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GeografieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Drelsdorf erstreckt sich östlich von Breklum auf der Schleswigschen Geest. Durch die Gemeinde fließt die Ostenau, ein orographisch rechtsseitiger Nebenfluss der Arlau.

GemeindegliederungBearbeiten

Die 1987 erfolgte Volkszählung in Deutschland registrierte die Einwohnerzahlen auf Basis des folgenden Wohnplatzverzeichnisses. Danach gliederte sich Drelsdorf wie folgt:

Neben dem namengebenden Hauptort befanden sich ebenfalls die Streusiedlungen Drelsdorf-Norderfeld und Drelsdorf-Osterfeld, das Drelsdorfer Forsthaus, sowie die Häusergruppe Morgenstern und die Mühle Petersburg innerhalb des Gemeindegebiet.[2]

Osterfeld ist durch die Ostenau (Østerå) vom restlichen Gebiet getrennt und liegt am Rande des Drelsdorfer Forstes.

NachbargemeindenBearbeiten

Ans Gemeindegebiet von Drelsdorf direkt grenzen:

Vollstedt
Joldelund
Kolkerheide
Breklum   Norstedt
Struckum
Almdorf
Bohmstedt

GeschichteBearbeiten

Drelsdorf wurde zum ersten Mal 1352 urkundlich erwähnt. Wie Siedlungsreste aus der Eisenzeit zeigen, ist der Ort aber wahrscheinlich älter. Ursache für diese Siedlungskontinuität dürfte die Lage am Ochsenweg sein, der westlich von Drelsdorf entlangführte. Der Drelsdörper Krog war ein Rastplatz am Ochsenweg. Der Ortsname bedeutet etwa Siedlung des Unfreien und geht zurück auf altdnord. þræll und altdän. thræll für Unfreier, Sklave, Knecht und altdän. thorp für Dorf, Siedlung. Der Ortsname ist dänischer Herkunft, wie bei den übrigen torp-Namen ist die Endung zum Teil zu -rup geschwunden, so auch mitteldänisch und jütländisch Trælstrup. Im Hochdeutschen hat sich dagegen die Form auf -dorf durchgesetzt.[3]

Der Ort war Hauptort des gleichnamigen Kirchspiels (dän. sogn) innerhalb der Nordergoesharde. Nach der Annexion Schleswigs und Holsteins durch Preußen wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Drelsdorf eine Kirchspielslandgemeinde gebildet. Sie umfasste die drei Dorfschaften Ahrenshöft, Bohmstedt und Drelsdorf. Am 1. April 1934 wurden die Kirchspielslandgemeinden aufgelöst und die Dorfschaften bilden seitdem eigenständige Landgemeinden.[4]

1926 erhielt Drelsdorf einen Bahnhof sowie einen Bahndamm an der Bahnstrecke Bredstedt–Löwenstedt, beide existieren noch bis heute. Durch diese Bahnstrecke konnten die Drelsdorfer direkt nach Bredstedt und Flensburg reisen. Am 1. November 1942 wurde die Strecke bereits wieder stillgelegt. Noch 1942 – während des Zweiten Weltkriegs – wurden die Gleise wieder abgebaut und kriegsbedingt bei Poltawa (Ukraine) weiter verwendet.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AFWD II seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die Wählergemeinschaft AAWD I fünf. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 betrug die Wahlbeteiligung 52,6 Prozent. Die AFWD II kam auf 60,8 Prozent, die AAWD I erhielt 39,2 Prozent. Die Sitzverteilung blieb unverändert.[5]

Bei den Kommunalwahlen am 6. Mai 2018 kam die AAWD I auf 7 Sitze und die AFWD II auf 6 Sitze.

(AAWD I= Abgeänderte Allgemeine Wählergemeinschaft Drelsdorf I, AFWD II= Absolut Freie Wählergemeinschaft Drelsdorf II)

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde Tim Friedrichsen (AAWD I) zum Bürgermeister gewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Gold und Silber durch einen gesenkten blauen Wellenbalken schräglinks geteilt. Vorne ein roter Kirchturm, hinten ein grüner Wacholder.“[6]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Drelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

St.-Marien-und-St.-Johannes-KircheBearbeiten

 
Kirche in Drelsdorf

Am westlichen Rand des Dorfes liegt die romanische St.-Marien-und-St.-Johannes-Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Zur Kirchengemeinde gehören neben Drelsdorf auch Bohmstedt und Ahrenshöft. In der Kirche befindet sich auch das Epitaph mit dem Bildnis, das Theodor Storm zu seiner bekannten Novelle Aquis submersus inspirierte. Diese basiert teilweise auf einer wahren Begebenheit. Im Jahre 1656 ist tatsächlich ein Pastorensohn, der zehnjährige Heinrich Bonnix, ertrunken. Theodor Storm hat die Handlung allerdings nach Hattstedt verlegt und aus der Schuld eines Knechts die Schuld des Vaters gemacht.

PastoratBearbeiten

Nahe der Kirche liegt das reetgedeckte und unter Denkmalschutz stehende Pastorat von 1847. Zu dem Pastorat gehört auch das vor acht Jahren neu gebaute Gemeindehaus mit Seniorenbegegnungsstätte, Jugendtrakt, Kinderstube und Diakoniestation.

Drelsdörper KrogBearbeiten

Ebenfalls am westlichen Rand des Dorfes liegt die unter Denkmalschutz stehende Gaststätte Drelsdörper Krog (niederdeutsch: Krog, Gastwirtschaft) von 1909. Der Krog entstand auf dem Gelände eines vor rund 200 Jahren errichteten Kroggebäudes, das durch die Unvorsichtigkeit eines durchs Land ziehenden Bettlers bis auf die Grundmauern niederbrannte. Gegründet wurde der Krog durch den Gastwirt und Pferdehändler Lorenz Hinrichsen. Er hatte durch den Pferdehandel mit den Truppen Napoleon Bonapartes Vermögen erworben, ein Eckgrundstück gekauft und eine Gastwirtschaft darauf erbaut. Als Zeichen des Pferdehandels wurde ein geschnitztes weißes Pferd in den Giebel eingesetzt. Die Gemeinde Drelsdorf erwarb die Gastwirtschaft 1992 und baute das Anwesen mit Hinblick auf das Vereins- und Dorfleben sowie zur Förderung des Fremdenverkehrs aus.

Naturschutzgebiet Eichkratt SchirlbuschBearbeiten

Das kleine Naturschutzgebiet besteht aus Heideflächen und einem der letzten Eichenkratt. Es ist rund zwölf Hektar groß und besteht aus einem Dünenrest mit Ablagerungen von Flugsanddecken auf saaleeiszeitlichen Geschiebesanden. Der Schirlbusch trägt seinen Namen wegen des dichten Buschwaldes aus niedrigen, schlechtwüchsigen Eichen auf armen Sandböden. In dem Schutzgebiet finden sich große windgeschorene Wacholder-Vorkommen. Weiterhin grenzt das Gelände an Heideflächen mit reichhaltiger Vegetation (unter anderem Natternzunge, Bärentraube und Geflecktes Ferkelkraut). Menschlich genutzt wurde dieser Eichenwald jahrhundertelang als Weidefläche (Eichenmast). Außerdem diente das samt Wurzeln abgetragene Heidekraut als Einstreu im Stall.

Drelsdorfer ForstBearbeiten

Dieser Staatsforst besitzt einen Trimmdichpfad sowie ausgedehnte Rad-, Wander- und Reitwege, die auch durch die nahegelegenen Weiden und Felder sowie entlang der Ostenau führen.

Drelsdorfer ArmenhausBearbeiten

Das Gebäude war zunächst Bauernstelle, ist kurz vor 1800 in das Eigentum der Kirchspielgemeinde übergegangen und dann zum Armenhaus geworden. Ende des 19. Jahrhunderts brannte das Armenhaus dann nieder. Verschiedenen Volkszählungen zufolge bewohnten dieses kleine Haus in einer Gesamtgröße von knapp 80 Quadratmetern mit mehr als zehn Zimmern insgesamt zehn, zwölf und sogar neunzehn Personen. Die Dorfchronik berichtet sogar von bis zu 45 Menschen, welche dort untergebracht waren. Die Decken des Armenhauses waren nicht einmal zwei Meter hoch, der Boden aus Lehm, das Mobiliar beschränkte sich auf einige Stühle und Wandbetten, Wasserkessel, Gesang- und Gebetbücher. Zeitweise standen den Menschen weniger als zwei Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Weil Türen in der Stube fehlten, wurden die Wohnflächen mit Kreidestrichen unter den Familien aufgeteilt.

Zur Darstellung des Themas der Armenversorgung und -unterbringung innerhalb der Kultur- und Landesgeschichte Norddeutschlands wurde im Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum in Molfsee 2003 das Drelsdorfer Armenhaus nachgebaut. Damit komplettiert es dort die Baugruppe Nordfriesland.

VereineBearbeiten

Der TSV Drelsdorf-Ahrenshöft-Bohmstedt ist ein Breitensportverein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst vielen Bewohnern der drei Dörfer sowie Interessierten der umliegenden Gemeinden Spaß am Sport in einem möglichst breiten und aktuellen Angebot zu bieten. Gegründet wurde der Verein 1970, als Nachfolger des TSV Drelsdorf und des SV Bohmstedt. Der Verein zählt knapp 900 Mitglieder und bietet Sport in 15 verschiedenen Sparten an. Am bedeutendsten sind Fußball, Tischtennis, Leichtathletik und Volleyball. Besondere Ehrung wurde dem Verein mit seinem Programm „Spiel, Spaß und Ernährung für übergewichtige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren“ zu teil, für das er den Preis „Großen Stern des Sports in Bronze“ und 1500 Euro für die Vereinsarbeit erhielt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

In Drelsdorf befinden sich neben der Kirche ein evangelischer Kindergarten, eine Grundschule mit Freibad, ein Feuerwehrhaus mit Gemeinderaum und dem Büro des Bürgermeisters, ein Rentnerwohnheim mit zwölf Wohneinheiten sowie eine Diakoniestation der evangelischen Kirche. Bis zum Juli 2007 befand sich eine Außenstelle der Grundschule in Bohmstedt, die an eine Privatperson verkauft wurde. Im Jahre 2009 wurde im Zuge der Schulneuordnung der Hauptschulteil in Drelsdorf geschlossen und die Grundschule Joldelund neue Außenstelle. Die Einrichtungen werden von der Dörfergemeinschaft Drelsdorf, Bohmstedt und Ahrenshöft genutzt.

VerkehrBearbeiten

Drelsdorf liegt abseits des Bundesfernstraßennetzes. Durch die Ortslage verläuft die schleswig-holsteinische Landesstraße 28 im Abschnitt zwischen der Bundesstraße 5 in Bredstedt und der Bundesstraße 200 in Viöl. In Drelsdorf trifft auf sie die Landesstraße 273. Diese stellt in südlicher Richtung eine direkte Verbindung über die Geestdörfer nach Husum her und bildet heute die historische Route des Westlichen Ochsenweges ab.

Im ÖPNV ist Drelsdorf seit August 2019 mit der Regionalbuslinie R125 des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein direkt nach Bredstedt und Flensburg über Joldelund und Lindewitt angebunden.[7] Darüber hinaus ist die Gemeinde durch einen Rufbus im Rufbusgebiet Bredstedt mit weiteren Gemeinden im Umland verbunden.[8] Zudem stellt die Schulbuslinie 1031 eine direkte Verbindung in Richtung Husum her.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Drelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. Abgerufen am 2. November 2019.
  3. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 220
  4. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  5. Ergebnis Gemeindewahl Drelsdorf 2013. (Memento des Originals vom 10. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ftp.amnf.de auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Kursbuch Buslinie R125. Abgerufen am 2. November 2019.
  8. Flyer Rufbusgebiet Bredstedt. Abgerufen am 2. November 2019.
  9. Kursbuch Buslinie 1031. Abgerufen am 2. November 2019.