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KarriereBearbeiten

Als Sohn des später geadelten Noel Macklin, dem Vorsitzenden der Invicta-Sportwagen-Gesellschaft, die vor 1939 florierte, galt Macklin schon bald als talentierter Fahrer.

Während der Formel-1-Saison 1952 versuchte er sich auch am Steuer eines HWM-Monoposto, erzielte aber lediglich mit einem achten Rang beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort ein besseres Resultat, was ihn bewog, es im folgenden Jahr mit demselben Team erneut zu versuchen. Er schied bei allen sechs gestarteten Läufen durch technische Defekte aus.

Ein Start für Aston Martin bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1954 war erfolgversprechender – mit einem dritten Rang konnte er sich gute Hoffnungen auf weitere Engagements bei Sportwagenrennen machen. Doch 1955 wurde er mit seinem Austin-Healey in den berüchtigten Unfall verwickelt, den Mike Hawthorn mit einem unerwarteten Manöver verursachte.

 
Unfallhergang Le Mans 1955

Am Ende der 35. Runde, gegen ca. 18:20 Uhr, schloss Hawthorn mit seinem Jaguar rasch auf die zur Überrundung stehenden Wagen Pierre Leveghs (Mercedes) und Macklins auf, um beide auf der Zielgerade zu überholen, da hinter ihm Juan Manuel Fangio war und ihn attackierte. Als er diese passiert hatte, schoss er vor den beiden Wagen quer über die Piste, um die Boxen, die damals noch nicht baulich von der Rennstrecke getrennt waren, schnellstmöglich zu erreichen. Trotz seiner Vollbremsung kam Hawthorn erst 80 m hinter seiner Boxenmannschaft zum Stehen und verursachte damit einen folgenschweren Unfall. Macklin konnte zwar seinem Manöver noch mit einer Lenkradbewegung ausweichen, doch Levegh hatte keinen Platz mehr zum Ausweichen und wurde von Macklins Wagen getroffen. Das Fahrzeug von Levegh fuhr nach einer leichten Berührung mit dem Austin, der seinerseits über die Strecke kreiselte, mit 240 km/h in die Balustrade, explodierte und nahm im schwersten Unfall des Motorsports aller Zeiten neben seinem Fahrer 83 Zuschauern das Leben. Levegh hatte mit einem Handzeichen gerade noch Fangio warnen können, sonst wäre auch er in den Unfall involviert gewesen. Die Mercedes-Rennleitung zog daraufhin ihre Rennwagen aus dem weiterlaufenden Wettbewerb ab und vollzog am Ende des Jahres den bereits vorher geplanten Rückzug vom Motorsport.

Macklin konnte seinem Boliden unverletzt entsteigen und war schwer betroffen von den Ereignissen, stand aber den untersuchenden französischen Regierungsbehörden zur Verfügung. Bei seinen Aussagen teilte er keinem Fahrer eine Schuld zu, sondern bezeichnete es als Zwangsläufigkeit aufgrund der hohen Geschwindigkeit aller Beteiligten:

"After passing me (Mike) Hawthorn turned too sharply towards the right and braked," (…) "I braked my car as hard as I could to avoid him. My wheels locked and I was carried towards the left. Levegh’s car hit the back of my car. In an affair of this kind it is difficult to speak of responsibility. Hawthorn no doubt committed an error but the real responsibility was the speed of the cars. In the excitement of his struggle (with Levegh and Juan Manuel Fangio) Hawthorn executed a manouevre which astonished me and he left me no other alternative than to either run into him or turn to the left."

Nur einen Monat später konnte Macklin mit einem achten Platz beim englischen Grand Prix in Aintree auf einem Maserati 250F, der eigentlich Stirling Moss gehörte, wieder aufstrebende Form beweisen, doch nach einem erneuten schweren Unfall bei der RAC Tourist Trophy auf dem Dundrod Circuit im Spätsommer entschloss er sich, dem Motorsport zu entsagen.

In seinem späteren Leben verbrachte Lance Macklin viele Jahre der Arbeit und Freizeit in Spanien, wo er einen Import-Export-Handel betrieb. Als er ernsthaft erkrankte, kehrte er nach England zurück, wo er kurz vor seinem 83. Geburtstag starb.

StatistikBearbeiten

Statistik in der Automobil-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1952 HW Motors HWM 52 Alta 2.0 L4 5 NC
1953 HW Motors HWM 53 Alta 2.5 L4 6 NC
1954 HW Motors HWM 53 Alta 2.5 L4 1 NC
1955 Stirling Moss Ltd. Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 NC
Gesamt 13

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9
1952                
DNF 11 9 15 8 DNQ
1953                  
DNF DNF DNF DNF DNF DNF
1954                  
DNF
1955              
DNQ 8
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1950 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Ltd. Aston Martin DB2 Vereinigtes Konigreich  George Abecassis Rang 5 und Klassensieg
1951 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Ltd. Aston Martin DB2 Vereinigtes Konigreich  Eric Thompson Rang 3 und Klassensieg
1952 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3 Spyder Vereinigtes Konigreich  Peter Collins Ausfall Unfall
1953 Vereinigtes Konigreich  Bristol Aeroplane Company Bristol 450 Coupé Vereinigtes Konigreich  Graham Whitehead Ausfall Unfall
1954 Italien  Automobili OSCA OSCA MT4 1500 Frankreich  Pierre Legonyie Vereinigte Staaten 48  James Simpson Disqualifiziert
1955 Vereinigtes Konigreich  Lance Macklin Austin-Healey 100S Vereinigtes Konigreich  Les Leston Ausfall Unfall

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1954 Vereinigtes Konigreich  Donald Healey Motor Co. Austin-Healey 100 Vereinigte Staaten 48  George Huntoon Rang 3 und Klassensieg
1955 Vereinigtes Konigreich  Donald Healey Motor Co. Austin-Healey 100S Vereinigtes Konigreich  Stirling Moss Rang 6
1956 Vereinigtes Konigreich  Donald Healey Motor Company Austin-Healey 100S Vereinigtes Konigreich  Archie Scott-Brown Ausfall Starter

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7
1953 Bristol Cars Bristol 450 Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Belgien  SPA Deutschland  NÜR Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
DNF
1954 Donald Healey Motor Company
Osca
Austin-Healey 100
Osca MT4
Osca 2000S
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
3 23 DNF DNF DNF
1955 Donald Healey Motor Company
Lance Macklin
John Dalton
Austin-Healey 100 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Italien  TAR
6 36 DNF DNF
1956 Donald Healey Motor Company Austin-Healey 100 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Schweden  KRI
DNF

WeblinksBearbeiten