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Eschborn–Frankfurt

Eintagesrennen von Eschborn nach Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland
Rund um den Henninger-Turm 2001
Finale 2005

Eschborn–Frankfurt ist ein Straßenradrennen, das neben den Cyclassics in Hamburg und Rund um Köln zu den wichtigsten deutschen Eintagesrennen gehört. Es wird seit 1962 jährlich im Rhein-Main-Gebiet ausgetragen. Seit dem Jahr 1968 findet die Veranstaltung jeweils am 1. Mai statt. Neben dem Eliterennen und den Rennen in Nachwuchsklassen werden Jedermannrennen und der Inlineskating-Wettbewerb Rhein-Main Skate-Challenge veranstaltet.

GeschichteBearbeiten

Das Rennen wurde zunächst unter dem Namen Rund um den Henninger-Turm von der Henninger-Brauerei und der Gesellschaft zur Förderung des Radsports (1961 von den Brüdern Hermann und Erwin Moos gegründet) ausgerichtet. Nach dem Tod der beiden Brüder (Erwin Moos verstarb im Herbst 2002, Hermann Moos im November 2004) führte der Sohn von Hermann Moos, Bernd Moos-Achenbach, die Geschäfte der Gesellschaft zur Förderung des Radsports im Sinne seines Vaters und seines Onkels weiter.

Start und Ziel befanden sich zunächst am Hainer Weg im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen in der Nähe des Henninger-Turms.[1] Nachdem die Binding-Brauerei Henninger übernahm, wurden Start und Ziel im Jahr 2002 vor die Tore der Binding-Brauerei in der Darmstädter Landstraße verlegt, welche ebenfalls in Sachsenhausen liegt.[2] Das Rennen endete an beiden Zielorten jeweils nach einer mehrmals zu durchfahrenden Zielrunde von ca. 5 km um den Henninger-Turm.

Nach dem Rückzug des bisherigen Hauptsponsors fand das Rennen 2009 unter dem Namen Eschborn-Frankfurt City Loop statt. Startpunkt war in Eschborn, das Ziel lag in der Frankfurter Siedlung Riedberg. Die Streckenführung durch den Taunus blieb bestehen.[3]

Im Dezember 2009 wurde das Rennen erneut umbenannt in Rund um den Finanzplatz Eschborn–Frankfurt. Das Rennen führt seitdem von Eschborn zur Alten Oper nach Frankfurt, wo auf einem gut vier Kilometer langen Rundkurs Zielrunden ausgefahren werden.[4][3]

2015 sagte die Polizei das Rennen aus Sicherheitsgründen ab, nachdem ein unter Polizeibeobachtung stehendes salafistisches Ehepaar beim Ausspähen der Rennstrecke beobachtet wurde. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung wurden Waffen und Sprengstoff von der Polizei sichergestellt.[5][6]

Zur Saison 2017 wurde das Rennen unter dem Namen Eschborn–Frankfurt «Rund um den Finanzplatz» beginnend mit der Saison 2017 in den Kalender der UCI WorldTour aufgenommen.[7] Im Januar 2017 wurde die das Rennen veranstaltende Gesellschaft zur Förderung des Radsports durch den Tour-de-France-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) übernommen.[8] Im Vorfeld der Austragung 2018 wurde das Rennen in Eschborn-Frankfurt umbenannt.[9]

Rekordsieger des Rennens ist der Norweger Alexander Kristoff (2014, 2016, 2017 und 2018) mit vier Erfolgen.

SiegerBearbeiten

Profis / EliteBearbeiten

ab 2000
Jahr Sieger Zweiter Dritter
2019 Deutschland  Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) Deutschland  John Degenkolb (Trek-Segafredo) Norwegen  Alexander Kristoff (UAE Team Emirates)
2018 Norwegen  Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) Australien  Michael Matthews (Sunweb) Belgien  Oliver Naesen (ag2r La Mondiale)
2017 Norwegen  Alexander Kristoff (Team Katusha Alpecin) Deutschland  Rick Zabel (Team Katusha Alpecin) Deutschland  John Degenkolb (Trek-Segafredo)
2016 Norwegen  Alexander Kristoff (Katusha) Argentinien  Maximiliano Richeze (Etixx-Quick Step) Irland  Sam Bennett (Bora-Argon 18)
2015 Abgesagt wegen islamistischer Terrorgefahr
2014 Norwegen  Alexander Kristoff (Katusha) Deutschland  John Degenkolb (Team Giant-Shimano) Belgien  Jérôme Baugnies (Wanty-Groupe Gobert)
2013 Slowenien  Simon Špilak (Katusha) Italien  Moreno Moser (Liquigas-Cannondale) Deutschland  André Greipel (Lotto Belisol)
2012 Italien  Moreno Moser (Liquigas-Cannondale) Deutschland  Dominik Nerz (Liquigas-Cannondale) Russland  Sergei Firsanow (RusVelo)
2011 Deutschland  John Degenkolb (HTC-Highroad) Belgien  Jérôme Baugnies (Topsport Vlaanderen-Mercator) Australien  Michael Matthews (Rabobank)
2010 Deutschland  Fabian Wegmann (Team Milram) Belgien  Geert Verheyen (Landbouwkrediet) Belgien  Bert Scheirlinckx (Landbouwkrediet)
2009 Deutschland  Fabian Wegmann (Team Milram) Niederlande  Karsten Kroon (Team Saxo Bank) Deutschland  Christian Knees (Team Milram)
2008 Niederlande  Karsten Kroon (CSC) Italien  Davide Rebellin (Gerolsteiner) Kolumbien  Mauricio Ardila (Rabobank)
2007 Deutschland  Patrik Sinkewitz (T-Mobile) Norwegen  Kurt Asle Arvesen (CSC) Italien  Dario Cataldo (Liquigas)
2006 Italien  Stefano Garzelli (Liquigas) Deutschland  Gerald Ciolek (Wiesenhof-Akud) Deutschland  Danilo Hondo (Lamonta)
2005 Deutschland  Erik Zabel (T-Mobile) Argentinien  Alejandro Alberto Borrajo (Ceramiche Panaria) Schweiz  Markus Zberg (Gerolsteiner)
2004 Niederlande  Karsten Kroon (Rabobank) Deutschland  Danilo Hondo (Gerolsteiner) Belgien  Johan Coenen (MrBookmaker.com)
2003 Italien  Davide Rebellin (Gerolsteiner) Deutschland  Erik Zabel (Telekom) Spanien  Igor Astarloa (Saeco)
2002 Deutschland  Erik Zabel (Telekom) Belgien  Jo Planckaert (Cofidis) Russland  Sergei Iwanow (Fassa Bortolo)
2001 Schweiz  Markus Zberg (Rabobank) Italien  Davide Rebellin (Liquigas-Pata) Belgien  Kurt van de Wouwer (Lotto-Adecco)
2000 Deutschland  Kai Hundertmarck (Telekom) Italien  Matteo Tosatto (Fassa Bortolo) Deutschland  Jens Heppner (Telekom)
bis 1999

U23Bearbeiten

JedermannrennenBearbeiten

Parallel zu den Rennen der Profis findet ein Jedermannrennen statt. Ab 2006 wurde es über vier Distanzen ausgetragen: 102 Kilometer bergig durch den Taunus und die Frankfurter Innenstadt; 74 Kilometer flach unter Umgehung der Steigungen des Taunus, aber durch Frankfurt; 63 Kilometer bergig, durch den Taunus, aber ohne die Schleife durch Frankfurt; 35 Kilometer flach ohne die Steigungen des Taunus und nicht durch Frankfurt. Nach Angaben des Veranstalters haben daran im Jahr 2007 mehr als 3500 Radfahrer teilgenommen. Start und Ziel war 2006 und 2007 das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach westlich von Frankfurt. 2012 wurde die Velotour mit Ausgangspunkt Eschborn über 42, 70 und 103 Kilometer durchgeführt.

Rhein-Main Skate-ChallengeBearbeiten

 
Rhein-Main Skate-Challenge 2012

Auf der Strecke der Velotour findet seit 2007 auch ein Inlineskating-Wettbewerb über die Marathondistanz, sowie über 70 km statt.[10]

2007 wurde das Rennen erstmals ausgetragen. Start und Ziel befanden sich im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach. Das 74 km Rennen verlief durch den Taunus und die Frankfurter Innenstadt, sowie das 35 km Rennen nur durch den Taunus.

2009 wurde der Start und Ziel des Rennens nach Eschborn verlegt. Es wurde nur noch ein Wettbewerb über 42 km ausgetragen, der auch als Wertungslauf der German Blade Challenge gewertet wurde. Das Rennen verlief durch die Frankfurter Innenstadt und den Vordertaunus.

2010 wurde wieder ein zusätzliches Rennen über 70 km ausgetragen, das in zwei Schleifen durch die Frankfurter Innenstadt und den Vordertaunus verlief.

Seit 2011 wird das 42 km Rennen als Wertungslauf des German-Inline-Cup gewertet.

2012 wurde erstmals ein drittes Rennen über 21 km ausgetragen. Der Start befand sich an der Alten Oper in Frankfurt und das Ziel in Eschborn. Die Absage des Radrennen betraf 2015 auch die Rhein-Main Skate Challenge.

SiegerlisteBearbeiten

42 km
Jahr Siegerin Zeit Sieger Zeit
2014 Deutschland  Katja Ulbrich -2- 01:21:04 Niederlande  Gary Hekman 01:10:08
2013 Deutschland  Katja Ulbrich 01:16:56 Deutschland  Victor Wilking 01:05:45
2012 Deutschland  Sabine Berg -2- 01:15:56 Schweiz  Severin Widmer 01:04:16
2011 Deutschland  Sabine Berg 01:18:38 Deutschland  Felix Rijhnen 01:05:56
2010 Deutschland  Sabrina Rossow 01:27:49 Deutschland  Daniel Hönigl 01:28:25
2009 Deutschland  Katharina Rumpus 01:22:34 Kolumbien  Alexander Bastidas 01:06:22
35 km
Jahr Siegerin Zeit Sieger Zeit
2008 Deutschland  Linda Schwickardi 01:10:44 Deutschland  Pascal Ramali -2- 00:58:48
2007 Osterreich  Susi Eigler 01:06:09 Deutschland  Pascal Ramali 00:55:35

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rund um den Henninger-Turm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Über uns/Historie auf www.eschborn-frankfurt.de (Memento des Originals vom 17. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eschborn-frankfurt.de abgerufen am 10. Mai 2013
  2. Virtueller Streckenplan bei "Rund um den Henninger-Turm" auf radsport-news.com vom 29. April 2004
  3. a b Frankfurt: 1. Mai-Radrennen gesichert. fr-online.de, 8. März 2010, abgerufen am 7. August 2016.
  4. radsport-news.com vom 14. Dezember 2009: Hessischer Frühjahrsklassiker ab 2010 mit neuem Namen
  5. Frankfurter Neue Presse: Terroristen in Oberursel Vereitelter Terror-Anschlag in Oberursel: Hatte Halil D. Helfer?, 4. Mai 2015, abgerufen am 6. Mai 2015
  6. Wiesbadener Kurier: Nach vereiteltem Anschlag: Polizei sagt Radrennen rund um den Finanzplatz Eschborn - Frankfurt ab, 30. April 2015
  7. Eschborn-Frankfurt gehört ab 2017 zur WorldTour. radsport-News.com, 2. August 2016, abgerufen am 3. August 2016.
  8. Französisch wird erste Fremdsprache. fr-online.de, 5. Januar 2016, abgerufen am 6. Januar 2017.
  9. Eschborn-Frankfurt 2018: Kürzerer Name, schwierigere Strecke –. In: radsport-news.com. 16. November 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  10. Neuer Rekord bei der 6. Rhein-Main Skate Challenge auf eschborn-frankfurt.de (Memento des Originals vom 6. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eschborn-frankfurt.de abgerufen am 25. Dezember 2012