Langenhorn (Nordfriesland)

deutsche Gemeinde

Audio-Datei / Hörbeispiel Langenhorn?/i ([ˈlaŋənhɔʁn], dänisch: Langhorn, friesisch: e Hoorne, niederdeutsch: Langenhoorn) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie erstreckt sich als Straßendorf auf einer Länge von 6,5 km entlang des Übergangs zur Nordfriesischer Marsch im Bereich der Bredstedt-Husumer Geest, einem westlichen Teilraum der Schleswigscher Geest.[2] Die Gemeinde ist seit 2005 ein anerkannter Erholungsort.[3]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenhorn
Langenhorn (Nordfriesland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenhorn hervorgehoben

Koordinaten: 54° 41′ N, 8° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 47,4 km2
Einwohner: 3280 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25842
Vorwahl: 04672
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 075
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Website: www.langenhorn.de
Bürgermeister: Olde Oldsen (SPD)
Lage der Gemeinde Langenhorn im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Langenhorn erstreckt sich am Übergang der nordwestlichen Ausläufer des Stollbergs zur Nordfriesischen Marsch im vorgelagerten Sterdebüller Alter Koog. Nördlich des Ortskerns weitet sich die zunächst westlich angrenzende Nordfriesische Marsch nach Osten hin auf und bildet dort den Langenhorner Alter Koog.[4]

GemeindegliederungBearbeiten

Mönkebüll, Loheide, Ost-Langenhorn, West-Langenhorn und Efkebüll liegen im Gemeindegebiet.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeindegebiete von Langenhorn sind:[5]

StedesandBargum
Dagebüll
Ockholm
 
Reußenköge Bordelum

LandschaftsbeschreibungBearbeiten

Die Ausläufer des Stollbergs weisen eine in weiten Bereichen artenreiche und daher in Teilen gesetzlich geschützte Wald- und Heidelandschaft auf. Es handelt sich hierbei um das Naturschutzgebiet Bordelumer Heide und Langenhorner Heide mit Umgebung.

VerkehrBearbeiten

Langenhorn hat einen Bahnhof an der Marschbahn. Auf dieser verkehrt die Regionalexpress-Linie 6 des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein im Stundentakt vom Bahnhof Hamburg-Altona nach Westerland. Im Ort hält zusätzlich auch der Sylt Shuttle plus.

In einer Distanz von 750 Metern östlich der Marschbahnstrecke durchquert die Bundesstraße 5 von Niebüll nach Husum den Ortsteil Mönkebüll. Die Landesstraße 6 verläuft von der dänischen Grenze bei Aventoft über West-Langenhorn nach Ost-Bordelum zur Bundesstraße 5. Die Landesstraße 13 durchquert fast die gesamte Dorf­lage auf dem Weg weiter Richtung Goldelund.

GeschichteBearbeiten

Langenhorn wurde erstmals 1352 urkundlich erwähnt. Seine Zentralität wurde besonders unterstrichen durch die Erteilung des Marktrechtes. Seit 1681 durfte Langenhorn dreimal im Jahr einen Vieh-, Pferde oder Krammarkt abhalten.

Bis zum Ende des Deutsch-Dänischen Kriegs war Langenhorn zentraler Ort des gleichnamigen Kirchspiels (Langhorn Sogn) innerhalb der Nordergoesharde im Herzogtum Schleswig.

Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Langenhorn, eine Kirchspielslandgemeinde gebildet. Sie umfasste die vier Dorfschaften Loheide (dän. Lohede), Mönkebüll (Munkebøl, tlw. auch Mønkebøl), Oster-Langenhorn (Øster Langhorn) und Wester-Langenhorn (Vester Langhorn) sowie die Siedlung Efkebüll (dän. Efkebøl, nordfr. Äfkebel). Efkebüll wurde erstmals 1306 als Wfkæbøl erwähnt und bedeutet Siedlung des Öveke[6].

Am 1. Dezember 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Langenhorn in die Gemeinde Langenhorn überführt.[7]

2009 kam es zur bisher größten politischen Auseinandersetzung in der jüngeren Geschichte des Dorfes. Es wurde die Bürgerinitiative „Lebenswertes Langenhorn“ gegründet mit dem Ziel, die Aufstellung von acht Windkraftanlagen im Rahmen eines Bürgerwindparks unmittelbar vor West-Langenhorn zu verhindern. Diese Initiative blieb erfolglos.

Am 16. September 2012 erfolgte die Einweihung des Friedrich-Paulsen-Denkmals mit einer Gedenkveranstaltung in der benachbarten Langenhorner St. Laurentius-Kirche. In diesem Zusammenhang wurde der Marktplatz im Ortsteil West-Langenhorn in Friedrich-Paulsen-Platz umbenannt.[8]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

  • 2008: Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hatten die Wählergemeinschaft AWG und die CDU seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2008 je sechs Sitze, die SPD drei und die FDP und der SSW haben je einen Sitz.
  • 2013: Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die AWG 49,4 Prozent und damit neun Sitze. Die CDU kam auf 29,9 Prozent und erhielt fünf Sitze. Auf die SPD entfielen 20,7 Prozent und vier Sitze. Durch ein Überhangmandat waren 18 Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung betrug 51,3 Prozent.[9]
  • 2018: Die Gemeindewahl am 6. Mai 2018 führte zu folgendem Ergebnis: Die CDU erreichte 34,1 % der gültigen Stimmen und kam damit auf sechs Sitze, mit 27,0 % erreichte die SPD fünf Sitze und die Aktuelle Wählergemeinschaft Langenhorn kam mit 38,9 % auf sechs Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,8 %.[10]

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde Olde Oldsen (SPD) zum Bürgermeister gewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Blau, überdeckt mit zwei grindlos miteinander verbundenen Hörnern, von denen das vordere rot, das hintere golden tingiert ist.“[11]

Das Gemeindewappen zeigt als einzige Figur zwei mit den Spitzen nach oben weisende, unten ineinander übergehende und somit figürlich eine Einheit bildende Hörner. Das Wappen nimmt auf diese Weise Bezug auf den Namen der Gemeinde, genauer: auf dessen zweiten Bestandteil, das Horn. Durch die Verbindung der Elemente der Wappenfigur (Hörner) und die daraus sich ergebende Streckung derselben entsteht bei dem Betrachter des Wappens darüber hinaus der Bildeindruck eines langen Hornes, so dass auch der erste Bestandteil des Ortsnamens bildlich repräsentiert ist. Durch die ausschließliche Anknüpfung an den Ortsnamen weist sich das Wappen Langenhorns in erster Linie als „redendes“ oder „sprechendes“ Wappen aus. Vielleicht bezieht sich dieser auf die Form der ältesten, im 13. Jahrhundert zerstörten Deichlinie, wahrscheinlicher wohl auf die langgestreckte Form des Ortes am Geestrand, auf den sich die Bewohner Langenhorns nach Aufgabe des alten Kooges zurückziehen mussten. Die Tingierung des Wappens in den Farben Rot, Blau und Gold (sog. Friesenfarben) macht kenntlich, dass die wappenführende Gemeinde in der Landschaft Nordfriesland gelegen ist.[11]

WirtschaftBearbeiten

 
Neue Geschäfte aus dem Dienstleistungsbereich in Langenhorn

In der Gemeinde ist eine große Zahl von Dienstleistungsbetrieben angesiedelt. Daneben tragen eine vergleichsweise große Zahl von Handwerksbetrieben ihren Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes.

Im Ortsteil Mönkebüll ist ein Produzent von Fenstern und Türen ansässig. Daneben befindet sich ein Projektierungsbüro für Erneuerbare Energien in der Gemeinde.

Bis heute spielt daneben die Landwirtschaft eine wichtige Erwerbsgrundlage. Ein Großteil der Flächen werden ackerbaulich genutzt. Die Firma ATR Landhandel ist im Ort mit einer Warenannahme vertreten.

Zu diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren die erneuerbare Energieerzeugung gesellt. In den letzten Jahren wurden im Außenbereich im Langenhorner Alter Koog Windpark- und Bioenergieprojekte realisiert. Gegen den mittlerweile entstandenen Bürgerwindpark im Grenzbereich zur Nachbargemeinde Ockholm hatte sich im Ort eine Bürgerinitiative gebildet. Die Biogasanlage befindet sich an der nördlichen Ausfallstraße in Richtung des Ortsteils Efkebüll.

Langenhorn erfüllt alle Voraussetzungen für die wohnortnahe Daseinsvorsorge der Bevölkerung. Hierfür befinden sich im Ortsteil Mönkebüll zwei Verbrauchermärkte der Unternehmen Aldi Nord und EDEKA. Bankdienstleistungen werden in Langenhorn von der Nord-Ostsee Sparkasse und der VR Bank Nord in eigenen Bankfilialen erbracht.

KircheBearbeiten

 
St. Laurentius zu Langenhorn am Dorfplatz in West-Langenhorn

Die St.-Laurentius-Kirche wurde um 1240 errichtet. 1684 begann man mit der Erneuerung des Innenraumes. Aus den folgenden Jahren stammen Altar, Taufbecken und Kanzel. 1721/22 wurde der gotische Kern durch einen quadratischen Anbau im Süden erweitert, der Ostteil 1759 verlängert und 1838 neu verblendet. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Kirche eine neue, mechanische Kanzeluhr.[12] 1761 stiftete der als Sönke Ingwersen in Langenhorn geborene und in Ostindien zu Vermögen gekommene Seneca Inggersen der Kirche eine Orgel, die von Johann Daniel Busch erbaut wurde. Kassettendecke, Holzpaneele und das Gestühl vervollständigen die Kirche seit dem Jahr 1898.[13]

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Baudenkmal Alte Schmiede (gegenüber der Kirche St. Laurentius)

In der Liste der Kulturdenkmale in Langenhorn (Nordfriesland) sind die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale aufgeführt.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Langenhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe_Liste_Gemeinde.pdf. (pdf) Abgerufen am 14. Januar 2021.
  3. a b Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 6: Kronprinzenkoog - Mühlenrade. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2006, ISBN 978-3-926055-85-9, S. 97 (dnb.de [abgerufen am 26. Juni 2020]).
  4. Namen der Köge zitiert nach Angaben bei Kunz, Harry: Die Köge Nordfrieslands. 2. Auflage. Nordfriisk Instituut, 1999, ISBN 3-88007-251-5, S. 37 (Nr. 58).
  5. Relation: Langenhorn (1416813) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 14. Januar 2021.
  6. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 229
  7. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  8. hn: Endlich: Ein Denkmal für Friedrich Paulsen. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 24. Juli 2012, abgerufen am 20. Januar 2021.
  9. Ergebnis Gemeindewahl Langenhorn 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/ftp.amnf.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  10. Endergebnis der Gemeindewahl Langenhorn 2018, abgerufen am 2. Dezember 2020
  11. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  12. Kirche St. Laurentius – Kanzel.
  13. Christian Sönksen: 1980–2005: 25 Jahre Orgelbauverein Langenhorn e. V./1985–2005: 20 Jahre Orgelkonzerte und Kirchenmusik in St. Laurentius zu Langenhorn, Festschrift herausgegeben vom Orgelbauverein Langenhorn e. V., Langenhorn 2005, S. 21.