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Börteboot
Börteboote beim Ausbooten
Modell eines historischen Börtebootes

Beim Helgoländer Börteboot (auf Helgoland auch Rudder) handelt es sich um ein circa zehn Meter langes und drei Meter breites Boot aus massivem Eichenholz mit einem Tiefgang von circa einem Meter. Das Börteboot ist circa acht Tonnen schwer. Es wird zum Personentransport im Sommer („Ausbooten“) zwischen den auf der Helgoländer Reede ankernden Seebäderschiffen und der Landungsbrücke eingesetzt.

Während der Sommersaison dürfen die Seebäderschiffe (inzwischen mit Ausnahme der auf der Cuxhaven-Route verkehrenden Helgoland) nicht im Hafen von Helgoland anlegen. In der Wintersaison dagegen darf das durch die Reederei Cassen Eils betriebene Fährschiff aus Cuxhaven, das dann die einzige regelmäßige Schiffsverbindung zum Festland darstellt, im Südhafen anlegen. Ganzjährig darf zudem der Katamaran Halunder Jet, der über keine Helgoland-Pforte verfügt, über die Passagiere zwischen Bäderschiff und Börteboot umsteigen, im Hafen festmachen. Bestrebungen, die Börte-Pflicht für Seebäderschiffe abzuschaffen, konnten bisher durch die Helgoländer abgewiesen werden, da diese in der Börte eine wichtige Einnahmequelle sehen.[1]

Im Börteboot finden 40–50 Passagiere während der kurzen Fahrt vom Seebäderschiff zur Insel Platz. Des Weiteren werden die Boote auch noch zum Fischen und Hochseeangeln eingesetzt.

Die Bauweise der Börteboote ist für Holzboote eine Besonderheit – während die oberen Plankengänge (meist die vier oberen, vom Süllrand nach unten gezählt) in Klinkerbauweise erstellt sind, ist das darunter befindliche Unterwasserschiff in Kraweelbeplankung gebaut. Börteboote haben einen innenliegenden Dieselmotor und sind relativ stark motorisiert – sie erreichen leicht Rumpfgeschwindigkeit, was im Betrieb gut beobachtet werden kann.

Der Typ des Börtebootes wurden ab 1952, dem Jahr der Wiederbesiedlung Helgolands nach dem Zweiten Weltkrieg, gebaut; die derzeit im Einsatz befindlichen Boote vorwiegend in den 1960er und 1970er Jahren.[2][3] Viele der Fahrzeuge wurden von der Hatecke-Werft in Freiburg/Elbe gefertigt.[4] In den Wintermonaten führt die Werft Ausbesserungsarbeiten an den Booten durch.[3]

Seit 2014 existiert der Verein zum Erhalt der Helgoländer Börteboote, dessen Ziel es ist, die Helgoländer Börteboote in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten.[5] Die Kapitäne der Börteboote verfolgten das Ziel, ihre Boote als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen, wofür sie großartige Aktionen durchführten; u. a. fuhren zehn Börteboote über die Nordsee, die Elbe und mehrere Kanäle bis nach Berlin, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.[6] Im Dezember 2018 wurde die Helgoländer Dampferbörte schließlich ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.[7][8]

LiteraturBearbeiten

  • Holger Bünning: Das Buch der Helgoländer Börte. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2018, ISBN 978-3-89876-933-4.
  • Eigel Wiese: Hummer, Gäste & Meer. In: Deutsche Seeschifffahrt, Heft 11/2010, S. 68, Storck-Verlag, Hamburg 2010, ISSN 0948-9002.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Börteboote – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eckhard-Herbert Arndt: Börteboote nahmen Kurs Museumshafen. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Januar 2015, S. 4.
  2. Börteboot-Tabelle von Eike Holst, Rudder, Archiv der Helgoländer Börteboote, abgerufen am 9. September 2012.
  3. a b Opas „Helgoländer“ ist einfach unverwüstlich, Hamburger Abendblatt vom 5. März 2011, abgerufen am 9. September 2012.
  4. Helgoländer Rudder-Datenbank, Rudder, Archiv der Helgoländer Börteboote, abgerufen am 9. September 2012.
  5. Der Verein und dessen Ziele, Verein zum Erhalt der Helgoländer Börteboote, abgerufen am 4. Mai 2016.
  6. Börteboote aus Helgoland erreichen Berlin, dpa-Meldung, Süddeutsche Zeitung, 3. Oktober 2018
  7. Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe: Helgoländer Dampferbörte
  8. Börteboote jetzt Weltkulturerbe, Artikel im focus, 11. Dezember 2018