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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Helgoland
Helgoland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Helgoland hervorgehoben
Koordinaten: 54° 11′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 4,2 km2
Einwohner: 1357 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 323 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27498
Vorwahl: 04725
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lung Wai 28
27498 Helgoland
Webpräsenz: www.helgoland.de
Bürgermeister: Jörg Singer (unabhängig)
Lage der Gemeinde Helgoland im Kreis Pinneberg
AppenBarmstedtBevernBilsenBokelBokholt-HanredderBönningstedtBorstel-HohenradenBrande-HörnerkirchenBullenkuhlenEllerbekEllerhoopElmshornGroß NordendeGroß Offenseth-AspernHalstenbekHaselauHaslohHeedeHeidgrabenHeistHelgolandHemdingenHetlingenHolmKlein NordendeKlein Offenseth-SparrieshoopKölln-ReisiekKummerfeldLangelnLutzhornMoorregeNeuendeichOsterhornPinnebergPrisdorfQuickbornRaa-BesenbekRellingenSchenefeldSeesterSeestermüheSeeth-EkholtTangstedtTorneschUetersenWedelWesterhornHaseldorfSchleswig-HolsteinHamburgNiedersachsenKreis SegebergKreis SteinburgElbeKarte
Über dieses Bild
Hauptinsel Helgoland (vorne) und die Düne im Luftbild

Helgoland [ˈhɛl.ɡoˌlant], auch Deät Lun (Helgoländer Friesisch „Das Land“,[2] englisch Heligoland) genannt, ist eine Nordseeinsel in der Deutschen Bucht. Die ursprünglich größere Insel zerbrach 1721; seitdem existiert die als Düne bezeichnete Nebeninsel.

Gemessen von der Ostküste der Hauptinsel zur Westküste Schleswig-Holsteins bei Sankt Peter-Ording ist Helgoland 48,5 km[3] vom Festland entfernt. Zur Einwohnerzahl gibt es unterschiedliche Angaben: Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein nennt 1400 (31. Dezember 2015, Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011);[4] laut Gemeindeverwaltung sind es rund 1500.[5]

Die Inselgruppe Helgoland und Düne gehört seit 1890 zum deutschen Staatsgebiet und ist heute als amtsfreie Gemeinde Helgoland in den Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) integriert. Für beide Inseln gelten Sonderregelungen: Die Gemeinde ist zwar Teil des deutschen Wirtschaftsgebiets, zählt aber weder zum Zollgebiet der Europäischen Union,[6] noch werden deutsche Verbrauchsteuern erhoben.[7]

Die Insel trug vor dem 19. Jahrhundert keinen eindeutigen Namen. Oft wurde sie mit Varianten des hochdeutschen Heiligland bezeichnet, einmal sogar als Insel der Heiligen Jungfrau Ursula. Die kritische Diskussion des Namens im 19. Jahrhundert fasste Theodor Siebs 1909 zusammen mit der These, dass, ausgehend von der friesischen Selbstbezeichnung der Helgoländer als Halunder, der Inselname hohes Land bedeutete (ähnlich Hallig).[8] In der Diskussion im Anschluss an Jürgen Spanuth wurde von Wolfgang Laur wieder ein ursprünglicher Name Heiligland angenommen.[9] Die seit dem 16. Jahrhundert aufgetretene Variante Helgoland sei durch Gelehrte entstanden, die eine nordfriesische Form Helgeland latinisierten, da sie ihn als Hinweis auf den Sagenhelden Helgi lasen.[10] Die Diskussion wird erschwert durch den fehlenden Konsens, mit welchen der angeführten Namen auch wirklich die Insel Helgoland gemeint sei und durch das Bemühen z. B. bei Heike Grahn-Hoek auch heute die Insel als heilig erscheinen zu lassen.[11]


Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Helgoland, Postkarte, 1900
 
Historische Karte Helgolands
 
Das Wahrzeichen Helgolands: Der Nathurn Stak, genannt Lange Anna

Wegen seiner Lage auf offener See wird Helgoland häufig als „einzige Hochseeinsel Deutschlands“ bezeichnet. Doch weder im geographischen Sinn noch im rechtlichen Sinn (in Bezug auf das heutige Recht) liegt die Insel im Bereich der hohen See. Die Insel zählt zusammen mit der gesamten Deutschen Bucht zum Bereich des Schelfs (Festlandsockel) und damit (im Gegensatz etwa zu Madeira im Atlantik) nicht zum Tiefsee-Bereich auf hoher See. Die seit 1995 gültige[12] 12-Meilen-Zone vor dem Festland bzw. den vorgelagerten Inseln überschneidet sich mit derjenigen um Helgoland, so dass kein internationales Gewässer die Insel vom Festland trennt.[13][14]

Geografische LageBearbeiten

Helgoland, dessen Hauptinsel zusammen mit der Nebeninsel Düne eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein bildet, stellt innerhalb der Deutschen Bucht die nordwestliche Begrenzung der Helgoländer Bucht dar.

Die Landfläche besteht aus der rund 1 km² großen Hauptinsel sowie der etwa 0,7 km² großen Insel Düne und liegt etwa 67 Kilometer südwestlich der Südspitze der Insel Sylt, 47 Kilometer westlich der Westküste der Halbinsel Eiderstedt, 62 Kilometer nordwestlich der Elbemündung, 57 Kilometer nordwestlich der niedersächsischen Küste bei Cuxhaven, 43 Kilometer nördlich von Wangerooge, 70 Kilometer nordöstlich von Norderney und 95 Kilometer nordöstlich von Borkum. Die Lage von Helgoland im geographischen Koordinatensystem (WGS 84) ist 54° 11′ nördliche Breite und 7° 53′ östliche Länge.

Die Gemeindegröße wird mit 4,2 km² angegeben. Darin sind Meeresgebiete im Hafenbereich enthalten.

Hauptinsel und Düne, gesehen von der Funny Girl bei der Anfahrt auf Helgoland

Die HauptinselBearbeiten

 
Blick von der Nordspitze 1826

Die Hauptinsel gliedert sich in fünf Gebiete: Oberland, Mittelland und Unterland sowie, im 20. Jahrhundert durch Aufschüttung entstanden, Nordostland und Südhafen. Das Unterland mit dem Hafen befindet sich im Osten und Süden der Insel, das Oberland im Norden und Westen, das kleinere Mittelland im Südwesten. Die Siedlung liegt etwa je zur Hälfte im Unter- und Oberland. Viele öffentliche Einrichtungen finden sich im Nordostland.

Die Insel besitzt im Süden neben der Landungsbrücke einen kleinen Sand-Badestrand und fällt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen etwa 50 m zum Meer hin ab, das im südwestlich gelegenen Helgoländer Becken bis zu 56 m tief ist. Der Sandstrand im Norden ist wegen der starken Strömung nicht zum Baden geeignet. Am Nordwestende der Hauptinsel befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands – der 48 m hohe Brandungspfeiler Lange Anna. Die gesamte Oberfläche des Oberlands sowie das Mittelland[15] wurden durch die Sprengung der Bunkeranlagen 1947 und die anschließende Bombardierung geformt. Dabei entstand auch die mit 61,3 m höchste Erhebung der Insel, die seit 1998 gelegentlich Pinneberg genannt wird und etwa 4 m höher als die unmittelbare Umgebung liegt.

Panorama vom unbebauten Teil des Helgoländer Oberlands vom Pinneberg; das Unterland ist verdeckt

DüneBearbeiten

Die Nebeninsel Düne befindet sich jenseits der kleinen Meeresstraße Reede, die in Nordreede und Südreede unterteilt ist, knapp einen Kilometer östlich der helgoländischen Hauptinsel. Sie wird als Badeinsel bzw. als eine flache Strandinsel bezeichnet und war bis zur Neujahrsflut 1721 mit Helgoland durch einen Naturdamm verbunden. Auf ihr ist auch der kleine Helgoländer Flugplatz neben dem Campingplatz und einem alten sowie neuen Bungalowdorf angelegt.

KlimaBearbeiten

Auf Helgoland herrscht typisches Seeklima mit ganzjährigen Niederschlägen und nur geringen tageszeitlichen Temperaturschwankungen.

Die Insel hat mit durchschnittlich 2 °C das wintermildeste Klima Deutschlands; Wintertiefsttemperaturen unter −5 °C sind selten. Die vom Golfstrom erwärmte Nordsee mit rund 5 °C Wassertemperatur wirkt dabei als Wärmespeicher. Die kalten Nordost- bzw. Ostwinde aus Russland werden abgeschwächt, die Wintertemperaturen können bis zu 10 °C höher als zum Beispiel in Hamburg liegen. Es gibt jedoch häufig Nebel und nur wenig Sonnenschein im Winter; Schnee fällt selten.

Der Frühling beginnt erst spät; das heißt, die Temperaturen steigen meist erst ab Mai deutlich an.

Im Sommer liegen dann die Temperaturen um 20 °C oder knapp darunter, während es nachts mit 13 bis 14 °C kaum kühler ist. Dazu kommen regelmäßige Niederschläge mit abwechselndem Sonnenschein. Die Wassertemperaturen der Nordsee steigen bis zum August auf 16 bis 17 °C. 1962 nahm eine Dauermessstation vor Helgoland den Betrieb auf; sie misst Wassertemperatur, Salzgehalt und andere Parameter. Seit Beginn ihrer Arbeit stieg die durchschnittliche Wassertemperatur um 1,7 Grad.[17]

Der Herbst beginnt im September, ist oft noch recht warm und dauert länger; er ist die feuchteste Zeit des Jahres mit milden Temperaturen um 10 °C und etwa 15 bis 20 Regentagen pro Monat.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9 °C, die jährlichen Niederschläge liegen bei etwa 700 mm. Extremwerte wurden mit −11,2 °C im Februar 1956 und +28,7 °C im Juli 1994 gemessen.[18] Helgoland weist insgesamt mehr Sonnenstunden auf als das deutsche Festland.

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts standen stattliche regelmäßig fruchtende Feigenbäume auf der Insel. Noch heute steht aus dieser Zeit im Oberland ein sehr alter Maulbeerbaum. Auspflanzversuche mit Hanfpalmen, Honigpalmen und anderen Palmen sowie weiteren auf dem deutschen Festland nicht oder nur bedingt winterharten subtropischen Pflanzen (Lorbeer, Yucca, Cordyline, Steineiche und andere) seit den 1980er Jahren sind teilweise erfolgreich verlaufen.

Helgoland
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
56
 
4
1
 
 
34
 
3
1
 
 
46
 
5
2
 
 
38
 
8
4
 
 
43
 
12
8
 
 
55
 
16
12
 
 
59
 
18
14
 
 
65
 
18
15
 
 
76
 
16
13
 
 
82
 
13
10
 
 
96
 
9
6
 
 
69
 
6
3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Helgoland (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 3,3 4,8 7,8 12,3 15,9 17,7 18,4 16,4 13,1 9,0 5,8 Ø 10,7
Min. Temperatur (°C) 0,8 0,5 1,9 4,2 8,2 11,9 14,0 14,9 13,1 10,0 5,8 2,6 Ø 7,4
Temperatur (°C) 2,5 2,1 3,4 6 10,2 13,8 15,8 16,6 14,9 11,7 7,6 4,4 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 56 33,9 46,1 38,3 43,3 54,8 58,7 65,3 76,0 81,5 95,5 69,2 Σ 718,6
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,8 3,9 5,9 7,8 7,9 7,2 7,1 4,9 3,2 1,8 1,3 Ø 4,6
Regentage (d) 12 8 10 9 9 9 10 10 11 12 15 13 Σ 128
Wassertemperatur (°C) 4 3 3 5 9 12 16 17 16 13 10 7 Ø 9,6
Luftfeuchtigkeit (%) 88 86 86 84 83 83 82 80 79 82 84 86 Ø 83,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
0,8
3,3
0,5
4,8
1,9
7,8
4,2
12,3
8,2
15,9
11,9
17,7
14,0
18,4
14,9
16,4
13,1
13,1
10,0
9,0
5,8
5,8
2,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
56
33,9
46,1
38,3
43,3
54,8
58,7
65,3
76,0
81,5
95,5
69,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

GeologieBearbeiten

Geologische Entstehung der FelseninselBearbeiten

Zechsteinmeer im ausgehenden ErdaltertumBearbeiten

Die geologisch relevante Geschichte der Entstehung Helgolands begann vor etwa 260 Millionen Jahren im geologischen Zeitalter des Perm im ausgehenden Erdaltertum. Im beginnenden Zechstein, der zweiten Abteilung des Perm, kam es auf dem Urkontinent Pangaea zu Meereseinbrüchen in Europa und Amerika und so zum Vordringen des Meeres im Gebiet des heutigen Mitteleuropa. Die Region Helgolands lag in diesem Zechstein-Meer, im so genannten Elbe-Trog. Auf Grund des ariden Klimas verdampfte das Wasser jedoch mit der Zeit wieder und hinterließ Kalke, Dolomite, Anhydrite und Salze als Verdunstungsrückstände, so genannte Evaporite, die im norddeutschen Raum als Zechstein-Sedimente untersucht und bestimmt worden sind.

Ein bedeutender paläontologischer Fund war 1910 die 51,5 cm große Kopfplatte eines Capitosaurus helgolandiae (Schröder), einer urtümlichen Amphibie aus der Gruppe der Temnospondyli. Das Gewicht des in der mittleren Trias, vor rund 245 Millionen Jahren, lebenden Tieres ist nicht bekannt. Seine Augen waren klein und saßen hoch am Kopf. Sein Lebensraum waren periodisch trockenfallende Flussdeltas und Gewässer, die es in dieser Zeit im Gebiet der heutigen Nordsee gab.

Gesteinsbildung im ErdmittelalterBearbeiten

 
Helgoland auf einer Postkarte, ca. 1890 bis 1900
 
Nordspitze Helgolands, um 1929/30

Im frühen Erdmittelalter fanden die für Helgoland wichtigsten gesteinsbildenden Prozesse statt. Das zu Beginn der Trias herrschende tropische und subtropische Klima dominierte die Verwitterung der variskischen Gebirge im umgebenden Festland. Das Klima begünstigt eine lateritische Verwitterung, die im Endprodukt hohe Eisen- und Aluminium­gehalte vorweist. Die Oxidation dieser Verwitterungsprodukte führt zu einer starken Rotfärbung der typischen Buntsandstein-Sedimente in Mitteleuropa. Die grünen Bänder des Felsens zeigen heute das abgelagerte Kupfer.

Im Buntsandstein wurden große Mengen des Verwitterungsmaterials aus den Hochländern abgetragen und in tiefer liegenden Regionen sedimentiert. Im Gebiet Helgolands haben diese Ablagerungen eine Mächtigkeit von mehr als 1000 Metern. Sie bilden den sichtbaren Teil der heutigen Felseninsel.

Auch in der folgenden erdgeschichtlichen Abteilung des Muschelkalk war das Gebiet Helgolands Sedimentationsgebiet. Die Ablagerungen aus dieser Zeit haben eine Mächtigkeit von mehr als 300 Metern. Eine große Zahl von Fossilienfunden belegt zudem die günstigen Lebensbedingungen zu dieser Zeit. So fand man verschiedene Fische, Meeressaurier, Muscheln und Schnecken.

Auch aus der vor 140 Millionen Jahren beginnenden Kreidezeit sind im Helgoländer Raum Sedimentschichten zu finden. In dieser Zeit war der gesamte Nordseeraum Meeresgebiet. Im marinen Bereich bildete sich unter warmen und feuchten Klimabedingungen eine reichhaltige Flora und Fauna, so dass die Kreideschichten heute äußerst fossilienreich sind.

Salz-Aufstieg im TertiärBearbeiten

Die große Mächtigkeit der Sedimentschichten im Nordseeraum – auch schon im Mesozoikum – ist auch darin begründet, dass der Nordseeraum Senkungsgebiet war. Somit konnten selbst in den flacheren Meeren des Buntsandstein und Tertiär diese Senkungsgebiete immer wieder von dem aus den Gebirgen verfrachteten Verwitterungsmaterial aufgefüllt werden. Unter dem Druck des auflagernden Materials verfestigten sich die darunterliegenden Schichten zunehmend.

Im direkten Zusammenhang mit dieser Verfestigung und somit der Zunahme der Dichte sowie des Drucks auf die unteren Schichten ist auch die Heraushebung des Helgoländer Buntsandsteinfelsens zu sehen.

Im Laufe der Zeit lagerten sich über den permischen Salzgesteinen im Erdmittelalter die Schichten des Trias, der Kreide sowie des Tertiär ab. Jede neue Sedimentationsschicht hatte auch zur Folge, dass die jeweils unterlagernden Sedimente sich durch die Last der darüberlagernden Sedimente weiter verfestigten und verdichteten.

 
Das Felswatt (Brandungsplattform) bei Niedrigwasser nahe der Langen Anna

Die untenliegenden Salzgesteine lassen sich jedoch nur bis zu einer Dichte von maximal 2,2 g/cm³ verdichten. Da mit zunehmender Tiefe infolge des zunehmenden Druckes sich die Dichte einer Schicht erhöht, kam es im Bereich der Zechsteinsalze zu einer Dichteanomalie. Das Salzgestein reagierte plastisch auf den immer stärkeren Druck und neigte dazu, bevorzugt an Schwächezonen wie Verwerfungen aufzusteigen, um so zu einer Druckentlastung zu gelangen. Beim Aufstieg werden aber auch die aufliegenden Schichten mitgehoben. Man spricht bei diesem Phänomen von einem Salzkissen, in dessen Scheitelbereich Helgoland sich befindet.

Die Aufwölbung des Buntsandsteins sowie der weiteren Schichten durch den Aufstieg des Salzes (Salztektonik) wird auch in der heutigen tektonischen Struktur Helgolands sichtbar. Der Scheitel der Salzstruktur verläuft von Nordnordwest nach Südsüdost. Dies gibt die Streichrichtung der auflagernden Deckschichten an, die an den Abrasions-Plattformen im nördlichen Felswatt zu erkennen sind. Die Schichten sind bei der Aufwölbung gekippt worden, so dass heute eine Neigung der Buntsandsteinfelsen von circa 17 bis 20 Grad zu erkennen ist. Somit finden wir an der Westseite Helgolands nach oben zeigende Schichten, während die Schichten an der Ostseite nach unten zeigen.

Überprägung der neuentstandenen Felseninsel im QuartärBearbeiten

Ausgangspunkt der Überprägung im Quartär ist die Abkühlung des Klimas im ausgehenden Tertiär. Drei große Vereisungsperioden haben bis in den nordmitteleuropäischen Raum zu einer starken Veränderung der Landschaft geführt. Bei allen drei Eiszeiten war das Gebiet zwischen England und Dänemark trocken; eine Nordsee existierte aufgrund des niedrigen Meeresspiegels (ca. 120–150 m unter heutigem Meeresniveau) nicht.

Während der Elstereiszeit (vor etwa 480.000 bis 300.000 Jahren) und der Saaleeiszeit (vor etwa 280.000 bis 130.000 Jahren) erfasste die Vergletscherung auch Helgoland, wovon abgelagerte Geschiebelehme und Findlinge bis heute zeugen. Das Vordringen des Eises dürfte in dieser Zeit auch zu einer starken Abtragung der gehobenen und gekippten Schichten bis hin zu einer Freilegung der Salzstruktur im Bereich des westlich vorgelagerten Görtels geführt haben. Beide Eiszeiten hinterließen alluviale Anlagerungen bzw. Aufschüttungen und Endmoränen.

Während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit (von vor etwa 115.000 bis 11.700 Jahren), war die Landfläche zwischen England, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark weitestgehend eisfrei. Der Eisrand hat Helgoland nicht erreicht. Am Ende des Pleistozäns und Beginn des Holozäns stieg weltweit der Meeresspiegel wieder stark an; die Nordsee bildete sich wieder (Flandrische Transgression). Vor etwa 8000 Jahren gab es kurz nacheinander zwei Großereignisse: die Storegga-Rutschung vor Norwegen, die einen gigantischen Tsunami auslöste, und das Abschmelzen des nordamerikanischen Eisschildes bzw. der plötzliche Durchbruch der Schmelzwassermassen zum Atlantik, der neben einer weltweiten Meeresspiegelerhöhung auch wohl wieder mit einem Tsunami einherging. Beide Ereignisse führten in kürzester Zeit dazu, dass glaziale Ablagerungen auch oberhalb des damaligen Meeresspiegels abgetragen wurden, und die Inselbildungen setzten ein. Die Regression der Nordsee war weitestgehend erfolgt. Helgoland widerstand einer schnellen Abtragung durch das Meer. Es bestand möglicherweise auch noch über eine längere Zeit eine Landbrücke zur heutigen Halbinsel Eiderstedt. Die heutige Tiefenlinie von 12–15 m weist auf eine frühere Verbindung hin.[19] Diese Landbrücke wird heute als teilweise spekulativ gesehen.[20] Wann die Inselbildung einsetzte und wie sie ablief, lässt sich nicht präzise sagen. Auch der weitere Verlauf der Inselveränderung und -verkleinerung in geschichtlicher Zeit bis ins 16. Jahrhundert, als die ersten einigermaßen brauchbaren und zuverlässigen Karten gezeichnet wurden, lässt sich nicht genau nachzeichnen. Die früher unter anderem in einigen Schulatlanten dargestellte rasch abnehmende Fläche seit dem Frühmittelalter gilt heute als möglich, aber nicht gesichert.

Die Felsformationen der Insel Helgoland wurden 2006 in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope aufgenommen.[21]

Herausbildung der heutigen InselformBearbeiten

Natürliche VeränderungenBearbeiten

Die hauptsächlichen gestaltenden natürlichen Kräfte, die auf die Felseninsel einwirken, sind die Verwitterung sowie die Abrasion durch die Meeresbrandung. Insgesamt sind 15 einige Meter tiefe Brandungshöhlen erfasst.[22]

Bei der Verwitterung ist besonders das kühle Winterklima von Bedeutung. Die Kälte fördert die physikalische Verwitterung des Gesteins. Die Frosteinwirkung zerklüftet und zersprengt das Gestein und fördert Gesteinsschutt als Verwitterungsrest zu Tage, der am Fuß der Klippen angelagert wird. Hierbei wird das Kliff langsam zurückgedrängt und so die Insel verkleinert.

Typisch für Helgoland war hierbei auch die Entstehung von Felsvorsprüngen (Hörner) mit dazwischenliegenden Buchten (Slaps). Im Laufe der Zeit und unter weiterem Meeres- und Wettereinfluss können diese Vorsprünge von Brandungstoren durchbrochen werden, die beim Einsturz der Bogenverbindung einzelne Felstürme („Stacks“) hinterlassen. Der Hengst, heute als Lange Anna bezeichnet, ist mit einer Höhe von gut 48 m ein derartiger Stack und der einzige, der sich bis heute gehalten hat.

Veränderungen von MenschenhandBearbeiten

Veränderung der Inselformen
von 1910 bis heute
 
Karte von Helgoland mit Düne um 1910 (Baedeker's Northern Germany)
 
Aufnahme des Satelliten Landsat-7 der NASA (2010)

Die ersten menschlichen Eingriffe auf Helgoland bestanden in der Gewinnung von Rohstoffen.

Sehr spekulativ ist die Annahme einer Veränderung durch vorgeschichtlichen Kupferabbau, da dieser nicht nachweisbar ist.[23]

Von Bedeutung war ab dem Mittelalter der Muschelkalk- und Gips­abbau am damaligen Wittekliff. Dieser Abbau trug zu einer raschen Zerstörung der Steilfelsen bei, die schließlich so instabil waren, dass sie der Neujahrsflut 1721 nicht mehr standhalten konnten.

Weitere Rohstoffprospektionen blieben erfolglos, so dass über die Vorkommen fossiler Brennstoffe im Bereich Helgolands bislang keine weiteren Angaben getroffen werden können.

Schutzmaßnahmen veränderten die Gestalt der Insel weiter: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Felseninsel ungeschützt und hatte durch Abrasion und Verwitterung jährlich einen hohen Flächenverlust zu verzeichnen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts begannen Planungen für einen wirksamen Brandungs- und Sturmflutschutz. Vorangetrieben wurden diese Planungen durch eine starke militärische Nutzung der Insel. So begann bereits im Jahre 1903 der Bau einer Schutzmauer auf der stärker witterungs- und brandungsgefährdeten Westseite, die 1927 fertig gestellt war. Im weiteren Verlauf (→ Projekt Hummerschere) wurden auch der Norden und der Osten der Hauptinsel sowie die Düne in die Schutz- und Ausbaumaßnahmen einbezogen, die die Grundlage für die Schaffung des Nordost-Geländes und die stete Vergrößerung der Helgoländer Düne waren.

Vor der weiter voranschreitenden Verwitterung können jedoch auch die Schutzmauern nicht schützen. Davon zeugt der Verwitterungsschutt am Sockel der Kliffküsten, der stellenweise schon bis an die Schutzmauern angelagert ist. Wurde dieser früher noch von den Sturmfluten fortgetragen, so staut er sich heute an den Ufermauern. Infolge dieser Entwicklung wird Helgoland zwar nicht mehr flächenmäßig kleiner, doch nun droht es auf lange Sicht unter den Schuttkegeln der Verwitterung, die sich langsam begrünen, zu versinken.

Der letzte bedeutende und bis heute markante Eingriff in die Gestalt der Insel fand während und nach dem Zweiten Weltkrieg statt: Am 18. April 1945 war der damalige U-Boot-Stützpunkt Ziel eines massiven Luftangriffs der Royal Air Force (RAF). Die Bebauung der Insel wurde vollständig zerstört.[24] Die RAF nutzte die Insel in den Folgejahren als Übungsziel. Von den Bombardierungen zeugen die Bombenkrater im heutigen Oberland.

Zwei Jahre später, am 18. April 1947, sollten in einer Sprengung sämtliche militärischen Anlagen auf und unter der Insel sowie alte Munitions­bestände vernichtet werden, um so eine weitere Nutzung Helgolands aus militärischer Sicht unmöglich zu machen.[25] Die Sprengung von rund 6700 Tonnen Munition erschütterte die Insel mit ihrem Sockel bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern und führte zu einer dauerhaften Veränderung ihres Aussehens. (Siehe auch: Nach dem Zweiten Weltkrieg)

Flora und FaunaBearbeiten

Felswatt und TangwälderBearbeiten

 
Felswatt

Das Felswatt des Helgoländer Felssockels (Naturschutzgebiet) ist ein für Deutschland einzigartiger Lebensraum, der von über 300 Algenarten besiedelt wird.[26] In der Spritzwasserzone leben Kleiner Röhrentang und Purpurtange, in der oberen Gezeitenzone folgt Spiraltang, während das Felswatt von Blasentang, Sägetang und Meersalat bedeckt wird. Unterhalb der Niedrigwasserlinie gedeihen Tangwälder aus Fingertang, Zuckertang und Palmentang, welcher bis zu einer Tiefe von 8 m unter der Niedrigwassergrenze vordringt (siehe Liste der Meeresalgen von Helgoland).[27]

Vegetation von Insel und DüneBearbeiten

 
„Klippenkohl“, die Wildform des Gemüsekohls

Am Fuße der Klippen befinden sich Spülsäume und Fragmente von Salzwiesen mit typischen Salzpflanzen wie Portulak-Keilmelde, Strand-Melde, Strand-Beifuß, Wilde Rübe und Salz-Schuppenmiere. An der Steilküste wachsen die Wildform des Gemüsekohls (von den Helgoländern Klippenkohl genannt), Strand-Grasnelke, Strand-Wegerich und Dänisches Löffelkraut. Das Oberland ist von Grünland bedeckt. Es gibt dichte Bestände von Pfeilkresse. Wegen des starken Seewinds kommen Gehölze nur in der Mulde des Fanggartens der Vogelwarte sowie gepflanzt im Mittelland vor.

Der Großteil der Düne besteht aus Graudünen und Weißdünen sowie Gebüsch aus Sanddorn oder Silber-Ölweide. Auf der Aade im Südosten der Düne wird der Spülsaum von Kali-Salzkraut, Meersenf und Salzmiere besiedelt.[28]

VögelBearbeiten

Auf den Felsbändern des Lummenfelsen brüten dichtgedrängt Trottellumme, Dreizehenmöwe, Silbermöwe, Tordalk, Eissturmvogel und seit 1991 auch der Basstölpel. Während des Vogelzugs im Frühling und Herbst nutzen Scharen von Zugvögeln die Insel als Rastplatz und werden in der Vogelwarte Helgoland beringt und erfasst. Helgoland gehört zu den Orten in Europa, an denen besonders viele Vogelarten nachgewiesen wurden, bis 1985 waren es bereits über 370 Arten.[29] Seitdem sind immer wieder neue Erstnachweise von Vogelarten gelungen. Die Insel ist mit 432 nachgewiesenen Arten nun vermutlich der „artenreichste Ort“[30] in Europa. (Stand: Juni 2014)

Jährlich werden rund 240 verschiedene Vogelarten registriert. Regelmäßig werden dabei Seltenheiten beobachtet, weswegen die Insel ganzjährig von Vogelbeobachtern besucht wird, vor allem zu den Zugzeiten im Herbst und Frühjahr, wenn vermehrt mit Nachweisen gerechnet werden kann. Neben außergewöhnlichen Seltenheiten wie dem Rubinkehlchen oder dem Kronenlaubsänger lassen sich alljährlich Arten wie die Krähenscharbe oder seltene Laubsänger wie der Gelbbrauen-Laubsänger beobachten. Im Herbst werden – vor allem nach Stürmen aus Nordwest – Hochseevögel gesichtet, die sonst die deutsche Bucht meiden. Zuletzt sind 2014 zwei neue Arten hinzugekommen: Der Wüstengimpel (Heimat: Nordafrika bis Asien) und – besonders von den Medien beachtet – Ende Mai der Schwarzbrauenalbatros (Heimat: u. a. Falklandinseln).[30]

SchutzgebieteBearbeiten

Die Meeresgebiete, die direkt nordwestlich über westlich bis südlich der Hauptinsel Helgoland liegen, und jene, die sich unmittelbar nordnordwestlich über östlich bis südlich der Nebeninsel Düne befinden, bilden das Naturschutzgebiet (NSG) Helgoländer Felssockel (CDDA-Nr. 30101; 1981 ausgewiesen; 53,4783 km² groß); beide Inseln gehören, abgesehen von ein paar Felsen der Steilküste der Hauptinsel, nicht zu den durch einen schmalen Meereskorridor voneinander getrennten NSG-Bereichen. Flächenmäßig ähnlich geformt ist das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Helgoland mit Helgoländer Felssockel (FFH-Nr. 1813-391; 55,09 km²); es schließt Inselkleinteile – wie einige Felsen der vorgenannten Steilküste – mit ein. Beide Schutzgebiete liegen im Vogelschutzgebiet (VSG) Seevogelschutzgebiet Helgoland (VSG-Nr. 1813-491; 1.613,33 km²); beide Inseln zählen, abgesehen von ein paar Felsen dieser Steilküste, nicht zu dem VSG-Bereichen. Im Steilküstenbereich (Hauptinsel) befindet sich das NSG Lummenfelsen der Insel Helgoland (CDDA-Nr. 82122; 1964; 0,86 ha).[31]

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

ForschungsgeschichteBearbeiten

 
Oben Mejers Karte von 1652 mit fünf (Grab-)Hügeln auf dem Oberland, unten Mejers Vorstellung eines alten Helgolands

Zur Vorgeschichte Helgolands werden seit vielen Jahrhunderten Thesen aufgestellt.

Im Barock wurde zunächst eine frühere Größe der Insel postuliert. Hintergrund dieser Thesen war das Interesse des dänischen Königs, die Zugehörigkeit der Insel zu Schleswig zu beweisen.[32] Johannes Mejer zeichnete 1652 die Karte eines großen Helgolands, die oft widerlegt und oft wieder verteidigt wurde. Die Insel wurde schon 1631 von Johann Isaak Pontanus als Herthainsel, als germanisches Zentralheiligtum, angesehen. Dazu kamen schon in dieser Zeit Überlegungen, Helgoland als die antike Bernsteininsel zu sehen.

Zu Grabungen kam es erst in der Zeit des Tourismus. Zwei Grabhügel wurden 1845 und 1893 durch interessierte Laien freigelegt. Die Funde wurden in dieser Zeit nicht in eine Theorie einer großen Bedeutsamkeit der Insel in vorgeschichtlicher Zeit eingeordnet. Sie wurden in den Museen vergessen oder gingen verloren.

Emphatisch wurde die Vorgeschichte wieder in der völkischen Bewegung betrachtet, zum Beispiel von Heinrich Pudor.

Nach der Sprengung von Bunkeranlagen auf Helgoland wurde in den 1950er Jahren in Aufnahme völkischer Ideen von Jürgen Spanuth die Insel mit Atlantis gleichgesetzt. Grabungen auf der Insel waren nun nicht mehr denkbar. Zu neuen wichtigen Funden ist es nie gekommen.

Trotz der nun äußerst prekären Quellenlage werden weiter Theorien gerade von archäologischen Laien mit großer Emphase aufgenommen und entwickelt. Dazu gehört die noch heute diskutierte und nicht durch Funde belegbare Theorie eines bronzezeitlichen Kupferabbaus.[23] Die These eines Handels mit Helgoländer rotem Feuerstein scheint durch Funde auf dem Festland belegbar zu sein, auch sie wird besonders von Laien gerne unterstützt. Alte Theorien, die schon im 19. Jahrhundert oft widerlegt wurden, wurden immer wieder neu aufgenommen, so etwa von Heike Grahn-Hoek (siehe Abschnitt Literatur). Repräsentant einer kritischen Tradition ist heute Albert Panten; im 19. Jahrhundert waren es unter anderen Johann Martin Lappenberg, Friedrich Oetker und Ernst Tittel. Sachlich und nüchterner schrieb der Archäologe Claus Ahrens.

Vorgeschichtliche FundeBearbeiten

 
Helgoländer Feuerstein (roter Feuerstein; poliert)
 
Die Steinkiste von Helgoland im Neuen Museum in Berlin

Auf Helgoland konnten im 19. Jahrhundert vier Hügel identifiziert werden, von denen drei eindeutig Hügelgräber aus der Bronzezeit waren.[33] Im 17. Jahrhundert waren noch acht bekannt und in Karten mit Namen bezeichnet. Claus Ahrens vermutet, dass es in dieser Zeit aber insgesamt noch dreizehn Hügel gab. Auch weitere kann man vermuten, die auf Teilen des Oberlandes standen, die schon in den Jahrhunderten davor durch Felsabbruch verloren gingen. Am Moderberg wurde 1845 von dem Seebadgründer Jacob Andresen Siemens ein Steinkistengrab freigelegt;[34] von den Funden gibt es heute Reste im Historischen Museum der Universität Lund (LUHM) in Schweden. Ob auf dem Flaggenberg ein Grabhügel war, ist nicht gesichert. Der Kleine Berg (nicht auf der Mejerschen Karte, aber südlich des Bredebergs mit der alten Feuerblüse) wurde von Otto Olshausen ausgegraben. Er fand hier die Steinkiste von Helgoland, die seit 2009 wieder im Museum für Vor- und Frühgeschichte, einem Teil des Neuen Museums, in Berlin ausgestellt ist. Eine Replik befindet sich vor dem Museum Helgoland.[35] Die letzten Hügel sind alle durch die Festungsarbeiten der kaiserlichen Marine verschwunden. Auch durch diese Arbeiten kam es zu einigen Zufallsfunden, die Ahrens in seinem Aufsatz beschreibt. Nach ihm wurden zuletzt noch 1961 im Bauschutt in der Nähe der Vogelwarte vorgeschichtliche Funde gemacht.

Für die Diskussion wichtig sind auch die Funde aus Helgoländer Feuerstein auf dem angrenzenden Festland. Bis zu 300 km im heutigen Binnenland von Deutschland, den Niederlanden und Dänemark finden sich Artefakte aus dem roten Feuerstein von Helgoland. Wohn- oder Rastplätze der frühen Kulturen mit Fundstücken auf dem Festland konnten altersmäßig zugeordnet werden. Die Funde von Kupferscheiben hingegen stammen unumstritten aus dem Mittelalter.

ErgebnisseBearbeiten

Im Mesolithikum, der Mittelsteinzeit, etwa vor 11.600 Jahren bis 7.500 Jahren, wurde Helgoland langsam durch den Meeresanstieg zur Insel (siehe Doggerland). Dabei könnte in der südlichen Nordsee eine Vielzahl von großen und kleinen Inseln entstanden sein, die untereinander, aber auch vom Festland, erreichbar gewesen sein könnten. Die meisten dieser Inseln wären dann bei weiter steigendem Meeresspiegel untergegangen.

Durch die Funde liegt eine vorgeschichtliche Besiedlung der Insel seit dem Neolithikum, der Jungsteinzeit, nahe. Ob die Besiedlung ununterbrochen war, ist allerdings nicht beweisbar. Das Neolithikum ist gekennzeichnet durch den Übergang auf sesshafte Besiedlungsformen. Es wurden Plankenboote entwickelt, die gerudert wurden und bei entsprechender Wetterlage den Verkehr zwischen dem Festland und der Insel ermöglichten.

Wenn man der These von der Einmaligkeit des Helgoländer Feuersteins folgt, kann man auch für diese Zeit einen lebhaften Warenaustausch bzw. Handel mit Halbfertig- und Fertigprodukten aus Helgoländer Feuerstein vermuten. Seit der Zeit der Trichterbecherkultur im Mittelneolithikum (dem mittleren Abschnitt der Jungsteinzeit) und „im Laufe der Bronzezeit bis in die mittlere Vorrömische Eisenzeit wurden in großem Umfang Artefakte aus Helgoländer Feuerstein hergestellt und von der Insel exportiert“, berichtet der Archäologe Jaap Beuker.[36] Die These der Einmaligkeit des roten Feuersteins wird aber auch kritisiert.[37]

Zusätzlich wird auch heute noch die Insel allein durch das sichtbare Kupfervorkommen als Zentrum für Kupferabbau, auch als Bernsteininsel und zentrales germanisches Heiligtum vorgestellt. In seriösen Aufsätzen wird dabei immer der Konjunktiv benutzt – es gibt wenige Indizien (Funde).

AntikeBearbeiten

Aus der Antike sind nur wenige Nachrichten über Nordeuropa überliefert worden. Aber in der Naturgeschichte Plinius des Älteren wird mehrfach der heute nicht mehr erhaltene Reisebericht des Pytheas von Massilia (325 v. Chr.) zitiert. Eine Textstelle wird von manchen Autoren auf Helgoland bezogen, was allerdings sehr umstritten ist.[38][39]

Pytheas gibt an, ein germanisches Volk, die Guionen [oder Gutonen, je nach Abschrift des Textes von Plinius], wohne an einer Versumpfung des Ozeans, … eine Tagesreise von da liege die Insel ‚Abalus‘; dorthin werde der Bernstein im Frühling von den Wellen getrieben und sei eigentlich eine geronnene Ausscheidung der See; die Anwohner gebrauchten ihn statt Holz zum Feuer und verkauften ihn an die benachbarten Teutonen. Timaeus stimmt ihm darin bei, nennt aber die Insel ‚Basileia‘.“

Weitere Hinweise auf Literatur der Antike wurden schon seit dem 16. Jahrhundert geliefert,[40] von Friedrich Oetker aber schon kritisch diskutiert,[41] von Spanuth oder Grahn-Hoek (siehe unten Literatur) dagegen positiv aufgenommen. Es ging immer darum, allein durch alte Quellen eine besondere Bedeutsamkeit der Insel festzustellen.

MittelalterBearbeiten

 
Der heilige Liudger bei der Überfahrt nach Helgoland; Buchmalerei aus der Vita secunda Liudgeri (11. Jh.)
 
Mittelalterliche Kupferscheibe

Für das frühe Mittelalter gibt es als Quellen nur historisch wenig zuverlässige Heiligenlegenden. Um 800 schrieb Alkuin über einen Aufenthalt des Friesenherrschers Radbod auf Helgoland in der Heiligenlegende des Bischofs Willibrord von Utrecht. Willibrord versuchte danach zwischen 690 und 714 vergeblich, die Helgoländer Friesen zu missionieren. Die Christianisierung gelang erst 100 Jahre später durch Bischof Liudger von Münster. Nach seiner Heiligenlegende soll er alle Heiligtümer Fosites vernichtet und den Helgoländer Häuptlingssohn Landicius zum Priester geweiht haben. Kunde vom frühmittelalterlichen Heiligland gibt auch Adam von Bremen in seinen res gestae (Tatenbericht) aus dem Jahre 1076. In den Scholien dazu wird der frühere Name unter Bezug auf Willibrord als „Fosetisland“, der aktuelle Name aber als „Farria“ bezeichnet, was auf eine Verwechselung mit den Färöern hinweisen kann. Bei allen frühen Quellen ist umstritten, ob sie sich auf Helgoland beziehen.

Wie das übrige Nordfriesland stand Helgoland im 12. und 13. Jahrhundert unter der dänischen Krone und galt ab dem 14. Jahrhundert als dänisch. Der in dänischen Diensten stehende Amtmann und Kaperkapitän Waldemar Zappy wirkte Ende des 14. Jahrhunderts auf Helgoland.[42] Nicht nachweisbar ist hingegen ein Aufenthalt Klaus Störtebekers auf der Insel, obwohl er 1401 bei Helgoland gefangen worden sein soll. Erst mit dem Aufkommen der Seebadliteratur wird die Insel mit seinem Namen verbunden.

Helgoland war im Spätmittelalter als Fanggebiet von Heringen bekannt.[43][44] Während der Boomzeit des Heringfangs Ende des 15. Jahrhunderts versuchten die Hansestädte Bremen und Hamburg Besitzansprüche auf die Insel geltend zu machen.[45] Eine schriftliche Quelle aus der Hansezeit berichtet von dem Verlust einer Schiffsladung Kupfer 1409 bei Helgoland.[46] Kupferscheiben wurden noch nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der Insel gefunden und in das Mittelalter datiert. Im Rahmen einer Analyse von 1978 wurde vermutet, dass das Kupfer von Helgoland stammt,[47] was zu vielen Theorien (siehe Vorgeschichte) führte. Eine weitere Analyse von 1999 legte das Gegenteil nahe.[10]

Frühe NeuzeitBearbeiten

Helgoland wurde bei der Landesteilung 1544 zunächst vergessen,[48] kam dann aber letztlich zum Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf und gehörte bis 1713/21 zu den gottorfschen Anteilen im Herzogtum Schleswig. Es hatte den Status einer Landschaft mit einem hohen Grad an Selbstverwaltung. Die Heringsfänge waren deutlich zurückgegangen.

1542 ließ sich der Dithmarscher Pirat Peter Wiben auf der Insel nieder; er wurde hier 1545 von einer Truppe aus Dithmarschen erschossen. Wichtig waren die Schifffahrt, die jetzt nicht mehr nur lokale Fischerei und auch das Lotsenwesen, das sich ab dieser Zeit entwickelte. Für die Strandungen auf der Insel gab es ein eigenes Recht. Schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unterhielt Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf eine kleine ständige militärische Besatzung.[49]

1630 wurde von Hamburg das erste Leuchtfeuer (Feuerblüse) auf der Insel gebaut. 1686 musste die 1609 errichtete Kirche neugebaut werden; erst 1706 wurde der Kirchturm fertig.[50] Dänemark besetzte 1684 die schleswig-gottorfsche Insel Helgoland, musste sie aber bald wieder zurückgeben. 1709 wurde ein neues Kommandantenhaus errichtet.[51]

Als das Teilherzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf nach dem Großen Nordischen Krieg 1713 und endgültig 1721 auf seine holsteinischen Landesteile reduziert wurde und auf die schleswigschen Besitzungen verzichten musste, wurde Helgoland endgültig Bestandteil eines weitgehend einheitlichen Herzogtums Schleswig unter der dänischen Krone. Die Neujahrsflut 1721 zerstörte den Woal, die Landzunge zwischen dem roten Buntsandsteinfelsen der Hauptinsel und dem östlich gelegenen Witte Kliff, einem Kalkfelsen, dessen Abtragung durch die Nordsee aufgrund des dort bis ins 17. Jahrhundert betriebenen Steinbruchs beschleunigt wurde.[52] Über den verbliebenen Klippen bildete sich die heute für den Badebetrieb genutzte Düneninsel. Erst 1723 wurde ein Bollwerk zum Schutz des Unterlands am Nordoststrand gebaut. Die Insel geriet politisch in Vergessenheit.

Gegen Ende der dänischen Zeit wurde die Insel von Naturforschern besucht; Georg Christoph Lichtenberg machte 1773 eine Reise und berichtete viel und begeistert, 1790 folgte Alexander von Humboldt. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Helgoland in der gelehrten Öffentlichkeit Interesse gefunden; Besuche waren aber noch sehr selten und abenteuerlich.[53]

Britische Kronkolonie 1807–1890Bearbeiten

In der britischen Zeit wurde Helgoland zum führenden Seebad und „Sehnsuchtsort“ der Deutschen.[54]

Gouverneur William Osborne Hamilton 1808–1815Bearbeiten

Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Großbritannien in den Napoleonischen Kriegen besetzten 1807 britische Truppen die Insel und gliederten sie als Kronkolonie in das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland ein. Anlass dazu war die Kontinentalsperre, die 1806 von Napoleon gegen das Vereinigte Königreich verfügt worden war. Der erste Gouverneur wurde Corbet James D’Auvergne, der aber schon im Februar 1808 sein Amt an William Osborne Hamilton (1750–1818) übergab.[55] Helgoland entwickelte sich zu einem lebhaften Schmuggelplatz; die Insel übernahm gewissermaßen die Funktion Hamburgs als Überseehafen. Viele Hamburger und britische Kaufleute hatten Vertretungen auf Helgoland. Bis zu 400 Schiffe liefen täglich die Insel an. Die Helgoländer Lotsen kannten die Wege zum Festland gut.[56]

Dazu war die Insel erster Anwerbungsort für die King’s German Legion; ein Hauptorganisator war Friedrich von der Decken. Über 2000 meist zuvor hannoversche Soldaten gingen über Helgoland nach England.[57] Die Schwarze Schar des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig rettete sich 1809 komplett über Helgoland nach England. Dazu residierte auf der Insel Edward Nicholas (1779–1828), der die Geheimdienstaktivitäten kontrollierte. Über Helgoland liefen viele Nachrichten zwischen England und dem Kontinent. Das Ende der Kontinentalsperre führte zu einem wirtschaftlichen Niedergang und Bedeutungslosigkeit. Im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 verblieb Helgoland bei den Briten als eine ihrer wenigen Erwerbungen.

Gouverneur Henry King 1815–1840Bearbeiten

Unter Henry King verließen zu seinem Bedauern 1821 die letzten britischen Truppen die Insel. Er musste sich jetzt allein auf seine persönliche Autorität verlassen, was ihm aber gelang. Um der Armut zu begegnen, gründete Jacob Andresen Siemens 1826 nach dem Vorbild von Norderney das Seebad Helgoland. Der Durchbruch des Seebads kam 1829, als ein Kongress der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Hamburg eine Exkursion nach Helgoland unternahm. Teilnehmer waren Justus von Liebig und Adelbert von Chamisso; gerne dabei gewesen wäre auch Achim von Arnim; Goethe las mit Interesse die Berichte von der Exkursion. Ein eindrückliches Erlebnis war für die Gäste bereits die Fahrt mit dem Raddampfer. 1834 wurde die Treppenanlage erneuert. Es entstanden die ersten Gästehäuser am Falm und im Unterland das Gasthaus Mohr gegenüber dem Badehaus. Gegenüber dem Conversationshaus, der alten Börse der Schmuggelzeit, eröffnete eine Apotheke.

 
Rudolf Jordan, Heiratsantrag auf Helgoland, 1834, Altonaer Museum, Hamburg

In dieser Frühzeit der Helgolandbegeisterung malte Rudolf Jordan den Heiratsantrag auf Helgoland, der die Begeisterung für die schönen und natürlichen Helgoländerinnen deutlich machte. Das Bild erlangte eine hohe Popularität.

Der Revolutionär Harro Harring sorgte auf der Insel 1838/39 für Unruhe; auch er schrieb über Helgoland. Heinrich Heine galt im 19 Jahrhundert als der Dichter die Insel. Er hatte sie 1829 und 1830 besucht. Sein Helgoländer Tagebuch in Ludwig Börne: Eine Denkschrift von 1840 ist bis heute die bedeutendste Literatur vor Helgoländer Hintergrund. Seine späten Nordsee-Gedichte gehören auch zur Helgoland-Literatur. Im Gegensatz zu Norderney gibt es von ihm keine spöttischen Anmerkungen über Helgoland. Wichtig für die Rezeption der Insel war Ludolf Wienbargs Helgolandbuch. Der Verleger Julius Campe machte regelmäßig auf der Insel Sommerurlaub. Ab 1840 hatte Helgoland mehr Badegäste als Norderney, 1842 schon doppelt so viele.[58] Zu den weiteren Dichtern, Schauspielern und Literaten vgl. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine Deutsche Kulturgeschichte (siehe unten, Abschnitt Literatur).

Gouverneure John Hindmarsh 1840–1856 und Richard Pattinson 1857–1863Bearbeiten

John Hindmarsh war als Gouverneur in Südaustralien gescheitert, bevor er nach Helgoland kam. Er wie auch Richard Pattinson schafften es nicht, sich auf der Insel durchzusetzen. Gerne wurde den Gästen erzählt, dass auch ein englischer Polizist, der von Hindmarsh geholt worden war, von den Helgoländern verprügelt und unverrichteter Dinge wieder nach England zurückgeschickt worden war.[59]

Die anarchischen Zustände lockten freiheitssuchende Gäste an. Sie gründeten 1847 ein Selbstverwaltungskomitee, das mit den Helgoländern über Preise verhandelte und Veranstaltungen organisierte. Anders als in anderen Bädern, dominierte der Adel nicht die Seebad-Gesellschaft. Auf der Insel sah man unter den Gästen wie auch den Helgoländern eine ideale Gleichheit verwirklicht. Auf der Insel wurden keinerlei Papiere kontrolliert. Die Gäste gingen auf die Jagd nach Vögeln, Seehunden und Fischen. Das Schießen wurde auch als Üben für den Barrikadenkampf gedeutet. Berichtet wurde von dem hohen Alkoholkonsum und den daraus folgenden sehr freien politischen Reden.[60] Helgoland wurde zum Treffpunkt der Oppositionellen des Vormärz aus dem alten, nicht nur deutschsprachigen Mitteleuropa. Die österreichische Opposition war stark vertreten.

 
Wilhelm Heuer, Der Falm und Unterland, 1855. Heuer zeigte auf vielen Bildern das elegante Leben auf der Insel.
 
Christian Morgenstern, Die Dünen bei Helgoland, 1854, Hamburger Kunsthalle (dort im Depot)

In diesen Zusammenhang gehören auch die Besuche des Dichters Hoffmann von Fallersleben. Er dichtete während eines Ferienaufenthalts auf Helgoland am 26. August 1841 das Lied der Deutschen auf die von Joseph Haydn 1797 komponierte Hymne für den römisch-deutschen Kaiser. In der Helgoländer Urschrift gab es eine Variante zur dritten Strophe: Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland! Über die Feiern mit revolutionären Reden und viel Alkohol, die ihn zu diesem Lied inspirierten, wurde in den damaligen Zeitungen als Skandal geschrieben – nicht über ihn, den damals noch wenig bekannten Germanisten.[61]

Der wichtigste Inselgast über Jahrzehnte war Franz Dingelstedt. Häufig besuchten auch Adolf Stahr und Fanny Lewald die Insel. Thema vieler Veröffentlichungen war die Hochzeit der schönen Helgoländerin Anna Mohr mit einem Grafen, angeblich dem verhassten Fürsten Felix von Lichnowsky, der sie habe sitzen gelassen.

Während der Revolution 1849/49 war die Insel ein Erholungsort für Revolutionäre; manche konnten auch über die Insel nach England fliehen. Vor Helgoland kam es trotz der britischen Präsenz zu einem deutsch-dänischen Seegefecht: 1849 mit Schiffen der Reichsflotte, was eine Attraktion für die Badegäste war, allerdings sonst in der deutschen Presse kaum wahrgenommen wurde.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Popularität der Insel einen Höhepunkt.

Nach der Revolution kam verstärkt auch der Hochadel zur Insel. Häufig zu Gast war Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach.[62] Ein erster Einbruch für das Seebadleben stellte die Werbung für die englische Fremdenlegion 1855/56 dar, die im Krimkrieg kämpfen sollte. Das Oberland war mit vielen Baracken übersät.[63]

Gouverneur Henry Berkeley Fitzhardinge Maxse 1863–1881Bearbeiten

 
Das Unterland von der Südspitze. Erkennbar sind unten die Kasernen der britischen Küstenwache von 1868, daneben der Badestrand mit Badekarren (nur falls die Düne durch Sturm nicht erreichbar war), im Hintergrund das Theater. Es fehlt noch die Landungsbrücke von 1869. Der Südstrand ist noch reines Hafengebiet; es gibt hier keine Gästehäuser, nur eine Bretterpromenade.
Stereoskopie, datiert Juli 1873 (Kaufdatum?), wahrscheinlich von 1868

Gouverneur Maxse sollte die unhaltbaren Zustände auf der Insel ändern. Er sorgte für eine neue Verfassung für die Insel, die er nur mit Gewalt durchsetzen konnte. Es kam zum Steuerstreik der Insulaner. Er installierte eine Küstenwache mit neuer Kaserne im Unterland, um seine Autorität durchzusetzen. Die Helgoländer hatten keinerlei Mitbestimmungsrechte mehr.[64] Das Seegefecht 1864 der preußischen und österreichischen gegen die dänische Marine wurde in der Öffentlichkeit wahrgenommen und machte die Insel in Österreich noch populärer.

Die Spielbank der Insel, die seit der Gründung des Seebads im Conversationshaus bestanden hatte, wurde 1871 geschlossen, was zu einem starken Rückgang der Besucherzahlen führte.[65] Dafür gründete Maxse ein Theater, um die Attraktion der Insel zu steigern. Seine Frau Auguste Rudloff war eine ehemalige Schauspielerin des Wiener Burgtheaters. Beide waren Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens während der Saison. In seinen ersten Jahren wurde viel gebaut (siehe Bild), eine neue Straße wurde am Nordoststrand angelegt.

Ab 1871 wurden die Stimmen in der deutschen Presse aggressiver, die Helgoland für Deutschland forderten.[66]

Gouverneure Terence O’Brien 1881–1888 und Arthur Cecil Stuart Barkly 1888–1890Bearbeiten

Unter Terence O’Brien entwickelte sich das Seebadleben wieder besser. Er galt als korrekt, streng und gerecht. Der Haushalt der Kolonie entwickelte sich positiv. Am Südstrand entstanden neue Hotels und Pensionen. Auf der Insel weilte oft die kulturell sehr engagierte Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar; auch der Großherzog von Oldenburg und seine Familie gehörten zu den Stammbesuchern der Insel. Rudolf Lindau traf dort öfter Schriftsteller aus seinem Umkreis; er ließ sich im Ruhestand ganz auf der Insel nieder. Daneben gab es einen Kreis um Otto Brahm.[67]

Arthur Barkly kam schon krank auf die Insel; er wurde oft von seiner Frau in seiner Arbeit vertreten. Ihre Erinnerungen mit der Trauer über die Militarisierung der Insel nach 1890 wurden gerne zitiert.[68]

Das deutsche HelgolandBearbeiten

Die deutsche Zeit ist durch den Festungsbau der Marine und den zunehmenden Massentourismus geprägt. Helgoland wurde ein Ort des Nationalstolzes.

KaiserzeitBearbeiten

 
Parade zur Abtretung Helgolands an Deutschland am 10. August 1890
 
Der 1902 neu errichtete Leuchtturm (rechts) neben seinem Vorgänger, der kurze Zeit später abgetragen wurde
 
Blick vom Leuchtturm auf das Oberland um 1929/30
 
Helgoland, Treppe zum Oberland, ca. 1932

1890 ging Helgoland durch den Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland an Preußen. Es wurde in den Kreis Süderdithmarschen in der Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. Durch den umgangssprachlichen Namen des Vertragswerks („Helgoland-Sansibar-Vertrag“, abschätzig auch „Hosenknopfvertrag“) wurde grob vereinfacht davon gesprochen, es habe sich um einen Tausch von Sansibar gegen Helgoland gehandelt.[69] Deutschnationale Kritiker sprachen von einem „Tausch Hose gegen Hosenknopf“ und warfen Reichskanzler Caprivi vor, nach wirtschaftlichen wie kolonialpolitischen Gesichtspunkten gescheitert zu sein.[70] Die Helgoländer selbst wurden nicht nach ihrer Meinung gefragt. Nach Meinung der englischen wie auch der deutschen Presse und der Geheimdienste waren sie mehrheitlich dagegen, Deutsche zu werden.[71] Allerdings waren sie von den deutschen Badegästen wirtschaftlich abhängig. Wichtig für sie war, dass sie nach dem Vertrag 15 Jahre lang weiter keine Steuern zahlen mussten, die (bis heute bestehende) Zollfreiheit ebenso lange garantiert wurde und erst die nach 1890 geborenen Insulaner wehrpflichtig wurden.

Schon bald änderten sich ihre Lebensverhältnisse, da immer größere Teile ihrer Insel zu einer Seefestung ausgebaut wurden. Kaiser Wilhelm II. ließ Helgoland, das nahe der Mündung des damals neuerstellten, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute: Nord-Ostsee-Kanal) liegt, sofort zu einem Marinestützpunkt ausbauen. Kaiser Wilhelm kam nahezu jährlich nach Helgoland; allerdings besuchte er primär seine Marine, äußerst selten die Helgoländer oder die Badegesellschaft.[72] Im neuen Conversationshaus von 1891 war er nie. Die Marine wurde eine Attraktion für die Badegäste. Nicht nur vor dem Flottenmanöver des Kaisermanövers von 1904 fand eine Flottenparade vor der Insel statt.

Die Gästezahlen sanken, die wohlhabenderen Gäste kamen nicht mehr; dafür wurde Helgoland ein Ziel vieler Vereinsausflüge. Die Vereine feierten die deutsche Marine. In vielen Veröffentlichungen wurde darüber räsoniert, dass die Helgoländer den Betrieb der Festung stören würden. Außerdem galten sie als „halbe Engländer“ und damit als potentielle Verräter. Die Frage, wie lange sie noch auf der Insel bleiben könnten, lag in der Luft.[73]

Das kulturelle Interesse änderte sich. Helgolandgemälde zeigten im Kaiserreich primär die Kriegsmarine. Es gab wenige Ausnahmen: In den Jahren 1901 und 1902 stellte die Malerin Elisabeth Reuter aus Lübeck im eigenen Atelier auf der Insel aus.[74] Im Zuge der österreichischen Helgoland-Begeisterung komponierte Anton Bruckner im Jahr 1893 seine Kantate Helgoland für Männerchor und Orchester auf einen Text von August Silberstein; dieses Werk erinnerte an das Seegefecht bei Helgoland von 1864. Dazu entwickelten sich im völkischen Umfeld Phantasien von einer alten heiligen Insel Helgoland, zum Beispiel bei Gorch Fock.[75]

1901 wurde auf Helgoland als erstem deutschen Seebad das Familienbad eingeführt. Männer und Frauen konnten nun zusammen baden, allerdings nicht mehr wie bis dahin nackt.[75]

Ab 1908 wurde der Südhafen für die Marine gebaut.[76] Der Tourismus litt deutlich unter den Bauarbeiten, das Oberland war schon militärisch genutzt, es gab Tunnel und unterirdische Anlagen.

Im Jahre 1914, kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde die Bevölkerung deportiert. Als die Helgoländer die Insel verließen, nahmen sie an, der Krieg werde nur wenige Wochen dauern; doch sie konnten erst 1918 wieder zurückkehren. In den Gewässern Helgolands fand 1914 das Erste Seegefecht bei Helgoland und 1917 das Zweite Seegefecht bei Helgoland statt. Beide Male kam es nicht zu einem Kampf um Helgoland oder zu einem Einsatz der Festungskanonen; die Besatzung langweilte sich hauptsächlich vier Jahre lang.

Weimarer RepublikBearbeiten

Während der Revolution 1918 übernahm zunächst ein Soldatenrat die Macht auf Helgoland.[77] Dann kamen schon im Herbst die Helgoländer mit ihrer Gemeindevertretung zurück. Ihre Wohnungen waren nach der Benutzung durch die Soldaten verwahrlost.

 
Kaiserstraße 1932. Links das ehemalige Gasthaus Mohr, dann das Bekleidungsgeschäft Kuchlenz. Gegenüber besaß Franz Schensky ein Photogeschäft, vorne rechts das Gemeindehaus. Die Hakenkreuzflagge hängt wahrscheinlich an dem dazwischen liegendem Photogeschäft von Alfred Zerner, der auch von den Nationalsozialisten angegriffen worden war.

Die Helgoländer versuchten sehr schnell wieder Engländer zu werden. Britische Truppen waren ohnehin auf der Insel, um die Abrüstungsarbeiten zu kontrollieren. Ein wichtiges Argument für das Verlassen Deutschlands war die Einkommenssteuer, die jetzt von der deutschen Regierung eingezogen werden sollte. Zudem sahen die Helgoländer sich von den Abrüstungsarbeitern majorisiert. Letztlich scheiterte der Versuch an dem Unwillen der Briten, Helgoland wieder zurückzunehmen. Es gab Kontaktversuche zu den Dänen, aber auch die waren vergeblich. Die Reichsregierung sah diese Separationsversuche mit Sorgen und ergänzte die Verfassung nach Helgoländer Wünschen. Dazu wurde Helgoland ein eigener Landkreis mit einem Landrat auf der Insel. 1925 wurde das 100. Jubiläum der Seebadgründung gefeiert. Die politischen Streitigkeiten schienen sich gelegt zu haben. Gegründet wurde der Helgoländer Heimatbund mit einem eigenen Monatsblatt, das heute eine wichtige Quelle für die Geschichte ist. Im Jahr 1925 zählte Helgoland 2576 Einwohner, davon 2380 Evangelische, 148 Katholiken, 4 „sonstige Christen“ und 4 Juden.[78]

Die Besucher kamen jetzt oft wegen des günstigen zollfreien Einkaufs. Die Zahl der Tagesgäste hatte schon im Kaiserreich massiv zugenommen; die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen machten den Einkauf aber erst nach dem Ersten Weltkrieg attraktiv und verschlechterten weiter das Image der Insel. Im alten Kriegshafen war ein Strandbad entstanden.

Im Juni 1925 schloss der Physiker Werner Heisenberg auf Helgoland die grundlegenden Arbeiten an seiner mathematischen Beschreibung der Quantenmechanik ab.[79] Er hatte sich wegen seinen Heuschnupfens auf die Insel zurückgezogen. 1925 gründete sich der Club von Helgoland, um den Ruf der Insel zu verbessern. Landrat Gustav Etzel nutzte diesen Club für seinen Kampf gegen den Helgoländer Heimatbund; dessen Einsatz für Helgoländer Privilegien (Einkommenssteuer-Freiheit) sah Etzel als Separatismus an. Über Helgolands Untreue dem Reich gegenüber wurde 1928 reichsweit wieder diskutiert, wie schon in den ersten Nachkriegsjahren.

Die frühen Helgoländer Nationalsozialisten unterstützten den Heimatbund. Dagegen wehrten sich dessen Mitglieder nicht, aber sie grenzten sich von ihnen ab mit dem Hinweis auf ihre jüdischen Mitglieder, die den Heimatbund auch gegen den Vorwurf des Antisemitismus verteidigten. Bei den Kommunalwahlen trat die NSDAP nicht an. Es dominierten die Liste des Heimatbunds mit August Kuchlenz und eine Liste des nicht so radikalen Franz Schensky, die mehr auf Kooperation mit dem Reich setzte. Beide starken Männer hatten sich direkt nach dem Krieg für eine Rückkehr nach Großbritannien engagiert. In der NSDAP waren bis 1933 nur Helgoländer mit zweifelhaftem Ruf tätig.

Bis 1933 blieben August Kuchlenz und der Heimatbund die stärkste Gruppierung. In der Wirtschaftskrise waren Suppenküchen und Wärmestuben für viele Helgoländer notwendig zum Überleben.

Nationalsozialismus und Zweiter WeltkriegBearbeiten

1933 bekam die NSDAP drei der neun Sitze im Gemeinderat.[80] Einige Vertreter der Helgoländer Listen traten zur NSDAP über. Wichtiger war, dass auch die NSDAP sich änderte. Die führenden Mitglieder, die die Helgoländer Parteien unterstützt hatten, wurden ausgeschlossen; ihr Parteigründer kam mit einigen anderen Lokalpolitikern, darunter August Kuchlenz, ins KZ. Die Macht in der NSDAP übernahm Karl Meunier, ein junger ehrgeiziger Wissenschaftler aus der Biologischen Anstalt. Die Schullehrer und weitere Beamte dieser Anstalt, z. B. Helmuth Hertling, übernahmen die Macht. Sie waren absolut reichstreu und sahen auch die Helgoländer als Deutsche an, was damals neu war. Im Nationalsozialismus wurden die Helgoländer mit ihrer bis dahin unklaren nationalen Identität in die Volksgemeinschaft aufgenommen. Die Jugendlichen lernten bei der Hitlerjugend, dass sie Deutsche seien.

Viele Helgoländer in der NSDAP wehrten sich gegen den autoritären Stil Karl Meuniers; es gibt noch heute einen reichen Bestand von Prozessakten des Parteigerichts, die bis in die Kriegsjahre reichen. Höhepunkt war ein großer Homosexuellenprozess, in dem auch führende Mitglieder der Partei angeklagt waren.

Viele militärische Anlagen der Insel waren nach dem Ersten Weltkrieg nur zurückgebaut, aber nicht zerstört worden. Im Zuge der vom NSDAP-Regime betriebenen Aufrüstung der Wehrmacht wurden sie ab 1935 unter dem Decknamen Projekt Hummerschere zu einem großen Marinehafen ausgebaut. Schon ab 1933 wurden über die NS-Organisation Kraft durch Freude Helgoland-Fahrten angeboten. Das führte zu einem Einbruch bei der Zahl der Dauergäste.

 
Trichter einer 5-Tonnen-Bombe auf dem Oberland

Am Anfang des Zweiten Weltkriegs wurden die Helgoländer nicht deportiert. Am 3. Dezember 1939 erfolgte der erste Bombenangriff der Alliierten; es handelte sich um einen erfolglosen Angriff von 24 Wellington-Bombern der RAF-Squadrons 38, 115 und 149 gegen deutsche Kriegsschiffe, die bei Helgoland lagen.[81]

Die Insel war im Zweiten Weltkrieg zunächst wenig von Bombardierungen betroffen – was die geringe militärische Bedeutung zeigt, die vor allem die Briten ihr noch beimaßen. Durch die Entwicklung der Luftwaffe hatten Inseln ihre strategische Bedeutung weitgehend verloren. Das Projekt Hummerschere wurde 1941 abgebrochen.

Der auf der Düne errichtete Flugplatz war für eine ernsthafte Kriegsnutzung zu klein und verwundbar. Die zur Abwehr alliierter Bombenangriffe zeitweise eingesetzte Jagdstaffel Helgoland war mit einer seltenen, ursprünglich für den Einsatz von Flugzeugträgern aus konzipierten Version des Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 ausgerüstet. Vollendet und einsatzfähig waren der U-Boot-Bunker Nordsee III im Südhafen (ab Januar 1942, jedoch nur bis März 1942 durch U-Boote benutzt), Marineartillerie-Batterien (größtes Kaliber 30,5 cm), ein Luftschutzbunker-System mit umfangreichen Bunkerstollen[82] und der Flugplatz mit der Luftwaffen-Jagdstaffel Helgoland (April–Oktober 1943).[83] Die endgültige gesamte Länge der Tunnelanlagen wurde auf über 13 km geschätzt.[84] Beim Bau der militärischen Anlagen wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt, unter anderem aus der Sowjetunion.[85]

Widerstand am Kriegsende – Versuch einer friedlichen Übergabe der InselBearbeiten

Kurz vor dem Kriegsende 1945, als die Briten schon vor Bremen standen, gelang es dem aus Süddeutschland stammenden Dachdeckermeister Georg E. Braun und dem Helgoländer Erich P. J. Friedrichs, auf der vom Militär kontrollierten Insel eine Widerstandsgruppe zu bilden. Ihnen war klar, dass der Zweite Weltkrieg nicht mehr zu gewinnen war; so wollten sie versuchen, Helgoland vor der völligen Zerstörung durch die Alliierten zu bewahren. Bei Georg Braun auf dem Oberland trafen sich hauptsächlich Offiziere und Soldaten der in der Nähe liegenden Batterien Falm und Jacobsen. Treffpunkt im Unterland war Erich Friedrichs’ Gastwirtschaft Das Friesenhaus. Dort fanden sich hauptsächlich Helgoländer und Zivilisten vom Festland ein. Nie trafen sie sich in größeren Gruppen, sondern kamen immer wie zufällig vorbei, um Informationen auszutauschen. Während die Militärgruppe um Georg Braun die Pläne für eine kampflose Übergabe der Insel an die Alliierten ausarbeitete, unterhielten Friedrichs, der Funkoffizier an der Signalstation unweit des Hauses von Georg Braun war, und einige seiner Kollegen Funkkontakt zu den Engländern.

 
Stolperstein für Erich P. J. Friedrichs

Kurz vor der Ausführung der Pläne wurde die Aktion jedoch von zwei Mitgliedern der Gruppe verraten. Etwa zwanzig Männer wurden am frühen Morgen des 18. April auf Helgoland verhaftet und vierzehn von ihnen nach Cuxhaven transportiert. Nach einem Schnellverfahren wurden fünf Widerständler drei Tage später, am Abend des 21. April 1945, auf dem Schießplatz Cuxhaven-Sahlenburg hingerichtet.[86] Ihnen zu Ehren ließ das Helgoländer Museum am 17. April 2010 Stolpersteine auf Helgolands Straßen verlegen. Ihre Namen sind: Erich P. J. Friedrichs, Georg E. Braun, Karl Fnouka, Kurt A. Pester, Martin O. Wachtel. Ein sechster Stolperstein gilt der Erinnerung an den Friseur Heinrich Prüß, der seine Ablehnung des Nationalsozialismus öffentlich aussprach und 1944 verhaftet und im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet wurde.

Ende des Zweiten Weltkriegs und NachkriegszeitBearbeiten

Bei zwei Angriffswellen am 18. und am 19. April 1945 warfen 1000 Flugzeuge der britischen Royal Air Force etwa 7000 Bomben ab. Die Mehrheit der Bewohner überlebte in den Luftschutzbunkern. 285 Menschen kamen ums Leben, darunter viele Flak- und Marinehelfer.[87] Danach war die Insel unbewohnbar und wurde noch von den Deutschen evakuiert. Die Bewohner wurden in etwa 150 verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins untergebracht. Einige fanden eine Bleibe auf der Insel Sylt, von wo aus sie weiterhin Fischfang in ihren gewohnten Gewässern betreiben konnten. In Cuxhaven bildete sich eine Gruppe um August Kuchlenz, den alten Lokalpolitiker. Ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg gab es wieder Bestrebungen, nach Großbritannien zurückzukehren.

Die Helgoländische Muttersprache wurde nun verstärkt neben dem Schriftdeutschen benutzt.[88]

Am 18. April 1947 zerstörten die Briten mit der bis heute größten nichtnuklearen Sprengung der Geschichte die militärischen Bunkeranlagen der Insel.

Die Briten inszenierten diese Sprengung für die deutsche Öffentlichkeit; es gab eine eigene Broschüre dazu.[89] Für die Sprengung war Munition auf die Insel gebracht worden. Noch 1949 wurden im „Helgoländer Loch“, etwa 2,5 Seemeilen (ca. 4,6 km) südlich von Helgoland, Granaten mit bis zu zehn Tonnen Tabun versenkt. Insgesamt handelt es sich um rund 90 Tonnen Giftgasgranaten (ca. 6000 einzelne Granaten), die dort auf dem Grund der Nordsee lagern.[90][91][92]

Die umgesiedelten Helgoländer starteten nun weitere politische Initiativen zur Wiederbesiedlung der Insel: Im März 1948 wurden die Vereinten Nationen angerufen. Es gab Appelle an das britische Unterhaus, die neu gebildete Bundesregierung und sogar an den Papst. Die alten englandfreundlichen Insulaner um August Kuchlenz hatten jetzt an Einfluss verloren; es sprachen die jüngeren, die im Nationalsozialismus gelernt hatten, dass sie Deutsche waren. Wichtige Figur war ab dieser Zeit Henry Peter Rickmers. Helgoland blieb militärisches Sperrgebiet und Bombenabwurfplatz für die britische Luftwaffe.

 
20-Pf-Sondermarke der Deutschen Bundespost (1952) anlässlich der Rückgabe Helgolands

Am 20. Dezember 1950 besetzten die beiden Heidelberger Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld die Insel und hissten für die Presse die deutsche Flagge, die Flagge der Europäischen Bewegung und die Flagge Helgolands in unterschiedlichen Variationen. Ihnen schloss sich bald der damals in Heidelberg Geschichte lehrende Publizist Hubertus zu Löwenstein[93] an. Die Frage, wer welche Rolle spielte, wird bis heute unterschiedlich dargestellt.

Die Bemühungen der Helgoländer und die Besetzung durch die drei Deutschen lösten eine breite Bewegung zur Wiederfreigabe Helgolands aus; selbst aus der DDR gab es eine breite Unterstützung. Nachdem der Deutsche Bundestag im Januar 1951 einstimmig die Freigabe der Insel gefordert hatte, gaben die Briten am 1. März 1952 Helgoland wieder an die Bundesrepublik Deutschland zurück.[94] Die Bevölkerung erhielt die Erlaubnis, auf ihre Insel zurückzukehren. Bis heute ist der 1. März auf Helgoland ein Feiertag.

Die Vertriebenen begrüßten die Wiederfreigabe der Insel; noch einmal wurde Helgoland zu einem deutschen Symbol. An die Stelle des Stolzes auf die deutsche Festung trat die Freude über die erste Rückgabe eines von den Alliierten besetzen Gebietes. Die Hoffnung, dass auch die deutschen Ostgebiete wieder deutsch würden, wurde gestärkt.

WiederaufbauBearbeiten

Eine Wiederaufbaukommission wurde 1952 ins Leben gerufen. Georg Wellhausen, der sich beim Wiederaufbau Hamburgs einen Namen gemacht hatte, wurde mit der Leitung der Kommission und dem Aufstellen eines Bebauungsplanes beauftragt, und es wurde ein Wettbewerb durchgeführt. Er entwickelte das städtebauliche Konzept, das bewusst von einer Rekonstruktion der Altbebauung absah, aber die gewachsenen Strukturen mit ihrer Ausrichtung nach der Windbelastung berücksichtigte. Als typisch gelten die asymmetrischen Giebelprofile und die farbigen Holzverschalungen, beispielsweise bei den Hummerbuden.[95] Der Kommission gehörte Konstanty Gutschow als Preisrichter an.[96] Weitere Mitglieder waren Godber Nissen[97] und Otto Bartning,[98] der die Oberbauleitung übernahm. Mit dem Wiederaufbau entwickelten sich der Fremdenverkehr und der Kurbetrieb wieder zu wichtigen Wirtschaftszweigen. Helgoland erhielt 1962 die staatliche Anerkennung als Nordseeheilbad. 1967 galt der Wiederaufbau als abgeschlossen.

Krise und neue WegeBearbeiten

Die Gästezahlen stiegen bis Anfang der 1970er Jahre. Dann galt die Insel als billiger Einkaufsort; es entstand die abschätzige Bezeichnung „Fuselfelsen“. Das Image wurde schlecht und die Besucherzahlen sanken. Auch auf dem Festland war man nicht mehr auf den Wiederaufbau stolz. Durch neue Konzepte wird seitdem versucht ein besseres Image aufzubauen. Die Gäste schätzen die Naturerlebnisse und die Besichtigung der Bunker. Von der reichen Geschichte wird oft nur noch die Sprengung wahrgenommen. Die Reste der alten Bunkeranlage werden sehr gerne besucht.

Immer wieder macht die Insel Schlagzeilen: Am 26. Juni 2011 wurde über eine Verbindung der Hauptinsel mit der Düne abgestimmt; die Mehrheit votierte dagegen (siehe Abschnitt Pläne zur Inselerweiterung). Seit 2015 hat die Gemeinde große Einnahmen durch die Windkraftanlagen. Durch die verstärkten Bauaktivitäten kommt es oft zu Bombenfunden. Am 19. Oktober 2017 wurde das gesamte Oberland evakuiert, da eine britische Fliegerbombe gefunden und entschärft wurde.[99]

WappenBearbeiten

 
Flagge von Helgoland
 
Ehemalige Flagge Helgolands

Blasonierung: „Zweimal geteilt von Grün, Rot und Silber“.[100]

Helgoland besitzt das älteste Wappen im Kreis Pinneberg. Es stammt aus dem Jahre 1696 und beruht auf einer von Herzog Friedrich IV. verliehenen Schifffahrtsflagge. Die Farben des Wappens wurden erst im 19. Jahrhundert mit dem Erscheinungsbild der Insel begründet. Bekannt ist der folgende Spruch:

„Grön is dat Land, rot is de Kant, witt is de Sand. Dat sünd de Farven vun’t hillige Land.“
„Grün ist das Land, rot ist die Kant (seltener: Wand), weiß ist der Sand: Das sind die Farben von Helgoland.“

Zur Zeit der britischen Besitzung befand sich auf der Flagge von Helgoland zusätzlich der sogenannte Union Jack in der Gösch.

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde Helgoland gehörte vom 18. Februar 1891 bis zum 30. September 1922 zum Kreis Süderdithmarschen in der Provinz Schleswig-Holstein. Am 1. Oktober 1922 wurde sie zur einzigen Gemeinde im neuen Kreis Helgoland. Am 1. Oktober 1932 wurde dieser Kreis aufgelöst. Helgoland kam als amtsfreie Landgemeinde zum Kreis Pinneberg.[101] Bis heute ist sie mit einem direkt gewählten Abgeordneten im Pinneberger Kreistag vertreten. Der Grund für die Zuordnung zum Kreis Pinneberg war, dass Pinneberg von allen schleswig-holsteinischen Kreisstädten aufgrund seiner Nähe zu Hamburg die beste öffentliche Verkehrsverbindung nach Helgoland hatte.[102]

Sitzverteilung in der Ratsversammlung
   
Insgesamt 13 Sitze

Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2013[103]

Partei Prozent Sitze
SPD 39,9 % 5
CDU 33,0 % 4
SSW 27,1 % 4
  • Bürgermeisterwahl 2010: Bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters am 5. September 2010 erreichte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit. Mit 47,5 % aller abgegebenen gültigen Stimmen erhielt Jörg Singer (unabhängiger Kandidat mit Unterstützung der SPD, CDU, FDP und der Interessengemeinschaft Halunder Moats (IHM)) die meisten Stimmen, gefolgt von Felicitas Weck (Kandidatin der Partei Die Linke) mit 30,8 % der Stimmen und Hermann Voßhal (unabhängiger Kandidat) mit 21,7 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,2 %. In einer Stichwahl am 26. September 2010 wurde der gebürtige Konstanzer Jörg Singer als Nachfolger für Frank Botter gewählt – seine Amtszeit begann am 1. Januar 2011.[104]

BildungBearbeiten

Die einzige allgemeinbildende Schule der Insel ist die James-Krüss-Schule, eine Gemeinschaftsschule mit integrierter Grundschule.[105]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

ReligionBearbeiten

 
Kirche St. Nicolai auf Helgoland

Helgoland wurde früher als das schleswig-holsteinische Festland von christlichen Missionaren besucht. Von Alkuin kommt ein erster schriftlicher Bericht über einen Inselbesuch des angelsächsischen Missionars Willibrord um 800. 100 Jahre nach dem Besuch schrieb er dessen Leben auf, um ihn als Heiligen zu rühmen. Nicht unumstritten ist, dass die beschriebene Insel auch Helgoland sei. In diesem Bericht wird auch kurz auf die Religion der Insulaner eingegangen und ein Gott Fosite erwähnt, der sonst allerdings nirgends erwähnt wird. Ebenso wird eine Quelle beschrieben, aus der nur schweigend geschöpft werden soll. Dieses Bild hat Alkuin wahrscheinlich aus der antiken Literatur übernommen. Alkuin gibt auch wörtlich die Rede Willibrords wieder, was genauso wenig als historischer Tatsachenbericht zu lesen ist. Welche Religion auf Helgoland damals verbreitet war, ist nur zu vermuten. Um 1900 wurde der Helgoländer Gott Fosite auf der Insel als Personifikation der Insel benutzt, ähnlich wie Germania für Deutschland oder Hammonia für Hamburg (siehe Abschnitt Sport).

Willibrord war nicht erfolgreich. Etwa 791 wurde angeblich die erste Kapelle durch den Münsteraner Bischof Liudger erbaut. Er ließ alle Fosite-Heiligtümer vernichten. Nach der Reformation gab es bis Ende des 19. Jahrhunderts nur evangelisch-lutherische Bewohner auf der Insel.[106]

Der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gehören etwa 870 Personen und damit die Mehrheit der Inselbevölkerung an.[107] Am 29. November 1959 wurde die evangelische St.-Nicolai-Kirche, welche nach dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute, Nikolaus von Myra, benannt ist, eingeweiht.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde auf Helgoland hat etwa 140 Gemeindemitglieder. Seit der Einweihung am 27. Juni 1971 hat Helgoland mit der St.-Michaels-Kirche eine katholische Kirche anstelle einer früheren Kapelle. Die Kirche wurde nach dem Erzengel Michael benannt.

SpracheBearbeiten

Die traditionelle Sprache Helgolands ist das Halunder Spreek genannte Helgoländer Friesisch. Dieser inselfriesische Dialekt der nordfriesischen Sprache ist auf der Insel auch zum Amtsgebrauch zugelassen. Allerdings beherrscht nur noch etwa ein Drittel der Helgoländer das Halunder.

Eine Textprobe auf Halunder: „Med’n Oktoober für de iáárs Foortschichen weer noa Hambörri, en de Damper fan Tres küm weer taumoal uun’e Wek.“ Übersetzt ins Hochdeutsche: „Mitte Oktober fuhren die ersten Schiffe (‚Fahrzeuge‘) wieder nach Hamburg, und der Dampfer von Cuxhaven kam wieder zweimal die Woche.“[108]

Die verbreitetste Sprache ist heute das Standarddeutsche. Daneben sprechen viele, vor allem ältere Helgoländer auch noch Plattdeutsch, das auf Helgoland zwar nie Volkssprache geworden ist, aber lange Zeit die Verkehrssprache für den Kontakt mit dem Festland war. 2005 wurde die Gemeinde Helgoland von der Aktion Sprachenland Nordfriesland mit der Auszeichnung „Sprachenfreundliche Gemeinde“ bedacht.[109]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Lange Anna: Geologisch-naturkundliche Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Lange Anna, ein 47 m hoher, frei stehender Felsen, und der von tausenden Seevögeln bevölkerte Lummenfelsen. Sie sind gut von einem Rundweg aus zu sehen, der auf dem Oberland entlang der Steilküste führt.
 
Das Unterland mit den bunten Hummerbuden
  • Hummerbuden: Die bunt bemalten, hölzernen Hummerbuden am Hafen sind ehemalige Werkstätten der Fischer. Die heutigen Nutzungsarten stehen meist im Zusammenhang mit dem Tourismus.
  • Museum Helgoland mit James-Krüss-Museum: Auf dem Museumshof des Museums Helgoland gibt es in zwei nachgebauten Hummerbuden ein kleines James-Krüss-Museum, in dem Fernsehaufnahmen, CDs, Fotografien, Manuskripte und Briefwechsel, darunter auch ein Brief von Astrid Lindgren an James Krüss, gezeigt werden.[110]
  • Das Aquarium Helgoland am Nordosthafen wird von der Biologischen Anstalt Helgoland als Forschungs-, Lehr- und Schauaquarium betrieben. Anfang 2015 musste das Aquarium aufgrund finanzieller und technischer Probleme bei der Instandhaltung bis auf Weiteres geschlossen werden. Der Förderverein Bluehouse Helgoland[111] strebt an, das Aquarium mit einem neuen Nutzungskonzept wieder zu eröffnen.[112]
  • Richtfunkturm Helgoland: Ein Sendeturm sehr ungewöhnlicher Bauweise befindet sich auf dem Oberland. Der Richtfunkturm Helgoland ist als Stahlfachwerkkonstruktion mit dreieckigem Querschnitt ausgeführt, die noch zusätzlich mit Pardunen gesichert ist.
  • Leuchtturm: steht in unmittelbarer Nähe zum Richtfunkturm. Der im Zweiten Weltkrieg als Flakturm bzw. Flakleitstand konzipierte Bau wurde 1952 als Leuchtturm in Betrieb genommen. Er besitzt das lichtstärkste deutsche Feuer mit einer Tragweite von 28 Seemeilen (52 Kilometer),[113] so dass der Lichtstrahl in klaren Nächten bis zu den Ostfriesischen Inseln auszumachen ist. In den unteren zwei Stockwerken des Leuchtturms wurde zur Zeit des Kalten Krieges ein Atombunker eingebaut; die Scheinfenster in diesen Stockwerken brachte man nur aus ästhetischen Gründen an.
  • Bunker: Rund 400 Meter der alten unterirdischen, mehrere Kilometer langen Bunkeranlagen und Schutzräume können in Führungen besichtigt werden. Die genaue Zahl und Länge der unterirdischen Gänge auf der Insel sind noch immer unbekannt.
  • St.-Nicolai-Kirche: Die Innenausstattung der auf dem Oberland gelegenen Kirche stammt zum Teil noch aus der alten Inselkirche, die am 18. April 1945 durch einen Bombenangriff zerstört wurde.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Nordseewoche (Hochseeregatta): Deutschlands einzige Hochseeregattaserie findet jedes Jahr am Pfingstwochenende statt.
  • Störtebeker Opti Cup: Regatta für Optimisten, findet seit 2003 Ende Juli/Anfang August statt.
  • Marathonlauf: Der Helgoland-Marathon wird seit 1998 alljährlich mit einigen Hundert Teilnehmern im Mai ausgetragen, meist am Sonnabend des Wochenendes, an dem in Hamburg das Volksfest Hafengeburtstag gefeiert wird.
  • Beachvolleyball-Turnier: findet alljährlich im Sommer statt.
  • Flens BeachSoccer Cup: Jedes Jahr Ende Juli/Anfang August findet am Südstrand der Düne ein großes Beachsoccer-Turnier statt.
  • Inselfest: Auch als „Straßenfest“ oder „Tag des Seebäderdienstes“ bekannt, findet alljährlich an einem Sonnabend um den 12. Juli statt.
  • Ruderregatta: Jedes Jahr im Juli veranstaltet die Allgemeine Fetenveranstaltungsgesellschaft Helgoland mit vielen Ruderteams der Insel und vom Festland ein Ruderfest mit Kostümen und Livemusik.
  • Börtebootregatta: Zum Jahrestag der Abtretung Helgolands von Großbritannien an Deutschland am 10. August findet eine Regatta der Börteboote statt.
  • Rock’n’Roll Butterfahrt: Das Festival findet jedes Jahr Ende April / Anfang Mai auf der Düne statt.

SportBearbeiten

Auf Helgoland befindet sich ein Fußballplatz mit Kunstrasen sowie einer Laufbahn und einer Sprunggrube. Die Fußballabteilung des VfL Fosite Helgoland ist (wie alle Vereine aus dem Kreis Pinneberg) Mitglied im Hamburger Fußball-Verband. Allerdings nimmt derzeit keine Mannschaft am regulären Spielbetrieb teil. Der Grund hierfür sind die hohen Kosten der Überfahrt aufs Festland. Deswegen bestreitet der Verein ausschließlich Freundschaftsspiele.[114]

Jedes Jahr im Mai findet der Helgoland-Marathon auf einem Rundkurs auf der Insel statt, der fünfmal durchlaufen wird. Es nehmen bis zu 200 Männer und Frauen zumeist aus Deutschland teil.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Biologische Anstalt Helgoland

Die Bevölkerung Helgolands lebt heute größtenteils von Einnahmen aus dem Tourismus. Auf Helgoland gibt es nach wie vor Duty-free-Shops. Daneben gibt es Handwerksbetriebe und Forschungseinrichtungen. Die seit 1892 bestehende Biologische Anstalt Helgoland (BAH) erforscht die Grundlagen des Lebens im Meer mit Schwerpunkten in der Nordsee und im Wattenmeer. Sie gehört seit 1998 zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit Sitz in Bremerhaven. Eine weitere Forschungseinrichtung ist die aus der BAH hervorgegangene Vogelwarte Helgoland. Infolge der Zerstörungen auf Helgoland nahm sie 1947 ihren Hauptsitz in Wilhelmshaven und heißt jetzt Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“. Die Inselstation Helgoland ist heute eine Außenstelle dieses Institutes.

Der ins Helgoländer Netz eingespeiste Strom wurde bis 2009 ausschließlich vor Ort produziert: im nordöstlichen Teil des Unterlands befindet sich ein Kraftwerk mit zwei Generatoren, die mit Dieselmotoren betrieben werden. Die Abwärme sowie die Wärme zweier mit Heizöl betriebener Heizkessel werden zur Fernwärme-Versorgung eines Großteils der Helgoländer Gebäude genutzt. Die Abgase der zentralen Energieerzeugung werden einer Rauchgasreinigung unterzogen. Im Jahr 2009 wurde für 20 Millionen Euro ein knapp 53 km langes 30-kV-Seekabel von St. Peter-Ording nach Helgoland verlegt, das Helgolandkabel.[115] Seit der Inbetriebnahme am 30. November 2009 ist Helgoland als letzte deutsche Gemeinde an das europäische Verbundnetz angeschlossen.

Trinkwasser wird auf Helgoland selbst gewonnen. Neben dem Kraftwerk befindet sich eine Meerwasserentsalzungsanlage, mit der durch Umkehrosmose das Helgoländer Trinkwasser gewonnen wird. Das Wasser ist etwa viermal so teuer wie auf dem Festland.

Im Südhafen ist der größte Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die Hermann Marwede, stationiert. Die Deutsche Marine betreibt auf Helgoland unter anderem einen SAR-Rettungshubschrauberstützpunkt. Ebenfalls am Südhafen befindet sich eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes. Zur Überwachung der Umweltradioaktivität installierte das Bundesamt für Strahlenschutz auf Helgoland zwei ODL-Sonden. Eine befindet sich auf dem Oberland, die andere beim Hafen, sie dienen der radioaktiven Frühwarnung.

Auf dem im Jahr 2013 von der Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH (HGH) erschlossenen Südhafengelände bauen die Unternehmen E.ON, RWE und WindMW, die am Bau und Betrieb mehrerer Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht beteiligt sind, eine Betriebsbasis für Wartung und Service.[116][117][118] Vorher musste das Gelände von den hier noch zahlreich vorhanden gewesenen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit geräumt werden.[119][120] Die Offshore Windparks Meerwind Süd und Meerwind Ost von WindMW rund 23 km nördlich von Helgoland wurden 2014 fertiggestellt.[121] Der Windpark Nordsee Ost von RWE wurde im Mai 2015 eröffnet.[122] Der Park von E.ON befindet sich (Stand September 2015) noch im Bau.

TourismusBearbeiten

Helgoland ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad. Es stehen etwa 2200 Betten in Privatquartieren, Pensionen und Hotels zur Verfügung

Die Zoll-[123] und Umsatzsteuerfreiheit[124] Helgolands lockt, vor allem in den Sommermonaten, Tagesausflügler auch zum Duty-free-Shopping auf die Insel. Allerdings wird der Preisvorteil aufgrund des Wegfalls der Umsatzsteuer und der Zölle durch die ausschließlich auf Helgoland erhobene Gemeindeeinfuhrsteuer[125] gemindert. Aufgrund der niedrigen Preise für Dieselkraftstoff gilt Helgoland unter Sportbootkapitänen zudem als Geheimtipp für Törns in der Deutschen Bucht. Auch Sportpiloten profitieren von dem Preisvorteil beim Tanken auf dem Helgoländer Flughafen.

 
Seehunde am Oststrand der Insel Düne

Die der Hauptinsel vorgelagerte und per Fähre zu erreichende Düne ist bevorzugtes Ziel derjenigen Urlauber, die nicht nur als Tagestouristen auf Helgoland verweilen und sich vor dem täglichen Touristenandrang dorthin zurückziehen. Auf der Düne teilen sich die Badegäste an manchen Tagen den Strand mit einigen Seehunden und Kegelrobben, die ihre Scheu gegenüber Menschen weitgehend abgelegt haben.

Von Ende der 1960er bis Ende der 1970er Jahre kamen bis zu 800.000 Ausflügler im Jahr, Besucherzahlen, die später nicht mehr erreicht wurden. Helgoland wurde damals mit dem abfälligen Spitznamen „Fuselfelsen“ bedacht, weil Touristen dort alkoholische Getränke zollfrei in großen Mengen kaufen konnten.[126][127][128]

Um den Schwerpunkt wieder weg vom reinen Tages- und Einkaufstourismus auf Übernachtungsgäste zu legen, wurde 1999 das alte Kurhaus durch einen Hotelneubau ersetzt[129] und 2007 das Meerwasserschwimmbad renoviert, das jetzt den Namen Mare Frisicum Spa Helgoland trägt.[130] Die Zahl der Tagestouristen stieg 2011 erstmals nach langer Zeit wieder leicht an. Von 2007 bis 2010 stieg die Zahl der Übernachtungsgäste um rund 30 %.[131] Im Jahr 2012 gab es rund 70.000 Übernachtungsgäste, die Zahl der Helgoland-Ausflügler insgesamt betrug 316.241.[132] 2012 wurde die HelgolandCard eingeführt, die die frühere Kurkarte ersetzt.[131]

Pläne zur InselerweiterungBearbeiten

Im April 2008 wurden erste Pläne des Hamburger Bauunternehmers Arne Weber bekannt, die eine großangelegte Neulandgewinnung auf Helgoland vorsahen. Eine etwa 1000 Meter lange Spundwand sollte als „Neuer Woal“ demnach das Nordostgelände mit dem Westrand der Düne verbinden und damit erstmals seit der Sturmflut 1720/1721 die beiden Inselteile wieder vereinigen. Die Stahlbetonkonstruktion hätte direkt im Felssockel der Insel verankert werden sollen und dadurch festen Halt gehabt. Die eigentliche Landgewinnung sollte über Spülschiffe erfolgen, die den – nur wenige Meter tiefen – Meeresarm zwischen Hauptinsel und Düne mit Sand aus der Nordsee aufgefüllt hätten.[133]

Gestützt wurde der Plan durch eine Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Hamburg-Harburg und des Alfred-Wegener-Instituts mit der Biologischen Anstalt Helgoland. Die Landgewinnung wäre laut dieser Studie für 80 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren zu bewerkstelligen gewesen.[134]

Laut Initiator und zugleich potentiellem Investor hätten die Aufspülungen rund ein Jahr lang gedauert. Nach Ausführung aller Arbeiten hätten mehr als 100 Hektar neues Land zur Verfügung gestanden. Damit hätte die bestehende Landebahn des Flugplatzes verlängert werden können und so größeren Linien- und Charterflugzeugen Platz geboten. Zudem war ein neuer Kreuzfahrtanleger im Hafen geplant. Die Schiffe hätten dann in der neu entstandenen Bucht direkt anlegen können, und das aufwendige Ausbooten wäre entfallen. Durch den Wegfall des Fahrwassers zwischen Hauptinsel und Düne wäre zudem dem Naturschutzgebiet rund fünf Quadratkilometer Wasserfläche zugeschlagen worden.[135]

Integriert in die Neulandgewinnung wären außerdem ein Gezeitenkraftwerk, zwei Windkraftanlagen und ein Photovoltaikfeld gewesen. Allerdings hingen die Pläne von einer soliden Finanzierung, die laut dem Initiator als Public Private Partnership angestrebt wurde, und der Akzeptanz in der Bevölkerung der Insel Helgoland selbst ab. Laut einer Umfrage standen zwei Drittel der Helgoländer dem Projekt kritisch bis ablehnend gegenüber.[136]

Am 14. Juni 2010 lehnte die zuständige Lenkungsgruppe unter Vorsitz des Pinneberger Landrats das Projekt nach abschließenden Beratungen endgültig ab.[137] Es wurde jedoch weiterhin vom Helgoländer Bürgermeister Jörg Singer verfolgt. Am 26. Juni 2011 waren die wahlberechtigten Helgoländer zu einem Bürgerentscheid über die Inselvergrößerung aufgerufen.[138] Die Wahlbeteiligung lag bei 81,4 %.[139] Von den 1065 gültigen Stimmen sprachen sich 583 (54,74 %) gegen und 482 (45,26 %) für die Landgewinnung und Verbindung der beiden Inselteile Helgolands aus.[140][141]

VerkehrBearbeiten

Die Anreise nach Helgoland kann per Wasser- oder Luftfahrzeug erfolgen.

SchiffBearbeiten

 
Drei Seebäderschiffe liegen auf Reede, links die Landungsbrücke, rechts der Beginn des Südhafens

Während der Touristensaison fahren täglich Seebäderschiffe von verschiedenen Häfen auf dem deutschen Festland nach Helgoland. Im Dezember 2015 nahm die neue Helgoland mit LNG-Antrieb den Verkehr ab Cuxhaven und Hamburg auf.[142] Der Verkehr zu den ostfriesischen Nordseeinseln und nach Wilhelmshaven[143] besteht nicht mehr. Wichtigste Häfen für den Helgolandverkehr sind Büsum (Reederei Rahder und Reederei Cassen Eils), Cuxhaven und Bremerhaven, beide (Reederei Cassen Eils) und Hamburg, über Wedel und Cuxhaven (FRS Förde Reederei Seetouristik). Bis Oktober 2017 fuhr auch die schnelle Katamaranfähre Halunder Jet; ein Nachfolgerschiff nahm 2018 den Betrieb auf.[144]

In der Wintersaison von Oktober bis März, in der nur wenige Touristen die Insel besuchen, steuert nur noch ein einziges Seebäderschiff (von Cuxhaven aus) den Südhafen an. Alle übrigen Seebäderschiffe haben in dieser Zeit den Betrieb eingestellt. Ein Ausbooten wäre in dieser Jahreszeit je nach Witterung zu gefährlich.

Seit 2009 müssen alle Schiffe die strengen EU-Vorschriften erfüllen, weshalb bei einigen der eingesetzten Seebäderschiffe aufwändige Umbauten erforderlich waren.

Die Fahrzeiten der Seebäderschiffe von und nach Helgoland vom nächstgelegenen Hafen in Cuxhaven belaufen sich auf rund 130 Minuten; die Halunder Jet brauchte 75 Minuten.

Helgoland wird fast täglich von einem Frachtschiff angelaufen, das Waren aller Art bringt. Weitere Schiffe liefern bei Bedarf Material für die Windparkbauer.

Das Ausbooten

Eine in Deutschland einmalige Touristenattraktion ist das Ausbooten der Passagiere der auf Reede liegenden Seebäderschiffe zur Helgoländer Landungsbrücke. Das Ausbooten wird mit offenen, kräftig gebauten Börtebooten (örtliche Bezeichnung Rudder) durchgeführt. Im Börteboot finden 40–50 Passagiere während der kurzen Fahrt vom Seebäderschiff zur Insel Platz. Die Bootsform der Börteboote stammt noch aus der Zeit, als Helgoland vom Fischfang und später vom Lotsengeschäft in der Deutschen Bucht und den Flussmündungen der Weser und Elbe lebte. Da die Insel bis zum Bau eines Marinehafens kurz vor dem Ersten Weltkrieg keinen eigenen Hafen hatte, landeten die Boote im Winter wie im Sommer am Südstrand der Hauptinsel an. Im Zuge der Errichtung des Seebades Helgoland im Jahre 1826 und der Einrichtung einer Versicherung der Börtebootbetreiber auf Gegenseitigkeit wurde das Ausbooten auf der Reede vor dem Strand eingeführt.

Ausbooten der Passagiere von der „Funny Girl“

Seit Inbetriebnahme des heutigen Südhafens sprechen verschiedene Gründe gegen seine Nutzung für die Seebäderschifffahrt im Sommer; war es zunächst die ausschließlich militärische Nutzung, die das Einlaufen von Seebäderschiffen verbot, sprach danach die Praktikabilität für die Beibehaltung des Ausbootens: Für die Abfertigung von täglich bis zu fünf Seebäderschiffen ist zu wenig Platz im Hafen. An der für die Abfertigung der zahlreichen Tagestouristen ausgelegten Landungsbrücke ist nicht die notwendige Wassertiefe für jedes Schiff vorhanden. Zudem ist das Ausbooten ein Markenzeichen der Insel und eine Einnahmequelle für ihre Bewohner: Im Fahrpreis nach Helgoland ist ein „Börtezuschlag“ enthalten.[145] Eine Ausnahme im Sommer bilden die Katamaranfähren von Hamburg, Wedel und Cuxhaven sowie seit Mai 2016 das Seebäderschiff MS Helgoland, die regelmäßig direkt den Südhafen ansteuern. Im Winter ist ein Anlegen im Südhafen dagegen erlaubt.

LuftBearbeiten

Auf der Düne befindet sich der kleine Flugplatz Helgoland-Düne, von dem aus in etwa 20 bis 30 Minuten das deutsche Festland erreicht werden kann. Regelmäßige Flugverbindungen von und nach Helgoland werden derzeit von den Flughäfen Heide/Büsum und Cuxhaven/Nordholz angeboten. Daneben gab bzw. gibt es Charter- und Saisonverkehre.

StraßeBearbeiten

 
Ehemaliges Elektrofahrzeug der Polizei auf Helgoland

Auf der Insel Helgoland sind gemäß § 50 der StVO Sonderregelung für die Insel Helgoland der Verkehr mit Kraftfahrzeugen und das Radfahren verboten. Wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 50 auf der Insel Helgoland ein Kraftfahrzeug führt oder mit einem Fahrrad fährt, handelt gemäß § 49 Absatz 4 Nr. 7 ordnungswidrig im Sinne des § 24 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), was gemäß dessen Absatz 2 mit einer Geldbuße bis zu 2000 Euro geahndet werden kann. § 35 Sonderrechte Absätze 1 bis 1a StVO befreien die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, den Katastrophenschutz, die Polizei, den Zolldienst und ausländische Beamte, die auf Grund völkerrechtlicher Vereinbarungen zur Nacheile oder Observation im Inland berechtigt sind, von dem Verbot, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist; Absätze 5 bis 5a befreien die Truppen der nichtdeutschen Vertragsstaaten des Nordatlantikpaktes im Falle dringender militärischer Erfordernisse, sowie Fahrzeuge des Rettungsdienstes, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Absatz 6 berechtigt Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung der Straßen und Anlagen im Straßenraum oder der Müllabfuhr dienen und durch weiß-rot-weiße Warneinrichtungen gekennzeichnet sind[146] auf allen Straßen und Straßenteilen und auf jeder Straßenseite in jeder Richtung zu allen Zeiten zu fahren und zu halten, soweit ihr Einsatz dies erfordert; Absatz 7 berechtigt Messfahrzeuge der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn auf allen Straßen und Straßenteilen zu allen Zeiten zu fahren und zu halten, soweit ihr hoheitlicher Einsatz dies erfordert.

Wo Fußgängerverkehr zulässig ist, darf gemäß § 24 mit Krankenfahrstühlen oder mit anderen als Schiebe- und Greifreifenrollstühlen gefahren werden, jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit (Schiebe- und Greifreifenrollstühle sind nicht Fahrzeuge im Sinne der StVO; für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend (diese schreiben Schrittgeschwindigkeit nicht vor)). Für jeden anderen Verkehr mit Kraftfahrzeugen und jedes andere Radfahren auf der Insel Helgoland muss eine Ausnahme von den Vorschriften des § 50 StVO gemäß § 46 Absatz 2 Satz 1 StVO genehmigt sein, wofür gemäß § 7 der Landesverordnung über die zuständigen Behörden und Stellen nach dem Straßenverkehrsrecht (Straßenverkehrsrechts-Zuständigkeitsverordnung – StrVRZustVO) vom 8. November 2004 der Landrat des Kreises Pinneberg als Kreisordnungsbehörde zuständig ist, wenn es sich um Kraftfahrzeuge handelt,[147] und der Bürgermeister der Gemeinde Helgoland als örtliche Ordnungsbehörde zuständig ist, wenn es sich um Fahrräder handelt. Das Radfahrverbot wird damit begründet, dass anderenfalls Verkehrsschilder aufgestellt werden müssten, welche das Ortsbild negativ beeinflussen würden.

Die Helgoländer Polizei besitzt seit Januar 2007 ein eigenes Kraftfahrzeug, seit 2014 einen E-Golf.[148] Außerdem sind einige Baufahrzeuge und ein Taxi zum Flugplatz mit Verbrennungsmotor im Einsatz. Der Personen- und Warenverkehr wird, soweit er nicht zu Fuß möglich ist, mit Elektrofahrzeugen bewältigt. Die auf deren Kennzeichen häufig zu sehende Abkürzung „AG“ steht für „Ausnahmegenehmigung“.

Gemäß den per Aushang am 29. Mai 2012 veröffentlichten Richtlinien für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen § 50 StVO für Fahrräder des Bürgermeisters der Gemeinde Helgoland können Ausnahmegenehmigungen für Fahrräder vom Bürgermeister der Gemeinde Helgoland erteilt werden, unter anderem für Behörden mit Sicherheitsaufgaben, bestimmte Dienststellen, sofern es zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben erforderlich ist, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, bestimmte Wirtschaftsunternehmen sowie Einwohner über 70 Jahren. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre dürfen in der Zeit vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 31. März des Folgejahres ganztägig, vom 1. April bis zum 30. September eines Jahres ab 17:00 Uhr Fahrrad fahren. „Innerhalb der Ortsmitten (jeweils Ober- und Unterland) ist das Fahrrad bei großem Fußgängeraufkommen zu schieben. Auch für Fahrräder gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 10 km/h“.[149]

 
Tretroller auf Helgoland – Radfahren ist auf der Insel Helgoland verboten, sofern keine Befreiung von den Vorschriften der StVO (Sonderrechte) besteht oder eine Ausnahme von der das Radfahrverbot enthaltenden Vorschrift der StVO vom Bürgermeister der Gemeinde Helgoland genehmigt ist

Als Fahrradersatz sind auf Helgoland Tretroller beliebt.

Es gibt zwei Fußgängerampeln; sie stehen auf der Düne und warnen vor landenden Flugzeugen.

Eine Besonderheit sind die Hausnummern auf Helgoland. So gibt es jede Hausnummer, unabhängig von der Straße, nur einmal. Die Zählung beginnt im Unterland mit Haus Nr. 1 (Zollamt auf der Frachtmole) und endet bei 299 in der Husumer Straße. Die Häuser im Oberland beginnen mit 301 (Wohnungsanlage Fernsicht) und enden bei 762 (Wohn- und Ferienhäuser Tor zum Meer). Gebäude mit Hausnummern über 1000 gehören zum Hafen (beginnend bei der Gepäckhalle). Insgesamt gibt es 108 Straßen, Wege und Gassen auf Helgoland.

Eisenbahn und AufzugBearbeiten

Das Marinehafenbauamt Helgoland betrieb während der beiden Weltkriege für den Bau und die Versorgung der Marinestützpunkte auf Helgoland eine meterspurige Heeresfeldbahn.[150][151] Unterland und Oberland sind seit 1885 über einen Aufzug miteinander verbunden.

PostBearbeiten

 
Briefmarken von 1875

Unter dänischer Verwaltung, bis 1807, gab es auf Helgoland kein geordnetes Postwesen. Die Briten eroberten 1807 die Insel. Während der Kontinentalsperre diente sie als Handelsplatz. In dieser Zeit besorgten britische Schiffe die Post. Nach Auflösung der Sperre ging das Postaufkommen wieder zurück und das Stadtpostamt in Hamburg beförderte die wenigen Briefe. Jeder Schiffer, der von Cuxhaven nach Helgoland kam oder nach dorthin auslief, war verpflichtet, die Post mitzunehmen. Erst als Helgoland als Seebad in Mode kam, entstand wieder ein regelmäßiger Postbetrieb. Die Postschiffer (mail carrier) erhielten aus der britischen Kasse einen Zuschuss.

Das Vereinigte Königreich übernahm am 1. Juli 1866 die Postagentur und gab ab März 1867 eigene Briefmarken heraus, und zwar bis 1875 weiterhin in Hamburgischer Kurantwährung (1 Mark = 16 Schilling). Ab 1875 erschienen die Helgoländer Briefmarken mit englischem und deutschem Währungsaufdruck. Insgesamt sind zwanzig verschiedene Helgoland-Marken erschienen, die von Spezialisten in eine Vielzahl von Abarten unterschieden werden. Die Posthoheit endete mit dem Übergang zum Deutschen Reich im August 1890.

Ein eigenes Postgebäude gab es bis 2007/08 auf dem Unterland; seitdem sind nur eine Kleinfiliale innerhalb eines Schreibwarengeschäfts an der Siemensterrasse sowie an anderer Stelle die Postfächer verblieben.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der InselBearbeiten

  • Rickmer Clasen Rickmers (1807–1886), Werftbesitzer, Reederei-Gründer und Reiskaufmann
  • William Henry Balmain (1817–1880), britischer Chemiker und Unternehmer (Leuchtstoffe, Balmain-Phosphore), lehrte in Liverpool
  • Robert Knud Friedrich Pilger (1876–1953), Botaniker
  • Erich Hornsmann (1909–1999), Jurist, Sachbuchautor und Umweltschutzaktivist
  • Henry Peter Rickmers (1919–2013), Erster Bürgermeister Helgolands nach dem Krieg, Ehrenbürger
  • Franz Schensky (1871–1957), Fotograf und politischer Wortführer der Allgemeinen Helgoländer Liste
  • James Krüss (1926–1997), Dichter, Schriftsteller und Kinderbuchautor; das James-Krüss-Museum wurde Anfang 2007 eingeweiht
  • Detlef Bückmann (* 1927), Zoologe und Hochschullehrer, zuletzt an der Universität Ulm
 
Tafel am Gedenkstein für Werner Heisenberg

Persönlichkeiten, die auf der Insel gewirkt habenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

  • Die Satire-Zeitung Helgoländer Vorbote hat mit der Insel nichts zu tun; sie berichtet nur marginal in der Rubrik Lokales über Helgoland und entsteht in Berlin und Bochum.
  • Das Meerwasser wird auf Helgoland für Kuranwendungen genutzt.
  • Das Bisterk Ding und die Enerbanske sind Helgoländer Fabelwesen.
  • Die Preußenmauer ist eine brandungsabweisende Mauer auf der Nordseeinsel Helgoland.
  • Gegen Ende des 19. Jahrhunderts benannten sich in Deutschland viele Vereine nach Helgoland. Bis 2016 existierte der TSV Helgoland 1897, ein Fußballverein in Berlin-Tempelhof.
  • Der Komponist Anton Bruckner schrieb eine weltliche Kantate für Männerchor und großes Orchester Helgoland.
  • Die englische Band Massive Attack benannte ihr fünftes Album Heligoland nach der Insel.
  • Eine Höhle im Buntsandstein Helgolands, deren Sohle von versteinerten Wellenrippeln gebildet wird, haben Mitarbeiter der Höhlenforschergruppe Dresden 1993 erstmals beschrieben.
  • Gunther von Hagens (bekannt durch die anatomischen Ausstellungen Körperwelten) war als Assistenzarzt im Inselkrankenhaus auf Helgoland tätig.
  • Der Helgoländer Hut war ein im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts populärer Damenhut mit einem im Rücken hängenden Zipfel.
  • Der durch die Thüringer Landessternwarte Tautenburg am 6. April 1989 entdeckte Asteroid (6305) Helgoland wurde nach der Insel benannt.
  • Touristen aus Itzehoe haben 1998 die höchste Erhebung der Insel (61,3 m) an der Nordspitze mit einem Gipfelkreuz aus Aluminium markiert[153] und ihn Pinneberg genannt.
  • Ein typisches Gericht der Helgoländer Küche ist heute, weil weniger Hummer gefangen werden, Knieper.

LiteraturBearbeiten

Die Literatur über Helgoland ist ausgesprochen reichhaltig. Eine eigene Helgoland-Bibliographie aus dem Jahr 1987 verzeichnet über 600 Monographien:

  • Dirk Meyer, James Packross, Henry Peter Rickmer: Helgoland-Bibliographie. Ein Führer durch das monographische Schrifttum über die Insel Helgoland. Helgoland 1987.

Jährlich erscheinen mehrere Titel über Helgoland, oft kleine Hefte für die Inseltouristen oder Reiseführer, in der Regel ohne eigene Forschungsergebnisse.

Zu den Standardwerken zählen:

  • Friedrich von der Decken: Philosophisch-historisch-geographische Untersuchungen über die Insel Helgoland oder Heiligeland und ihre Bewohner. Hannover 1826.
  • Emil Lindemann: Das deutsche Helgoland. Berlin 1913 (271 S.); ähnliches Vorgängerwerk im Internet: Die Nordseeinsel Helgoland in topographischer, geschichtlicher, sanitärer Beziehung, 1889 (147 S.), bei archive.org.
  • Friedrich Oetker: Helgoland. Berlin 1855.
  • Jan Rüger: Heligoland: Britain, Germany, and the Struggle for the North Sea. Oxford 2017, deutsch unter dem Titel Helgoland: Deutschland, England und ein Felsen in der Nordsee. Berlin 2017.
  • H. H. von Schwerin: Helgoland. Historisk-geografisk undersökning. Lund 1896 (schwedisch).
  • Benno Eide Siebs, Erich Wohlenberg: Helgoland und die Helgoländer. Kiel 1953.
  • Eckhard Wallmann: Helgoland. Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017 (672 Seiten).

Daneben gibt es sehr viele Einzeldarstellungen:

  • Jörg Andres: Insel Helgoland. Die »Seefestung« und ihr Erbe. Ch. Links Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-770-0.
  • Brohm (Major): Helgoland in Geschichte und Sage. Seine nachweisbaren Landverluste und seine Erfahrungen. Rauschenplat, Cuxhaven/Helgoland 1907.
  • Jochen Dierschke: Die Vogelwelt der Insel Helgoland. Missing Link E. G., 2011, ISBN 978-3-00-035437-3.
  • George Drower: Heligoland – The True Story of German Bight and the Island that Britain Betrayed. Haynes / Sutton Books, 2002, ISBN 0-7509-2600-7.
  • A. Friederichs: Wir wollten Helgoland retten – Auf den Spuren der Widerstandsgruppe von 1945. Museum Helgoland, 2010, ISBN 978-3-00-030405-7.
  • Claude Fröhle, Hans-Jürgen Kühn: Hochseefestung Helgoland. Eine militärische Entdeckungsreise 1891–1922 und 1934–1947. Fröhle-Kühn, Herbolzheim 1998, ISBN 3-9805415-1-7.
  • Heike Grahn-Hoek: Roter Flint und Heiliges Land Helgoland. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2009, ISBN 978-3-529-02774-1.
  • Michael Herms: Flaggenwechsel auf Helgoland – Der Kampf um einen militärischen Vorposten in der Nordsee. Ch.-Links-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-86153-260-3.
  • Ulrich Höhns: Eine Insel im Aufbau – Helgoland 1952–62. Otterndorf 1990.
  • Bruno P. Kremer: Helgoland – ein Aufschluß mitten im Meer. In: Geowissenschaften in unserer Zeit, 3, 1 (1985), doi:10.2312/geowissenschaften.1985.3.1, S. 1–7.
  • René Leudesdorff: Wir befreiten Helgoland – Die friedliche Invasion 1950/51. Cobra, Husum 1987, ISBN 3-923146-02-7.
  • Helmuth Nöckel: Feuer über Helgoland. Husum-Rosendahl 1972.
  • Albert Panten: Helgoland im Mittelalter. Geschichte und Umfang, Zeugnisse, Karten und Überlegungen zum Helgoland des Mittelalters. Evangelische Kirchengemeinde, Helgoland 2002.
  • James Packroß, Henry Peter Rickmers: Helgoland ruft! Ludwig Schultheis, Hamburg 1952.
  • Lorenz Petersen: Zur Geschichte der Verfassung und Verwaltung auf Helgoland. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Band 67. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1939 (PURL: [1]).
  • Henry Peter Rickmers, Frank Woosnam: Helgoland, eine Insel auf dem Wege nach Europa. Otterndorf 1992, ISBN 3-924239-19-3.
  • Alex Ritsema: Heligoland, Past and Present. Lulu.com, 2007, ISBN 978-1-84753-190-2.
  • August Wilhelm Vahlendieck: Das Witte Kliff von Helgoland. Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1992, ISBN 3-88007-190-X.
  • Eckhard Wallmann: Eine Kolonie wird deutsch – Helgoland zwischen den Weltkriegen. Nordfriisk Instituut, Bredstedt 2012, ISBN 978-3-88007-376-0.
  • Erwin Weber: Chronik der Insel Helgoland. (Bände I bis IV/2), Otterndorf 1998, Nachdruck des Typoskripts von 1944 (NS-orientiert).
  • Roland H. Winkelhöfer: Helgoland – Exkursion zu Deutschlands nördlichsten Höhlen. In: Der Höhlenforscher. Dresden, 25/1993, ISSN 0138-2519, S. 90.

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Helgoland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Commons: Helgoland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikisource: Helgoland – Quellen und Volltexte
  Wikivoyage: Helgoland – Reiseführer

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Impressum, auf helgoland.de
  3. Kürzeste Luftlinie-Entfernung von Helgoland zum Festland per Funktion Entfernung messen auf Google Maps
  4. Statistikamt Nord: Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012, statistik-nord.de (PDF; 1,9 MB).
  5. Die Gemeinde Helgoland, helgoland.de
  6. Art. 3 Abs. 1 Zollkodex (ZK)
  7. Bundesministerium der Finanzen: Zoll online – Deutsches Steuergebiet. Abgerufen am 8. Dezember 2013.
  8. Theodor Siebs: Helgoland und seine Sprache. Cuxhaven 1909, S. 20 f.
  9. Wolfgang Laur, Fositesland und die Bernsteininsel, in ZSHG, Bd. 7475 (1951), S. 425.
  10. a b Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Bd. 14, Artikel Helgoland. Berlin 1999.
  11. Heike Grahn-Hoek: Online Heiliges Land – Helgoland und seine früheren Namen. In: Uwe Ludwig, Thomas Schilp (Hrsg.): Nomen et fraternitas. Festschrift für Dieter Geuenich zum 65. Geburtstag (Ergänzungsbände zum Reallexikon des Germanischen Altertums). De Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-020238-0, S. 480.
  12. Bekanntmachung der Proklamation der Bundesregierung über die Ausweitung des deutschen Küstenmeeres, vom 11. November 1994, auf gesetze-im-internet.de
  13. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Seegrenzkarte Nordsee Nr. 2920. Hamburg/Rostock 1994. Vergleiche beispielsweise auf dieser Grundlage erstellte Karte Natura 2000 Schutzgebietsmeldungen … innerhalb deutschen Hoheitsbereich der Nordsee (Memento vom 15. Februar 2010 im Internet Archive) Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 27. August 2013 (PDF; 440 KB)
  14. Karte mit den Hoheitsgrenzen vor den deutschen Küsten, bei openstreetmap.org
  15. Festung Helgoland, Fotos und Informationen zur Inselgeschichte, abgerufen am 1. März 2017, auf holger-raddatz.de
  16. Geoklima2.1d, auf w-hanisch.de
  17. Alfred-Wegener-Institut: Meerestemperatur vor Helgoland um 1,7 Grad gestiegen (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.is), Pressemitteilung 114/2012 des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aus bmbf.de, vom 17. September 2012
  18. Dekadenrekorde (Höchst- und Tiefstwerte der Temperatur) deutscher Städte, u. a. mit Helgoland, wettergefahren-fruehwarnung.de
  19. O. Pratje: Die Stadien in der Entwicklung der Insel Helgoland. Erdkunde 2, Bonn 1948, S. 322–330.
  20. P. Schmidt-Thomé: Helgoland. Sammlung Geologischer Führer 82. Gebr. Borntraeger, Berlin 1987.
  21. Heinz-Gerd Röhling: Geologischer Vorposten mitten in der Nordsee – Die Insel Helgoland. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): Faszination Geologie. Die bedeutendsten Geotope Deutschlands. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S. 6f.
  22. Beschreibung der Inselhöhlen (Memento des Originals vom 15. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.argekh.de, abgerufen am 13. Juni 2015, auf argekh.de
  23. a b Artikel Verhüttung und Metalltechnik, in Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA), Bd. 32, Berlin 2006, S. 203, auf books.google.de
  24. April 1945: Helgoland im Bombenhagel, vom 22. August 2012, auf ndr.de
  25. 18. April 1947 – Militäranlagen auf Helgoland werden gesprengt. Abgerufen am 1. März 2017., vom 18. April 2012, aus wdr.de
  26. I. Bartsch, R. Kuhlenkamp: The marine macroalgae of Helgoland (North Sea): an annotated list of records between 1845 and 1999. Helgoland Marine Research 54, 2000, S. 160–189.
  27. P. Kornmann, P.H. Sahling: Meeresalgen von Helgoland – Benthische Grün-, Braun- und Rotalgen. Biologische Anstalt Helgoland, Hamburg 1983, ISSN 0017-9957.
  28. Britta Walbrun: Die Flora und Vegetation der Insel Helgoland. Diplomarbeit Universität Göttingen, 1985.
  29. NaturMagazin draußen: Helgoland. 1985, ISBN 3-616-06339-6.
  30. a b Sensation: Albatros auf Helgoland gesichtet, vom 5. Juni 2014, abgerufen am 7. Juni 2014, auf welt.de
  31. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  32. Ernst Tittel: Die natürlichen Veränderungen Helgolands. Leipzig 1894, S. 31.
  33. Im Folgenden nach: Claus Ahrens: Helgoland in vorgeschichtlicher Zeit. In: H.P. Rickmers (Hg.): Helgoland – Naturdenkmal der Nordsee. Hamburg 1980/1987.
  34. Bericht Jacob Andresen-Siemens vom 10. Oktober 1845, in: Jacob Andresen-Siemens: Werke in 2 Bänden. Hrsg. Eckhard Wallmann, Helgoland 2001.
  35. Das rätselhafte Steinkistengrab von Helgoland. In: Hamburger Abendblatt (dpa), vom 19. August 2014, S. 12, auf abendblatt.de
  36. Jaap R. Beuker: Die Flintarten von Helgoland und die Benutzung von Helgoländer Plattenflint. In: Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (Hrsg.): Flint von Helgoland – Die Nutzung einer einzigartigen Rohstoffquelle an der Nordseeküste (= Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet, Bd. 37). Marschenratskolloquium 2012, VML Verlag Leidorf, Rahden 2014, ISBN 978-3-86757-855-4, S. 31.
  37. Vgl. Rengert Elburg: Europaweit einmalig? Roter Flint in der Vergleichssammlung Flintsource.net, Poster zum Marschenratskolloquium 2012.
  38. Richard Hennig: Terrae incognitae: Eine Zusammenstellung und kritische Bewertung der wichtigsten vorcolumbischen Entdeckungsreisen an Hand der darüber vorliegenden Originalberichte. Band 2, Leiden 1944.
  39. W.J. Beckers: Vom germanischen Norden in seiner frühesten geschichtlichen Zeit: Wattenzone – Mentonomon – Abalos. In: Geographische Zeitschrift, 17. Jahrgang, Heft 11 (1911).
  40. Vgl. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, Kapitel II.
  41. Oetker: Helgoland. Berlin 1855, S. 50 ff.
  42. Albert Panten: Helgoland im Mittelalter. Helgoland 2002, S. 11.
  43. Nils Hybel, Bjørn Poulsen: The Danish Resources C. 1000–1550: Growth and Recession, S. 222.
  44. Hans-Jürgen Gerhard, Alexander Engel: Preisgeschichte der vorindustriellen Zeit: ein Kompendium auf Basis…, auf books.google.de
  45. Albert Panten: Helgoland im Mittelalter. Helgoland 2002, S. 17.
  46. Max Arnhold: Schiffsunglücke vor Helgoland. Hamburg 2008, S. 67.
  47. Rohkupferfunde vor Helgoland, in Offa: Berichte und Mitteilungen zur Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie, auf epic.awi.de (PDF; 2,1 MB)
  48. August Wilhelm Vahlendieck: Das Witte Kliff von Helgoland. Bredstedt 1992, S. 42.
  49. Vgl. hier und im Folgenden: Michael Herms: Flaggenwechsel auf Helgoland. Berlin 2002, S. 17 ff.
  50. Friedrich Oetker: Helgoland. Berlin 1855, S. 234.
  51. August Wilhelm Vahlendieck: Das Witte Kliff von Helgoland. Bredstedt 1992, S. 44.
  52. Vgl. August Wilhelm Vahlendieck: Das Witte Kliff von Helgoland. Bredstedt 1992. Vahlendieck betont, dass nicht die Helgoländer den Abbau zu verantworten haben.
  53. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, Kapitel III.
  54. Vgl. dazu auch: Benedikt Erenz: Helgoland – Die unglaubliche Insel. In: Die Zeit vom 14. Februar 2018 (online).
  55. Frank Lynder: Spione in Hamburg und auf Helgoland. S. 108.
  56. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 41.
  57. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 47.
  58. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine Deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 188.
  59. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 210.
  60. Vgl. dazu auch: Benedikt Erenz: Helgoland – Die unglaubliche Insel. In: Die Zeit vom 14. Februar 2018 (online).
  61. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 184.
  62. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 366.
  63. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 339.
  64. Jan Rüger: Sovereignty and Empire in the North Sea, 1807–1918. In: American Historical Review, Vol. 119, Nr. 2, April 2014, S. 313–338.
  65. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 421.
  66. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 420.
  67. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, Kapitel XII.
  68. Fanny Alexandra Barkly: From the Tropics to the North Sea. London 1897.
  69. Die Mär vom deppenhaften Helgoland-Sansibar-Tausch (2015), abgerufen am 30. Juni 2015, auf welt.de
  70. Jan Rüger: Heligoland: Britain, Germany, and the Struggle for the North Sea. Oxford 2017, Kapitel 3.
  71. Vgl. Jan Rüger: Heligoland. Oxford 2017, S. 87, und Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Kapitel XIII.
  72. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, Kapitel XIII.
  73. Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 564.
  74. Eine Lübecker Künstlerin. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1903, Nr. 20, Ausgabe vom 17. Mai 1903.
  75. a b Eckhard Wallmann: Helgoland – Eine deutsche Kulturgeschichte. Hamburg 2017, S. 559.
  76. Vgl. dazu: Claude Fröhle, Hans-Jürgen Kühn: Hochseefestung Helgoland. Eine militärische Entdeckungsreise 1891–1922. Herbolzheim 1998.
  77. Der ganze Abschnitt folgt der einzigen Schrift über diese Zeit: Eckhard Wallmann: Eine Kolonie wird deutsch. Helgoland zwischen den Weltkriegen. Bredstedt 2016 (erste Auflage 2012).
  78. Landkreis Pinneberg, auf verwaltungsgeschichte.de
  79. Werner Heisenberg: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. Piper, München 1996, S. 76–78.
  80. Auch dieser Abschnitt beruht auf Eckhard Wallmann: Eine Kolonie wird deutsch. Helgoland zwischen den Weltkriegen. Bredstedt 2016 (erste Auflage 2012).
  81. Seekrieg: 1939 Dezember (Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart), abgerufen am 4. Juli 2015, auf wlb-stuttgart.de
  82. Die Angaben schwanken zwischen 2,8 km und 13,8 km, bezeichnend für die zwangsläufige Wechselbeziehung zwischen verharmlosender Verschwiegenheit und abenteuerlicher Legendenbildung.
  83. Michael Holm: Jagdstaffel Helgoland. Abgerufen am 21. Februar 2010.
  84. Heligoland and Kiel – The Elimination of the German navy and Its Bases, The Sphere, vom 27. Oktober 1945, auf bunker-whv.de (englisch)
  85. Lager russischer Offiziere und Soldaten, Helgoland Nordost, auf spurensuche-kreis-pinneberg.de
  86. Wolfgang Stelljes: Verräter kam aus den eigenen Reihen. In: Journal (Wochenend-Beilage zur Nordwest Zeitung), 70. Jahrgang, Nr. 84 (11./12. April 2015), S. 1.
  87. Imke Zimmermann: Im Schutz der roten Felsen – Bunker auf Helgoland. Archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 1. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fr-online.de, vom 19. April 2005, auf fr-online.de
  88. Nils Århammar: Die 80-jährige Gerda Rickmers und Familie sind eine Stütze des Halunder. In: Der Helgoländer, November 2017, S. 24.
  89. Jan Rüger: Heligoland: Britain, Germany, and the Struggle for the North Sea. Oxford 2017, Kapitel 9.
  90. 6000 Granaten mit Nervengift vor Helgoland gesucht. In: Hamburger Abendblatt. 9. Dezember 2008.
  91. Giftgas vor Helgoland. In: Hamburger Abendblatt. 17. Juni 2009.
  92. Claus Böttcher, Tobias Knobloch, Niels-Peter Rühl, Jens Sternheim, Uwe Wichert, Joachim Wöhler: Sachstandsbericht chemische Munition im Versenkungsgebiet Helgoländer Loch, 2011 (online-PDF 2,75 MB)
  93. Hermann Ehmer: Hubertus Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 100 f. (Digitalisat).
  94. 1. März 1952: Helgoland ist wieder deutsch. Dokumentation auf der Website des NDR vom 29. Februar 2012.
  95. Jan Lubitz: Architekten-Porträt Georg Wellhausen, auf architekten-portrait.de
  96. Jan Lubitz: Architekten-Porträt Konstanty Gutschow, auf architekten-portrait.de
  97. Jan Lubitz: Architekten-Porträt Godber Nissen, auf architekten-portrait.de
  98. Otto Bartning, auf otto-bartning.de
  99. Britische Fliegerbombe entschärft: Halb Helgoland wurde evakuiert
  100. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein
  101. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 124.
  102. Schnellste Verbindung über Hamburg, vom 11. August 2010
  103. Der SSW ist wieder im Helgoländer Rathaus vertreten (Memento vom 15. Juli 2012 im Webarchiv archive.is), aus ssw.de
  104. Konstanzer wird Insel-Bürgermeister, Südkurier, 28. September 2010
  105. James-Krüss-Schule (Homepage der Schule), abgerufen am 1. März 2017, auf jks-helgoland.de
  106. Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hrsg.): Diaspora-Jahrheft 2012/2013. Paderborn 2012, S. 54.
  107. Evangelisch-Lutherische St. Nicolai Kirchengemeinde zu Helgoland, auf kirche-helgoland.de
  108. En Denkmoal en de Cholera, ferhoalt fan Franz Schensky. In: „der helgoländer“, November 2016, S. 1–2.
  109. Sprachenfreundlich: Helgoland und Amt Treene. In: Nordfriisk Instituut (Hrsg.): Nordfriesland. Zeitschrift für Kultur, Politik, Wirtschaft. Nr. 149, 2005, S. 7 (online [PDF; 5,5 MB; abgerufen am 13. Dezember 2012]).
  110. Museum Helgoland (James-Krüss-Museum), auf museum-helgoland.de
  111. Bluehouse Helgoland (Aquarium-Förderverein), auf bluehouse-helgoland.de
  112. Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI): Aquarium Helgoland (Memento des Originals vom 27. Juli 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.awi.de, abgerufen am 3. August 2013
  113. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning (WSA Tönning), abgerufen am 25. September 2011
  114. Fußball auf der Hochseeinsel: Nur Heimspiele auf Helgoland, auf dfb.de
  115. Seekabel vor Helgoland angekommen. In: Täglicher Hafenbericht vom 22. Juni 2009, S. 2.
  116. RWE, E.ON und WindMW stellen Pläne für Betriebsbasis auf Helgoland für Offshore-Windkraftwerke vor. Pressemitteilung. RWE Innogy, 5. August 2011, abgerufen am 8. August 2011.
  117. Anne-Katrin Wehrmann: Eine Insel im Wandel – vom »Fuselfelsen« zum modernen »Helgoland 3.0«. In: Hansa, Heft 12/2012, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504, S. 46–49.
  118. Anne-Katrin Wehrmann: Offshore-Branche ist auf Helgoland angekommen. In: Hansa, Heft 12/2013, Schiffahrts-Verlag Hansa. Hamburg 2013, ISSN 0017-7504, S. 34/35.
  119. Ingo Hadrych: Ausbau des Helgoländer Südhafens. In: Hansa, Heft 12/2014, ISSN 0017-7504, S. 82–85.
  120. Helgoland erfindet sich grundlegend neu. In: Segler-Zeitung, Heft 6/2013, ISSN 0930-2891, S. 144/145.
  121. Projekt Meerwind Süd / Ost. WindMW, abgerufen am 9. September 2011.
  122. Zeit, dass sich was dreht: Der Eröffnungstag von Nordsee Ost (Memento vom 9. September 2015 im Webarchiv archive.is), RWE AG, abgerufen am 1. März 2017
  123. Art. 4 Absatz 1 4. Spiegelstrich der Verordnung (EU) Nr. 952/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Oktober 2013 zur Festlegung des Zollkodex der Union (Neufassung) in der konsolidierten Fassung vom 24. Dezember 2016, abgerufen am 15. Dezember 2017, in Verbindung mit dem Zollverwaltungsgesetz (ZollVG), insbesondere dessen § 24.
  124. § 1 Absatz 2 Sätze 1 und 2 Umsatzsteuergesetz (UStG); gegebenenfalls auch in Verbindung mit § 4 Nr. 6 Buchstabe d oder e UStG.
  125. Das Gesetz über eine Gemeindeeinfuhrsteuer auf der Insel Helgoland vom 17. November 1959 (BGBl. 1959 I S. 685) ermächtigt das Land Schleswig-Holstein, (unter Beachtung bestimmter Auflagen) durch Landesgesetz auf verbrauchsteuerbare Waren, die nach Helgoland eingeführt werden, eine Steuer (Gemeindeeinfuhrsteuer) zu erheben. Von diesem Recht hat das Land Schleswig-Holstein durch das Gesetz zur Erhebung einer Einfuhrsteuer auf der Insel Helgoland vom 7. Dezember 1959 Gebrauch gemacht. Aufgrund dessen §§ 14 und 5 hat das Innenministerium im Einvernehmen mit dem Finanzministerium die Landesverordnung über die Erhebung einer Einfuhrsteuer auf der Insel Helgoland (Gemeindeeinfuhrsteuerverordnung Helgoland) vom 11. September 2008 erlassen. Der Ermächtigung durch Bundesgesetz bedarf es, da das Bundesverfassungsgericht im Beschluß des Zweiten Senats vom 29. Oktober 1958 (Aktenzeichen 2 BvL 19/56) (BVerfGE 8, 260 – Helgoland-Gesetz) festgestellt hat, dass es sich bei der Gemeindeeinfuhrsteuer zwar nicht um einen Zoll im Sinne des Art. 105 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) handelt, aber die Erhebung der Gemeindeeinfuhrsteuer eine „Erhebung von Abgaben vom Warenverkehr über die Grenze eines Zollausschlußgebietes, das einem fremden Zollgebiet nicht angeschlossen ist“ darstellt, die „zum Zollwesen des Bundes gehört, das nach Art. 73 Ziff. 5 GG [heute Art. 73 Absatz 1 Ziff. 5] der ausschließlichen Kompetenz des Bundesgesetzgebers untersteht.“ Gegen die Anwendung des gesamten bundesdeutschen Zoll- und Verbrauchsteuerrechts auf der Insel haben die besonderen Verhältnisse auf der Insel gesprochen; unter anderem ist die zoll- und verbrauchsteuerrechtliche Behandlung von Schiffen, die in Notfällen die Insel anlaufen, als undurchführbar erachtet worden. Auch könne die Insel aus verwaltungsmäßigen Gründen durch die Zollbehörden nur sehr schwer ordnungsmäßig überwacht werden (I. der Begründung des Entwurfes eines Gesetzes über eine Gemeindeeinfuhrsteuer auf der Insel Helgoland (Drucksache des Deutschen Bundestages 3/1210), aufgerufen und empfangen am 15. Dezember 2017 (PDF-Datei, 192,7 kB)). Für die Verwaltung der Gemeinde Helgoland stellt dies eine Sonderregelung des Gemeindefinanzrechts dar (§ 6 des Gesetzes über die Verwaltung der Gemeinde Helgoland (Helgoland-Gesetz 1966) vom 17. Februar 1966, i.d.F.d.B. v. 31. Dezember 1971).
  126. 175 Jahre Seebad Helgoland: Vom Fischerdorf zum Ferienfelsen, Rhein-Zeitung, 2001
  127. Helgoland: Lieber Windstrom als Whisky-XXL, Zeit Online, 19. Juli 2012, auf zeit.de
  128. Helgoland seit 60 Jahren wieder deutsch – Hochseeinsel feiert. Sächsische Zeitung, 1. März 2013.
  129. Konzern blockt Hotel auf Helgoland für zehn Jahre, vom 2. April 2012, auf welt.de
  130. Helgoland: Wassertemperatur 34 Grad, vom 11. Juli 2007, auf abendblatt.de
  131. a b Helgolands Tourismusdirektor Klaus Furtmeier erhält vorzeitige Vertragsverlängerung (Memento vom 6. Februar 2013 im Webarchiv archive.is), abgerufen am 1. März 2017; aus insel-helgoland.de
  132. Anne-Katrin Wehrmann: Inseltourismus soll von Offshore-Windenergie profitieren. In: Hansa, Heft 6/2013, S. 83.
  133. Kühner Unternehmer wird zum Hoffnungsträger, vom 17. April 2008, auf welt.de
  134. Landgewinnung: Baukonzern kämpft für doppeltes Helgoland, vom 8. Mai 2008, auf spiegel.de
  135. Der Masterplan für das neue Helgoland steht, vom 8. Mai 2008, abgerufen am 4. Juli 2011, auf welt.de
  136. Land in Sicht – Helgoland und der Masterplan, vom 17. Mai 2009, auf dradio.de
  137. Pläne für Landaufschüttung auf Helgoland vom Tisch, vom 16. Juni 2010, welt.de
  138. Informationen zum Bürgerentscheid am 26. Juni 2011, vom 14. Juni 2011, auf helgoland.de (PDF; 94,7 kB)
  139. Helgoländer stimmen gegen Inselvergrößerung, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. Juni 2011
  140. Hauptinsel und Düne mittels Sandaufspülung verbinden, Abstimmungsergebnis, Pressemitteilung der Gemeinde Helgoland, vom 26. Juni 2011, abgerufen am 28. Juni 2011
  141. Helgoland bleibt, wie es ist, Süddeutsche Zeitung vom 27. Juni 2011, abgerufen am 4. Juli 2011
  142. Neue Helgolandfähre geht im Oktober auf Fahrt (Memento vom 12. Oktober 2015 im Webarchiv archive.is), vom 1. September 2015, abgerufen am 1. März 2017, aus cassen-eils.de
  143. Verbindung Wilhelmshaven-Helgoland 2015 (Memento vom 22. November 2015 im Webarchiv archive.is), Reederei Cassen Eils, vom 2. Dezember 2014, abgerufen am 1. März 2017, auf cassen-eils.de
  144. FRS bestellt neuen Helgoland-Katamaran
  145. Ende einer Bootsfahrt, vom 15. August 2007, auf focus.de
  146. Dieses Sonderrecht gilt gemäß Nummer I. zu § 35 Absatz 6 (Rn. 13) der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) (Vom 26. Januar 2001. In der Fassung vom 22. Mai 2017 (BAnz AT 29.05.2017 B8). Online in: www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de. Bundesrepublik Deutschland, aufgerufen und empfangen am 18. Dezember 2017.) auch für Fahrzeuge des Straßenwinterdienstes, die zum Schneeräumen, Streuen usw. eingesetzt sind. Gemäß Nummer II. zu § 35 Absatz 6 (Rn. 14) sind die Fahrzeuge nach DIN 30710 zu kennzeichnen. Nicht gekennzeichnete Fahrzeuge dürfen die Sonderrechte nicht in Anspruch nehmen (Nummer III. zu § 35 Absatz 6 (Rn. 13)).
  147. Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom Verkehrsverbot auf der Insel Helgoland – § 50 StVO. In: www.kreis-pinneberg.de. Kreis Pinneberg, aufgerufen und empfangen am 18. Dezember 2017 (docx-Datei; 72,62 kB)
  148. Markus Bruhn: Mit der Lizenz zum Laden. E-Golf für die Polizei auf Helgoland, auf spiegel.de
  149. Der Bürgermeister der Gemeinde Helgoland: Richtlinien für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen § 50 StVO für Fahrräder. Veröffentlicht per Aushang am 29. Mai 2012. Aufgerufen und empfangen am 16. Dezember 2017 (diese gelten ab 1. Juni 2012, PDF-Datei; 139 kB).
  150. Spurweite 1000 mm (Memento vom 8. Juli 2012 im Webarchiv archive.is), Marinehafenbauamt Helgoland, auf home.arcor.de
  151. Bahnen der Insel Helgoland: Der Zweite Weltkrieg (Memento vom 5. September 2012 im Webarchiv archive.is), auf niederelbebahn.de
  152. René Leudesdorff: Wir befreiten Helgoland – die friedliche Invasion 1950/51. Cobra-Verlag, Husum 1987, ISBN 3-923146-02-7.
  153. Jubiläum: 10 Jahre Gipfelkreuz auf dem Pinneberg auf Helgoland, Pressemeldung der Kurverwaltung Helgoland, auf helgoland.de
  Dieser Artikel wurde am 11. Juni 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.