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Hamburger Verkehrsverbund

Verkehrs- und Tarifverbund, der das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen umfasst
Hamburger Verkehrsverbund GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 29. November 1965 (als GbR)
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Lutz Aigner (Sprecher), Dietrich Hartmann
Branche ÖPNV
Website HVV.de

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ist ein Verkehrs- und Tarifverbund, der das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen umfasst. Der HVV wurde am 29. November 1965 gegründet und nahm offiziell am 1. Dezember 1965 seine Tätigkeit auf.[1]

Zum Angebot des HVV zählen vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG), sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH), drei A-Bahn-Linien (betrieben von der AKN) sowie große Teile des Streckennetzes weiterer Regionalbahngesellschaften, 696 Buslinien (betrieben u. a. von der Hamburger Hochbahn, der VHH und der KVG Stade) sowie acht von der HADAG betriebene Fährlinien im Hamburger Hafen und auf der Elbe.

Das Einzugsgebiet des HVV umfasst 8616 km², auf denen 3,458 Millionen Menschen leben. Im Verbund betreiben 29 Verkehrsunternehmen Verkehrslinien (Stand: 2016).[2]

Bahnlinien im HVV (Liniennetz)
Moderne HADAG-Fähre auf der Elbe

Inhaltsverzeichnis

In den HVV integrierte UnternehmenBearbeiten

Hamburger HochbahnBearbeiten

Die Hamburger Hochbahn AG betreibt das U-Bahn-Netz mit den Linien

  • U1  Norderstedt Mitte – Garstedt – Ochsenzoll – Fuhlsbüttel Nord – Ohlsdorf – Kellinghusenstraße – Stephansplatz – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Süd – Lübecker Straße – Wandsbek Markt – Wandsbek-Gartenstadt – Farmsen – Volksdorf – Ohlstedt / – Großhansdorf
  • U2  Niendorf Nord – Niendorf Markt – Hagenbecks Tierpark – Schlump – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Horner Rennbahn – Billstedt – Mümmelmannsberg
  • U3  Barmbek – Kellinghusenstraße – Schlump – St. Pauli – Landungsbrücken – Rathaus – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Mundsburg – Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt
  • U4  HafenCity-Universität – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Horner Rennbahn – Billstedt (– Mümmelmannsberg)[3]

Im Jahr 2017 wurden mit der U-Bahn auf 104 km Länge und 91 Haltestellen 242 Mio. Fahrgäste befördert.

Außerdem betreibt die HOCHBAHN 110 Buslinien, diese entfallen auf 23 Metrobuslinien, 19 Nachtbuslinien, 2 Eilbuslinien und 59 Stadtbuslinien sowie 7 zuschlagpflichtigen Schnellbuslinien mit zusammen 1329 Haltestellen, mit denen im Jahr 2017 insgesamt 213 Mio. Fahrgäste befördert wurden.[4][5]

S-Bahn HamburgBearbeiten

Die S-Bahn Hamburg GmbH ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn und betreibt die Linien:

  • S1  Wedel – Rissen – Blankenese – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf – Hamburg Airport (Flughafen) / – Poppenbüttel
  • S11  Blankenese – Othmarschen – Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf (– Poppenbüttel) (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S2  Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Bergedorf (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S21  Elbgaustraße – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Bergedorf – Reinbek – Aumühle
  • S3  Pinneberg – Elbgaustraße – Eidelstedt – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Neugraben – BuxtehudeStade
  • S31  Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor / – Wilhelmsburg – Harburg Rathaus (– Neugraben)

Pro Jahr befördert die S-Bahn auf 147 km Schienennetz und 68 Haltestellen etwa 280 Mio. Fahrgäste.[6] (Stand: 2018)

Deutsche BahnBearbeiten

Die Deutsche Bahn AG betreibt im Großraum Hamburg Schienenpersonenverkehr (SPNV) im Regionalverkehr mit folgenden Linien:

  • RE 1: Hamburg Hbf – Bergedorf – Schwarzenbek – Büchen (nicht im HVV-Tarif: – Hagenow (Land) – SchwerinRostock)
  • RE 6: Hamburg-Altona – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: Itzehoe – Heide – Husum – Westerland (Sylt))
  • RE 7: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif:NeumünsterFlensburg)
  • RE 70: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster – Kiel)
  • RE 8: Hamburg Hbf – Bad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif:Lübeck Hbf - Lübeck-Travemünde Strand)
  • RE 80: Hamburg Hbf – Ahrensburg – Bad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck)
  • RB 81: Hamburg Hbf – Rahlstedt – Ahrensburg – Bargteheide – Bad Oldesloe (bedient jeden Bahnhof)
  • RE 83: Lüneburg – Lauenburg – Büchen – Mölln – Ratzeburg (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck)

AKNBearbeiten

Die AKN Eisenbahn GmbH betreibt mit den Linien

  • A1  Hamburg-Eidelstedt – Quickborn – Ulzburg Süd – Kaltenkirchen – Bad Bramstedt – Boostedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster)
  • A2  Norderstedt Mitte – Ulzburg Süd (– Kaltenkirchen) (im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Norderstedt)
  • A3  Elmshorn – Barmstedt – Henstedt-Ulzburg – Ulzburg Süd

den Schienen-Regionalverkehr im Norden des HVV-Gebietes und wurde 2009 von ca. 11,5 Mio. Fahrgästen auf 6,8 Mio. Wagenkilometern genutzt.

NordbahnBearbeiten

Die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG – gemeinsames Tochterunternehmen der Hochbahn und der AKN – betreibt die Regionalbahnlinien

  • RB 61: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: – Itzehoe)
  • RB 71: Hamburg-Altona – Elmshorn – Dauenhof (nicht im HVV-Tarif: – Wrist – Itzehoe)
  • RB 82: Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Rickling (nicht im HVV-Tarif:Neumünster)

2009 wurde die RB 82 im HVV-Bereich von einer Million Fahrgästen auf 0,8 Mio. Wagenkilometern genutzt.

MetronomBearbeiten

Im südlichen und südwestlichen Verbundgebiet (Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg sowie darüber hinaus) wurde der SPNV vom Land Niedersachsen an die metronom Eisenbahngesellschaft mbH vergeben.

  • RE 3: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen – Lüneburg (gehört zum Hanse-Netz, nicht im HVV-Tarif:UelzenHannover[7])
  • RB 31: (Hamburg Hbf –) Hamburg-Harburg – Winsen (Luhe) – Lüneburg (hält an jeder Station)
  • RE 4: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt (nicht im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme)Bremen, Verbindung bis Bremen läuft ebenfalls unter der Bezeichnung Hanse-Netz)
  • RB 41: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt (nicht im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme)Bremen, hält überall)
  • RE 5: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Himmelpforten (nicht im HVV-Tarif:Cuxhaven)

ErixxBearbeiten

Im südlichen Verbundgebiet, Landkreis Harburg sowie darüber hinaus gewährleistet die Erixx GmbH mit ihrem Angebot Der Heidesprinter den Zugbetrieb auf den Strecken

  • RB 32: Lüneburg – Dahlenburg – Dannenberg Ost
  • RB 38: Buchholz – Handeloh (nicht im normalen HVV-Tarif (Ausnahmen für Zeitkarteninhaber):SoltauHannover Hbf)

EVBBearbeiten

Im Elbe-Weser-Dreieck betreiben die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH in Eigenregie 32 Buslinien in den Landkreisen Harburg, Stade, Rotenburg (Wümme), Osterholz sowie der Stadt Bremen (siehe teilweise auch: Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) und die Südweststrecke

Neben dem Sommerangebot „Moorexpress“ wird teilweise die Wartung vom „metronom“ übernommen gemeinsamer Fahrzeugpool der LNVG.

AutokraftBearbeiten

Das DB-Tochterunternehmen Autokraft bedient zahlreiche Buslinien in Schleswig-Holstein. 2009 fuhren 12,1 Mio. Fahrgäste auf den Autokraft-Linien im HVV.

VHHBearbeiten

Insbesondere im westlichen und östlichen Hamburg als auch in den Schleswig-Holsteinischen Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) rund 160 Buslinien mit 2300 km Länge. 2011 beförderten sie mit rund 560 Bussen auf ca. 35 Mio. Wagenkilometern 105,7 Mio. Fahrgäste.

KVGBearbeiten

Im südlichen Verbundgebiet sowie darüber hinaus (Landkreise Cuxhaven, Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis sowie in den Städten Buchholz i. d. Nordheide, Buxtehude, Bremervörde, Stade, Cuxhaven, Winsen (Luhe) und Lüneburg) fährt die KVG Stade GmbH & Co. KG mit 308 Bussen. 2009 hatte sie im HVV-Gebiet 26,6 Mio. Fahrgäste.

VGNBearbeiten

Ein kurzer Abschnitt der U1 (von Garstedt nach Norderstedt Mitte) sowie daran im Anschluss die A2 (betrieben von der AKN) gehören zur Verkehrsgesellschaft Norderstedt mbH, einer Tochter der Stadtwerke Norderstedt (SN). Die VGN hatte auf 10,3 km Streckenlänge mit 18 eigenen Wagen im Jahr 2009 8,7 Mio. Fahrgäste.

HADAGBearbeiten

 
HADAG-Barkasse im Hamburger Hafen

Die HADAG Seetouristik und Fährdienst betreibt den Schiffsliniendienst im Hamburger Hafen mit einer Flotte von 25 Schiffen, die auf sieben Fährlinien pro Jahr über 8 Mio. Fahrgäste befördern.[8] Die HADAG ist ebenfalls für die elbseitige Anbindung im Airbus-Werksverkehr zuständig.

Weitere UnternehmenBearbeiten

Das HVV-VerbundgebietBearbeiten

Das HVV-Gebiet umfasst grundsätzlich Hamburg sowie die angrenzenden Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und die Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Niedersachsen. Darüber hinaus gilt der HVV-Tarif auf der gesamten Wendlandbahn und auf einigen Bus-Abschnitten auch in anderen Landkreisen. Für Zeitkarten sind HVV-Fahrkarten daneben auf der sogenannten Heidebahn bis einschließlich Soltau gültig. Abweichend gilt der HVV-Tarif in der Gemeinde Amt Neuhaus des Landkreises Lüneburg ebenfalls nur für Zeitkarten. Zusätzlich werden ab 2019 die Landkreise Uelzen, Rotenburg (Wümme), Heidekreis, Cuxhaven Teil des HVV-Gebiets.[9]

GeschichteBearbeiten

Der Hamburger Verkehrsverbund wurde am 29. November 1965 als Zusammenschluss von vier Verkehrsunternehmen im Hamburger Raum gegründet; bis 1996 schlossen sich einige weitere Unternehmen an. Am 1. Dezember 1966 trat der Gemeinschaftstarif des HVV in Kraft, sodass die meisten öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg und seinem Umland nun mit einem Fahrschein benutzt werden konnten. Bis 1984 waren auch die von der HHA (bzw. ab 1977 der Alster-Touristik GmbH ATG) betriebenen Alsterschiffe in den Verbundverkehr einbezogen.

Im ersten vollständigen Jahr des HVV-Gemeinschaftstarifes 1967 wurden auf 177 Linien mit 2181 Haltestellen 21,2 Mrd. Platzkilometer angeboten, die von 558,2 Millionen Fahrgästen (bezogen auf den Betriebszweig) genutzt wurden. 1973 waren es auf 219 Linien mit 2652 Haltestellen 23,2 Mrd. Platzkilometer, die von 607,4 Millionen Fahrgästen genutzt wurden.[10]

1996 wurde der HVV umstrukturiert: Aus dem Verbund der Verkehrsunternehmen wurde ein Verbund der Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Gesellschafter sind heute die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die sieben an Hamburg grenzenden (Land-)Kreise.

Bis zum 14. Dezember 2002 umfasste der HVV-Bereich nur die Stadt Hamburg sowie das nähere Umland (Grenzverlauf Wedel – Elmshorn – Barmstedt – Kaltenkirchen – Kisdorf – Wilstedt – Ahrensburg – Trittau – Basthorst – Lauenburg – Seevetal – Neu Wulmstorf – Jork). Seit der Erweiterung des Verbundgebietes am 15. Dezember 2002 umfasst das Gebiet im Norden die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg vollständig; es reicht jetzt bis an die Grenzen der Städte Neumünster und Lübeck. Im Zuge dieser Erweiterung wurden auch mehrere Regionalbahnlinien in den HVV integriert.

Im Dezember 2004 trat mit dem Winterfahrplan 2004/2005 die Erweiterung des Verbundgebietes im Süden um die niedersächsischen Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Kraft. Für die zum Landkreis Lüneburg gehörende rechtselbische Gemeinde Amt Neuhaus, die keine durchgehende öffentliche Verkehrsverbindung mit dem restlichen HVV-Gebiet besitzt, wurde eine Sonderregelung dahin gehend beschlossen, dass HVV-Zeitkarten in dortigen Bussen anerkannt werden, nicht jedoch Einzel- und Tageskarten.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde gleichzeitig eine einjährige Probephase gestartet, während der die Schnellbahnen und die wichtigsten Buslinien in den Wochenendnächten im Stadtgebiet von Hamburg durchfahren. Nachdem es in der Probephase zu einer Verdreifachung der Fahrgäste in den Wochenendnächten kam, wird die Nachtdurchfahrt von U- und S-Bahn unbefristet weitergeführt.

Im Dezember 2007 wurde die Linie S3 (Harburger S-Bahn) von Neugraben über Buxtehude bis Stade (siehe: Niederelbebahn) verlängert.

Seit 1. Januar 2008 gelten bis und ab Soltau die Wochen-, Monats- und Jahreskarten des HVV.

Seit Dezember 2008 fahren Züge der Linie S1 vom Hauptbahnhof in 25 Minuten zum Flughafen Fuhlsbüttel, wobei die Züge an der Haltestelle Ohlsdorf geflügelt werden: der vordere Teil des Zuges fährt zur Haltestelle Hamburg Airport (Flughafen), der hintere Teil fährt nach Poppenbüttel. Die bisherige Airport Express genannte Buslinie 110 ist nun entfallen, wird aber in den Wochenendnächten teilweise durch die neue Linie 274 ersetzt. Die neue Strecke der S1 Ohlsdorf – Airport wird nachts nicht betrieben, dagegen wurde der durchgehende Nachtbetrieb auf den Schnellbahnlinien auf die Strecke Ochsenzoll – Norderstedt Mitte der U1 ausgedehnt.

 
U-Bahn im Bahnhof Jungfernstieg, einem der zentralen Knotenpunkte des Schnellbahnnetzes

Am Montag, den 29. Juni 2009 wurden die östlich verlaufenden Äste der U-Bahn Linien U2 und U3 getauscht. Jetzt verläuft die Linie U3 von Barmbek auf der alten Ringlinie nach Barmbek. Die U2 verläuft von Niendorf Nord nach Mümmelmannsberg. Seit dem 29. November 2012 verkehrt die Linie U4.

Zum 1. Oktober 2011 führte der HVV ein generelles Alkoholkonsumverbot ein, das das Trinken und das Mitführen alkoholischer Getränke in geöffneten Behältnissen verbietet und in allen U-Bahnen, S-Bahnen und A-Bahnen sowie deren Stationen gilt. Verstöße können durch Fahrscheinkontrolleure und Sicherheitspersonal mit einer Strafe von 40 Euro geahndet werden[11].

AufgabenBearbeiten

Die Mitarbeiter des HVV beobachten ständig das Verkehrsaufkommen der im Gemeinschaftstarif bedienten Linien (Fahrgastzählung). Auf Basis der dabei gewonnenen Daten wird der Fahrplan des Folgejahres erstellt.

Die von den beteiligten Verkehrsunternehmen gesammelten Fahrgelder wurden bis 1996 entsprechend der vom jeweiligen Unternehmen geleisteten Platzkilometer aufgeteilt (angebotsorientiert), seit 1997 erfolgt eine Aufteilung nach Fahrgastzahlen (nachfrageorientiert). Die durch Fahrgeldeinnahmen nicht gedeckten Aufwendungen der Verkehrsunternehmen sind von den Aufgabenträgern zu übernehmen.

Ein Nebeneffekt dieser Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsverbund ist, dass betriebsbedingte Ein- und Aussetzfahrten nicht im veröffentlichten Fahrplan erscheinen. Die hierbei angebotenen Platzkilometer sind durch die Bedarfsermittlung nicht legitimiert und werden auch nicht abgerechnet. Beispiele sind die Fahrten der S11 zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel sowie die Fahrten der U3 (ausgeschildert als U1) zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen.

Daten und FaktenBearbeiten

 
Fahrgastzahlen im Hamburger Verkehrsverbund seit 1996

2016 waren in den Verkehrsmitteln im HVV 770,5 Millionen (2015: 751,0 Millionen) Fahrgäste unterwegs, die Fahrgeldeinnahmen in Höhe von 825,5 Millionen Euro (2015: 78,6 Millionen Euro) generierten.[12]

Bezugsjahr: 2016 Linien Haltestellen Streckenlänge (km) Linienlänge (km) Fahrzeuge Platzkilometer (Mio. km)
Schienenverkehr 33 287 899,8 1.353,0 1.942 28.662,0
Busverkehr 696 9.640 14.023,1 19.089,3 2.267 9.090,6
Schiffsverkehr 8 21 24,0 27,0 24 171,0
Gesamt 737 9.948 14.946,9 20.469,3 4.233 37.923,6

TarifstrukturBearbeiten

Das Tarifgebiet des HVV ist in fünf Tarifringe (A bis E) unterteilt, die wiederum aus etwa 130 Tarifzonen bestehen. Der Tarifring A liegt in den inneren Stadtteilen Hamburgs, die weiteren Tarifringe schließen sich daran bis zum Ring E an der Grenze des Verbundgebietes an. Die Tarifringe A und B bilden den Bereich Hamburg AB (ehemals: Großbereich Hamburg), der die gesamte Stadt Hamburg und die meisten direkt angrenzenden Städte und Gemeinden umfasst.

Innerhalb des Bereiches von Hamburg AB sind auf allen Linien von den Tarifzonen unabhängige Zahlgrenzen definiert. Im Tarifring A gibt es weiterhin den sogenannten Teilbereich Innenstadt, in den Tarifringen C bis E außerdem teilweise gesonderte Stadtverkehrsbereiche. Drei Tarifzonen sind keinem Tarifring zugeordnet. Einzelne Gebiete gehören zu mehreren Tarifzonen.

BartarifBearbeiten

 
Preisentwicklung im HVV (Einzelfahrt 2 Ringe)
 
Fahrpreiserhöhung 2013/2014, auf zwei Einzelfahrscheinen erkennbar

Für den Bartarif, also Fahrkarten mit einer Gültigkeit von weniger als einer Woche, gelten folgende Regeln:

Innerhalb von Hamburg AB sind bei Einzelfahrscheinen die überfahrenen Zahlgrenzen relevant. Bis zur ersten Zahlgrenze gilt der Kurzstreckentarif. Darüber hinaus ist bis zur zweiten Zahlgrenze eine Fahrkarte zum Nahbereichstarif möglich, für alle weitergehenden Fahrten ist eine Karte zum Tarif Hamburg AB nötig. Umsteigen gilt als Überschreiten einer Zahlgrenze, ausgenommen Umstiege innerhalb des Schnellbahnnetzes oder im Teilbereich Innenstadt. Zahlgrenzen können auf oder zwischen Haltestellen liegen und auch gedehnt sein, so dass mehrere benachbarte Haltestellen auf einer Zahlgrenze liegen. Die Zahlgrenzen sind nicht an den Haltestellen veröffentlicht und lassen sich auch nicht aus der zurückgelegten Entfernung oder der Anzahl der durchfahrenen Haltestellen ableiten. Sie stehen jedoch auf einigen tausend Seiten als PDF-Dateien zum Download im Internet zur Verfügung.[13] Auf einigen Relationen kommen weitere Sonderregelungen zur Anwendung.

Für Fahrten mit einer Schnellbuslinie ist grundsätzlich zusätzlich ein Zuschlag Schnellbus / 1. Klasse zu lösen. Der Zuschlag wird im Bartarif pro Fahrkarte fällig. Für Fahrten mit dem Schnellbus bis zur ersten Zahlgrenze gilt davon abweichend der Sondertarif Kurzstrecke Schnellbus.

Außerhalb des Tarifbereichs von Hamburg AB werden für kurze Fahrten innerhalb einer Tarifzone oder in eine benachbarte Tarifzone entsprechende Einzelkarten angeboten, in Stadtverkehrsbereichen auch solche zum entsprechenden Stadttarif. Darüber hinaus ist die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend. Mehrfach durchfahrene Tarifringe (beispielsweise von Tarifring C über B, A und B nach C) zählen nur einfach. Für kurze Fahrten im Grenzgebiet zwischen den Ringen B und C bzw. D ist teilweise davon abweichend noch die Tariflogik aus Hamburg AB mit Zahlgrenzen gültig, die dafür auf einigen Linienabschnitten auch in Ring C und D definiert sind.

Für mehrere Fahrten am gleichen Tag bietet der HVV sowohl Ganztages- als auch preisreduzierte, erst nach 9 Uhr gültige, Talzeitkarten an. Für Kleingruppen mit bis zu fünf Personen ist weiterhin eine Talzeit-Gruppentageskarte erhältlich. Für diese Angebote ist jeweils preislich allein die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend.

Eine Besonderheit des HVV ist, dass im Gegensatz zu den meisten deutschen Verkehrsverbünden Fahrkarten ab Kauf gültig sind und vor Fahrtantritt nicht gesondert entwertet werden. Der HVV bietet daher auch keine abstempelbaren Mehrfahrtenkarten o. ä. an, ebenso sind Vorratskäufe nicht möglich.

In Hamburg AB sind sowohl das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket, das Schleswig-Holstein-Ticket, als auch das Niedersachsen-Ticket auf allen Linien, ausgenommen Schnellbusse, gültig. Gleiches gilt für das Schönes-Wochenende-Ticket. Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt nur in S-Bahn-, A-Bahn- sowie Regionalbahnzügen.

ZeitkartenBearbeiten

Der HVV bietet für regelmäßige Fahrgäste Zeitkarten mit einer Gültigkeit ab einer Woche an. Zeitkarten sind nicht an Automaten, sondern nur in Servicestellen und teilweise im Online-Shop erhältlich. Sie bestehen im Regelfall aus einer mit Foto versehenen Kundenkarte und einer Wertmarke. Der Preis richtet sich grundsätzlich nach der Zahl der benötigten Tarifzonen. Innerhalb von Hamburg AB werden nur Karten für mindestens zwei Zonen angeboten. Wird das gesamte Gebiet von Hamburg AB gewählt, entspricht dieses preislich 4 Tarifzonen. Die Differenzierung endet bei 7 Tarifzonen, darüber hinaus werden nur Zeitkarten für das Gesamtnetz (Ringe ABCDE) angeboten.

Monatskarten sind auch in Form eines Jahres-Abos mit etwa 18 % Rabatt erhältlich. Nicht ermäßigte Vollzeit-Abo-Karten gelten darüber hinaus am Wochenende im Gesamtnetz. Ihre Inhaber können in dieser Zeit weiterhin eine Person kostenlos mitnehmen. Neben unrabattierten Vollzeit-Karten gibt es preislich reduzierte Zeitkarten zu anderen Bedingungen auch für Senioren, Schüler, Auszubildende und Studenten. Für jedermann erhältlich ist darüber hinaus die sogenannte Teilzeit-Karte. Sie gilt nicht montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr. Ermäßigte Zeitkarten sind nur als Monatskarte und im Abo erhältlich und nicht für jede Anzahl an Zonen.

Nur für Mitarbeiter von größeren Unternehmen bietet der HVV das sogenannte „ProfiTicket“ (bis 2017: „ProfiCard“) an. Die Voraussetzung für den Bezug ist der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung des Betriebs mit dem HVV. Das ProfiTicket ist gegenüber den für jedermann erhältlichen Tarifen teilweise um bis zu etwa 40 % preisermäßigt[14]. In Modellen, in denen der Arbeitgeber die ProfiTicket - für den Arbeitnehmer meist steuerfrei - mit einem geringen monatlichen Betrag bezuschusst, steigt der Rabatt auf bis zu etwa 50 %[15]. Auch das ProfiTicket gilt am Wochenende im HVV-Gesamtnetz und bietet in dieser Zeit die Möglichkeit, kostenfrei eine weitere Person mitzunehmen.

Für Senioren ab 63 Jahren, Schüler und Auszubildende sind rabattierte Zeitkarten verfügbar. Hier gelten teilweise Einschränkungen oder andere Tariflogiken. So gilt das Seniorenabo nicht zwischen 6 und 9 Uhr und allein Schüler können Zeitkarten für einen ganzen Landkreis erwerben.

Für alle Zeitkarten sind Ergänzungskarten für Fahrten außerhalb der gelösten Zonen erhältlich. Fahrten im Schnellbus sind grundsätzlich zuschlagspflichtig, ausgenommen für Inhaber der preisreduzierten Teilzeit-Karte. Hier ist der Schnellbus bereits inklusive. Der Zuschlag kostet 2,10 Euro und ist bei Zeitkarten pro Fahrt zu lösen. Es kann daher für gemeinsam reisende HVV-Zeitkartenkunden bei Schnellbusfahrten günstiger sein, zusätzlich zu ihren Zeitkarten eine normale Gruppentageskarte zum Bartarif zu lösen. Alternierend ist der Zuschlag auch als Monatskarte und im Abo erhältlich.

Angebot gültig Mo–Fr 6–9 Uhr gültig Mo–Fr 16–18 Uhr gültig im Schnellbus Am Wochenende gültig im Gesamtbereich Am Wochenende gültig für zwei Fahrgäste Preisbeispiel für Hamburg AB im Monat
Vollzeit-Abo ja ja nein ja ja 87,20 EUR
Vollzeit-Monatskarte ja ja nein nein nein 106,40 EUR
Teilzeit-Abo nein nein ja nein nein 51,00 EUR
Senioren-Abo nein ja nein nein nein 51,00 EUR
Schüler-Abo ja ja nein nein nein 40,85 EUR

VerkehrserträgeBearbeiten

Die Verkehrsunternehmen im HVV erzielten im Jahr 2017 etwa 843 Millionen Euro Einnahmen aus Fahrgeldern. Den größten Anteil daran haben HVV-Stammkunden mit einem Vollzeitabo bzw. einer ProfiCard, die insgesamt etwa 350 Millionen Euro an Fahrgeld zahlten. Mit etwa 57 Millionen verkauften Einzelkarten wurde ein Umsatz von etwa 136 Millionen Euro erzielt, 14 Millionen Tages- und Gruppenkarten trugen etwa 104 Millionen Euro zu den Einnahmen der Unternehmen bei.[16]

Die Einnahmen aus Fahrgeldern stiegen in den vergangenen Jahren massiv an. Wurden 2005, nach der letzten großen Gebietsausweitung des Verbundes, noch etwa 473 Millionen Euro erzielt[17], lag der Wert im Jahr 2017 mit 843 Millionen Euro bereits 78 Prozent darüber.

BewertungBearbeiten

Der ADAC führte 2001 einen Test durch, bei dem der ÖPNV in 20 europäischen Städten (10 davon in Deutschland) untersucht wurde. Dabei wurde der HVV als bester deutscher Verkehrsverbund mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Lediglich Barcelona und Brüssel erhielten die Note „Sehr gut“. Bei einem 2009 durchgeführten Test in 23 europäischen Städten konnte sich der Hamburger Verkehrsverbund mit einer guten Wertung auf dem fünften Rang platzieren.[18]

Die ver.di-Seniorinnen und Senioren fordern in Hamburg eine Verbesserung der Nutzungsbedingungen für Senioren. Dazu gehöre die Abschaffung oder Verkürzung der tariflichen Einschränkung beim Seniorenticket von derzeit 6 Uhr bis 9 Uhr. Der Landesbezirksseniorenausschuss kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Senioren mit geringer Rente nach wie vor Schwierigkeiten haben, bei notwendigen Fahrten vor 9 Uhr zusätzlich zum Seniorenticket den vollen Fahrpreis zu bezahlen. Gerade bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, z. B. in Krankenhäusern, sind Senioren auf eine frühe Mobilität vor 9 Uhr in der Stadt angewiesen.[19]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Reinhard Krause: Der Hamburger Verkehrsverbund von seiner Gründung 1965 bis heute, Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-2353-4
  • Erich Staisch: Hamburg und sein Stadtverkehr, ISBN 3-89136-279-X
  • Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg – Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn, 1907–2007, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hamburger Verkehrsverbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verkehrspolitische Ereignisse 1965. In: MR Friedrich Ossig (Hrsg.): DB Report 66. Hestra-Verlag Hernichel & Dr. Strauß, Darmstadt 1966, S. 14.
  2. HVV Zahlenspiegel 2016. Hamburger Verkehrsverbund GmbH, 2016, abgerufen am 6. August 2018 (deutsch, englisch).
  3. Hochbahn.de: Baakenhafenfest
  4. Buslinien der Hochbahn. Hamburger Hochbahn AG, abgerufen am 6. August 2018.
  5. Das Unternehmen Hochbahn | Zahlen und Fakten. Hamburger Hochbahn AG, abgerufen am 6. August 2018.
  6. Deutsche Bahn AG, Unternehmensbereich Personenverkehr, Marketing eCommerce: Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen am 6. August 2018.
  7. Der-Metronom.de: Von und nach Hannover täglich nur jeweils eine Fahrt am Abend, (PDF; 745 kB)
  8. Hadag.de: Unsere Flotte
  9. Landeszeitung.de: Auch Uelzen kommt in den HVV
  10. Der Hamburger Verkehrsverbund, Wissenswertes in Kurzfassung. Prospekt 1974
  11. § 4 (8) HVV-Gemeinschaftstarif vom 1. Januar 2017
  12. HVV-Verbundbericht.de: HVV Zahlenspiegel 2016 (PDF.Datei)
  13. HVV.de: HVV-Gemeinschaftstarif: Tarifbemessungsgrundlagen, abgerufen am 24. Januar 2018.
  14. HVV.de: Preisbeispiele zum „GKA 50“, abgerufen am 30. Januar 2017 (PDF.Datei)
  15. HVV.de: GKA plus und Preise, abgerufen am 30. Januar 2017 (PDF.Datei)
  16. Drucksache 21/10211 der Hamburgischen Bürgerschaft, Seite 9
  17. Abendblatt.de: HVV - warum sind die Preis so hoch?, vom 15. März 2007
  18. ADAC.de: ÖPNV in Europa 2010, abgerufen am 25. Oktober 2012
  19. Hamburg.Verdi.de: Senioren kritisieren HVV-Fahrpreiserhöhung, abgerufen am 3. November 2017