Sollwitt

Gemeinde in Deutschland

Sollwitt (dänisch: Solved, nordfriesisch: Salwit) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sollwitt
Sollwitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sollwitt hervorgehoben

Koordinaten: 54° 36′ N, 9° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Viöl
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 10,95 km2
Einwohner: 285 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25884
Vorwahl: 04843
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 123
Adresse der Amtsverwaltung: Westerende 41
25884 Viöl
Website: www.sollwitt.de
Bürgermeister: Thomas Hansen (WG S-P)
Lage der Gemeinde Sollwitt im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Sollwitt erstreckt sich im Naturraum Bredstedt-Husumer Geest nordöstlich des Ländlichen Zentralorts Viöl.[2][3] An der östlichen Gemeindegrenze zu Süderhackstedt entspringt die Arlau beim sogenannten Herrenmoor. Die Wasser der Jörlau fließen zwischen dem Hauptort und dem Dorf Pobüll ostwärts zur Jerrisbek. Entlang des Bachlaufs erstrecken sich das Pobüller Moor und das Nordermoor.[3]

GemeindegliederungBearbeiten

Pobüll (dänisch: Pobøl oder Påbøl[4], nordfriesisch: Puubel, sønderjysk: Påfel oder Påvel) liegt im Gemeindegebiet.[5]

NachbargemeindenBearbeiten

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete von Sollwitt sind:[3]

Jörl
(Kreis Schleswig-Flensburg)
Löwenstedt,
 Haselund,
 Viöl (auf ca. 60m)[3]
  Süderhackstedt
(Kreis Schleswig-Flensburg)
Behrendorf

GeologieBearbeiten

Das Gemeindegebiet befindet sich im Bereich der Bredstedt-Husumer Geest, einem Altmoräne­nbereich aus der Zeit des Saale-Komplexes. Das Relief weist im Bereich entlang des östlichen Verlaufs der Landesstraße im Gemeindegebiet eine Gletscherrandlage aus dieser Zeit aus.[6]

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname geht auf den dänischen Begriff für Wald (adän. with, ndän. ved, übertragen ins Niederdt. -witt) und den Begriff *Sol in der Bedeutung sumpfige Stelle, Sumpf zurück. Letzterer Namensbestandteil tritt eventuell als Name eines Landstriches auf, da auch Sollbrück und Sollerup nicht weit auseinanderliegen. Vermutet wird auch *Sola als alter Name für die Treene.[7]

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Viöl aufgelöst. Etliche ihrer Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch Sollwitt.[8] Am 1. Dezember 1934 wurde Sollwitt mit der Nachbargemeinde Pobüll zu einer neuen Gemeinde Sollwitt zusammengeschlossen.[9]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die Wählergemeinschaft WG S-P bei einer Wahlbeteiligung von 58,5 Prozent alle neun Sitze.[10]

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Thomas Hansen (WG S-P) erneut zum Bürgermeister gewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber und Gold durch einen schräglinken breiten blauen Wellenbalken, dieser belegt mit einem goldenen Wellenbalken, geteilt. Oben ein grüner Laubbaum, unten ein stielloses schwarzes Steinbeil.“[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Allgemeine WirtschaftsstrukturBearbeiten

Die Gemeinde ist überwiegend von der landwirtschaftlichen Urproduktion geprägt. Die Milchwirtschaft ist hierbei von besonderer Bedeutung.

Der Windpark Sollwitt mit 6 Windkraftanlagen verbreitert heute die ökonomische Basis. Er ist ein Bürgerwindpark.[12]

VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist über die schleswig-holsteinische Landesstraße 190 mit dem überörtliche Straßennetz verbunden. Sie zweigt in der Dorf­lage Viöl von der Landesstraße 28 östlich der Bundesstraße 200 in nördlicher Richtung ab und führt zur Landestraßen 29 in Sollerup. Unmittelbar vor Einfahrt ins Dorf schwenkt die Straße nach Osten ab.[3]

Im Öffentlichen Personennahverkehr ist die Gemeinde in den erstmals zum 1. August 2019 eingerichteten Rufbusbereich Viöl einbezogen. Es verkehrt ein Rufbus, ausgehend vom zentralen Umstiegspunkt Viöl ZOB, auf Anforderung grob im Zweistundentakt durch die Nachbarorte, so auch durch Sollwitt.[13] Die Umstiegshaltestelle wird im Linienbusverkehr von der Regionalbuslinie R14 auf der Fahrt von Husum nach Flensburg bedient. Die nächste Bahnanschluss besteht beim Bahnhof Husum an der Marschbahn. Alle Verkehrssysteme sind Bestandteil vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. In Husum besteht darüber hinaus auch Anschluss an den Schienenpersonenfernverkehr.

WeblinksBearbeiten

Commons: Sollwitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe_Liste_Gemeinde.pdf. (PDF) S. 20, abgerufen am 30. April 2021.
  3. a b c d e Digitaler Atlas Nord. Abgerufen am 30. April 2021.
  4. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 311
  5. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 9: Schönberg - Tielenhemme. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2007, ISBN 978-3-926055-91-0, S. 139 (dnb.de [abgerufen am 5. August 2020]).
  6. Geologische Übersichtskarte von Schleswig-Holstein 1:250 000. (PDF) Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume, 1012, abgerufen am 1. Mai 2021.
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 608
  8. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 608.
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis Schleswig-Holstein: Anmerkungen zur Gemeinde Sollwitt (Fußnote). (Digitalisat ).
  10. http://amt-vioel.de/media/custom/1860@1@2Vorlage:Toter Link/amt-vioel.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  12. Windpark Sollwitt//WEB Andresen (Steckbrief). Abgerufen am 1. Mai 2021.
  13. Rufbus Viöl / Rufbus Nordfriesland. Abgerufen am 30. April 2021.