Klanxbüll

Gemeinde in Deutschland

Klanxbüll (dänisch: Klangsbøl, friesisch: Klangsbel) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Klanxbüll führt kein Wappen
Klanxbüll
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klanxbüll hervorgehoben

Koordinaten: 54° 52′ N, 8° 41′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 10,63 km2
Einwohner: 979 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25924
Vorwahl: 04668
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 065
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Website: www.klanxbuell.de
Bürgermeister: Friedhelm Bahnsen (AWK)
Lage der Gemeinde Klanxbüll im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Klanxbüll erstreckt sich im Zentrum des nordfriesischen Marschen­gebiets der Wiedingharde (früher auch Horsbüllharde). Die Landesstraße 8 führt von Klanxbüll nach Niebüll zur Bundesstraße 5.

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem namengebenden Dorf befinden sich auch die Einzelhofsiedlungen Anettenhof, Bombüllhof (vormalig[2]), Nordhörn und Petersmark, sowie die Häusergruppen Bombüll (dänisch Bombøl, friesisch Buumel) und Burg, außerdem auch die Streusiedlungen Dreieckskoog (dänisch Trekantskog, friesisch: Träikantskuuch), Osterklanxbüll (friesisch: Oaster Klangsbel), Spangweg, Westerklanxbüll (friesisch: Weester Klangsbel), Wiedingharder-Neuer-Koog (anteilig) und Wisch im Gemeindegebiet.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

An Klanxbüll grenzen die folgenden allesamt nordfriesischen Gemeindegebiete:

Rodenäs
Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog   Neukirchen
Emmelsbüll-Horsbüll

GeschichteBearbeiten

Die Chronik des Dorfes geht einher mit dem Deichbau in der Region. Denn erst als die Wiedingharde, zu der Klanxbüll gehört, eingedeicht und entwässert war, ließen sich Häuser bauen. Erstmals erwähnt wird Klanxbüll im Jahre 1231 mit einem Eintrag in das Grundbuch des dänischen Königs Waldemar, da das ehemalige Herzogtum Schleswig (mit kurzen Ausnahmen) bis 1864 zur dänischen Krone gehörte.

Ab 1240 beginnt man mit dem Bau einer Kirche. Das Gebäude, welches heute unter Denkmalschutz steht, ist die einzige reetgedeckte Kirche auf dem nordfriesischen Festland. Ihre Kanzel soll aus dem bei der Zweiten Großen Mandränke 1634 untergegangenen Strander Kirchspiel Volgsbüll stammen.

Auf Bombüllhof soll der berühmte Seeräuber Klaus Störtebeker der Sage nach ein Versteck gehabt haben, von dem aus angeblich ein Geheimgang durch den Deich hindurch zum Meer führte. Im August 2010 wurde das Hofgebäude durch ein Feuer zerstört.[4] Lediglich die Warft, auf der das Haus stand, ist erhalten geblieben.

Um das Jahr 1400 herum wurde die Wiedingharde nach einer Sturmflut vom übrigen Festland getrennt und befand sich nunmehr auf einer Insel, die 1436 durch den Goldener Ring genannten Deich gesichert wurde. 1566 wurden neue Dämme und Deiche errichtet. Ein neuer Koog, der Gotteskoog, entstand und verband Klanxbüll und die nähere Umgebung wieder mit dem Festland. Da noch keine effektive Entwässerung existierte und es keine befestigten Wege gab, blieb der Gotteskoogsee jedoch auf Jahre Hauptverkehrsweg, ehe er im 20. Jahrhundert durch Trockenlegung fast gänzlich verschwand. Um 1700 führten Missstände und Kriege dazu, dass die Wiedingharde und somit auch das Dorf fast aufgegeben worden wäre, doch das 18. Jahrhundert brachte Aufschwung. Reiche Bauernstellen entstanden, deren stattliche Höfe wie z. B. der Charlottenhof noch heute erhalten sind.

Bahnhof

 
Bahnhof
 
Reetgedeckte Kirche in Klanxbüll

Das Dorf gewann nach der Volksabstimmung 1920 wirtschaftlich an Bedeutung, als es an die Marschbahn angeschlossen wurde und einen Bahnhof erhielt. 1927 wurde der Hindenburgdamm eingeweiht, der das nordfriesische Festland per Bahn mit der westlich gelegenen Insel Sylt verbindet. Am Bahnhof entstand ein neuer Dorfkern.

Klanxbüll ist nach wie vor der letzte Bahnhof auf dem Festland, bevor die Züge die Insel Sylt erreichen. Aufgrund der hohen Wohnkosten auf Sylt haben sich viele auf Sylt arbeitende Menschen in Klanxbüll angesiedelt. Trotz des Bevölkerungsanstiegs verlor Klanxbüll 1967 mit der Gründung der Dörfergemeinschaftsschule in Emmelsbüll-Horsbüll seine Schule.

Für im Umland wohnende und auf Sylt arbeitende Menschen ist Klanxbüll ein wichtiger Park&Ride-Bahnhof. Die Bahnhofsanlagen wurden vor allem in den 2000er Jahren schrittweise saniert, im Jahr 2006 wurde eine Überführung über die Gleise eingeweiht. Vorher mussten Bahnreisende oftmals lange am Bahnübergang warten, da die Schranken infolge der starken Frequentierung der Strecke (u. a. der Durchfahrten der Autozüge) häufig geschlossen sind.

PolitikBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 erhielt von den elf Sitzen der Gemeindevertretung die Wählergemeinschaft AWK acht und die CDU drei Sitze. Die genauen Stimmenanteile waren: AWK 72,8 Prozent und CDU 27,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug diesmal 46,4 Prozent.[5]

Von elf Sitzen der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AWK zuvor seit der Kommunalwahl 2008 sieben und die CDU vier Sitze. Die Wahl am 26. Mai 2013 hatte folgendes Ergebnis: AWK acht und CDU drei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug zuletzt 45,8 Prozent.[6]

TourismusBearbeiten

In Klanxbüll befinden sich das Informationszentrum Wiedingharde, das eine Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der Region zeigt und Aktivitäten wie geführte Radtouren anbietet, und der Charlottenhof, ein reetgedeckter Vierseithof, in dem Märkte und Konzerte angeboten werden. Touristisch bedeutsam ist auch die Kirche, die sich am Ortsausgang in Richtung Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog befindet.

WeblinksBearbeiten

Commons: Klanxbüll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. beachte auch Informationen im Abschnitt Geschichte
  3. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. Abgerufen am 1. März 2020.
  4. Großfeuer zerstört Gehöft sh:z vom 24. August 2010 (abgerufen 26. Dezember 2011)
  5. Web-Redaktion: Ergebnis Kommunalwahlewahl Rodenäs 2018. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 8. November 2018.
  6. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.