Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wedel
Wedel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wedel hervorgehoben

Koordinaten: 53° 35′ N, 9° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 33,82 km2
Einwohner: 33.547 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 992 Einwohner je km2
Postleitzahl: 22880
Vorwahl: 04103
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 050
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 3–5
22880 Wedel
Website: www.wedel.de
Bürgermeister: Niels Schmidt (parteilos)
Lage der Stadt Wedel im Kreis Pinneberg
AppenBarmstedtBevernBilsenBokelBokholt-HanredderBönningstedtBorstel-HohenradenBrande-HörnerkirchenBullenkuhlenEllerbekEllerhoopElmshornGroß NordendeGroß Offenseth-AspernHalstenbekHaselauHaslohHeedeHeidgrabenHeistHelgolandHemdingenHetlingenHolmKlein NordendeKlein Offenseth-SparrieshoopKölln-ReisiekKummerfeldLangelnLutzhornMoorregeNeuendeichOsterhornPinnebergPrisdorfQuickbornRaa-BesenbekRellingenSchenefeldSeesterSeestermüheSeeth-EkholtTangstedtTorneschUetersenWedelWesterhornHaseldorfSchleswig-HolsteinHamburgNiedersachsenKreis SegebergKreis SteinburgElbeKarte
Über dieses Bild
Schulauer Fährhaus mit Willkomm-Höft
Das Wahrzeichen der Stadt Wedel – der Roland

Die Stadt Wedel gehört zum Kreis Pinneberg im südlichen Schleswig-Holstein und hat gut 33.000 Einwohner. Sie liegt in der westlichen Agglomeration Hamburgs an der Unterelbe und gehört zur Metropolregion Hamburg. Seit 1993 lautet der offizielle Stadtname wieder Wedel, nachdem 30 Jahre lang der Zusatz Holstein geführt wurde.

AllgemeinesBearbeiten

Wedel bietet zahlreiche touristische Anziehungspunkte, wie die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft (für den Hamburger Hafen anlaufende Schiffe), den Hamburger Yachthafen, Norddeutschlands größten Yachthafen, der derzeit 1950 Liegeplätze umfasst, den Roland (Wahrzeichen Wedels) und die Wedeler Marsch, ein Naturschutz- und Feuchtgebiet. Die Stadt wird in nordost-südwestlicher Richtung von der Wedeler Au durchquert, die teilweise zu einem Mühlenteich aufgestaut ist.

EinwohnerBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von 1910 bis 2016
Datum Einwohner
31.12.1910 5.938
31.12.1925 6.168
31.12.1933 7.661
31.12.1939 8.308
31.12.1998 31.850
31.12.1999 31.783
31.12.2000 32.060
31.12.2001 32.221
Datum Einwohner
31.12.2002 32.354
31.12.2003 32.164
31.12.2004 32.014
31.12.2005 32.177
31.12.2006 32.513
31.12.2007 32.601
31.12.2016 33.322
31.12.2017 33.347

1947 betrug die Einwohnerzahl 14.388, davon waren 7.190 Einheimische und 7.198 Flüchtlinge. 1955 hatte Wedel 17.381 Einwohner; davon waren 50,8 % Einheimische, Vertriebene 41,6 % und 7,7 % Bürger der ehemaligen DDR.

GeschichteBearbeiten

 
Rathaus Wedel
 
Das Reepschlägerhaus von 1758 an der Schauenburger Straße

Im Jahre 1212 wurde Wedel erstmals erwähnt. Durch die Lage am Ochsenweg, einem Viehhandelsweg von Niedersachsen bis nach Dänemark, hatte Wedel in früheren Zeiten einen bedeutenden Viehmarkt, der als Ochsenmarkt auch heute noch stattfindet.

In der Wedeler Marsch lag die Hatzburg, erbaut um 1311 durch die Grafen von Schauenburg. Um 1400 wurde die Burg als Herrschaftssitz aufgegeben – dieser wurde nach Pinneberg verlegt –, jedoch bis 1710 als Verwaltungssitz weiterbenutzt, ehe sie dem Verfall anheimfiel. Luftbilder lassen die Motte (Burg) noch heute als ovale Linie erkennen. Ein Modell nach den Erkenntnissen von Ausgrabungen ist in der Nähe des ehemaligen Standorts an der Hatzburgtwiete aufgestellt.

Am 16. März 1731 haben schwere Feuersbrünste 167 Häuser zerstört, am 13. September 1837 fielen die Kirche und zwanzig Häuser Flammen zum Opfer. Im Mai 1878 explodierte die Pulverfabrik unweit Schulau, wobei zehn Menschen starben.

Am 3. Dezember 1875 erlangte Wedel das Stadtrecht. 1909 wurde das Dorf Schulau zur Kosteneinsparung auf Anregung der Kommunalverwaltung eingemeindet. Bereits 1892 war es zum Zusammenschluss Schulaus mit dem bevölkerungsreicheren Spitzerdorf gekommen.

Im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde am 11. März 1933 die Hakenkreuzfahne und die schwarz-weiß-rote Fahne auf dem Rathaus in feierlicher Form gesetzt. Am 12. April 1933 wurden vier SA-Männer als Hilfspolizeibeamte eingestellt. Am 23. Juli 1933 schieden die Sozialdemokraten zwangsweise aus der Stadtverordnetenversammlung aus. Das Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Die ausschließliche Verantwortung für die Verwaltung der Stadt hatte nun der Bürgermeister Harald Ladwig, der bereits am 21. April 1932 gewählt worden war und nach der „Machtergreifung“ der NSDAP beitrat.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Wedel eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme. Hieran erinnert eine Stele an der Bundesstraße 431, ungefähr 200 m vor der Grenze zu Hamburg.

Am 3. März 1943 zerstörte ein britischer Bombenangriff erhebliche Teile des Stadtgebiets.

 
Eingang zur Bunkeranlage (Hilfskrankenhaus)

Zur Zeit des Kalten Krieges wurde in Wedel das größte deutsche Hilfskrankenhaus unterhalb des örtlichen Gymnasiums gebaut und für den Einsatz bereitgehalten. Diese Einrichtung wurde in den 1990er Jahren auf Grund der sich verändernden Weltlage aufgelöst.

Im September 2014 wurde ein städtebaulich-landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb für ein 53 Hektar großes Neubaugebiet ausgeschrieben, das sich auf bisherigen Baumschulflächen im Norden der Stadt befindet – zwischen der Bestandsbebauung an Steinberg und Lülanden und den Holmer Sandbergen, dort begrenzt durch die ebenfalls geplante Nordumfahrung (B 431, siehe unten unter Verkehr) – und maßgeblich für Wohnungsbau und Folgeeinrichtungen genutzt werden soll. Die Auslobung nannte ein ungefähres Potential von 800 Wohneinheiten, wovon rund 30 % in öffentlicher Förderung entstehen sollen.[2] Ende März 2015 wurde im Ideenwettbewerb dem gemeinsamen Entwurf des Hamburger Stadtplanungsunternehmens Architektencontor Agather-Bielenberg, der Architekten Rave+Oschkinat aus Norderstedt, des für Verkehrsplanung zuständigen Waack+Dähn Ingenieurbüros (ebenfalls Norderstedt) sowie der Hamburger Landschaftsarchitekten Schoppe+Partner Freiraumplanung der erste Preis verliehen.[3] Der Entwurf enthielt eine „grüne Vernetzung“ als Leitgedanken. Demzufolge sollten Häuser zu Wohnhöfen zusammengefügt werden, die Anbindung zu den Wohneinheiten über Stichstraßen erfolgen und der Stadtteil über mehrere Grünflächen verfügen. Laut dem Auswahlgremium überzeugte der Entwurf mit „klaren Formen“ sowie „hohen Aufenthaltsqualitäten in Wohnquartieren und Grünraum“.[4] Im November 2018 wurden weiterentwickelte Pläne vorgestellt, die unter anderem ein „Kernhaus“ mit Gaststätte, Kiosk, Ladengeschäft und Räumen für die Stadtteilverwaltung als Mittelpunkt des Neubaugebietes vorsehen.[5]

Der Wedeler Roland als WahrzeichenBearbeiten

 
Der Marktplatz von Wedel mit der Rolandstatue um 1895

Im Jahr 1558 wurde der Wedeler Roland als Zeichen des hoheitlichen Schutzes der Marktgerechtigkeit errichtet. Er wurde mehrfach restauriert und 1950 an die Nordseite des Marktes umgesetzt. Er symbolisierte im Zusammenhang mit dem Ochsenmarkt die Markt- und Handelsfreiheit.[6] 1786 erhielt Wedel vom dänischen König die Fleckensgerechtigkeit verliehen, was insbesondere die Ausfuhr von Bier und Branntwein erleichterte.

PolitikBearbeiten

RatsversammlungBearbeiten

Sitzverteilung in der Ratsversammlung (Kommunalwahl Mai 2018)
      
Insgesamt 38 Sitze

Ergebnisse der Kommunalwahlen:

Partei 2003 2008 2013 2018 Sitze
2018
CDU 44,0 % 34,2 % 33,1 % 27,6 % 11
SPD 30,4 % 28,2 % 35,3 % 23,2 % 9
Grüne 14,3 % 16,6 % 17,1 % 19,7 % 7
FDP 11,0 % 12,2 % 07,6 % 11,2 % 4
Die Linke
-
08,8 % 06,9 % 8,9 % 3
WSI
-
-
-
9,4 % 4

Mitte November 2013 trennten sich sechs Ratsmitglieder von der SPD-Fraktion und bildeten als Wedeler Soziale Initiative (WSI) eine neue Fraktion.[7] Eine weitere Ratsfrau trat im Sommer 2014 aus der SPD-Fraktion aus, arbeitete einige Zeit als fraktionslose Abgeordnete weiter und trat im Mai 2015 der Fraktion der Grünen bei. Im April 2016 änderte sich die Zusammensetzung durch Rücktritt einer WSI'lerin, für die ein Mitglied der SPD nachrückte, erneut. Bei der Kommunalwahl im Mai 2018 trat die WSI erstmals zu einer Wahl an und holte vier Ratsmandate. Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten erhöhte sich die Zahl der Räte und Rätinnen von 31 auf 38. Ein dreiviertel Jahr nach dieser Wahl verkleinerte sich die SPD-Fraktion durch den Austritt zweier ihrer Mitglieder, die ihr Mandat als Fraktionslose behielten, erneut, so dass die Sozialdemokraten seither nur noch über sieben Sitze im Rat verfügen.

Sitzverteilung in der Ratsversammlung (seit März 2019)
       
Insgesamt 38 Sitze
  • Linke: 3
  • SPD: 7
  • WSI: 4
  • Grüne: 7
  • FDP: 4
  • CDU: 11
  • Fraktionslose Ratsmitglieder: 2

BürgermeisterBearbeiten

(a) ab 1870 Bürgermeister des Fleckens, ab Dezember 1875 der Stadt Wedel

Die letzte Bürgermeisterwahl fand am 28. Februar 2016 statt, wobei der bis dato amtierende Bürgermeister Niels Schmidt wiedergewählt wurde.

WappenBearbeiten

Die Stadt führt ein altes, an einem historischen Siegel orientiertes Wappen. Das Wappen und die Flagge wurden am 26. November 1963 genehmigt.

Blasonierung: „Im Rot das silberne holsteinische Nesselblatt, darin die goldengerüstete, rotgegürtete, schwarzbärtige Gestalt eines Rolands in Vorderansicht mit rotem, blaugefüttertem, zurückgeschlagenem Mantel, auf dem Kopf die goldene mittelalterliche Kaiserkrone, in der rechten Hand ein bloßes silbernes Schwert mit goldenem Knauf an die rechte Schulter gelehnt, in der linken der goldene Reichsapfel.“[10]

Der Ort entstand an einer Fährstelle über die Elbe, an der sich die beiden mittelalterlichen, von Norden kommenden Handels- und Heerstraßen, die Ochsenwege, trafen. Der florierende, sich ausweitende Ochsenhandel führte im 16. und 17. Jahrhundert zu einer wirtschaftlichen Blütezeit des Ortes. Zum Zeichen der Marktgerechtigkeit hatten die Schauenburger Grafen aus der Pinneberger Nebenlinie als Landesherren auf dem Marktplatz eine hölzerne Rolandstatue errichten lassen, die 1558 durch eine farbige Sandsteinfigur ersetzt wurde. Dieser neue Roland sollte das Aussehen Kaiser Karls des Großen haben. Erst 1786 wurde Wedel zum Flecken erhoben. Im Privileg wurde die Führung eines Siegels bewilligt, das den geharnischten Roland zeigte. Bereits 1597 hatte Andreas Angelus in seiner Schrift „Holsteinischer Städte Chronica“ als Wedeler Wappen einen Roland, allerdings ohne Krone und statt des Reichsapfels mit dem Nesselblattschild in der Linken, abgebildet. Das Nesselblatt im Wappen zeigt die Zugehörigkeit der Stadt zu Holstein und die Landesherrschaft der Schauenburger Grafen bis 1640 an.

Das Wappen in seiner jetzigen, von dem Heraldiker Hans Freiherr von Weißenbach gestalteten Form wurde 1876 angenommen; eine Genehmigung erfolgte nicht. 1948 und 1963 entwarfen die Grafiker A. Paul Weber, aus Schretstaken bzw. Willy „Horsa“ Lippert aus Brunsbüttel, neue zeichnerische Darstellungen des Wappens. Letztere wurde 1963 genehmigt.

FlaggeBearbeiten

Im blauen Tuch, das oben und unten von je zwei schmalen Streifen, einem roten und einem halb so breiten weißen, begrenzt wird, das weiße holsteinische Nesselblatt, etwas zur Stange hin verschoben, darin der Roland des Wappens.[10]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Die Stadt Wedel unterhält seit 1985 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Caudry in Frankreich und seit 1982 eine Partnerschaft mit Makete, einem Distrikt in Tansania. Des Weiteren besteht eine Städtepartnerschaft mit dem mecklenburg-vorpommerischen Wolgast.

Zudem bestand eine Partnerschaft mit dem dänischen Vejen, die aber 2010 von dänischer Seite beendet wurde, nachdem die Stadt 2007 in der Großgemeinde Vejen Kommune aufgegangen war.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedel
 
S-Bahnhof Wedel, Eingang mit Ladenpassage

Öffentlicher VerkehrBearbeiten

Wedel liegt vollständig im Bereich des Hamburger Verkehrsverbundes HVV. Die S-Bahn-Linie S 1 aus Richtung Poppenbüttel bzw. Flughafen und Hamburg-Altona endet am Bahnhof Wedel. Sie entstand aus der Altona-Blankeneser Eisenbahn. Die früher recht umfangreichen Gleisanlagen für den Güterverkehr sind inzwischen abgebaut, nachdem der Bedarf entfallen ist. Die Industriebetriebe, die eigene Gleisanschlüsse hatten, sind stillgelegt (Mineralölwerk), abgerissen (Pulverfabrik, Zuckerraffinerie) oder haben keine Verwendung mehr dafür (Kohlekraftwerk). Diese Gleisanlagen wurden mittlerweile im Zuge von Straßenerneuerungsarbeiten und anderen Baumaßnahmen (wie der Baumarkt-Erweiterung) größtenteils entfernt.

Der Stadtbusverkehr wird durch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) innerhalb des HVV betrieben. Daneben gibt es auch Regionalbuslinien nach Haseldorf (589), Uetersen (489, 589), Elmshorn (489), Pinneberg, Quickborn und Norderstedt (594). Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) mit Taxi-Standplatz und einer darunter befindlichen Tiefgarage mit 168 Stellplätzen für den Park-and-Ride-Verkehr und Bike-and-Ride-Plätzen direkt westlich des S-Bahnhofs Wedel wurde am 9. Mai 1987 in Betrieb genommen. Von hier führt auch die Linie 189 über Schulau und Hamburg-Rissen (Tinsdal) bis zum S-Bahnhof Blankenese, wo Anschluss an die S-Bahn und weitere Buslinien besteht. Die Busse dieser Linie verkehren werktags im 10-Minuten-Takt und benötigen eine Fahrzeit von etwa 30 Minuten zwischen Wedel und Blankenese.

Eine Busanbindung nach Hamburg wird auch nachts angeboten:

  • Nachtbuslinie 601 über Bahrenfeld, Othmarschen und Altona bis in die Hamburger Innenstadt, in den Nächten Sonntag/Montag bis Donnerstag/Freitag
  • Nachtbuslinie 621 bis Altona, in den anderen Nächten (Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag), wenn die S-Bahn nachts durchfährt

Bundesstraße 431Bearbeiten

Die Bundesstraße 431 verläuft von Hamburg-Altona kommend durch Wedel und dann weiter über Uetersen, Elmshorn und Glückstadt nach Meldorf.

Ein „Dauerthema“ in Wedel ist die Verlegung des Verlaufs der Bundesstraße. 1938 wies Bürgermeister Ladwig auf den Plan einer Umgehungsstraße hin. 1982 wurde der Städtebauliche Rahmenplan 1982 für die Altstadt vorgelegt, der unter anderem die Mühlenstraße (im heutigen Verlauf der B 431) als eine teilweise „verkehrsberuhigte Straße“ vorsah. Die Verlegung der B 431 in Wedel ist im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf“ ausgewiesen.[11] Nachdem lange eine Südumgehung der Altstadt geplant war, sieht der aktuelle Flächennutzungsplan eine Nordumfahrung vor.[12] Seit den 1980er Jahren existiert eine Planung, den Abschnitt zwischen Rissen und Wedel auf eine südlichere Trasse zu verlegen. Das Vorhaben war zwar im „weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans angemeldet[11]; allerdings bestehen beiderseits der Wedeler Stadtgrenze Bedenken bei Bürgern und Kommunalpolitikern gegen eine solche Trasse, weil diese eine Beeinträchtigung schützenswerter Landschaften (vor allem der Brünschenwiesen und des Autals) darstelle. Insbesondere Bewohner Alt-Wedels setzen sich seit vielen Jahren für eine Verlegung der B 431 ein und befürworten auch eine Nordumfahrung.[13] Ende 2017 hat eine Ratsmehrheit sämtliche Planungsmittel für eine solche nordöstliche Umgehungsstraße aus dem städtischen Haushalt gestrichen.[14]

FährverbindungenBearbeiten

Eine regelmäßige Personenfährverbindung über die Elbe wird von der Lühe-Schulau-Fähre GmbH (LSF) betrieben.

Vom Frühjahr bis zum Herbst ist Wedel Haltepunkt einer Expressfähre von und nach Helgoland, die am Willkomm-Höft anlegt. Während der Sommersaison bestehen über die HADAG Verbindungen zu den Hamburger St.-Pauli-Landungsbrücken.

IndustrieBearbeiten

 
Möller-Betriebsgebäude mit Wasserturm

In Wedel befindet sich der Deutschlandsitz des fünftgrößten Pharmakonzerns der Welt, der AstraZeneca PLC, außerdem ein Steinkohle-Heizkraftwerk der Vattenfall Europe AG. Neben dem Heizkraftwerk existierte bis vor ein paar Jahren auch noch die Mobil-Oil-Raffinerie, die 1906 von der Deutschen Vacuum Oil gebaut wurde.

Siehe auch: Heizkraftwerk Wedel

Die J. D. Möller Optische Werke sind weltweit bekannter Hersteller optischer Präzisionsgeräte mit einer Tradition, die bis 1864 zurückreicht. Das firmeneigene Wasserwerk mit dem angeschlossenen Wasserturm versorgte die Stadt bis Anfang 2016 mit Trinkwasser, nachdem der erste Brunnen am Rosengarten 1911 gegraben und 1929 ein Vertrag mit der Stadt zur Lieferung von Wasser geschlossen worden war.[15]

Hauptartikel Wasserturm Möller-Wedel

Wedel ist außerdem Sitz vieler weiterer, weltweit agierender Unternehmen. So ist die Stadt Hauptsitz der Medac GmbH, die vor allem als Spezialpräparatehersteller im Bereich der Onkologie bekannt ist. Des Weiteren sind Firmen wie die EVAC GmbH und die Trioptics GmbH in Wedel ansässig. Erstere ist weltweiter Marktführer bei der Herstellung von Vakuumtoiletten für den Eisenbahn-, Schiff- und Luftfahrzeugbau. Die Firma Solarnova produziert und vermarktet hier als Ausgründung der AEG-Solartechnik Photovoltaik-Module für Solarfassaden und Lichtdächer. Außerdem ist man offen für die Bestückung von Sonderprojekten, wie Signaltürmen oder Parkscheinautomaten.

Das weltweit agierende, mittelständische Unternehmen m-u-t AG Messgeräte für Medizin- und Umwelttechnik ist Hersteller von Produkten in den Bereichen Spektroskopie, Laborautomation, Medizintechnik, Brandfrüherkennung und Luftfahrtsicherheit seit 1995 in Wedel.

BildungBearbeiten

Allgemeinbildende SchulenBearbeiten

 
Johann-Rist-Gymnasium
  • Förderzentrum (FöZ)
    • Pestalozzi-Schule (Förderzentrum Lernen), Autal (13 Schüler in 1 Klasse, 112 Betreute)
  • Grundschulen (GS)
    • Moorwegschule, Breiter Weg (400 Schüler in 18 Klassen)
    • Grundschule Altstadt[16] / (Altstadtschule), Schulstraße (335 Schüler in 15 Klassen)
    • Albert-Schweitzer-Schule, Pulverstraße (378 Schüler in 18 Klassen)
  • Gemeinschaftsschulen
    • Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (Start ab 1. August 2012[17], ehem. Regionalschule Wedel, hervorgegangen ab dem Schuljahr 2009/2010 aus der Ernst-Barlach-Realschule und der Theodor-Storm-Schule (Hauptschule)), Tinsdaler Weg (596 Schüler in 27 Klassen)
    • Gebrüder-Humboldt-Schule (Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe, vorher IGS Wedel), Rosengarten (788 Schüler in 34 Klassen)

Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2018/2019[18]

HochschulenBearbeiten

Im Hochschulbildungsbereich bieten die Fachhochschule Wedel und die Private Berufsfachschule PTL Wedel Studiengänge und Ausbildungen im Bereich der Ingenieur- und Informationswissenschaften an.

Weitere BildungseinrichtungenBearbeiten

Die Volkshochschule Wedel bietet ein breites Weiterbildungsprogramm für die Bürger an. Seit 1904 wurde die städtische Volksbücherei mit dem gesamten Bücherbestand des damaligen Bürgervereins gegründet. Sie befand sich in den ersten Jahren im Flur des damaligen Leiters Rektor Otto Schulz. Nachfolger ist die Stadtbücherei Wedel, Rosengarten 6–8.[19], die im August 2014 in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 2 (gefährdet) eingestuft wurde.[20]

KulturBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Wedel stehen die in der Denkmalliste des Kreises Pinneberg eingetragenen Kulturdenkmale in Wedel.

 
Theaterschiff Batavia in der Wedeler Au

Das Theater Wedel ist ein Amateurtheater. 1965 gründete der Krimiautor Hansjörg Martin einen Arbeitskreis Laienspiel an der Wedeler Volkshochschule, aus der 1977 der Theater Wedel e.V. hervorging.

Das Theaterschiff Batavia von Hannes Grabau ist ein Schiff mit Gaststätte und einem Theater mit 70 Plätzen. Es ist ein Ort unterschiedlicher kultureller Veranstaltungen.

Im Stadtarchiv Wedel kann in rund 600 lfd. Meter Akten, Sammlungen und Abbildungen zur Geschichte der Stadt Wedel recherchiert werden. Das Stadtarchiv gibt die Beitragsreihe Beiträge zur Wedeler Stadtgeschichte heraus und hat eigene Zeitungskolumnen. Es befindet sich im Untergeschoss des Rathauses.

Das Stadtmuseum Wedel wurde auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung als Heimatmuseum 1912 eingerichtet. Es ist seitdem im alten Schulgebäude in der Küsterstraße 5 beheimatet.

Im August 1987 wurde das Ernst-Barlach-Museum Wedel eingerichtet. Es verfügt über eine repräsentative Sammlung von Skulpturen, Zeichnungen, Holzschnitten, Lithographien, Briefen und Manuskripten Ernst Barlachs. Außerdem finden hier in regelmäßigen Abständen auch Ausstellungen und Veranstaltungen zu Kunst und Literatur der klassischen Moderne und zu zeitgenössischen und populären Themen statt.[21]

Im Sommer 2016 lobte die Stadt in Kooperation mit dem Ernst-Barlach-Museum, dem Vorstand der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg und dem örtlichen Kulturforum den ersten Wedeler Kunstpreis (Motto: „Kunst macht stark“) unter den in Wedel lebenden und arbeitenden Kunstschaffenden aus. Ausgestellt wurden Arbeiten von 37 Frauen und 20 Männern; darunter waren 14 Berufskünstler. Den 1. Preis erhielt Tamara Nickel.[22]

SportBearbeiten

Größter Sportverein der Stadt ist der Wedeler TSV, ein Mehrspartenverein mit 20 Abteilungen und rund 2400 Mitgliedern.[23] Der SC Rist Wedel ist bundesweit für seine Basketballmannschaften sowie seine mehrfach ausgezeichnete Nachwuchsarbeit bekannt.[24] Er gehört zu den größten Basketballvereinen Deutschlands.[25] In der Broschüre Sport-Blick informiert die Stadt jährlich über das sportliche Geschehen Wedels.[26]

Der Amateurfunk wird durch den Ortsverein E10 "Welcome Point" im DARC e.V. vertreten. Neben den 4 Clubstationen DK0PR, DL0HRK, DL0SWA und DL0EUF für Kurzwelle und UKW existiert noch der APRS-Digipeater DB0ELB.

VeranstaltungenBearbeiten

In Wedel finden alljährlich zahlreiche Veranstaltungen statt, darunter der traditionelle Ochsenmarkt, das Hafenfest und das Musikfestival „Pianos an der Elbe“, des Weiteren unter anderem die „Wedeler Kulturnacht“, der Wedeler Friedenscup, ein Benefizfußballturnier für Frieden und Solidarität mit Flüchtlingen, sowie jeweils am Wochenende der Cyclassics das „Bikefest“.

Einmal monatlich kommt es im Bier- und Wein-Comptoir zu einem Poetry Slam um den „Wedel-Schädel“.[27] Jeweils im Sommer wird seit den 1970er Jahren an der Batavia nach Einbruch der Dunkelheit Open-Air-Kino (2015 mit zwölf Filmvorführungen) veranstaltet.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Die erste Zahl gibt das Jahr der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carsten Dürkob: Wedel. Eine Stadtgeschichte. Beig, Pinneberg 2000, ISBN 3-923457-52-9.
  • Gunther Gerhardt: Wedel. Stadt im Wandel. Sutton, Erfurt 2012, ISBN 978-3-86680-982-6.
  • Stadtverwaltung Wedel (Hrsg.): Wedel. Werden und Wachsen einer Stadt. Ein Heimatbuch. Alster-Verlag, Hamburg 1939.
  • Stadt Wedel (Holstein), der Magistrat (Hrsg.), Planverfasser: Planungsgruppe Holstein Mitte: Der Städtebauliche Rahmenplan 1982 für die Altstadt. oO, 1985.
  • Stadtverwaltung Wedel: Stadt Wedel. Reken 1993.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wedel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wettbewerbsauslobung (2014), S. 22
  3. https://www.wedel.de/rathaus-politik/stadtverwaltung/stadtentwicklung/entwicklungsgebiet-wedel-nord.html
  4. https://www.wedel.de/fileadmin/user_upload/media/pdf/Rathaus_und_Politik/Stadtplanung/WedelNord/Wettbewerb_Wedel_Nord_Handout_Ausstellung_2015_2.pdf
  5. https://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article215847767/Ein-erster-Blick-in-Wedels-neuen-Stadtteil.html
  6. Der Roland - Das Symbol der Stadt Wedel
  7. SPD-Rebellen gründen eigene Fraktion. In: Wedel-Schulauer Tageblatt vom 18. November 2013, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg 2013 (online).
  8. Dürkob, S. 259ff.
  9. Thies Bitterling in Verehrt – verkannt – verleumdet: Die Bürgermeister Wedels von 1902–1971, Band 7 der Beiträge zur Wedeler Stadtgeschichte
  10. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein
  11. a b Bundesverkehrswegeplan, Anlage, Schleswig-Holstein (Memento vom 25. Mai 2010 im Internet Archive)
  12. Neuaufstellung des Flächennutzungsplans/Fortschreibung des Landschaftsplans (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  13. Bürgerinitiative für Verkehrsberuhigung in Wedel (Memento vom 4. Mai 2013 im Internet Archive) Internetsite Bürgerinitiativen alt-wedel.de, abgerufen am 18. Januar 2012
  14. Meldung zum Ratsbeschluss im Hamburger Abendblatt vom 20. Dezember 2017
  15. https://www.shz.de/lokales/wedel-schulauer-tageblatt/wedeler-wasser-2016-ist-schluss-id11345381.html
  16. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Service/Schulsuche/schule_node.html#k=katS aufgerufen am 19. September 2019
  17. https://ebg-wedel.de/?page_id=35 aufgerufen am 21. September 2019
  18. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2018/2019
  19. Internet-Archiv der Stadtbücherei Wedel (Memento vom 2. März 2012 im Internet Archive)
  20. Politik & Kultur Nr. 5/14 | September — Oktober 2014 Seite 15 Kulturelles Leben: Die Rote Liste (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive), abgerufen am 31. August 2014
  21. Ernst Barlach Museum Wedel (Memento vom 26. April 2007 im Internet Archive), Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg
  22. siehe den Artikel aus dem Wedel-Schulauer Tageblatt
  23. Wedeler Turn- und Sportverein e. V. - Über den TSV. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.wedeler-tsv.de. Archiviert vom Original am 1. November 2016; abgerufen am 1. November 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wedeler-tsv.de
  24. alexanderplatz Werbeagentur GmbH: SC Rist. In: www.scrist-wedel.de. Abgerufen am 1. November 2016.
  25. Die 100 größten Basketball-Vereine des DBB. Deutscher Basketball Bund, 31. Dezember 2015, abgerufen am 1. November 2016.
  26. SportBlick - wedel.de. In: www.wedel.de. Abgerufen am 1. November 2016.
  27. Webseite der Veranstaltung
  28. Stadt Wedel: Newsdetail - wedel.de. 2. Februar 2018, abgerufen am 7. Februar 2018.