stieg die BSG Chemie Eilenburg aus der Bezirksklasse ab, in die sie bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes 1991 nicht mehr zurückkehrte.

Seit 1990Bearbeiten

Nachdem das Chemiewerk nach der politischen Wende 1990 die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft eingestellt hatte, gründeten BSG-Mitglieder im gleichen Jahr den eingetragenen Verein FSV Grün/Weiß Eilenburg. 1998 wurde dieser sächsischer Hallenlandesmeister und unter Trainer Joachim Fritzsche Zweiter der Bezirksliga. Dies konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein in Eilenburg hinter dem mittlerweile zweimaligen Bezirksmeister MFC Eilenburg (hervorgegangen aus dem Mörtitzer SV) in der Stadt erneut nur die Nummer 2 war. Nachdem auch im Folgejahr der Aufstieg in die Landesliga verpasst wurde und sich auch die BSG Lok 1998 bereits dem MFC angeschlossen hatte, kam es 2001 zur Fusion.

Als FC Eilenburg spielt der Verein seither in der Spitze des sächsischen Fußballs eine sehr gute Rolle. 2004 gelang unter Trainer Martin Polten der Gewinn des Hallenlandesmeistertitels, der Gewinn des Sachsenmeistertitels und der Aufstieg in die Fußball-Oberliga Nordost, in der sich der Verein fünf Jahre halten konnte. Größter Erfolg war dabei Platz drei in der Serie 2006/07 vor ostdeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem Halleschen FC oder dem FSV Zwickau. Ab der Saison 2009/10 spielt der Verein wieder in der Landesliga Sachsen. In der Saison 2016/17 gelang dem FC Eilenburg der erneute Aufstieg in die Oberliga.[2]

MannschaftBearbeiten

Kader Saison 2019/20Bearbeiten

Nr. Nat. Spieler Geboren im Verein seit vorheriger Verein
Tor
01 Deutschland  Andreas Naumann 17.01.1993 2017 ZFC Meuselwitz
12 Deutschland  André Stocklauser 19.02.1977 2018 FSV Machern
23 Deutschland  Florian Thomas 12.03.1997 2015 Dynamo Dresden
Abwehr
02 Deutschland  Philipp Sauer 04.08.1994 2015 BSG Chemie Leipzig
05 Bosnien und Herzegowina  Marko Trogrlic 04.06.1991 2019 BSG Chemie Leipzig
06 Deutschland  Robin Dietrich 11.05.1993 2016 FC Eilenburg II
13 Deutschland  Toni Majetschak 17.09.1994 2016 SSV Markranstädt
16 Deutschland  Alexander Vogel 09.02.1997 2017 RB Leipzig II
Mittelfeld
04 Deutschland  Sebastian Schmidt 16.07.1997 2016 1. FC Lokomotive Leipzig
07 Deutschland  Sebastian Heidel 25.05.1989 2014 VfB Lübeck
09 Deutschland  Dennis Kummer 14.06.1994 2009 eigene Jugend
10 Deutschland  Adam Fiedler 12.01.1993 2015 BSG Chemie Leipzig
14 Deutschland  Jakob Funken 12.09.1998 2019 Kickers 94 Markkleeberg
15 Deutschland  Jonas Bär 05.07.1999 eigene Jugend
17 Deutschland  Christoph Bartlog 23.11.1991 2008 eigene Jugend
22 Griechenland  Alexandros Dimespyra 18.10.1994 2018 TSV Bad Abbach
24 Deutschland  Lukas Münch eigene Jugend
25 Deutschland  Jonas Vetterlein 26.11.1999 2018 Dynamo Dresden
Angriff
08 Deutschland  Tim Bunge 06.04.1996 2019 ZFC Meuselwitz
11 Deutschland  Fabian Döbelt 12.05.1998 2009 eigene Jugend
18 Deutschland  Maximilian Röhrborn 12.03.1994 2014 RB Leipzig II
19 Deutschland  Emilio Monteiro Luis 2019 FSV Zwickau
21 Deutschland  Benjamin Luis 05.08.1999 2018 FSV Zwickau

StadionBearbeiten

 
Ilburg-Stadion
 
Front des Ilburg-Stadions
 
Ilburg-Stadion

Der FC Eilenburg trägt die Heimspiele seiner ersten Männermannschaft im Ilburg-Stadion aus. Dieses Stadion verfügt über 5600 Plätze, davon 443 Sitzplätze (253 überdacht). Es ist mit einer Flutlichtanlage ausgestattet. Die Spiele der Nachwuchsmannschaften finden im Sparkassen-Fußball-Zentrum auf zwei Rasen- und einem Kunstrasenplatz unweit des Ilburg-Stadions statt.

LigazugehörigkeitBearbeiten

Zeitraum Liga
1990–1993 Bezirksliga Leipzig
1993–1994 Landesliga Sachsen
1994–1997 Bezirksliga Leipzig
1997–2004 Landesliga Sachsen
2004–2009 Oberliga Nordost (Staffel Süd)
2009–2017 Landesliga Sachsen
Seit 2017 Oberliga Nordost (Staffel Süd)

StatistikBearbeiten

PlatzierungenBearbeiten

Saison Liga Platz Tore Punkte
1990/91 Bezirksliga 03. 54:30 038:18
1991/92 Bezirksliga 07. 62:47 033:27
1992/93 Bezirksliga 01. 70:25 049:11
1993/94 Landesliga 13. 26:57 016:36
1994/95 Bezirksliga 05. 53:28 036:24
1995/96 Bezirksliga 06. 58:42 0044
1996/97 Bezirksliga 01. 71:30 0068
1997/98 Landesliga 14. 43:71 0027
1998/99 Landesliga 08. 55:54 0043
1999/00 Landesliga 07. 56:45 0046
2000/01 Landesliga 12. 35:39 0028
2001/02 Landesliga 05. 44:27 0047
2002/03 Landesliga 03. 48:27 0056
2003/04 Landesliga 01. 68:25 0060
2004/05 Oberliga 12. 42:52 0041
2005/06 Oberliga 12. 32:39 0031
2006/07 Oberliga 03. 45:32 0055
2007/08 Oberliga 12. 42:48 0034
2008/09 Oberliga 14. 28:46 0027
2009/10 Landesliga 03. 55:27 0064
2010/11 Landesliga 05. 56:40 0054
2011/12 Landesliga 12. 30:37 0034
2012/13 Landesliga 10. 31:31 0038
2013/14 Landesliga 02. 62:32 0065
2014/15 Landesliga 06. 49:33 0049
2015/16 Landesliga 06. 50:43 0048
2016/17 Landesliga 01. 74:27 0068
2017/18 Oberliga 05. 50:32 0050
2018/19 Oberliga 03. 62:36 0057

Farblegende: - Aufstieg, - Abstieg

PersonenBearbeiten

TrainerhistorieBearbeiten

Eine chronologische Übersicht über die Trainer des Vereins seit 1990.

Amtszeit Trainer
00.0000 bis 12.1994 Gerd Stephan
01.1995 bis 06.1996 Hans-Joachim Hobusch
07.1996 bis 10.1997 Gerd Stephan
11.1997 bis 12.2001 Jörg Wunderlich
01.2002 bis 06.2002 Hans-Joachim Klinger
07.2002 bis 06.2005 Martin Polten
07.2005 bis 11.2005 Frank Pohl
11.2005 bis 06.2006 Wolfgang Letzian
07.2006 bis 05.2008 Joachim Steffens
05.2008 bis 06.2008 Carsten Hänsel
Amtszeit Trainer
07.2008 bis 11.2008 Roman Müller
11.2008 bis 12.2008 Carsten Hänsel
01.2009 bis 05.2009 Thomas Matheja
05.2009 bis 06.2010 Carsten Hänsel
07.2010 bis 06.2011 Béla Virág
07.2011 bis 06.2012 Rico Winkler
07.2012 bis 06.2013 Olaf Schaller
07.2013 bis 08.2015 Tomislav Piplica
Seit 08.2015 Nico Knaubel

kursiv: Interimstrainer

Bekannte SpielerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • D.F.S.F (Hrsg.): DDR-Chronik – DDR-Fußball 1949–1991. Berlin 2007–2011.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ilburg-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steffen Tänzer u. a., Jetzt kommen die tapferen Eilenburger. Das Jahrhundertbuch zur Eilenburger Fußballgeschichte, ISBN 978-3-00-036326-9
  2. Bewerbungen für das Spieljahr 2017/18. (PDF) In: Amtliche Mitteilungen Nr. 02/2017. Nordostdeutscher Fußballverband, 28. April 2017, S. 7, abgerufen am 1. Juni 2017.