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Olympische Sommerspiele 2012/Bogenschießen

Wettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2012
Bogenschießen bei den
Olympischen Sommerspielen 2012
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Bogenschießen
Informationen
Teilnehmer: 128 Athleten
Teilnehmende Nationen: 55 (Männer: 40; Frauen: 40)
Datum: 27. Juli3. August
Austragungsort: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London
Wettkampfort: Lord’s Cricket Ground
Entscheidungen: 4
Peking 2008 Rio de Janeiro 2016

Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in der britischen Hauptstadt London wurden vom 27. Juli bis 3. August im Lord’s Cricket Ground vier Wettbewerbe im Bogenschießen ausgetragen.

Bei Frauen und Männern gab es je einen Einzelwettbewerb und einen Mannschaftswettbewerb. Das Wettkampfprogramm war identisch mit dem von Peking 2008. Die Wettkämpfe wurden mit dem Recurvebogen ausgetragen, geschossen wurde aus 70 Meter Entfernung auf Auflagen mit einem Durchmesser von 122 Zentimetern.

Lord’s Cricket Ground – Austragungsort der Wettbewerbe im Bogenschießen

Wettbewerbe und ZeitplanBearbeiten

 
Die Zielscheiben werden in Blickrichtung des Medienzentrums aufgestellt.
 
Blick von der Zuschauertribüne auf das Feld während des Teamwettbewerbs der Männer
Wettbewerbe und Zeitplan Bogenschießen[1]
Wettbewerbe Juli/August
Frauen  27.   28.   29.   30.   31.   1.   2.   3. 
Einzel  
Mannschaft  
Männer  27.   28.   29.   30.   31.   1.   2.   3. 
Einzel  
Mannschaft  
      Platzierungs- und Ausscheidungsrunden         Achtelfinale bis Finale

Ergebnisse MännerBearbeiten

EinzelBearbeiten

Platz Land Sportler
1 Korea Sud  KOR Oh Jin-hyek
2 Japan  JPN Takaharu Furukawa
3 China Volksrepublik  CHN Dai Xiaoxiang
4 Niederlande  NED Rick van der Ven
5 Korea Sud  KOR Kim Bub-min
Malaysia  MAS Khairul Anuar Mohamad
Ukraine  UKR Wiktor Ruban
Chinesisch Taipeh  TPE Kuo Cheng-wei

Finale: 3. August 2012

Einziger deutscher Teilnehmer am olympischen Bogenturnier war Camilo Mayr. Im Vorkampf wurde er mit 653 Ringen 52. der 64 Teilnehmer.[2] In der ersten Runde scheiterte er mit 0:6 an Xu Ying.[3] Für die Schweiz nahm Alex Muller am Turnier teil und kam im Vorkampf mit 633 Ringen auf den 62. Platz. In der ersten Runde unterlag er mit 0:6 den späteren Turniersieger Oh Jin-hyek. Österreichische Teilnehmer waren nicht qualifiziert.

Während der am 27. Juli ausgetragenen Vorplatzierungsrunde stellte der Südkoreaner Im Dong-hyun einen neuen Weltrekord auf. Mit 72 Pfeilen erzielte er 699 Ringe und übertraf seine eigene Bestmarke um drei Ringe.[4]

MannschaftBearbeiten

Platz Land Sportler
1 Italien  ITA Michele Frangilli
Marco Galiazzo
Mauro Nespoli
2 Vereinigte Staaten  USA Brady Ellison
Jacob Wukie
Jake Kaminski
3 Korea Sud  KOR Im Dong-hyun
Kim Bub-min
Oh Jin-hyek
4 Mexiko  MEX Luis Álvarez
Juan René Serrano
Eduardo Vélez
5 Ukraine  UKR Dmytro Hratschow
Markijan Iwaschko
Wiktor Ruban
6 Japan  JPN Takaharu Furukawa
Hideki Kikuchi
Yu Ishizu
7 China Volksrepublik  CHN Dai Xiaoxiang
Xing Yu
Liu Zhaowu
8 Frankreich  FRA Thomas Faucheron
Romain Girouille
Gaël Prevost
9 Vereinigtes Konigreich  GBR Larry Godfrey
Simon Terry
Allan Wills
Indien  IND Jayanta Talukdar
Tarundeep Rai
Rahul Banerjee
Malaysia  MAS Chu Sian Cheng
Khairul Anuar Mohamad
Haziq Kamaruddin
Chinesisch Taipeh  TPE Cheng Yu-chen
Kuo Cheng-wei
Wang Cheng-pang

Finale: 28. Juli 2012

Während der Vorplatzierungsrunde am 27. Juli stellte auch die südkoreanische Mannschaft einen neuen Weltrekord auf. Im Dong-hyun, Kim Bub-min und Oh Jin-hyek erzielten zusammen 2078 Ringe, 18 mehr als bei ihrer bisherigen Bestmarke.[4] Im Halbfinale unterlag Südkorea den USA mit 219:224, während sich Italien gegen Mexiko mit 217:215 durchsetzte. Italien gewann gegen die USA (218:219) durch den letzten Pfeil mit 10 Ringen. Südkorea gewann die Bronzemedaille mit 224:219.[5]

Ergebnisse FrauenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Platz Land Sportlerin
1 Korea Sud  KOR Ki Bo-bae
2 Mexiko  MEX Aída Román
3 Mexiko  MEX Mariana Avitia
4 Vereinigte Staaten  USA Khatuna Lorig
5 Russland  RUS Xenija Perowa
Frankreich  FRA Bérengère Schuh
Italien  ITA Pia Lionetti
Korea Sud  KOR Lee Sung-jin

Finale: 2. August 2012

Einzige deutsche Teilnehmerin am olympischen Bogenturnier war Elena Richter. Im Vorkampf erreichte sie mit 653 Ringen den 30. Platz.[6] In der ersten Runde schlug sie dann Maja Jager knapp mit 6:5 und unterlag aber in Runde zwei dann Tan Ya-ting mit 2:6.[7] Für die Schweiz nahm Nathalie Dielen am Turnier teil und kam im Vorkampf mit 528 Ringen auf den 62. Platz. Mit einer 4:6-Niederlage gegen Tan Ya-ting schied sie jedoch bereits in der ersten Runde aus. Eine Teilnehmerin aus der Schweiz war nicht qualifiziert.

MannschaftBearbeiten

Platz Land Sportlerinnen
1 Korea Sud  KOR Lee Sung-jin
Ki Bo-bae
Choi Hyun-joo
2 China Volksrepublik  CHN Fang Yuting
Cheng Ming
Xu Jing
3 Japan  JPN Kaori Kawanaka
Ren Hayakawa
Miki Kanie
4 Russland  RUS Xenija Perowa
Inna Stepanowa
Kristina Timofejewa
5 Danemark  DNK Louise Laursen
Maja Jager
Carina Christiansen
Mexiko  MEX Mariana Avitia
Aída Román
Alejandra Valencia
Chinesisch Taipeh  TPE Le Chien-ying
Lin Chia-en
Tan Ya-ting
Vereinigte Staaten  USA Miranda Leek
Khatuna Lorig
Jennifer Nichols

Finale: 29. Juli 2012

Südkoreas Damen gewannen 2012 zum siebten Mal in Folge. D. h., seit der ersten Austragung 1988 in Seoul ging der Sieg in diesem Wettbewerb bisher stets an Südkorea. Chinas Frauen gewannen zum dritten Mal in Folge Silber (Finale: 210:209) und Japan (209:207 gegen Russland) zum ersten Mal eine Medaille beim olympischen Bogenschießen.[8]

MedaillenspiegelBearbeiten

Medaillenspiegel
Platz Land G S B Gesamt
01 Korea Sud  Südkorea 3 1 4
02 Italien  Italien 1 1
03 China Volksrepublik  Volksrepublik China 1 1 2
03 Japan  Japan 1 1 2
03 Mexiko  Mexiko 1 1 2
06 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1 1
Total 4 4 4 12

QualifikationBearbeiten

QualifikationskriterienBearbeiten

Es nehmen 128 Athleten an den Wettbewerben teil, jeweils 64 bei Frauen und Männern. Darunter waren sechs garantierte Quotenplätze für das gastgebende NOK sowie fünf Startplätze, die die Fédération Internationale de Tir à l’Arc (FITA) nach Abschluss der Qualifikationsphase per Einladung an NOKs vergab, die keine Quotenplätze erreichen konnten. Pro NOK können maximal drei Athleten jeweils bei Frauen und Männern teilnehmen. Es dürfen nur Athleten teilnehmen, die im Qualifikationszeitraum eine Mindestpunktzahl (Minimum Qualification Score/MQS) in einem offiziellen Wettkampf erreicht haben.

Die folgenden Qualifikationskriterien galten sowohl für Frauen als auch für Männer. Die Qualifikationsphase begann mit der Weltmeisterschaft 2011 vom 2. bis 10. Juli 2011 in Turin. Die ersten acht Mannschaften der Weltmeisterschaften gewannen einen Quotenplatz für den Mannschaftswettbewerb und drei Quotenplätze für die Einzelkonkurrenz, die ersten acht Athleten im Einzel, die über die Mannschaft keinen Quotenplatz erreichen konnten, erhielten darüber hinaus einen Quotenplatz. Ende 2011 und 2012 folgten kontinentale Qualifikationen, an denen nur NOKs teilnehmen durften, die bis dato keinen Quotenplatz erreichen konnten. Afrika und Ozeanien standen zwei, Amerika, Europa und Asien drei Quotenplätze pro Geschlecht zur Verfügung. Abschließend fand im Juni 2012 in Ogden noch ein internationales Qualifikationsturnier statt, bei dem Quotenplätze für den Einzel- und den Mannschaftswettbewerb vergeben wurden. Hier qualifizierten sich noch einmal drei Mannschaften und mindestens vier Athleten im Einzel.[9]

Liste der Qualifikationswettkämpfe:

  • FITA-Weltmeisterschaften in Italien  Turin, 2. bis 10. Juli 2011
  • Asienmeisterschaften in Iran  Teheran, 24. Oktober 2011
  • Offene neuseeländische Meisterschaften in Neuseeland  Wellington, 1. bis 2. Januar 2012
  • Afrikameisterschaften in Marokko  Rabat, 12. bis 16. März 2012
  • amerikanische Qualifikation in Kolumbien  Medellín, 17. bis 22. April 2012
  • Europameisterschaften in Niederlande  Amsterdam, 21. bis 26. Mai 2012
  • internationale Qualifikation Einzel und Mannschaft in Vereinigte Staaten  Ogden, 20. bis 22. Juni 2012

Gewonnene QuotenplätzeBearbeiten

Gewonnene Quotenplätze nach NOKs[10][11]
Frauen Männer
Wettbewerb Einzel Mannschaft Einzel Mannschaft Gesamt
Agypten  Ägypten 1 1 2
Australien  Australien 1 1 2
Bangladesch  Bangladesch 1 1
Bhutan  Bhutan 1 1
Brasilien  Brasilien 1 1
Bulgarien  Bulgarien 1 1
Chile  Chile 1 1
China Volksrepublik  China 3 1 3 1 6
Chinesisch Taipeh  Chinese Taipei 3 1 3 1 6
Danemark  Dänemark 3 1 3
Deutschland  Deutschland 1 1 2
Elfenbeinküste  Elfenbeinküste 1 1
Estland  Estland 1 1
Fidschi  Fidschi 1 1
Frankreich  Frankreich 1 3 1 4
Georgien  Georgien 1 1
Griechenland  Griechenland 1 1
Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 3 1 3 1 6
Hongkong  Hongkong 1 1
Indien  Indien 3 1 3 1 6
Indonesien  Indonesien 1 1
Irak  Irak 1 1
Iran  Iran 1 1 2
Italien  Italien 3 1 3 1 6
Japan  Japan 3 1 3 1 6
Kanada  Kanada 1 1 2
Kasachstan  Kasachstan 1 1 2
Kolumbien  Kolumbien 1 1 2
Kuba  Kuba 1 1
Luxemburg  Luxemburg 1 1
Malaysia  Malaysia 1 3 1 4
Mexiko  Mexiko 3 1 3 1 6
Moldau Republik  Moldawien 1 1
Mongolei  Mongolei 1 1 2
Myanmar  Myanmar 1 1
Niederlande  Niederlande 1 1
Korea Nord  Nordkorea 1 1
Norwegen  Norwegen 1 1
Philippinen  Philippinen 1 1 2
Polen  Polen 1 1 2
Russland  Russland 3 1 3
Samoa  Samoa 1 1
San Marino  San Marino 1 1
Schweden  Schweden 1 1
Schweiz  Schweiz 1 1 2
Slowenien  Slowenien 1 1
Spanien  Spanien 1 1 2
Sudafrika  Südafrika 1 1
Korea Sud  Südkorea 3 1 3 1 6
Thailand  Thailand 1 1
Turkei  Türkei 1 1
Ukraine  Ukraine 3 1 3 1 6
Vereinigte Staaten  USA 3 1 3 1 6
Venezuela  Venezuela 1 1 2
Weissrussland  Weißrussland 1 1
Quotenplätze Gesamt 64 12 64 12 128

Bei den Asienmeisterschaften gewannen bei den Frauen Indonesien, Malaysia und die Mongolei und bei den Männern Iran, Thailand und Hongkong einen Quotenplatz. Bei den offenen neuseeländischen Meisterschaften konnten sich bei den Frauen Australien und Samoa und bei den Männern Australien und die Fidschis einen Startplatz sichern. Bei den Afrikameisterschaften erkämpften sich bei den Frauen Ägypten und Südafrika und bei den Männern Ägypten und die Elfenbeinküste jeweils einen Quotenplatz. Bei den Panamerikameisterschaften gewannen bei den Frauen Mexiko, Kanada und Kolumbien und bei den Männern Kuba, Brasilien und Kolumbien jeweils einen Quotenplatz. Die letzte kontinentale Qualifikationsmöglichkeit fand im Rahmen der Europameisterschaft statt. Jeweils einen Startplatz für den olympischen Einzelwettbewerb sicherten sich bei den Frauen Spanien, Schweden und Deutschland und bei den Männern die Niederlande, Israel und Moldawien.

Fünf Quotenplätze, die die FITA per Einladung zuteilen konnte, wurden im April 2012 bei den Frauen an Bhutan und Irak und bei den Männern an Bangladesch, Myanmar und San Marino vergeben.[12]

Beim abschließenden Qualifikationsturnier sicherten sich bei den Frauen die Mannschaften aus Indien, Japan und der Republik China und bei den Männern die Mannschaften aus den USA, Mexiko und Japan die Teilnahme. Im Einzel qualifizierte sich bei den Frauen je eine Athletin aus Estland, Griechenland, dem Iran, Kasachstan, den Philippinen, der Schweiz, Türkei und Venezuela sowie bei den Männern je ein Athlet aus Bulgarien, Kasachstan, Polen, den Philippinen, Slowenien, der Schweiz und Venezuela.

Nach Abschluss der Qualifikation gab Israel seinen Startplatz an den Weltverband zurück. Dieser wurde daraufhin an Deutschland neu vergeben.[13]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archery Schedule. Abgerufen am 4. September 2011 (englisch).
  2. Men’s Individual – Ranking Round. (PDF; 148 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) World Archery Federation, 27. Juli 2012, archiviert vom Original am 19. April 2014; abgerufen am 17. April 2014 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.archery.org
  3. Men’s Individual – Elimination Rounds. (PDF; 155 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) World Archery Federation, 3. August 2012, archiviert vom Original am 19. April 2014; abgerufen am 17. April 2014 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.archery.org
  4. a b Bogenschützen bescheren London erste Weltrekorde. Spiegel Online, 27. Juli 2012, abgerufen am 27. Juli 2012.
  5. Archery Men’s Team Medallists. In: london2012.com. Abgerufen am 30. Juli 2012 (englisch).
  6. Woman’s Individual – Ranking Round. (PDF; 146 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) World Archery Federation, 27. Juli 2012, archiviert vom Original am 19. April 2014; abgerufen am 17. April 2014 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.archery.org
  7. Woman’s Individual – Elimination Rounds. (PDF; 154 kB) World Archery Federation, 3. August 2012, abgerufen am 17. April 2014 (englisch).
  8. Republic of Korea claim another gold. In: london2012.com. Abgerufen am 30. Juli 2012 (englisch).
  9. Qualification System Archery. (PDF; 43 kB) Abgerufen am 16. Oktober 2011 (englisch).
  10. Olympic Qualification Places Recurve Women. (PDF; 185 kB) Abgerufen am 22. April 2012 (englisch).
  11. Olympic Qualification Places Recurve Men. (PDF; 189 kB) Abgerufen am 22. April 2012 (englisch).
  12. Invitation places for London 2012 Olympic Games. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 22. April 2012 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.archery.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Camilo Mayr startet bei den olympischen Bogenwettbewerben. Abgerufen am 6. Juli 2012.