Bohmstedt

Gemeinde in Deutschland

Bohmstedt (dänisch: Bomsted, nordfriesisch: Bååmst, niederdeutsch: Boomsteed) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bohmstedt
Bohmstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bohmstedt hervorgehoben

Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 13,35 km2
Einwohner: 718 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25853
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 012
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Website: www.bohmstedt.de
Bürgermeister: Ralf Kille (WGA)
Lage der Gemeinde Bohmstedt im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Bohmstedt erstreckt sich zu beiden Seiten der Naturräume Bredstedt-Husumer Geest und Nordfriesische Marsch bei der Mündung der Ostenau in die Arlau.[2][3] Der Marschenbereich des in Anlehnung zur Gemeindezugehörigkeit sogenannten Bohmstedter Koogs markiert den südöstlichen Teil vom Breklumer Koog. Dieser wurde um das Jahr 1520 eingedeicht.[4] Die Gemeindegrenze wird im Westen und Süden markiert durch die beiden genannten Flussläufe, sowie im Südosten durch den sogenannten Ahrenshöfter Graben. Historisch war dieser Bereich Teil des Verwaltungsbezirks der Nordergoesharde.

GemeindegliederungBearbeiten

Neben der gleichnamigen Dorf­lage befinden sich ebenfalls die weiteren Wohnplätze Bohmstedtfeld (dänisch Bomsted Mark), ein Streusiedlung­sgebiet, die Einzelsiedlung Fresenhof und das Forst- und Wirtshaus Waldheim innerhalb des Gemeindegebiets.[5][6]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden von Bohmstedt sind:

Drelsdorf
Almdorf   Norstedt
Hattstedtermarsch Ahrenshöft

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname wurde erstmals im 15. Jahrhundert schriftlich dokumentiert und bedeutet etwa Baumstätte zu altfries. bam. Obwohl am Westrand des ursprünglich dänischen Sprachgebietes in den Goesharden gelegen, liegt hier vermutlich ein friesischer Ortsname vor.[7]

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Drelsdorf aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch Bohmstedt.[8]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGA seit der Kommunalwahl 2008 sechs und die Wählergemeinschaft WGB fünf. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGA 49,3 Prozent und damit vier Sitze. Die WGB kam auf 50,7 Prozent und fünf Sitze. Es waren nur noch neun Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung betrug 55,1 Prozent.[9]

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 waren erneut neun Sitze in der Gemeindevertretung zu besetzen. Das Ergebnis ergab folgende Sitzverteilung: Wählergemeinschaft WGA fünf Sitze, Wählergemeinschaft WGB vier Sitze.[10]

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde Ralf Kille (WGA) zum neuen Bürgermeister gewählt.[11] Er löste damit Peter Tücksen als langjährigen Vorgänger ab.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Grün und Gold gespalten. Vorn eine aus dem vorderen Schildrand hervorkommende, der Spaltungslinie zu geöffnete silberne Wellendeichsel, hinten ein bewurzelter grüner Laubbaum.“[12]

Die Wellenlinie auf der linken Seite steht für den Zusammenfluss der Arlau und der Ostenau, während der bewurzelte grüne Laubbaum den Ortsnamen darstellen soll.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Waldheim im Haaks

Allgemeine WirtschaftsstrukturBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist überwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt, was vorwiegend auf umfangreiche Aufforstungen seit Ende des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Zudem verfügt Bohmstedtfeld seit 1996 über einen Windpark mit neun Windkraftanlagen sowie eine Biogasanlage, die 2007 ihren Betrieb aufnahm.

Im Gemeindegebiet liegt ebenfalls ein genossenschaftlich betriebener Bauernwald, der Haaks. Er dient auch Naherholungszwecken der lokalen Bevölkerung und des Fremdenverkehrs. In seiner Mitte befindet sich mit dem Waldheim eine regional bekannte Ausflugsgaststätte. Der Bekanntheitsgrad resultiert auch aus einem hier in der Vergangenheit über mehrere Jahre ausgerichteten gleichnamigen Open Air Musikfestival.

VerkehrBearbeiten

Bohmstedt liegt abseits der Hauptverkehrsachsen des Kreises Nordfriesland. Die nächstgelegene überregionale Verkehrsachse im motorisierten Individualverkehr, die Bundesstraße 5, verläuft in knapp drei Kilometer Entfernung durch die Hattstedtermarsch. Die günstigste Anbindung des Ortes erfolgt über eine direkt von ihr am südlichen Ortseingang von Struckum in östliche Richtung abzweigende Kreisstraße Richtung Almdorf und Bohmstedt. Die Bundesstraße 5 war in früherer Zeit Bestandteil der Grünen Küstenstraße.

Im ÖPNV ist Bohmstedt mittels der Buslinie 1031 des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (Routenverlauf Bredstedt – Drelsdorf – Husum) an die Bahnhöfe in Bredstedt und Husum angebunden. An beiden Stationen besteht Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr auf der Marschbahn (Linie RE 6). Der Bahnhof in Husum wird auch von einzelnen Intercity-Zügen der Linien 26.1, 27 und 30 bedient.

EinrichtungenBearbeiten

Das Gebäude der Außenstelle der Grund- und Hauptschule Drelsdorf, in dem Grundschulklassen der Gemeinden Drelsdorf, Bohmstedt und Ahrenshöft unterrichtet wurden, wird seit 2007 nicht mehr genutzt.

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Fresenhof in Bohmstedt
  • Knut Kiesewetter (1941–2016), deutscher Jazz- und Folkmusiker, lebte ab 1971 auf dem Fresenhof in Bohmstedt. Leeder vun mien Fresenhof ist sein erfolgreichstes Album.
  • Peter Lustig (1937–2016), deutscher Fernsehmoderator und Kinderbuchautor, lebte anschließend mehr als ein Jahrzehnt bis 2014 auf dem Fresenhof.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bohmstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe Liste Gemeinde.pdf. (PDF) S. 19, abgerufen am 25. Mai 2021.
  3. Digitaler Atlas Nord. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  4. Harry Kunz/Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. 2. Auflage. Nordfriisk Instituut, 1999, ISBN 3-88007-251-5, S. 43 f.
  5. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 33, abgerufen am 26. Mai 2021.
  6. Hinweis: die genannten Siedlungsplätze sind auch heute (Stand 2021) noch als Wohnplätze im amtlichen Geodatenviewer abrufbar.
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Neumünster 1992, S. 165.
  8. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  9. Ergebnis Gemeindewahl Bohmstedt 2013. (Memento vom 25. Juni 2013 im Internet Archive) auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  10. Bekanntmachung des Gemeindewahlergebnisses der Gemeinde Bohmstedt. (PDF) Abgerufen am 15. Januar 2019.
  11. Niederschrift über die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung Bohmstedt. (PDF) Abgerufen am 15. Januar 2019.
  12. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein