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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breklum
Breklum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breklum hervorgehoben

Koordinaten: 54° 36′ N, 8° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 10,06 km2
Einwohner: 2313 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25821
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 020
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Website: www.breklum.de
Bürgermeister: Claus Lass (WGB)
Lage der Gemeinde Breklum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

Breklum (nordfriesisch: Brääklem) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Borsbüll und Riddorf liegen im Gemeindegebiet.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet erstreckt sich beidseits des Übergangs der Schleswigschen Geest mit der sie im Westteil überlagernden Nordfriesischen Marsch (im Breklumer Koog) im Landschaftsraum der Nordergoesharde.

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem namenstiftenden Hauptort Breklum, befinden sich u. a. auch:

  • Borsbüll (dänisch: Borsbøl; nordfriesisch: Buursbel)
  • Borsbüllfeld
  • Breklumer Koog (anteilig)
  • Breklumfeld
  • Riddorf (Ridderup; Rääderup)
  • Riddorffeld

im Gemeindegebiet.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden von Breklum sind wie folgt:

Bredstedt Sönnebüll Vollstedt
Reußenköge   Drelsdorf
Struckum

GeologieBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist geologisch betrachtet in zwei höchst unterschiedlichen Zeiträumen ausgeprägt worden. Der höher gelegene Geestbereich ist ein Produkt des bis hierher vorgestoßenen nordeuropäischen Festland-Eisschilds während des Saale-Komplexes. Dieser schub die Altmoräne des Stollbergs im Norden von Bredstedt als deren höchsten Gipfel weit an den Rand der Nordsee vor. Die nach Süden hin steil abfallenden Hänge sind in südöstlicher Richtung weniger mächtig. Diese flachwelligen Ausläufer bilden heute den Untergrund des östlichen Gemeindegebiets. Das vergleichsweise kleine Marschengebiet im Westteil der Gemeinde zählt anteilig zum Breklumer Koog. Dieser wurde um 1520[2] eingedeicht und reicht im Süden bis nah an den früheren Mündungsbereich der Arlau beim Wallsbüller Saatkoog heran.

GeschichteBearbeiten

 
Breklumer Kirche

Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen aus der jüngeren Steinzeit (ca. 4300–2300 v. Chr.). Es wurden Siedlungsreste und Megalithgräber (Großsteingräber) gefunden, die auf eine größere Ansiedlung im Bereich des heutigen Breklum schließen lassen. Ebenso wurden Kulturgegenstände wie Tonscherben und Dolche aus Flint gefunden. Die Besiedlung lässt sich seitdem durch die Zeit verfolgen: Grabhügel und andere Funde aus der Bronzezeit (ca. 2300–550 v. Chr.), Urnenfelder aus der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.–400 n. Chr.) sowie Spuren einer Besiedlung aus der Wikingerzeit (800–1100 n. Chr.).

Die Breklumer Kirche, die vermutlich dem Heiligen Olaf geweiht war, wurde um 1200 errichtet. Sie gilt als ein besonderes Bauwerk der späten Backsteinromanik im Landesteil Schleswig. Das Mauerwerk, welches zum Teil aus großen Feldsteinen besteht, weist die Kirche als eine Wehrkirche aus, in der die Bewohner des Umlandes bei Überfällen Schutz finden konnten. Breklum war ein Kirchspiel, und die Kirche bildete in der Nordergoesharde ein Zentrum für die Bewohner dieser Harde. Im 14. Jahrhundert erlangten die bisher zum Kirchspiel zählenden Gemeinden Bordelum und Drelsdorf ihre jeweilige Eigenständigkeit. Bis 1530 gehörte auch Bredstedt zum Kirchspiel Breklum.[3]

1876 gründete der Breklumer Pastor Christian Jensen (1839–1900) die Missionsgesellschaft für Schleswig-Holstein (heute: Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit). Das Zentrum bildet heute keine Missionare mehr aus, fördert aber durch Stipendien zeitlich befristete Auslandsaufenthalte von Freiwilligen im Bereich des kirchlichen Dienstes. Darüber hinaus fungiert das Zentrum als Netzwerk zu kirchlichen und ökumenischen Einrichtungen, sowie Nichtregierungsorganisationen in Afrika, Asien, Europa, Amerika und dem pazifischen Raum.

Nach der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1866 entstand aus dem Kirchspiel Breklum eine Kirchspielslandgemeinde. Sie umfasste die elf Dorfschaften Almdorf, Borsbüll, Breklum, Fehsholm, Högel, Lütjenholm, Riddorf, Sönnebüll, Struckum, Vollstedt und Wallsbüll.

Im Verlauf des Jahres 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Breklum aufgelöst.

Im jetzigen Umfang entstand die Landgemeinde Breklum am 1. Dezember 1934 durch Zusammenlegung der Dorfschalten Riddorf, Breklum, Borsbüll und des nördlichen Teils des Breklumerkoogs.[4][5]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

  • Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGB seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU hat sieben und die SPD zwei.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGB 43,6 Prozent und damit sechs Sitze. Die CDU kam auf 38,1 Prozent und fünf Sitze. Auf die SPD entfielen 18,3 Prozent und zwei Sitze. Es waren nur noch 13 Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung betrug 51,6 Prozent.[6]

BürgermeisterBearbeiten

Nach der Kommunalwahl 2018 wurde Claus Lass (WGB) zum Bürgermeister für die Wahlperiode 2018–2023 gewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Grün ein asymmetrischer silberner Farnwedel, oben rechts eine silbern-rote Lutherrose.“[7]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Einzelhandelsbetriebe im Zentrum Breklums

Die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde ist mittelständisch geprägt. Die vor Ort ansässigen Unternehmen verfügen über ein breites Angebot von Gütern und Dienstleistungen. So befinden sich am Ortsrand zum benachbarten Bredstedt ein Filialbetrieb des Einzelhandelunternehmens Lidl, im Ortszentrum ein eigenständiger EDEKA-Markt. Dort ist auch ein großes Einrichtungshaus ansässig.

Die Wohnnutzung ist heute für den Ort bedeutsamer als die Landwirtschaft.

Fremdenverkehrsbetriebe sind mehrere Ferienwohnungen und in Riddorf eine Pension.[8]

An der Nordseeküste westlich von Breklum befindet sich in der Nachbargemeinde Reußenköge der in seiner Gänze zum Naturschutzgebiet erklärte Beltringharder Koog.

UnternehmenBearbeiten

Mit dem Christian Jensen Kolleg befindet sich ein Tagungs- und Bildungszentrum im Ort. Der Ursprung dieser Einrichtung liegt in der Nordelbischen Missionsanstalt, die von Christian Jensen gegründet wurde.

Mit dem Sitz der DIAKO Nordfriesland befindet sich die Leitung einer Fachklinik für Psychiatrie und psychosomatische Erkrankungen im Ortsteil Riddorf.

VerkehrBearbeiten

Breklum wird von der Bundesstraße 5 und der Marschbahn nahezu in Parallellage durchquert. Beide bilden sowohl das Rückgrat des Reiseverkehrs zu den Nordfriesischen Inseln und Halligen, als auch des werktäglichen Pendlerverkehrs in die Zentralen Orte entlang der Strecke. In der zuerst genannten Funktion war die Bundesstraße auch Teilstück der ehemals als Ferienstraße vermarkteten Grünen Küstenstraße.

Aufgrund der anwachsenden Verkehrsströme ist eine östliche Verlegung im Zuge der Ortsumgehung Hattstedt–Bredstedt planfestgestellt worden. Aufgrund von anhängigen Klagen im Bereich eines anderen Streckenabschnitts kommt es jedoch zu Verzögerungen bei der Planungsdurchführung, die ein Planänderungsverfahren notwendig macht.[9]

Da Breklum zu keiner Zeit einen eigenen Bahnhof besessen hat – die benachbarten Orte Bredstedt und Struckum hatten im Personen- bzw. Güterverkehr aufgrund der gewachsenen Struktur eine dominante Rolle – erfolgt nunmehr seit 1. August 2019 die ÖPNV-Anbindung über eine überörtliche Regionalbuslinie (R120) zwischen Husum und Bredstedt/Langenhorn. Im langgestreckten Kernort werden zwei Haltestellen angefahren.[10]

SportBearbeiten

Der SV Germania Breklum ist einer der größten nichtstädtischen Sportvereine Nordfrieslands. Am 19. Juni 2010 wurde der neue Sportpark eingeweiht.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Uwe Pörksen (* 1935), Professor für Sprache und Ältere Literatur
  • Fiede Kay (1941–2005), Sänger und Liedermacher niederdeutscher Lieder

Mit Breklum verbundenBearbeiten

  • Heinrich Hansen (* 1861 in Klockries bei Lindholm; † 1940 in Breklum), evangelischer Pfarrer und Initiator der Hochkirchlichen Vereinigung
  • Christian Jensen (1839–1900), evangelischer Pastor und Begründer der Missionarsausbildung in Breklum

LiteraturBearbeiten

  • Uwe Pörksen, Breklehem. Roman eines Dorfes, Husum Verlag, Husum 2016

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Breklum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Harry Kunz/Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Verlag Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1997, S. 43f.
  3. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.): Das neue Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006, Lemmata Breklum und Bredstedt.
  4. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251 (Digitalisat [PDF]).
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis Schleswig-Holstein: Anmerkungen zur Gemeinde Breklum (Fußnote). (Digitalisat).
  6. Ergebnis Gemeindewahl Breklum 2013. (Memento vom 8. Juni 2013 im Internet Archive) auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Ferienunterkünfte in Breklum und Umgebung Nordfriesland (Nordsee) Schleswig-Holstein. Abgerufen am 9. August 2019.
  9. Zahlen & Fakten: Die Westküste auf einen Blick. Abgerufen am 9. August 2019.
  10. Fahrplan Linie R120. (pdf) Abgerufen am 10. August 2019.
  11. Mitteilung des SV Germania Breklum (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF-Datei; 53 kB)