Thomas Meunier

belgischer Fußballspieler

Thomas Meunier (* 12. September 1991 in Sainte-Ode) ist ein belgischer Fußballspieler. Der Verteidiger steht bei Borussia Dortmund unter Vertrag und ist A-Nationalspieler.

Thomas Meunier
2019-07-17 SG Dynamo Dresden vs. Paris Saint-Germain by Sandro Halank–121.jpg
Thomas Meunier (2019)
Personalia
Geburtstag 12. September 1991
Geburtsort Sainte-OdeBelgien
Größe 190 cm
Position Außenverteidigung (rechts), Mittelfeld (rechts)
Junioren
Jahre Station
1996–2002 RUS Sainte-Ode
2002–2004 RUS Givry
2004–2006 Standard Lüttich
2006–2009 Royal Excelsior Virton
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2009–2011 Royal Excelsior Virton 49 (15)
2011–2016 FC Brügge 149 (15)
2016–2020 Paris Saint-Germain 84 0(8)
2020– Borussia Dortmund 0 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2006 Belgien U15 1 0(0)
2011–2012 Belgien U21 7 0(1)
2013– Belgien 40 0(7)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 15. Juli 2020

2 Stand: 13. Oktober 2019

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

BelgienBearbeiten

Meunier wurde in Sainte-Ode in der Provinz Luxemburg geboren und begann mit dem Fußballspielen beim ortsansässigen Klub RUS Sainte-Ode, bevor er über RUS Givry, rund zehn Kilometer von Sainte-Ode entfernt, in die Fußballschule von Standard Lüttich, einem der größten Klubs in Belgien, gewechselt war. Nach nur zwei Jahren bei den Lüttichern kehrte Meunier in die Provinz Luxemburg zurück und schloss sich der Jugend von Royal Excelsior Virton, dem größten Klub der Region, an. Dort absolvierte er ab 2009 seine ersten Spiele im Erwachsenenbereich.

2011 wechselte Meunier zum FC Brügge. Am 28. Juli kam er in der 3. Qualifikationsrunde der UEFA Europa League 2011/12 gegen den Dritten der aserbaidschanischen Meisterschaft FK Qarabağ Ağdam zu seinem ersten internationalen Einsatz. Dabei wurde er fünf Minuten vor dem Ende beim Stand von 4:1, an dem sich dann auch nichts mehr änderte, eingewechselt.[1] Im Rückspiel konnten sich die Belgier dann eine 0:1-Niederlage erlauben um die Play-offs zu erreichen. Hier setzten sie sich nach einem 3:3 beim georgischen Meister FC Sestaponi mit 2:0 im Rückspiel durch. Die Gruppenphase überstanden sie als Gruppensieger vor Sporting Braga und Meunier erzielte beim 2:2 gegen Birmingham City das erste Tor.[2] Im Sechzehntelfinale scheiterte Brügge dann allerdings am Bundesligavierten Hannover 96. Insgesamt brachte er es zu 12 Einsätzen für den Verein in der Europa League.

Sein Jupiler-Pro-League-Debüt gab Meunier am 31. Juli 2011 (1. Spieltag) im Heimspiel gegen den KVC Westerlo (5:0), als er in der 71. Minute für Nabil Dirar eingewechselt wurde und zehn Minuten später das 4:0 erzielte.[3] Insgesamt kam der Verteidiger in seiner ersten Saison auf 35 Einsätze, an deren Ende er mit Brügge Vizemeister wurde und sich mit der Mannschaft für die Qualifikation zur UEFA Champions League 2012/13 qualifizierte. Dort scheiterte Brügge aber am dänischen Vizemeister FC Kopenhagen, denn nach einem torlosen Remis in Dänemark verloren sie das Heimspiel mit 2:3. Sie konnten dann aber in den Playoffs der UEFA Europa League 2012/13 weiterspielen, wo sie den ungarischen Vertreter Debreceni VSC mit 3:0 und 4:1 besiegten und die Gruppenphase erreichten. Hier belegte der FC Brügge hinter Girondins Bordeaux, Newcastle United und Marítimo Funchal den letzten Platz. Meunier kam neben den beiden Playoff-Spielen nur zu zwei Gruppenspieleinsätzen. In der Liga reichte es diesmal nur zum dritten Platz, der aber zur Teilnahme an der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2013/14 berechtigte. In dieser traf das Team auf den polnischen Dritten Śląsk Wrocław, gegen den es nach einer 0:1-Auswärtsniederlage durch ein 3:3 im Rückspiel ausschied. Bei beiden Spielen kam Meunier aber nicht zum Einsatz. Die folgende Saison beendete Brügge wieder als Dritter und durfte damit an der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2014/15 teilnehmen. Hier kam der Belgier im ersten Spiel gegen Brøndby IF zum Einsatz, das mit 3:0 gewonnen wurde. Beim 2:0 im Rückspiel saß er nur auf der Bank. In den Playoffs gegen den Grasshopper Club Zürich kam Meunier dann bei beiden Siegen zum Einsatz, zudem bei vier Spielen in der Gruppenphase, die Brügge als Gruppensieger abschloss und dabei ohne Niederlage blieb. Auch das Sechzehntelfinale gegen den Aalborg BK wurde mit zwei Siegen überstanden, bei denen er ebenso zum Einsatz kam wie bei den beiden Siegen im Achtelfinale gegen Beşiktaş Istanbul. Im Viertelfinale, in dem Brügge durch ein einziges Auswärtstor an Dnipro Dnipropetrowsk scheiterte, kam er nicht zum Einsatz. In der Meisterschaftssaison 2014/15 belegte der FC Brügge zwar nach der regulären Punktspielrunde den ersten Platz, verlor diesen aber in der anschließenden Meisterschaftsrunde an die KAA Gent. Dagegen konnte Brügge mit Meunier das Pokalfinale gegen den RSC Anderlecht gewinnen. Als Vizemeister folgte erneut die Teilnahme an der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 2015/16. In dieser setzte sich der Verein gegen den griechischen Vizemeister Panathinaikos Athen nach einer 1:2-Auswärtsniederlage mit einem 3:0-Heimsieg durch. In den Play-offs scheiterte Brügge dann aber an Manchester United mit 1:3 und 0:4. Meunier kam in den vier Spielen nicht zum Zuge und saß lediglich beim 0:4 auf der Bank. Brügge durfte aber anschließend in der Gruppenphase der UEFA Europa League 2015/16 antreten, konnte aber lediglich beim 1:0 gegen KP Legia Warschau einen Sieg feiern, wobei der Abwehrspieler das Tor schoss.[4] Ein weiteres gelang ihm noch beim 1:3 gegen den FC Midtjylland, der am Ende vor Brügge und hinter dem SSC Neapel lag. Besser lief es in der Liga; wieder lag der FC Brügge nach der Punktspielrunde auf dem ersten Platz und wurde am Ende Meister. Das Pokalfinale ging hingegen mit 1:2 gegen Lüttich verloren. In fünf Jahren stand Meunier in insgesamt 198 Pflichtspielen für den Klub auf dem Feld, erzielte 20 Tore und konnte weitere 22 vorbereiten.

FrankreichBearbeiten

Zur Saison 2016/17 wechselte Meunier in die französische Ligue 1 zu Paris Saint-Germain. Er erhielt beim amtierenden Landesmeister einen bis zum 30. Juni 2020 datierten Vierjahresvertrag.[5] In seiner ersten Saison absolvierte der Belgier 36 Partien in der Liga sowie im nationalen und im Europapokal und gewann mit der Mannschaft sowohl den französischen Pokal, den Ligapokal wie auch den nationalen Supercup. 2017/18 schied PSG wie bereits in der Vorsaison im Champions-League-Achtelfinale aus, gewann mit Meunier aber den Meistertitel, den Landespokal sowie den Supercup. Unter dem neuen Cheftrainer Thomas Tuchel war Meunier als Außenverteidiger in der Saison 2018/19 gesetzt, verpasste aber verletzungsbedingt einige Spiele. Neben dem dritten Supercupsieg folgte auch erneut der Gewinn der nationalen Meisterschaft mit 105 Toren sowie 16 Punkten Vorsprung vor dem OSC Lille. Ein Jahr später gewann Meunier, der erneut verletzungsbedingt mehrere Spiele verpasste, mit dem Klub seine dritte Meisterschaft in Folge, wobei die Spielzeit aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde. Mit Paris erreichte er das Viertelfinale der Champions League. Da die Partien erst im August 2020 ausgetragen werden, wird der Belgier dann aber nicht mehr im Kader stehen.

DeutschlandBearbeiten

Zur Saison 2020/21 wechselte Meunier in die Bundesliga zum Vizemeister Borussia Dortmund, bei dem er einen bis Juni 2024 gültigen Vertrag unterzeichnete.[6] Er traf dort auf seine Nationalmannschaftskollegen Thorgan Hazard und Axel Witsel.

NationalmannschaftenBearbeiten

 
Meunier bei der WM 2018

Meunier bestritt am 29. März 2006 ein Länderspiel für die belgische U15. Fünf Jahre später wurde er in der U21 im Rahmen der Qualifikation zur EM 2013 eingesetzt und erzielte beim 4:1 gegen Aserbaidschan auch ein Tor. Die Belgier belegten aber hinter England und Norwegen nur den dritten Platz, womit die Endrunde verpasst wurde.

15 Monate nach seinem letzten U21-Länderspiel kam der Verteidiger am 14. November 2013 zu seinem ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Beim 0:2 gegen Kolumbien spielte er sofort über 90 Minuten.[7] Fünf Tage später wurde er beim 2:3 gegen Japan in der 80. Minute unmittelbar nach dem 2:3 für Daniel Van Buyten eingewechselt.[8] Danach musste er aber ein Jahr auf seinen nächsten Einsatz warten und wurde auch nicht für die WM 2014 berücksichtigt. Am 12. November 2014 wurde Meunier beim Freundschaftsspiel gegen Island in der 66. Minute eingewechselt, musste dann aber wieder elf Monate bis zum nächsten Einsatz warten. In den beiden letzten Spielen der Qualifikation zur EM 2016 durfte er gegen Andorra 81 Minuten lang mitspielen. Mit einem 4:1-Sieg sicherten sich die Belgier die Teilnahme an der EM-Endrunde. Drei Tage später wurde der Abwehrspieler beim abschließenden 3:1 gegen Israel nach 58 Minuten eingewechselt. In den darauffolgenden Freundschaftsspielen kam er nicht zum Einsatz, wurde aber in das Aufgebot Belgiens für die EM-Endrunde aufgenommen. Bei dieser folgte im zweiten Gruppenspiel beim 3:0 gegen Irland ein Einsatz über 90 Minuten, ebenso im letzten Gruppenspiel gegen Schweden, im Achtelfinale gegen Ungarn und beim Ausscheiden im Viertelfinale gegen Wales. Bei der WM 2018 in Russland schoss Meunier im Spiel um den dritten Platz gegen England das erste von zwei Toren. Die Qualifikation zur auf 2021 verschobenen Europameisterschaft gelang den roten Teufeln und Meunier mit zehn Siegen, verletzungsbedingt absolvierte der Verteidiger jedoch nur vier davon, diese aber alle über die volle Spielzeit.

ErfolgeBearbeiten

FC BrüggeBearbeiten

Paris Saint-GermainBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Thomas Meunier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Club Brugge KV vs. Qarabağ 4 - 1
  2. Birmingham City FC vs. Club Brugge KV 2 - 2
  3. Club Brugge KV vs. KVC Westerlo 5-0, soccerway.com
  4. Club Brugge KV vs. KP Legia Warszawa 1 - 0
  5. Thomas Meunier signs four-year deal, 3. Juli 2016, abgerufen am 5. Juli 2016.
  6. Borussia Dortmund verpflichtet Thomas Meunier, bvb.de, abgerufen am 25. Juni 2020
  7. Belgium 0 - 2 Colombia
  8. Belgium 2 - 3 Japan