Westre

Gemeinde in Deutschland

Westre (dänisch: Vestre) ist eine ländliche Gemeinde im nordwestlichen Bereich der Schleswigschen Geest im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Das Gemeindegebiet erstreckt sich südlich direkt entlang der Deutsch-dänischen Grenze.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westre
Westre
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westre hervorgehoben

Koordinaten: 54° 51′ N, 8° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 17 m ü. NHN
Fläche: 19,13 km2
Einwohner: 358 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25926
Vorwahl: 04666
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 154
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Website: www.amt-suedtondern.de
Bürgermeister: Peter Max Hansen
Lage der Gemeinde Westre im Kreis Nordfriesland
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Westre erstreckt sich im nördlichen Bereich der Großlandschaft Schleswigsche Geest. Es befindet sich im Landschaftsbereich der historischen Karrharde. Die Alte Au (dänisch: Gammelå) schließt das Gemeindegebiet nach Norden hin ab.

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt angrenzende Gemeindegebiete sind:

Ellhöft Kommune Tondern (Dänemark)
Süderlügum   Ladelund
Lexgaard Karlum

GeologieBearbeiten

Das Gemeindegebiet zählt geologisch zu einem Sanderbereich, welcher sich zum Ende des Saale-Komplex herausgebildet hat. Die Geologische Übersichtskarte weist für das Gemeindegebiet äolische Ablagerungen mit Korngrößen von Fein- bis Mittelsand aus.[2]

Im Gemeindegebiets befindet sich das Naturschutzgebiet Schwarzberger Moor. Es ist 18 Hektar groß und wurde erstmals 1966 und im Jahr 1994 neu eingerichtet. Das Schwarzberger Moor ist ein atlantisches Hochmoor mit Niedermoor- und Heideflächen. Das Moor ist stark abgetorft und weist einen Binnendünenkomplex auf.[3]

GeschichteBearbeiten

Am 13. August 1984 kam es in einer Höhe von etwa 500 Metern über dem Gemeindegebiet aus ungeklärter Ursache zur Kollision zwischen einer Cessna 172 Skyhawk und einer McDonnell Douglas F-4 Phantom des Aufklärungsgeschwaders 52. Der Pilot der Cessna kam durch den Absturz seiner Maschine ums Leben.[4] Die F-4 Phantom konnte trotz Verlustes eines externen Tanks sicher auf dem Fliegerhorst Leck landen. Beide Insassen blieben unverletzt.[5][6][7] Nahe der Absturzstelle an einem Waldrand erinnert heute ein hölzernes Kreuz an den Unfall.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 hat die Wählergemeinschaft (WGW) sechs und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) drei Sitze erzielt. Die Wahlbeteiligung betrug 65,0 Prozent.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold auf einem flachgewölbten grünen Dreiberg, dieser belegt mit einer 24-teiligen silbernen Seerosenblüte mit goldenem Butzen, zwei schwarze Tannen.“[9]

WirtschaftBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist landwirtschaftlich geprägt. Dazu zählen die insgesamt vier Biogasanlagen im Gemeindegebiet.

Bürgerwindpark

Der Bürgerwindpark der Grenzstrom Vindtved GmbH & Co. KG verfügt über eine Beteiligung von mehr als 200 Kommanditisten aus den Gemeinden Westre, Ellhöft und dem dänischen Lydersholm.[10]

Im März 2009 wurden im Bürgerwindpark Westre drei Windenergieanlagen des Typs REpower 6M errichtet. Die Anlagen mit einer Nennleistung von je sechs Megawatt zählen mit einem Rotordurchmesser von 126 m und einer Nabenhöhe von 100 m zu den größten Windenergieanlagen überhaupt. Die Rotorblätter mit einer Länge von je 61,5 Metern kamen per Schwertransport direkt aus Dänemark. Die Maschinenhäuser wurden im Bremerhavener REpower-Werk gefertigt. Sie gelangten auf dem Seeweg nach Dagebüll, von wo aus sie per Schwertransport auf dem Landweg nach Westre transportiert wurden.[11]

Die Anlagen wurden von den REpower-Ingenieuren für den Einsatz in Offshore-Windparks entwickelt. Sie werden im Bürgerwindpark Westre ausgiebig getestet sowie zertifiziert. Aus diesem Grund finden regelmäßig Arbeiten an den Windenergieanlagen statt.[12]

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde wird durch die Landesstraßen 1 und 192 grob in West-Ost-Richtung gekreuzt. Die Landesstraße 1 führt dabei durch den Dorfkern, während die 192 als so benannte Grenzstraße durch den nördlichen Teil der Gemarkung führt. Beide zweigen im Bereich der Nachbargemeinde Süderlügum von der Bundesstraße 5 ab. Diese wurde, als Hauptverkehrsroute Nordfrieslands, in der Vergangenheit als Ferienstraße Grüne Küstenstraße vielfach beschrieben.[13]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Westre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. vgl.Geologische Übersichtskarte von Schleswig-Holstein 1:250.000. Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Geologischer Dienst), abgerufen am 18. Mai 2020.
  3. 5411 - Schwarzberger Moor. (pdf) Abgerufen am 17. Mai 2020.
  4. Aviation Safety Network. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  5. Aviation Safety Network. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  6. Chronik des AG 52 - Teil 1. In: Seiten 40/41. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  7. Chronik des AG 52 - Teil 3. In: Seite 224. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  8. Web-Redaktion: Ergebnis Kommunalwahl Westre 2018. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Erster Windpark mit REpower 6M-Turbinen. Abgerufen am 17. März 2013.
  11. 24.03.09 - Bürgerwindpark Westre fertig errichtet. Abgerufen am 17. März 2013.
  12. REpower.de (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today)
  13. so z. B. bei Iba, Eberhard Michael und Walter Iba: Die Grüne Küstenstrasse von Emden nach Westerland. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1981, ISBN 3791706950