Utersum

Gemeinde in Deutschland

Utersum (dänisch Yttersum, friesisch: Ödersem) ist eine Gemeinde auf der Insel Föhr im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
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Utersum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Utersum hervorgehoben

Koordinaten: 54° 43′ N, 8° 24′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Föhr-Amrum
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 5,26 km2
Einwohner: 406 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25938
Vorwahl: 04683
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 143
Adresse der Amtsverwaltung: Hafenstraße 23
25938 Wyk auf Föhr
Website: www.utersum.de
Bürgermeister: Göntje Schwab (FWU)
Lage der Gemeinde Utersum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Utersum erstreckt sich im Südwesten der Insel Föhr. Die Nordsee­insel wird dem Naturraum Nordfriesische Geestinseln zugeordnet.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem Seebad gleichen Namens befinden sich im Gemeindegebiet gleichfalls als weitere Wohnplätze das Dorf Hedehusum, dieses war bis zum Jahresende 1969 eine eigenständige Gemeinde, außerdem auch die Krankenhaussiedlung Utersum, Sanatorium.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt angrenzende Gemeindegebiete von Utersum sind:[4]

Dunsum
  Süderende,
 Oldsum,
  Witsum

Südlich und westlich grenzt das Gemeindegebiet ans Nordfriesische Wattenmeer im Bereich vom Nordmannsgrund, sowie das Amrumtief.[4]

GeologieBearbeiten

Das Gemeindegebiet ist geologisch geprägt durch seine Lage auf dem Geeststreifen der Insel, welcher sich am gesamten südlichen Rand von Föhr mit unterschiedlich starker Ausdehnung entlang zieht. Die geologische Übersichtskarte weist für die Entstehungszeit das Saale-Glazial aus.[5] Er umfasst auch das Niederungsgebiet um den Bach Godel, die sogenannte Godelniederung, die sich bis hinein in die westliche Gemarkung beim Ortsteil Hedehusum zieht und als FFH-Gebiet ausgewiesen ist.

GeschichteBearbeiten

Ein Steinkistengrab nahe dem Haus des Gastes belegt eine Besiedlung schon in der Steinzeit. Die drei erhaltenen Hügelgräber, Triibergem genannt, belegen eine Besiedlung in der Bronzezeit. In der Nähe des Dorfes liegt das Megalithgrab Sunberig.

Als Teil von Westerland Föhr gehörte Utersum zu den königlichen Enklaven und war dem Königreich Dänemark direkt angehörig, während Osterland Föhr mit Wyk zum Herzogtum Schleswig gehörte. Erst mit der Annektion des Herzogtums Schleswig durch Preußen wurde Utersum im Jahr 1864 Teil Schleswig-Holsteins.

Bei der Volksabstimmung in Schleswig im Jahr 1920 stimmten innerhalb der zweiten Zone einzig Utersum und Hedehusum, sowie das benachbarte Goting, mehrheitlich für einen Wechsel nach Dänemark;[6] weil sie nicht direkt an der späteren Grenze lagen, blieben sie aber bei Deutschland.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Wählergemeinschaft Freie Wähler Utersum (FWU) hält seit der Kommunalwahl 2018 acht Sitze in der Gemeindevertretung, ein Sitz blieb frei.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Joachim Lorenzen (FWU) zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löst Jürgen Schmidt ab, der das Amt seit 2003 führte. 2016 wurde er von Göntje Schwab abgelöst.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

TourismusBearbeiten

Als staatlich anerkanntes Seebad ist die Gemeinde wirtschaftlich auch vom Fremdenverkehr geprägt.[8]

UnternehmenBearbeiten

In Utersum befindet sich unter anderem eine Rehabilitationsklinik der Deutschen Rentenversicherung Bund.[9] Sie ist auf Lungenkrankheiten und Bereiche der Onkologie und Gynäkologie spezialisiert.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist mit dem Auto über die schleswig-holsteinischen Landesstraße 217 (auch "Rundföhrstraße" genannt) mit dem zentralen Fährort der Insel, Wyk auf Föhr, verbunden.[4]

Der Öffentlichen Nahverkehr auf der Insel, er erfolgt mittels einem Linienbusverkehr der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum auf zwei in gegensätzlicher Richtung verkehrenden Rundlinien, verbindet die Gemeinde ebenfalls mit Wyk und den weiteren Dörfer der Insel.[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

BildergalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Heinz Lorenzen: 650 Jahre Utersum. Ein Inseldorf gestern und heute. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2010

WeblinksBearbeiten

Commons: Utersum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe_Liste_Gemeinde.pdf. (PDF) S. 21, abgerufen am 20. Mai 2021.
  3. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 45, abgerufen am 20. Mai 2021.
  4. a b c Digitaler Atlas Nord. Abgerufen am 20. Mai 2021.
  5. Geologische Übersichtskarte von Schleswig-Holstein 1:250.000. (PDF) Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume – Geologischer Dienst, 2012, abgerufen am 20. Mai 2021.
  6. Jakob Tholund: Geschichte der Insel Föhr. In: Margot und Nico Hansen: Föhr: Geschichte und Gestalt einer Insel. Hansen & Hansen, Münsterdorf 1971, S. 79.
  7. Föhr-Land: Wählergemeinschaften vorn. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 7. Mai 2018, abgerufen am 9. Mai 2018.
  8. Übersicht über die anerkannten Kur-, Erholungs- und Tourismusorte in Schleswig-Holstein. (PDF) S. 5, abgerufen am 20. Mai 2021.
  9. Reha Zentrum Utersum – Startseite. Abgerufen am 20. Mai 2021.
  10. Busfahrpläne_Föhr_ab_01._Mai_2021.pdf. (PDF) S. 2, abgerufen am 20. Mai 2021.