Achtrup

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Achtrup
Achtrup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Achtrup hervorgehoben

Koordinaten: 54° 47′ N, 9° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 29,9 km2
Einwohner: 1488 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25917
Vorwahl: 04662
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 001
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Website: www.achtrup.de
Bürgermeister: Norbert Nielsen (AWG)
Lage der Gemeinde Achtrup im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

Achtrup (dänisch: Agtrup, nordfriesisch: Åktoorp) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland im Nordwesten Schleswig-Holsteins.

Geografie und VerkehrBearbeiten

Achtrup liegt etwa 18 km östlich von Niebüll und wenige Kilometer südlich der dänischen Grenze in ländlicher Umgebung. Südlich verlaufen die Bundesstraße 199 und die Bahnstrecke Flensburg-Weiche–Lindholm, deren Nahverkehrsangebot durch eine Schnellbuslinie über die Bundesstraße 199 ersetzt wurde.

Achtrup liegt in einer flachen Landschaft, einer ehemaligen Meeres-Küstenregion. Dennoch befinden sich auch Anhöhen in der Region wie der Mühlenberg mit der bekannten Mühle Jenny. Das Gut Lütjenhorn liegt im Gemeindegebiet.

GeschichteBearbeiten

Der Name Achtrup entstand vermutlich aus dem Namen „Aggi“ oder „Akki“[2] sowie dem Suffix -rup.[3] Der Ortsname bedeutet demnach offensichtlich soviel wie „Dorf des Aggi“ beziehungsweise „Akkis Dorf“.[4] Flensburg ist offenbar eng mit der Geschichte Achtrups verbunden. Am Ostufer der Flensburger Förde existierte einst ein Dorf namens Achtrup. Spätestens im 13. Jahrhundert, als an der Flensburger Förde viele neue Siedlungsbereiche entstanden, wurde es vermutlich aufgegeben. Dennoch blieb zeitweilig der Flurname „Achtrup“ zurück.[5] Auch überlebte der Name offenbar als Familienname. Eine Familie Achtrup aus „Achtrup“ brachte mehrere Flensburger Bürgermeister hervor (vgl. Liste der Stadtoberhäupter von Flensburg). Des Weiteren ist bekannt dass dem Ritter Peter Jul († vor 1398), der auf dem Hof Flenstoft, dem Vorgängerbau der Duburg wohnte, Besitzungen im heutigen, dem nordfriesischen Achtrup hatte.[6] Möglicherweise waren die Besitzungen in Achtrup eine Mitgift von Peter Juls Frau, einer geborenen Krummendiek.[7] In einer Urkunde vom 31. März 1398 wurde das heutige Achtrup schleswig-Holsteins[8] schließlich erstmals als Aktorp erwähnt. Diese Urkunde ist mit Siegel heute im Stadtarchiv von Flensburg zu finden. Darin wird ein Verkauf eines Gutes von Tomas Petersen in Achtrup erwähnt. Ein weiteres Achtrup existiert im Übrigen auch noch im dänischen Kirchspiel Bjert (Lage).[9]

Im Jahr 1968 wurde Büllsbüll (dän. Bølsbøl, nf. Bousbel) eingemeindet. Am 1. Februar 1974 kam Lütjenhorn (dän. Lillehorn[10]) hinzu.[11] Lütjenhorn wurde 1927 aus dem aufgelösten gleichnamigen Gutsbezirk gebildet.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AWG seit der Kommunalwahl 2008 sechs Sitze und die CDU vier. Dem SSW standen drei Sitze zu, von denen aber nur zwei besetzt waren, da nach dem Rücktritt eines Vertreters kein Nachrückkandidat benannt werden konnte.

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 erhielt die AWG 53,6 Prozent der abgegebenen Stimmen und sieben Sitze. Die CDU kam auf 24,7 Prozent und drei Sitze. Der SSW erreichte 21,6 Prozent und drei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 53,9 Prozent.[12]

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Uwe Matthiesen (AWG) zum Bürgermeister gewählt. Er löste Hannelore Schulze ab, die das Amt zehn Jahre innehatte.[13]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Über blauem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Gold die vier roten, diagonal gestellten Flügel einer Windmühle mit silbernen Ruten und schwarzer Nabe, begleitet von zwei schwarzen Ähren.“[14]

OrtsteileBearbeiten

  • Büllsbüll (dänisch: Bølsbøl)
  • Kalleshave
  • Lütjenhorn (Lillehorn)
  • Schruplund (Skruplund)
  • Seewang (Søvang)
  • Seewangacker (Søvangager)
  • Tettwang (Tætvang)

WirtschaftBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im Ortszentrum gibt es außerdem mehrere Gewerbe- und Einzelhandelsbetriebe.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Wahrzeichen des Ortes ist die Mühle Jenny, die heute als Kinderheim genutzt wird.

VereineBearbeiten

Verein Art
Dorfverschönerungsverein Verschönerung des Dorfes
Handels- und Gewerbeverein Achtrup Verbund der Betriebe im Dorf
Landfrauen Treffen der Frauen zu verschiedenen Interessen
Ortskulturring Dachverband aller örtlicher Vereine
Ringreiterverein Reitsport
TSV Achtrup von 1954 e. V. Breitensport
Sozialverband (Ortsverband) Sozialverband Deutschland (SovD)

WeblinksBearbeiten

 Commons: Achtrup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 148 (Fußnote 65.).
  3. Vgl. hinsichtlich der Bedeutung von -rup auch das Wort Dorf: dänisch: torp, niederdeutsch: Dörp, Dorp, englisch auch: thorp(e); Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, Artikel: Tremmerupweg sowie Wolfgang Lindow: Plattdeutsches Wörterbuch. Schuster, Leer 1998, Artikel: Dorf sowie Judy Persall: The New Oxford Dictionary of English, 2001, Artikel: thorpe
  4. Wie beispielsweise auch beim Ort Tremmerup. Quelle: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Tremmerupweg
  5. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 20 und 109.
  6. Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Hrsg. von der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Flensburg 1966, S. 39.
  7. Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Hrsg. von der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Flensburg 1966, S. 572 (Fußnote 123).
  8. Amt Südtondern. Gemeinde Achtrup, abgerufen am: 21. November 2019
  9. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 148 (Fußnote 65.).
  10. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland Karte, Bräist/Bredstedt 2011
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  12. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  13. Abschied nach zehn Jahren, Husumer Nachrichten vom 17. Juli 2013, abgerufen am 17. Juli 2013
  14. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein