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Neel Jani (2017)

Neel Jani (* 8. Dezember 1983 in Rorschach) ist ein indisch-schweizerischer Automobilrennfahrer. Von 2003 bis 2006 war er als Testfahrer in der höchsten Motorsportklasse Formel 1 beschäftigt. Seit 2009 fuhr er jedes Jahr bei den 24 Stunden von Le Mans und erreichte dabei 2016 den ersten Platz, nachdem der bis wenige Minuten vorher führende Toyota mit einem technischen Defekt ausfiel. Jani gewann gemeinsam mit Marc Lieb und Romain Dumas die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2016.

KarriereBearbeiten

Janis Karriere startete 1998 mit Kartfahren, was er zwei Jahre lang tat, bevor er 2000 in den Automobilsport einstieg. Im Rahmen der Schweizer Meisterschaft fuhr er in der neu lancierten Formel Lista A junior. Mit acht Siegen in zwölf Rennen wurde er überlegener Meister. Am Ende dieser Saison bestritt er einen Lauf zur französischen Formel Renault, wo er mit vier Meisterschaftspunkten eine erneute Kostprobe seines Talents abgab. 2001 fuhr er beim italienischen Team DG Racing in der Formel Renault 2000 in Italien und im Eurocup, wurde aber nicht glücklich, was ihn zum Wechsel zum Schweizer Team Jenzer Motorsport bewog. Hier konnte er sich 2002 so richtig entfalten und erreichte die Vize-Europameisterschaft. Daraufhin wechselte er mit Jenzer 2003 in die Formel Renault V6, wo er wiederum Vize-Europameister wurde.

Er blieb bis 2004 in der Formel Renault V6, wechselte allerdings zum Team DAMS und belegte am Ende mit viel Pech nur den 4. Schlussrang. In Dubai bestritt er auf einem Lamborghini von DAMS auch ein Rennen zur FIA-GT-Meisterschaft. 2005 ging er dann in der GP2-Serie für das spanische Team Racing Engineering an den Start und wurde mit zwei Siegen Sechster im Gesamtklassement.

Jani war 2003 und 2004 Formel-1-Testfahrer bei Sauber-Petronas. Von Red Bull gefördert, bestritt der Schweizer einige Testfahrten für das eigene Team Red Bull Racing, kurz RBR, und war eigentlich als Testfahrer für 2006 vorgesehen. Nach der Verpflichtung von Robert Doornbos als Testfahrer bei RBR wurde Jani Test- und Ersatzfahrer von Red Bulls zweitem Formel-1-Team, der Scuderia Toro Rosso.

Jani repräsentierte in der Saison 2005/06 auch die Schweiz in der A1GP-Serie, errang einen Sieg und viele weitere Podestplatzierungen, die dem Schweizer Team den zweiten Schlussrang einbrachten. Da das F1-Testprogramm für 2007 drastisch reduziert wurde und es von nun an keine dritten Fahrer mehr bei GP-Veranstaltungen gab, wechselte Jani auf Wunsch von Red Bull in die amerikanische Champ-Car-Serie. Nach einer Saison bei den Champ Cars, die er, beim damals nicht gerade als Favoritenteam bekannten PKV-Racing-Rennstall unter Vertrag stehend, mit 3 Podestplätzen auf Gesamtplatz 9 abschloss, wechselte er zurück in die A1GP-Serie und holte in der Saison 2007/08 mit 4 Siegen und 11 Podiumsplatzierungen sensationell den WM-Titel für die Schweiz. In der folgenden Saison lief es nur unwesentlich schlechter; am Ende musste sich das Team, nach 4 Rennsiegen, allerdings mit der Vizemeisterschaft begnügen. Außerdem nahm Jani am 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2009 teil und wurde am Ende 12. in der LMP1-Klasse.

Von 2010 bis 2012 fuhr Jani für das Rebellion Racing-Team in der Langstreckenmeisterschaft (bis 2011 Le Mans Series, ab 2012 FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft).[1]

Am 24. Juni 2013 gab Porsche bekannt, Neel Jani in den Kreis seiner Werksfahrer aufzunehmen. Dort wurde er von Timo Bernhard und Romain Dumas bei der Testarbeit unterstützt und sass ab der Saison 2014 am Steuer eines der beiden LMP1-Fahrzeuge. Janis mehrjähriger Vertrag bei Porsche begann am 1. Juli. Zusätzlich zu den Rennen mit dem Porsche 919 fuhr er 2013 und 2017 bei Rebellion Racing in der American Le Mans Series.[2]

Jani erhielt zur Saison 2017/18 ein Stammcockpit bei Dragon Racing in der FIA-Formel-E-Meisterschaft. Nachdem sich das Team beim Saisonauftakt in Hongkong als nicht konkurrenzfähig erwies, verließ Jani das Team bereits vor dem zweiten Event wieder. Am Saisonende belegte er den 25. Platz der Gesamtwertung.

StatistikBearbeiten

GP2-SerieBearbeiten

Saison Teamname Startnummer Rennen Siege Podiums Polepositionen Punkte Meisterschaften
2005 Super Nova 14 21 2 2 1 48 0
2006 Arden International 4 4 0 0 0 0 0

Champ Car World SeriesBearbeiten

Saison Teamname Startnummer Rennen Siege Podiums Polepositionen Punkte Weltmeisterschaften
2007 PKV Racing 21 14 0 3 0 231 0

A1GPBearbeiten

Saison Teamname Siege Podiums Polepositionen Schnellste Runden Punkte Weltmeisterschaften
2005/06 A1 Team Schweiz 1 11 2 1 121 0
2006/07 A1 Team Schweiz 1 1 1 0 25
(von 50)
0
2007/08 A1 Team Schweiz 4 11 6 5 168 1
2008/09 A1 Team Schweiz 4 7 1 2 95 (99) 0

Einzelergebnisse in der FIA-Formel-E-MeisterschaftBearbeiten

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Punkte Rang
2017/18 Dragon Racing Hongkong  HKG Marokko  MAR Chile  SAN Mexiko  MEX Uruguay  PUN Italien  ROM Frankreich  PAR Deutschland  BER Schweiz  ZÜR Vereinigte Staaten  NYC 0 25.
18 18

(Legende)

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2009 Schweiz  Speedy Racing Team Lola B08/60 Italien  Andrea Belicchi Frankreich  Nicolas Prost Rang 14
2010 Schweiz  Rebellion Racing Lola B10/60 Vereinigte Staaten  Marco Andretti Frankreich  Nicolas Prost Ausfall Defekt
2011 Schweiz  Rebellion Racing Lola B10/60 Niederlande  Jeroen Bleekemolen Frankreich  Nicolas Prost Rang 6
2012 Schweiz  Rebellion Racing Lola B12/60 Deutschland  Nick Heidfeld Frankreich  Nicolas Prost Rang 4
2013 Schweiz  Rebellion Racing Lola B12/60 Deutschland  Nick Heidfeld Frankreich  Nicolas Prost Rang 40
2014 Deutschland  Porsche Team Porsche 919 Hybrid Frankreich  Romain Dumas Deutschland  Marc Lieb Rang 11
2015 Deutschland  Porsche Team Porsche 919 Hybrid Frankreich  Romain Dumas Deutschland  Marc Lieb Rang 5
2016 Deutschland  Porsche Team Porsche 919 Hybrid Frankreich  Romain Dumas Deutschland  Marc Lieb Gesamtsieg
2017 Deutschland  Porsche LMP Team Porsche 919 Hybrid Vereinigtes Konigreich  Nick Tandy Deutschland  André Lotterer Ausfall kein Öldruck
2018 Schweiz  Rebellion Racing Rebellion R13 Brasilien  Bruno Senna Deutschland  André Lotterer Rang 4
2019 Schweiz  Rebellion Racing Rebellion R13 Brasilien  Bruno Senna Deutschland  André Lotterer Rang 4

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2011 Schweiz  Rebellion Racing Lola B10/60 Niederlande  Jeroen Bleekemolen Frankreich  Nicolas Prost Rang 7
2012 Schweiz  Rebellion Racing Lola B12/60 Deutschland  Nick Heidfeld Frankreich  Nicolas Prost Rang 30
2013 Schweiz  Rebellion Racing Lola B12/60 Deutschland  Nick Heidfeld Frankreich  Nicolas Prost Rang 3
2017 Schweiz  Rebellion Racing Oreca 07 Deutschland  Nick Heidfeld Schweiz  Sébastien Buemi Ausfall Lichtmaschine

WeblinksBearbeiten

  Commons: Neel Jani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten