Davide Rebellin

italienischer Radrennfahrer mit argentinischem Pass

Davide Rebellin (* 9. August 1971 in San Bonifacio; † 30. November 2022 in Montebello Vicentino[1]) war ein italienischer Radrennfahrer.

Davide Rebellin
Davide Rebellin (2015)
Davide Rebellin (2015)
Zur Person
Geburtsdatum 9. August 1971
Sterbedatum 30. November 2022
Nation Italien Italien
Disziplin Straße
Fahrertyp Klassikerfahrer
Körpergröße 171 cm
Renngewicht 63 kg
Karriereende 2022
Wichtigste Erfolge

Gesamtwertung Paris–Nizza 2008
Gesamtwertung Tour de Suisse 1998
Lüttich–Bastogne–Lüttich 2004
Clásica San Sebastián 1997
eine Etappe Giro d’Italia 1996

Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2022

KarriereBearbeiten

Rebellin begann seine Profi-Karriere 1995 bei dem Radsportteam MG-Technogym. Sein Durchbruch gelang Rebellin beim Giro d’Italia 1996, den er auf Platz sechs der Gesamtwertung abschloss, nachdem er die siebte Etappe gewann und dadurch das Maglia Rosa des Gesamtführenden eroberte, welches er bis zur zwölften Etappe verteidigte.

Er entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Spezialisten für kürzere Etappenrennen und Eintagesrennen. So gewann er z. B. im Jahr 2001 das Etappenrennen Tirreno–Adriatico und 2004 als erster Fahrer überhaupt nacheinander die drei Frühjahrsklassiker Amstel Gold Race, La Flèche Wallonne sowie Lüttich–Bastogne–Lüttich.

Nachdem Rebellin über mehrere Jahre gleichwohl nicht in die italienische Nationalmannschaft berufen wurde, nahm Rebellin im September 2004 die argentinische Staatsbürgerschaft an, um im Trikot Argentiniens bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2004 anzutreten. Seine Teilnahme für Argentinien wurde jedoch wenige Tage vor dem Rennen durch die UCI auf Grund eines Formfehlers abgelehnt.[2]

Später fuhr er wieder für den italienischen Verband und schloss das Straßenrennen bei den Olympischen Sommerspielen 2008 auf dem zweiten Platz ab. Allerdings ergaben Nachkontrollen Ende April 2009 die Einnahme von CERA im Vorfeld des Rennens. Im November 2009 erkannte ihm das IOC daraufhin die gewonnene Silbermedaille ab.[3] Die Entscheidung des IOC wurde vom Internationalen Sportgerichtshof im Jahr 2010 bestätigt und Rebellin hierauf vom für ihn zuständigen monegassischen Verband für zwei Jahre gesperrt.[4]

Nach Ablauf seiner Sperre fuhr Rebellin nur noch für kleinere Teams, konnte aber auch im fortgeschrittenen Alter mehrere internationale Wettbewerbe gewinnen, so z. B. 2011 die Tre Valli Varesine, 2014 den Giro dell’Emilia und 2015 die Coppa Agostoni. Mit dem Veneto Classic, den er auf Platz 30 beendete, bestritt er sein letztes internationales Radrennen im Alter von 51 Jahren und beendete damit seine Laufbahn.[5]

TodBearbeiten

Am Morgen des 30. November 2022 kam Davide Rebellin im Alter von 51 Jahren auf der Regionalstraße 11 in der kleinen Gemeinde Montebello Vicentino ums Leben, als sein Rad von einem Lastkraftwagen gerammt wurde.[6][7] Der Fahrer des Lkw beging Fahrerflucht.[8]

ErfolgeBearbeiten

 
Deutschlandtour 2005

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

  • Rund um den Henninger-Turm
  • eine Etappe Paris–Nizza
  • GP Industria & Commercio di Prato

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2011

2012

2013

2014

2015

2017

2018

TeamsBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Davide Rebellin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Alessio Morra: È morto Davide Rebellin, travolto e ucciso da un camion mentre si allenava: ciclismo sotto shock. In: fanpage.it. 30. November 2022, abgerufen am 30. November 2022 (ita).
  2. faz.net de vom 1. Oktober 2004: Rebellin darf doch nicht bei WM starten
  3. Rad: Rebellin muss Olympia-Silber abgeben. Die Presse, 17. November 2009, abgerufen am 21. April 2018.
  4. krone.at vom 29. September 2010: Italiens Rad-Ass Rebellin für zwei Jahre gesperrt
  5. Davide Rebellin chiude oggi sulle strade di casa la sua lungissima carriera. In: tuttobiciweb.it. 16. Oktober 2022, abgerufen am 16. Oktober 2022 (italienisch).
  6. Rebellin in Italien bei Kollision mit LKW gestorben | radsport-news.com. Abgerufen am 1. Dezember 2022.
  7. Radsport: Ex-Profi Davide Rebellin tödlich verunglückt. In: Der Spiegel. 30. November 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 1. Dezember 2022]).
  8. Ciro Scognamiglio: Ciclismo sconvolto: è morto Davide Rebellin, investito da un camion pirata. In: gazzetta.it. 30. November 2022, abgerufen am 1. Dezember 2022 (italienisch).