Klanxbüll

Gemeinde in Deutschland

Klanxbüll (dänisch: Klangsbøl, nordfriesisch: Klangsbel) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
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Klanxbüll
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klanxbüll hervorgehoben

Koordinaten: 54° 52′ N, 8° 41′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 10,63 km2
Einwohner: 1006 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25924
Vorwahl: 04668
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 065
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Website: www.klanxbuell.de
Bürgermeister: Friedhelm Bahnsen (AWK)
Lage der Gemeinde Klanxbüll im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Klanxbüll erstreckt sich im Nordwesten des Naturraums Nordfriesische Marsch im Hinterland des Küstenverlaufs am Nordfriesischen Wattenmeer.[2] Durch die Zuordnung der Marschbahntrasse westlich des Orts bis hin zum Hindenburgdamm, erstreckt es sich bis in den Wattenmeerbereich hinein.[3]

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem namengebenden Dorf befinden sich auch die Einzelhofsiedlungen Anettenhof, Bombüllhof (vormalig[4]), Nordhörn (dänisch Nørrehjørne) und Petersmark, sowie die Häusergruppen Bombüll (dän. Bombøl, nordfriesisch Buumel) und Burg (dän. Borg), außerdem auch die Streusiedlungen Dreieckskoog (dän. Trekantskog, nordfr. Träikantskuuch), Osterklanxbüll (dän. Øster Klangsbøl, nordfr. Oaster Klangsbel), Spangweg (dän. Spangvej)[5], Westerklanxbüll (dän. Vester Klangsbøl, nordfr. Weester Klangsbel), Wiedingharder-Neuer-Koog (anteilig) und Wisch (dän. Visk) im Gemeindegebiet.[6]

NachbargemeindenBearbeiten

An Klanxbüll grenzen die folgenden Gemeindegebiete:[7]

Rodenäs
Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog   Neukirchen
Emmelsbüll-Horsbüll

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte des Dorfes ist eng mit dem Deichbau in der Region Wiedingharde verbunden. Erstmals erwähnt wird Klanxbüll im Jahre 1231 mit einem Eintrag im Waldemar-Erdbuch. Hierin wird Klanxbüll als Teil der Horsbüllharde (dänisch Horsœbyherred) (zu späteren Zeiten Wiedingharde) aufgeführt.

Um das Jahr 1240 wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen. Das Gebäude, welches heute unter Denkmalschutz steht, ist die einzige reetgedeckte Kirche auf dem nordfriesischen Festland.[8] Ihre Kanzel stammt aus dem bei der Zweiten Großen Mandränke 1634 untergegangenen Strander Kirchspiel Volgsbüll.

Auf Bombüllhof soll der berühmte Seeräuber Klaus Störtebeker der Sage nach ein Versteck gehabt haben, von dem aus angeblich ein Geheimgang durch den Deich hindurch zum Meer führte. Die Hofgeschichte geht allerdings nur bis in die Zeit um das Jahr 1550 zurück. Im August 2010 wurde das Hofgebäude durch ein Feuer zerstört.[9] Lediglich die Warft, auf der das Haus stand, ist erhalten geblieben.

Um das Jahr 1400 herum wurde die Wiedingharde nach einer Sturmflut vom übrigen Festland getrennt und befand sich nunmehr auf einer Insel, die 1436 durch den Goldener Ring genannten Deich gesichert wurde. 1566 wurden neue Dämme und Deiche errichtet. Ein neuer Koog, der Gotteskoog, entstand und verband Klanxbüll und die nähere Umgebung wieder mit dem Festland. Da noch keine effektive Entwässerung existierte und es keine befestigten Wege gab, blieb der Gotteskoogsee jedoch auf Jahre Hauptverkehrsweg, ehe er im 20. Jahrhundert durch Trockenlegung fast gänzlich verschwand. Um 1700 führten Missstände und Kriege dazu, dass die Wiedingharde und somit auch das Dorf fast aufgegeben worden wäre, doch das 18. Jahrhundert brachte Aufschwung. Reiche Bauernstellen entstanden, deren stattliche Höfe wie z. B. der Charlottenhof noch heute erhalten sind.

Nach der Volksabstimmung in Schleswig kam dem Ort, auch bedingt durch seine Lage an der neuen Trasse der Marschbahnstrecke mit Errichtung der letzten Bahnstation auf dem Festland, eine gestiegene Bedeutung zuteil. Im Jahr 1927 wurde der Hindenburgdamm eingeweiht, der das nordfriesische Festland per Bahn mit der westlich vorgelagerte Insel Sylt verbindet. Am Bahnhof entstand nachfolgend der heutige Dorfkern um den Bahnhof.

Im Jahr 1967 verlor Klanxbüll nach Gründung einer Dörfergemeinschaftsschule in Emmelsbüll-Horsbüll die eigene Dorfschule.

Der Ortsname Klanxbüll geht vermutlich auf den Personennamen Klenke zurück. Die Endung -büll (bzw. -bøl, -bel) bedeutet im Dänischen und Friesischen etwa Wohnstätte oder Siedlung. Bombüll wurde erstmals 1634 erwähnt und geht vermutlich auf den friesischen Kurnamen Bomme zurück. Spangweg ist erstmals 1731 dokumentiert. Der Name geht auf dän. spang für eine einfache Brücke zurück[10].

PolitikBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 erhielt von den elf Sitzen der Gemeindevertretung die Wählergemeinschaft AWK acht und die CDU drei Sitze. Die genauen Stimmenanteile waren: AWK 72,8 Prozent und CDU 27,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug diesmal 46,4 Prozent.[11]

Von elf Sitzen der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AWK zuvor seit der Kommunalwahl 2008 sieben und die CDU vier Sitze. Die Wahl am 26. Mai 2013 hatte folgendes Ergebnis: AWK acht und CDU drei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug zuletzt 45,8 Prozent.[12]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Reetgedeckte Kirche in Klanxbüll

In Klanxbüll befindet sich das Infozentrum Wiedingharde. Es beherbergt eine heimatkundliche Ausstellung zur Wiedingharde.[13]

Der Charlottenhof, ein reetgedeckter Vierseithof, ist ein Kultur- und Tagungshaus der Gemeinde.[14]

Bedeutsam ist daneben auch die Kirche im Westen der Dorflage an der Straße in Richtung des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koogs. Sie ist eingetragen in der Liste der Kulturdenkmale in Klanxbüll.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof

Die Anbindung von Klanxbüll im Motorisierten Individualverkehr erfolgt überwiegend auf der schleswig-holsteinische Landesstraße 8. Sie zweigt an Deich(s)kopf an der nordöstlichen Ecke des Stadtgebiets von Niebüll in westnordwestlicher Richtung von der Bundesstraße 5 ab und führt direkt bis in die nördliche Dorflage von Klanxbüll.[3]

In Parallellage zur Landesstraße 8 verläuft die Trasse der Marschbahn zur Nordseeinsel Sylt. Auf ihr bindet die Regionalexpress­linie RE 6 des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein den Ort im Schienenpersonennahverkehr auf der Fahrt zwischen Hamburg-Altona und Westerland an den weiterführenden Fernverkehr an. Der Bahnhof Klanxbüll ist der letzte Bahnhof auf dem nordfriesischen Festland.[15] Im Ort sind direkt am Bahnhof und am Ostrand der Dorflage große Parkplätze eingerichtet.

WeblinksBearbeiten

Commons: Klanxbüll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe_Liste_Gemeinde.pdf. (pdf) S. 20, abgerufen am 20. Februar 2021.
  3. a b DigitalerAtlasNord. Abgerufen am 20. Februar 2021.
  4. Beachte auch Informationen im Abschnitt Geschichte
  5. Gerret Liebing Schlaber: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen indtil 2007, Flensborg 2007, S. 241
  6. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. Abgerufen am 1. März 2020.
  7. Relation:Klanxbüll (1418565) bei OpenStreeMap. Abgerufen am 21. Februar 2021.
  8. Kirche unter Reet. Klanxbüll. Abgerufen am 21. Februar 2021.
  9. Dieter Wrege: Großfeuer zerstört Gehöft. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 24. August 2010, abgerufen am 26. Dezember 2011.
  10. Peter Jørgensen: Die Ortsnamen Südschleswigs. Kopenhagen 1979, S. 64–68
  11. Web-Redaktion: Ergebnis Kommunalwahl Klanxbüll 2018. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 8. November 2018.
  12. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  13. Infozentrum Wiedingharde , Nordfriesland erleben. Abgerufen am 21. Februar 2021.
  14. Historie – Charlottenhof. Abgerufen am 21. Februar 2021.
  15. Siehe auch Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein