Strade Bianche

Strade Bianche (ehemals Monte Paschi Eroica) ist ein italienisches Eintagesrennen für Radrennfahrer.

Das Rennen gehörte 2007 bis 2016 zur UCI Europe Tour und war in die Kategorie 1.HC eingestuft. Der Wettbewerb wurde beginnend mit der Saison 2017 in den Kalender der UCI WorldTour aufgenommen.[1]

Veranstalter des Rennens ist die RCS Sport, die auch den Giro d’Italia ausrichtet und zur Mediengruppe RCS MediaGroup gehört, welche u. a. die Sportzeitung Gazzetta dello Sport herausgibt. Der anfängliche Name des Rennens bezog sich auf den Sponsor, die italienische Großbank Monte dei Paschi di Siena (umgangssprachlich meist nur Montepaschi genannt), und auf die Eroica, eine seit 1997 ausgetragene radtouristische Veranstaltung, zu deren zehntem Jubiläum das Profirennen erstmals durchgeführt wurde. Da allerdings beide Veranstaltungen nicht mehr zur gleichen Zeit stattfinden, lief das Profirennen bei der dritten Austragung 2009 unter dem Namen Montepaschi Strade Bianche - Eroica Toscana[2] und im Jahr 2010 nur noch unter dem Namen Montepaschi Strade Bianche.

Die erste Austragung fand 2007 im Oktober statt, die zweite im März 2008 und wird seitdem im Frühling, kurz vor den Frühjahrsklassikern des Radsports, ausgetragen.[3] Startort des Rennens war bis 2013 Gaiole in Chianti und seit 2014 San Gimignano, von wo aus das Rennen zur Piazza del Campo in Siena führt.

Von 180 Kilometern führt die Strecke über mehr als 50 Kilometer Schotterwege, die auf Italienisch strade sterrate (unbefestigte Straßen, von "sterri" Erdarbeiten) oder strade bianche (weiße Straßen, nach der Färbung des am häufigsten benutzten Kiesschotters) genannt werden.[3][2] Rekordsieger ist mit drei Erfolgen Fabian Cancellara.

2015 wurde das Rennen erstmals auch für Frauen ausgerichtet, erste Siegerin in den Annalen wurde die US-Amerikanerin Megan Guarnier. Das Frauenrennen wurde im Jahr 2016 in den Kalender der neu eingeführten UCI Women’s WorldTour aufgenommen.[4]

Die für den 7. März 2020 vorgesehene Auflage wurde aufgrund behördlicher Auflagen im Zusammenhang mit der Verbreitung von COVID-19 in Italien abgesagt[5] und am 2. August 2020 nachgeholt.

SiegerBearbeiten

MännerBearbeiten

 
Zieleinlauf 2008:
Fabian Cancellara vor Alessandro Ballan
 JahrSiegerZweiterDritter
Monte Paschi Eroica
2007  Alexander Kolobnew  Marcus Ljungqvist  Mychajlo Chalilow
2008  Fabian Cancellara  Alessandro Ballan  Linus Gerdemann
2009  Thomas Lövkvist  Fabian Wegmann  Martin Elmiger
Monte Paschi Strade Bianche
2010  Maxim Iglinski  Thomas Lövkvist  Michael Rogers
2011  Philippe Gilbert  Alessandro Ballan  Damiano Cunego
Strade Bianche
2012  Fabian Cancellara  Maxim Iglinski  Oscar Gatto
2013  Moreno Moser  Peter Sagan  Rinaldo Nocentini
2014  Michał Kwiatkowski  Peter Sagan  Alejandro Valverde
2015  Zdeněk Štybar  Greg Van Avermaet  Alejandro Valverde
2016  Fabian Cancellara  Zdeněk Štybar  Gianluca Brambilla
2017  Michał Kwiatkowski  Greg Van Avermaet  Tim Wellens
2018  Tiesj Benoot  Romain Bardet  Wout Van Aert
2019  Julian Alaphilippe  Jakob Fuglsang  Wout Van Aert
2020  Wout Van Aert  Davide Formolo  Maximilian Schachmann
2021

FrauenBearbeiten

 JahrSiegerZweiterDritter
2015  Megan Guarnier  Lizzie Armitstead  Elisa Longo Borghini
2016  Lizzie Armitstead  Kasia Niewiadoma  Emma Johansson
2017  Elisa Longo Borghini  Kasia Niewiadoma  Lizzie Deignan
2018  Anna van der Breggen  Kasia Niewiadoma  Elisa Longo Borghini
2019  Annemiek van Vleuten  Annika Langvad  Kasia Niewiadoma
2020  Annemiek van Vleuten  Margarita Victoria García  Leah Thomas

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eschborn-Frankfurt gehört ab 2017 zur WorldTour. radsport-news.com, 2. August 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  2. a b cyclingnews.com: A young classic with epic potential abgerufen am 4. August 2014
  3. a b cyclingnews.com: Eroica's status grows with new springtime date abgerufen am 4. August 2014
  4. Womens World Tour ersetzt ab 2016 den Weltcup. radsport-news.com, 25. September 2015, abgerufen am 24. Oktober 2015.
  5. Strade Bianche abgesagt. In: radsportnews.com. 5. März 2020, abgerufen am 6. März 2020.

WeblinksBearbeiten