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Großer Preis von Belgien 1983

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Belgien 1983 fand am 22. Mai auf dem Circuit de Spa-Francorchamps in der Nähe von Spa statt und war das sechste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983.

Flag of Belgium (civil).svg Großer Preis von Belgien 1983
Renndaten
6. von 15 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983
Streckenprofil
Name: XLI Grand Prix de Belgique
Datum: 22. Mai 1983
Ort: Spa
Kurs: Circuit de Spa-Francorchamps
Länge: 278,622 km in 40 Runden à 6,949 km

Wetter: bewölkt, aber trocken
Zuschauer: ~ 80.000
Pole-Position
Fahrer: FrankreichFrankreich Alain Prost FrankreichFrankreich Renault
Zeit: 2:04,615 min
Schnellste Runde
Fahrer: ItalienItalien Andrea de Cesaris ItalienItalien Alfa Romeo
Zeit: 2:07,493 min
Podium
Erster: FrankreichFrankreich Alain Prost FrankreichFrankreich Renault
Zweiter: FrankreichFrankreich Patrick Tambay ItalienItalien Ferrari
Dritter: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eddie Cheever FrankreichFrankreich Renault

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Eine Woche nach dem Großen Preis von Monaco fand der Belgische Grand Prix erstmals seit 1970 wieder in Spa-Francorchamps statt. Die Strecke war inzwischen um rund die Hälfte verkürzt worden. Außerdem wurden deutliche Modifikationen durchgeführt, sodass die damals aktuellen Sicherheitsanforderungen an eine Formel-1-Rennstrecke gegeben waren.

Anlässlich seines Heim-Grand-Prix wurde der Debütant Thierry Boutsen als neuer Stammpilot vom Team Arrows unter Vertrag genommen. Er ersetzte Chico Serra, der seine Formel-1-Karriere daraufhin beendete. Ein wesentliches Argument für diesen Wechsel war, dass Boutsen dringend benötigte Sponsorengelder mit ins Team brachte.

TrainingBearbeiten

Auf dem Kurs, der trotz der deutlichen Verkürzung auch bei Trockenheit nach wie vor nur Rundenzeiten über zwei Minuten zuließ, sicherte sich der in der WM-Wertung führende Alain Prost mit einer gegenüber Patrick Tambay um lediglich rund eine Hundertstelsekunde kürzeren Rundenzeit die Pole-Position. Außer diesen beiden erreichte lediglich der drittplatzierte Andrea de Cesaris eine Durchschnittsgeschwindigkeit über 200 km/h. Für den vierten Startplatz qualifizierte sich Nelson Piquet vor René Arnoux und Riccardo Patrese.

Keke Rosberg erreichte als bester der Piloten ohne Turbomotor den neunten Startplatz.

Da es samstags während des zweiten Qualifikationstrainings regnete, konnte keiner der Piloten seine am Freitag aufgestellte Bestzeit unterbieten.[1]

RennenBearbeiten

Als der Starter beschloss, den Start wegen eines unsauber aufgestellten Feldes abzubrechen, wurde sein Signal von manchen Piloten missverstanden, sodass sie einen normalen Rennstart durchführten. Am Ende der Runde stellte sich das Feld neu auf und Mechaniker betraten die Startaufstellung. Nachdem das Missverständnis geklärt war, wurde normal gestartet und Andrea de Cesaris ging vor Alain Prost, Patrick Tambay, Nelson Piquet und Manfred Winkelhock in Führung. Bereits nach wenigen Metern musste Riccardo Patrese das Rennen mit einem Motorschaden aufgeben.

De Cesaris führte das Rennen bis zur 18. Runde an. Dann legten die meisten Fahrer die inzwischen fast obligatorischen Boxenstopps zum Nachtanken ein. Durch einen vergleichsweise langen Stopp verlor de Cesaris die Führung an Prost. Kurzzeitig lagen auch Patrick Tambay, Nelson Piquet, Keke Rosberg und Eddie Cheever vor ihm. Als diese jedoch ebenfalls ihre Boxenstopps machten, gelangte de Cesaris wieder auf den zweiten Rang, bis er in Runde 26 nach einem Motorschaden ausschied.

Alain Prost gewann das Rennen vor Patrick Tambay, Eddie Cheever, Nelson Piquet, Keke Rosberg und Jacques Laffite.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  TAG Williams Team 1 Finnland  Keke Rosberg Williams FW08C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
2 Frankreich  Jacques Laffite
Vereinigtes Konigreich  Benetton Tyrrell Team 3 Italien  Michele Alboreto Tyrrell 011B G
4 Vereinigte Staaten  Danny Sullivan
Vereinigtes Konigreich  Fila Sport 5 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham BT52 BMW M12/13 1.5 L4t M
6 Italien  Riccardo Patrese
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren International 7 Vereinigtes Konigreich  John Watson McLaren MP4/1C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 M
8 Osterreich  Niki Lauda
Deutschland  Team ATS 9 Deutschland  Manfred Winkelhock ATS D6 BMW M12/13 1.5 L4t G
Vereinigtes Konigreich  John Player Team Lotus 11 Italien  Elio de Angelis Lotus 93T Renault EF1 1.5 V6t P
12 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Lotus 92 Ford Cosworth DFV 3.0 V8
Frankreich  Équipe Renault Elf 15 Frankreich  Alain Prost Renault RE40 Renault EF1 1.5 V6t M
16 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever
Vereinigtes Konigreich  RAM Automotive Team March 17 Chile  Eliseo Salazar RAM 01 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 P
Italien  Marlboro Team Alfa Romeo 22 Italien  Andrea de Cesaris Alfa Romeo 183T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t M
23 Italien  Mauro Baldi
Frankreich  Équipe Ligier Gitanes 25 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Ligier JS21 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 M
26 Brasilien 1968  Raul Boesel
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27 Frankreich  Patrick Tambay Ferrari 126C2B Ferrari 021 1.5 V6t G
28 Frankreich  René Arnoux
Vereinigtes Konigreich  Arrows Racing Team 29 Schweiz  Marc Surer Arrows A6 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
30 Belgien  Thierry Boutsen
Italien  Osella Squadra Corse 31 Italien  Corrado Fabi Osella FA1D M
32 Italien  Piercarlo Ghinzani Osella FA1E Alfa Romeo 1260 3.0 V12
Vereinigtes Konigreich  Theodore Racing Team 33 Kolumbien  Roberto Guerrero Theodore N183 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
34 Venezuela 1954  Johnny Cecotto
Vereinigtes Konigreich  Candy Toleman Motorsport 35 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Toleman TG183B Hart 415T 1.5 L4t P
36 Italien  Bruno Giacomelli

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
01 Frankreich  Alain Prost Frankreich  Renault 2:04,615 200,750 km/h 2:34,212 162,221 km/h 01
02 Frankreich  Patrick Tambay Italien  Ferrari 2:04,626 200,732 km/h 2:35,036 161,359 km/h 02
03 Italien  Andrea de Cesaris Italien  Alfa Romeo 2:04,840 200,388 km/h keine Zeit 03
04 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 2:05,628 199,131 km/h 3:01,465 137,858 km/h 04
05 Frankreich  René Arnoux Italien  Ferrari 2:05,737 198,958 km/h 2:30,961 165,714 km/h 05
06 Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 2:06,137 198,327 km/h 3:01,358 137,939 km/h 06
07 Deutschland  Manfred Winkelhock Deutschland  ATS-BMW 2:06,264 198,128 km/h 2:44,663 151,925 km/h 07
08 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Frankreich  Renault 2:07,294 196,525 km/h 2:25,700 171,698 km/h 08
09 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 2:07,975 195,479 km/h 2:30,151 166,608 km/h 09
10 Schweiz  Marc Surer Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 2:08,587 194,548 km/h 2:35,016 161,379 km/h 10
11 Frankreich  Jacques Laffite Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 2:09,153 193,696 km/h 3:20,872 124,539 km/h 11
12 Italien  Mauro Baldi Italien  Alfa Romeo 2:09,225 193,588 km/h keine Zeit 12
13 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 2:09,310 193,461 km/h 2:30,478 166,246 km/h 13
14 Kolumbien  Roberto Guerrero Vereinigtes Konigreich  Theodore-Ford 2:09,322 193,443 km/h 2:31,077 165,587 km/h 14
15 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 2:09,475 193,214 km/h 3:00,356 138,706 km/h 15
16 Italien  Bruno Giacomelli Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 2:09,706 192,870 km/h 2:35,566 160,809 km/h 16
17 Italien  Michele Alboreto Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 2:09,739 192,821 km/h 2:31,533 165,089 km/h 17
18 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 2:09,876 192,618 km/h 2:35,832 160,534 km/h 18
19 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 2:09,924 192,546 km/h keine Zeit 19
20 Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 2:10,318 191,964 km/h keine Zeit 20
21 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Frankreich  Ligier-Ford 2:11,354 190,450 km/h 2:49,311 147,754 km/h 21
22 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 2:11,474 190,276 km/h 2:30,477 166,247 km/h 22
23 Vereinigte Staaten  Danny Sullivan Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 2:11,683 189,974 km/h 2:38,284 158,048 km/h 23
24 Italien  Corrado Fabi Italien  Osella-Ford 2:11,734 189,901 km/h 2:41,895 154,522 km/h 24
25 Venezuela 1954  Johnny Cecotto Vereinigtes Konigreich  Theodore-Ford 2:11,860 189,719 km/h 2:43,780 152,744 km/h 25
26 Brasilien 1968  Raul Boesel Frankreich  Ligier-Ford 2:12,310 189,074 km/h 2:34,659 161,752 km/h 26
DNQ Italien  Piercarlo Ghinzani Italien  Osella-Alfa Romeo 2:13,738 187,055 km/h keine Zeit
DNQ Chile  Eliseo Salazar Vereinigtes Konigreich  RAM-Ford 2:18,696 180,369 km/h keine Zeit

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Frankreich  Alain Prost Frankreich  Renault 40 1 1:27:11,502 01 2:07,787
02 Frankreich  Patrick Tambay Italien  Ferrari 40 1 + 23,182 02 2:09,031
03 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Frankreich  Renault 40 1 + 39,869 08 2:08,332
04 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 40 1 + 42,295 04 2:08,081
05 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 40 1 + 50,480 09 2:09,631
06 Frankreich  Jacques Laffite Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 40 1 + 1:33,107 11 2:10,402
07 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 40 2 + 1:58,539 22 2:09,224
08 Italien  Bruno Giacomelli Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 40 1 + 2:38,273 16 2:08,941
09 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 39 1 + 1 Runde 13 2:10,643
10 Venezuela 1954  Johnny Cecotto Vereinigtes Konigreich  Theodore-Ford 39 0 + 1 Runde 25 2:12,520
11 Schweiz  Marc Surer Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 39 0 + 1 Runde 10 2:13,364
12 Vereinigte Staaten  Danny Sullivan Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 39 0 + 1 Runde 23 2:13,863
13 Brasilien 1968  Raul Boesel Frankreich  Ligier-Ford 39 0 + 1 Runde 26 2:15,269
14 Italien  Michele Alboreto Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 38 1 + 2 Runden 17 2:12,630
Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 34 0 DNF 15 2:10,899 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 31 1 DNF 19 2:12,665 Getriebeschaden
Italien  Andrea de Cesaris Italien  Alfa Romeo 25 1 DNF 03 2:07,493 Motorschaden
Kolumbien  Roberto Guerrero Vereinigtes Konigreich  Theodore-Ford 23 0 DNF 14 2:12,327 Motorschaden
Frankreich  René Arnoux Italien  Ferrari 22 1 DNF 05 2:09,639 Motorschaden
Italien  Corrado Fabi Italien  Osella-Ford 19 1 DNF 24 2:13,029 Aufhängungsschaden
Deutschland  Manfred Winkelhock Deutschland  ATS-BMW 18 1 DNF 07 2:10,109 Unfall
Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 09 0 DNF 20 2:13,640 Kollision
Frankreich  Jean-Pierre Jarier Frankreich  Ligier-Ford 09 0 DNF 21 2:13,521 Kollision
Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 05 1 DNF 18 2:14,040 Aufhängungsschaden
Italien  Mauro Baldi Italien  Alfa Romeo 04 0 DNF 12 2:11,569 gerissener Gaszug
Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 00 0 DNF 06 Motorschaden

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Frankreich  Alain Prost Renault 28
02 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham 24
03 Frankreich  Patrick Tambay Ferrari 23
04 Finnland  Keke Rosberg Williams 16
05 Vereinigtes Konigreich  John Watson McLaren 11
06 Osterreich  Niki Lauda McLaren 10
07 Frankreich  Jacques Laffite Williams 8
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
08 Frankreich  René Arnoux Ferrari 8
09 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Renault 8
10 Schweiz  Marc Surer Arrows 4
11 Vereinigte Staaten  Danny Sullivan Tyrrell 2
12 Venezuela 1954  Johnny Cecotto Theodore 1
13 Italien  Mauro Baldi Alfa Romeo 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Frankreich  Renault 36
02 Italien  Ferrari 31
03 Vereinigtes Konigreich  Brabham 24
04 Vereinigtes Konigreich  Williams 24
05 Vereinigtes Konigreich  McLaren 21
Pos. Konstrukteur Punkte
06 Vereinigtes Konigreich  Arrows 4
07 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 2
08 Vereinigtes Konigreich  Theodore 1
09 Italien  Alfa Romeo 1

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento vom 3. März 2006 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 9. Dezember 2012)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 9. Dezember 2012)
  3. „WM-Stände“ (Memento vom 17. Dezember 2015 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 9. Dezember 2012)

WeblinksBearbeiten