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Landgemeinde (Kommunalverwaltung)

Unter Landgemeinde, auch ländliche Gemeinde, rurale Kommune und ähnlich, versteht man politische Gemeinden im ländlichen Raum oder zumindest von ruralem, also nicht urbanem Charakter.

Den Begriff gibt es als allgemeine Beschreibung im Sinne „dörflich“ wie auch weitgehend unbesiedelt („landschaftlich“) ebenso, wie mancherorts als kommunalrechtliche Kategorie, jeweils in Abgrenzung zur Stadtgemeinde, Ersteres aber auch zur suburbanen Gemeinde im Speckgürtel eines Ballungsraumes.

Inhaltsverzeichnis

NationalesBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

Heute ist Landgemeinde eine Abgrenzungsbezeichnung Stadt- und Gemeindetypisierung der deutschen Raumbeobachtung. Historisch gab es folgende verfasste Formen:

ÖsterreichBearbeiten

In Österreich ist die Landgemeinde der Normalfall einer politischen Gemeinde, daher spricht man allgemein nur von Gemeinde, und bezeichnet als abgegrenzte Sonderfälle die Marktgemeinde (Gemeinde mit ausgeprägtem schon überdörflichem Zentralort mit Marktrecht) und die Stadtgemeinden als Kommunalverfassung eines Ortes mit Stadtrecht (unter denen es eine weitere Sonderform gibt, die Statutarstadt als Stadtgemeinde im Rang eines politischen Bezirkes). Diese Begriffe schließen nicht aus, dass das Gemeindegebiet einer Stadt auch weite ländliche Umgebung umfasst.

Von 2100 Gemeinden (Stand 1. Mai 2015) waren in Österreich 1133 Landgemeinden, das sind 54,0 %, also knapp mehr als die Hälfte (Städte in kommunalrechtlichem Sinne waren nur 201).

Daneben findet sich die Bezeichnung aber auch rein raumplanerisch, in Abgrenzung zur Stadt im Sinne der Bevölkerungszahl eines Ortes als Maß seiner Urbanität.

Die Stadt in diesem Sinne siehe Liste der Städte in Österreich: So haben von 2100 Gemeinden nur 86 über 10.000 Einwohner (Stand: Gemeinden 1. Mai 2015, Ew. 1. Jänner 2015),

Ballungsräume (Stadtregionen) sind 34 definiert, mit 717 Gemeinden und 66 % der Gesamtbevölkerung Österreichs.[1] Damit sind zwei Drittel (66 %) der Gemeinden, aber nur mit einem Drittel der Bevölkerung, nicht urban (darunter auch Kleinststädte in sehr isolierter Lage).

Spezieller findet sich der Ausdruck dann auch bei Gemeindeverbänden mit einem Zentralort, so spricht man etwa von „Markt Mondsee und seinen vier Landgemeinden“, diese haben einen gemeinsamen Bürgermeistersitz im Hauptort und weitreichende gemeinsame Kommunalverwaltung, sind aber politisch souverän.

SchweizBearbeiten

In der Schweiz versteht man unter Landgemeinde eine selbständige politische Gemeinde, die außerhalb der Stadt von sonst vorwiegend städtische geprägten Kantonen der Schweiz liegt.

Abzugrenzen ist das vom Begriff der Landsgemeinde, der Versammlung des Stimmvolkes eines Kantons, Bezirks oder Kreises, der Stammform des Schweizerischen direktdemokratischen Selbstverständnisses.

Weitere Begriffe ländlicher GemeindenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadtregionen 2001 - Zuordnung der Gemeinden, statistik.at (pdf)