Tating

Gemeinde in Deutschland

Tating (nordfriesisch: Tååting[2]) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tating
Tating
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tating hervorgehoben

Koordinaten: 54° 20′ N, 8° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Eiderstedt
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 29,49 km2
Einwohner: 958 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25881
Vorwahl: 04862
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 134
Adresse der Amtsverwaltung: Welter Straße 1
25836 Garding
Website: www.tating.de
Bürgermeister: Hans Jacob Peters (CDU)
Lage der Gemeinde Tating im Kreis Nordfriesland
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Über dieses Bild

Geografie und VerkehrBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Tating befindet sich im westlichen Teil der Halbinsel Eiderstedt. Es zählt zum Landschaftsraum Eiderstedter Marsch und erstreckt sich vom Wilhelminenkoog im Süden bis an den Tümlauer-Koog an der gleichnamigen Bucht im Nordwesten/Norden heran.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeindegebiete von Tating sind:

Tümlauer-Koog Poppenbüll
Sankt Peter-Ording   Kirchspiel Garding
Grothusenkoog

GeschichteBearbeiten

Tating war der frühere Hauptort der Harde Utholm. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1187.

Der Ort ist Namensgeber der archäologischen Fundgattung Tatinger Kanne.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die CDU 52,2 % der abgegebenen Stimmen und besetzt sechs Sitze. Die Allgemeine Wählergemeinschaft Tating (AWT) erreichte 47,8 % und erhielt fünf Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 49,9 Prozent.

BürgermeisterBearbeiten

Seit 2003 ist Hans Jacob Peters (CDU) Bürgermeister. Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde er in der konstituierenden Gemeindevertretersitzung wiedergewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber und Blau durch einen breiten grünen und einen schmalen silbernen Balken gesenkt geteilt. Oben ein roter Haubarg, unten ein goldenes dreimastiges Segelschiff im Stil des 16. Jahrhunderts mit silbernen Segeln und roten Wimpeln. Auf dem Großsegel ein halber blauer herschauender Löwe (Leopard).“[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die St.-Magnus-Kirche in Tating um 1895

St.-Magnus-KircheBearbeiten

Die St.-Magnus-Kirche in Tating ist die älteste Kirche Eiderstedts und vielleicht das älteste Bauwerk auf der Halbinsel. Im Jahre 1103 wurde sie zunächst als hölzerne Kapelle erbaut, im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer weiter aus- und umgebaut. Das flachgewölbte einschiffige Hauptschiff und der gewölbte Kastenchor[4] sind in romanischem Stil gehalten, wobei der Chor noch aus der Zeit der ersten Steinkirche stammt, welche den hölzernen Vorgängerbau bald nach dessen Erbauung ersetzte. In der Gotik wurde dem Chor ein gewölbtes Chorpolygon angefügt.[5] Der spätgotische Flügelaltar[4] zeigt eine figurenreiche Kreuzigungsszene, die ihr gesamtes Mittelfeld einnimmt. In ihren Flügeln sind die zwölf Apostel abgebildet, je drei in einem Feld. Heute kann man bei einer Besichtigung eine Fülle kultureller Schätze der vergangenen Jahrhunderte bewundern: Die Kanzel von 1601, eine Triumphkreuzgruppe aus der Zeit nach 1500, die nördlich Empore von 1591 bis 1601 als Rest der früher umfänglicheren Emporen.[4]

Hochdorfer Garten mit HaubargBearbeiten

Eines der drei bedeutendsten Gartendenkmale Nordfrieslands befindet sich in Tating, nämlich der Hochdorfer Garten. Der rund 4 ha große Park wurde wahrscheinlich 1764 im französischen Stil angelegt. Seine wichtigen Elemente sind ein Lindenparterre und zehn axial-symmetrisch auf die Hauptfront des Hochdorfer Haubargs ausgerichtete Pflanzquartiere, die von mehr als 120 Meter langen Lindenalleen eingerahmt werden. Der 1764 errichtete Haubarg selbst war bei seinem Bau mit 45 Metern Länge und 23 Metern Breite der wahrscheinlich größte auf Eiderstedt, zum Gehöft gehörten zu seinem besten Zeiten 400 Demat Land. Da bei mehreren Erbteilungen das Land abnahm, wurde schließlich auch der Haubarg selbst um 16 Meter verkürzt. Dem romantischen Zeitgeschmack entsprechend wurde am Südrand des Gartens eine kleine künstliche "Ruine" errichtet.

Während der Haubarg heute in Privatbesitz ist, gehört der Garten der Richardsen- Bruchwitz Stiftung und ist der Gemeinde als öffentlicher Dorfpark überlassen. Zum Hochdorfer Garten gehört auch das "Schweizer Haus", welches heute eine Gaststätte mit Galerie beherbergt und verpachtet ist.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde wird mit dem Auto über die Bundesstraße 202 im Abschnitt von Tönning nach Sankt Peter-Ording erreicht. Die Bundesstraße führt namentlich als Dorfstraße direkt durch das Dorf. Von Osten kommend zweigt vor Erreichen des Dorfes linker Hand die Landesstraße 33 ab, die ebenfalls nach Sankt Peter-Ording verläuft und dabei die durch die südlichen und östlichen Außenbereiche des Gemeindegebiets.

Im Schienenpersonennahverkehr wird Tating über die Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording erreicht. Auf dieser verkehrt die Regionalbahn 64 im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. Daneben ist der Ort ebenfalls im Schulbus­verkehr durch das Unternehmen Autokraft an die Nachbarorte angebunden (Buslinien 1079–1081).[6] Das Gemeindegebiet zählt zum Rufbusgebiet St. Peter-Ording mit dem Umstiegsknoten am Bahnhof St. Peter-Ording Bahnhof Süd.[7]

Die Gemeinde Tating ist im behördlich ausgeschilderten Radverkehrsnetz Schleswig-Holstein[8] integriert. Durch die Gemeinde verläuft der deutsche Fernradweg D-Route 1 (Nordseeküsten-Route (auch: Nordseeküstenradweg)). Dieser bildet den deutschen Abschnitt der internationalen North Sea Cycle Route (EV 12) ab. Daneben führt auch die Themenroute Wikinger-Friesen-Weg durch das Gemeindegebiet.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Tating – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Nordfriesland Karte, Bredstedt/Braist 2011, ISBN 978-3-88007-371-5
  3. Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. a b c Wolfgang Teuchert in Heinz Rudolf Rosemann (Hrsg.): Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein, Baudenkmäler, Reclams Kunstführer, Deutschland, Band 5, 4. Auflage. Stuttgart 1971, S. 142.
  5. Wolfgang Teuchert in Heinz Rudolf Rosemann (Hrsg.): Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein, Baudenkmäler. Reclams Kunstführer, Deutschland, Band 5, 4. Auflage. Stuttgart 1971, S. 142.
  6. Vgl. Fahrplandownload auf www.autokraft.de (Suchbegriff: Tating). Abgerufen am 14. Mai 2020.
  7. Flyer Rufbusgebiet St. Peter-Ording. (pdf) Abgerufen am 14. Mai 2020.
  8. Vgl. Informationsseite im deutschsprachigen Wiki von Openstreetmap (Link:DE:Radverkehrsnetz Schleswig-Holstein. Abgerufen am 14. Mai 2020.)