Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

deutscher nichtstaatlicher Seenotrettungsverein

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist die deutsche nichtstaatliche Seenotrettungsorganisation, die für den Such- und Rettungsdienst (SAR: Search and Rescue) bei Seenotfällen im deutschen Teil der Nord- und Ostsee zuständig ist. Für diese Aufgabe werden 60 Rettungsboote unterschiedlicher Größe auf 55 Stationen (Stand 2021) eingesetzt. Die Gesellschaft wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Kiel gegründet und hat bisher über 85.000 Seeleute und Wassersportler aus Seenot gerettet oder Gefahren befreit (Stand 2020).[1]

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
(DGzRS)
Logo
Rechtsform Altrechtlicher Verein
Gründung 29. Mai 1865 in Kiel
Gründer Konsul Hermann Henrich Meier
Sitz Bremen (Koordinaten: 53° 4′ 14,2″ N, 8° 48′ 27,5″ O)
Vorläufer Zusammenschluss regionaler Vereine zur Seenotrettung
Motto Rausfahren, wenn andere reinkommen!
Schwerpunkt gemeinnützige Hilfsorganisation zur Seenotrettung
Aktionsraum Deutsche Nord- und Ostsee
Vorsitz Gerhard Harder
Personen Adolph Bermpohl
Georg Breusing
Arwed Emminghaus
Umsatz 52.200.000 Euro (2018)
Beschäftigte 287 (2018)
Freiwillige 1457 (2018)
Website seenotretter.de
DGzRS-Zentrale in Bremen

Die DGzRS erhält keine staatlichen Gelder und deckt den größten Teil ihrer Kosten durch freiwillige Zuwendungen.

Aufgaben und OrganisationBearbeiten

 
Wirtschaftszonen in der Nordsee, der Entenschnabel entspricht dem deutschen Anteil

Die Gesellschaft, wie die DGzRS an der Küste auch kurz genannt wird, führt ihre Aufgaben eigenverantwortlich und unabhängig durch. Einsatzzentrale für alle Maßnahmen im maritimen SAR-Dienst der Bundesrepublik ist die Seenotleitung Bremen, die jederzeit über Bremen Rescue Radio erreicht werden kann. International tritt sie als Maritime Rescue Coordination Centre Bremen (MRCC Bremen) auf und überwacht die deutschen Hoheitsgewässer und die deutschen ausschließlichen Wirtschaftszonen, die bis zu 400 km wie ein „Entenschnabel“ in die Nordsee reichen. Über eine Küstenlinie von insgesamt 3.660 km unterhält die DGzRS 55 Rettungsstationen (Stand 2018) zwischen der Emsmündung im Westen (westlichste Station ist Borkum) und der Pommerschen Bucht im Osten (östlichste Station ist Ueckermünde). Darüber hinaus ist das MRCC Bremen auch international tätig, da es gemäß SAR-Abkommen im Verbund mit den angrenzenden Staaten und deren MRCC arbeitet und für deutsche Schiffe und deutsche Seeleute jederzeit und an jedem Punkt der Erde Unterstützung bietet.

Zusätzlich zu den Rettungsstationen unterhält die Gesellschaft eine SAR-Schule in Bremen mit einer Außenstelle in Neustadt in Holstein, bei der für Trainingszwecke umgewidmete oder eigens gebaute Rettungseinheiten zur Verfügung stehen. Der Gesellschaft gehören 279 fest angestellte Beschäftigte an, von denen 180 als Seenotretter die Besatzung der Seenotrettungskreuzer (SK) stellen. Die Freiwilligenstationen mit den Seenotrettungsbooten (SRB) werden von 800 ehrenamtlichen Seenotrettern besetzt. Weitere fast 600 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Gesellschaft in der Öffentlichkeitsarbeit an Land bei ihren Spendensammlungen, Vorträgen oder Messen.[2] Sitz der Gesellschaft ist Bremen.

Seit 1872 ist die DGzRS vom Bremer Senat als juristische Person anerkannt und gilt damit als Altrechtlicher Verein, der nicht den Zusatz „e. V.“ führt. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland am 19. April 1982 dem internationalen Übereinkommen von 1979 über Suche und Rettung auf See (SAR) offiziell beigetreten war, mussten die Vertragsvorgaben für die Bundesrepublik Deutschland umgesetzt werden. Da die SAR-Dienste auf See schon vorher durch die DGzRS wahrgenommen wurden, hat das zuständige Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) der DGzRS den staatlichen Auftrag erteilt, die Such- und Rettungsaktivitäten im deutschen Seegebiet zu koordinieren.

Die DGzRS ist Vollmitglied der International Maritime Rescue Federation (IMRF), des weltweiten Bündnisses der Seenotrettungsdienste[3], das alle vier Jahre den World Maritime Rescue Congress veranstaltet. Zu ihrem 150. Geburtstag war die DGzRS Gastgeber dieser Tagung, die vom 1. bis 4. Juni 2015 in Bremerhaven stattfand. Durch Fachvorträge und Arbeitsgruppen gab es einen umfassenden Gedanken- und Erfahrungsaustausch der mehr als 300 Delegierten und Kongressteilnehmern. Das vorher und bis dahin einzige Mal in ihrer langen Geschichte war die DGzRS im Juni 1959 Gastgeber dieser Veranstaltung.

FinanzierungBearbeiten

Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation und finanziert ihren Kernauftrag – die Suche und Rettung von Menschen – durch freiwillige Zuwendungen, wozu zu einem geringen Teil auch Geldauflagen aus der Einstellung von Strafverfahren zählen. Technische Hilfeleistungen stellt sie zumindest teilweise in Rechnung, Krankentransporte bekommt sie von den Krankenkassen erstattet.[4] Steuergelder erhielt sie nach eigenen Angaben nur jeweils nach den beiden Weltkriegen zum Wiederaufbau ihrer Rettungsflotte, seit 1957 gar nicht mehr.[2] Einnahmen stammen z. B. aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden (ca. 74–76 %), Nachlässen, Kondolenzen u. Ä. (ca. 7–8 %), Beiträgen aus der Schifffahrt (ca. 7–9 %), Sammelschiffchen (ca. 6 %) sowie Zuwendungen aus Geldauflagen (ca. 3–5 %). 2017 beliefen sich die allgemeinen Sammlungserlöse auf 23,1 Mio. Euro. Zusammen mit den zweckgebundenen außergewöhnlichen Spenden und den Zuwendungen aus Stiftungen und Erbschaften betrugen die Gesamteinnahmen 39,5 Mio. Euro.[2]

Von den gesamten Einnahmen gehen jedes Jahr rd. 85 % in den Rettungsdienst, 10 % sind für Öffentlichkeitsarbeit und 5 % Verwaltungskosten. Eine interne Revision sowie ein Wirtschaftsprüfer sorgen für eine regelmäßige Kontrolle der anvertrauten Mittel. Daneben wird die DGzRS regelmäßig durch das Finanzamt auf ihre Gemeinnützigkeit überprüft. Als Mitglied des Deutschen Spendenrats e. V. hat sich die DGzRS verpflichtet, ihre Strukturen, Tätigkeiten, Projekte und Finanzen offenzulegen und in einem Jahresbericht Rechenschaft über ihre Arbeit abzulegen.

Die Sammelschiffchen (Spendendosen) in Form eines Ruderrettungsbootes gehören in den Küstenländern zum Alltag und haben in vielen öffentlichen Einrichtungen und Lokalen einen „Ankerplatz“, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu bieten, das Schiffchen zu „beladen“. Als Anerkennung ihrer Arbeit widmete die Deutsche Bundespost zum 125-jährigen Bestehen der DGzRS eine Briefmarke mit dem Motiv des Sammelschiffchens.

GeschichteBearbeiten

Vorhergehende OrganisationenBearbeiten

 
DGzRS Technik und Einsatz, 1880

Mit der Verbreitung humanistischen Gedankenguts rückten auch die menschlichen Schicksale von Schiffbrüchigen in das Bewusstsein der Bevölkerung, sodass die Seenotrettung vermehrt als notwendige Aufgabe von der Öffentlichkeit bzw. deren Regierungen begriffen wurde.[5]

Erste Ansätze zu einem staatlichen Seenotwesen waren in Preußen zu verzeichnen, wo bis 1850 ein vergleichsweise dichtes Netz von rund 20 Stationen zur Seenotrettung an der Ostseeküste zwischen Vorpommern und Ostpreußen aufgebaut wurde. Belegt ist die erste Station von 1802 in Memel, dem heutigen Klaipėda, für die die dortige Kaufmannschaft ein Ruderrettungsboot stiftete. Die Rettungsstationen waren dem preußischen Lotsenwesen angeschlossen und die Boote wurden im Einsatzfall mit Lotsen besetzt.[6] Auch das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin (1847) oder das Königreich Hannover (1837) zeigten Bemühungen um ein organisiertes Rettungswesen an ihren Küsten.[5] Jedoch verhinderte die staatliche Zersplitterung die Bildung einer deutschen Rettungsgesellschaft nach holländischem oder englischem Vorbild. Die Vorgängerinnen von KNRM und RNLI waren schon seit 1824 erfolgreich tätig.

 
Alte Ansicht des Borkumer Rettungsschuppens

In der Mitte des 19. Jahrhunderts verunglückten jährlich circa 50 Schiffe vor den deutschen Nordseeinseln. Mangelnde Ausrüstung – es gab gerade mal ein einziges Rettungsboot auf Norderney[7] – und das noch geltende Strandrecht verhinderten oft Rettungsmaßnahmen. Eines der Unglücke war der Untergang der Johanne 1854 vor Spiekeroog, der 84 Auswanderern das Leben kostete. Von solchen Katastrophen bewegt, folgten Aufrufe zur Bildung eines nationalen Rettungswerkes. Aber erst 1861 wurden unabhängig voneinander in Emden, Bremerhaven und Hamburg Rettungsvereine gegründet.[8] Die ersten Rettungsstationen wurden auf Juist und Langeoog eingerichtet. Einige Jahre später gründeten sich weitere private Vereine an der Ostseeküste zwischen Kiel und Danzig.[5]

Gründung einer einheitlichen GesellschaftBearbeiten

Um der uneffektiven Vereinzelung entgegenzuwirken fand auf Initiative des Bremer Vereins am 29. Mai 1865 in Kiel die Gründungsversammlung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger statt. Das Ziel war die Errichtung eines national einheitlich organisierten Rettungswesen für die Rettung von Menschen aus Seenot. Nur damit konnten die praktischen Voraussetzungen geschaffen werden, um längs der deutschen Küsten einen Standard für Rettungsstationen und deren Ausrüstung zu gewährleisten und für das Rettungswerk national Spenden einzusammeln.[5]

Zu den Initiatoren gehörten Adolph Bermpohl, Georg Breusing und Arwed Emminghaus. Erster Vorsitzer[9] war der Mitbegründer des Norddeutschen Lloyds Konsul Hermann Henrich Meier. Seinem Wirken war es zu verdanken, dass 1867 Wilhelm I, König von Preußen und ab 1871 Deutscher Kaiser, das „Protectorat“ für die DGzRS übernahm.[10] Dies bewog die bisher noch nicht vollständig angeschlossenen Vereine in Emden, Hamburg und Stralsund zum endgültigen Beitritt, die damit zu Bezirksvereinen der DGzRS wurden. Durch den Anschluss des Neuvorpommerschen-Rügenschen Vereins kamen schon die ersten preußischen Station in diesem Bereich zur DGzRS, sodass 10 Jahre nach Gründung 91 Stationen zu verzeichnen waren. Bis 1887 konnten auch die restlichen Rettungsstationen von Preußen bis zur russischen Grenze an die DGzRS übertragen werden. 1890, 25 Jahre nach der Gründung, verfügte die Gesellschaft zwischen Borkum und Nimmersatt über 111 Stationen und gliederte sich in 58 Bezirksvereine. Das einheitlich ausgerüstete Netz wuchs bis 1910 weiter auf insgesamt 129 Stationen und hatte zu dem Zeitpunkt die größte Ausdehnung während ihrer Geschichte.[11]

Die Gesellschaft im 20. JahrhundertBearbeiten

 
Motorrettungsboot Bj. 1944 WESER (II), (1961)

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Gesellschaft ihre Stationen im Raum Danzig sowie auf der nun dänischen Insel Rømø aufgeben[6]. Während des Zweiten Weltkrieges waren die Einheiten mit dem Roten Kreuz versehen und standen unter dem Schutz der Genfer Konventionen. Es erfolgten neben den üblichen Rettungseinsätzen von Seeleuten auch Rettungseinsätze für abgeschossene Flieger aller Kriegsparteien. Dieser Einsatz für Freund und Feind und der Bekanntheitsgrad der RNLI sorgte bei den englischen und amerikanischen Besatzern für Unterstützung beim Wiederaufbau aller Tätigkeiten nach dem Krieg.[12]

Durch die Deutsche Teilung verlor die Gesellschaft den größten Teil ihrer Stationen an der Ostsee. Die Stationen in Pommern und Ostpreußen gelangten unter die Herrschaft von Polen und Russland und in der DDR wurde parallel der Seenotrettungsdienst der DDR aufgebaut. Daher verfügte die Gesellschaft 1965, 100 Jahre nach ihrer Gründung, nur noch über 21 Rettungsstationen, von denen 1969 acht über einen Seenotkreuzer verfügten. Mit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 kehrte die Gesellschaft auf ihre angestammten Stationen in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Poel und Ueckermünde zurück und übernahm die Stationen und das Personal des Seenotrettungsdienstes der DDR.

An der Werderstraße 2/4 in Bremen entstand bis 1954 nach Plänen von Friedrich Schumacher der Hauptsitz der DGzRS mit der Funkzentrale. Daraus entwickelte sich die Betriebsführungszentrale für alle Rettungseinheiten auf Nord- und Ostsee und 1982 die Seenotleitung Bremen.[6]

Seit 2007 bezeichnet sich die Gesellschaft in der Öffentlichkeit als DGzRS – Die Seenotretter. Über die DGzRS Service GmbH werden Merchandising-Artikel der Gesellschaft vertrieben, die einen kleinen Beitrag zur Finanzierung liefern.

SonstigesBearbeiten

EinsatzstatistikBearbeiten

 
Einsatz Luft- und Seerettung

Bereits im Juni 1902 berichteten die Betreiber der DGzRS über folgende Hilfsaktionen innerhalb eines Rechnungsjahres: 24 Einsätze zu verunglückten Schiffen waren erfolgt, wodurch 128 Menschenleben gerettet werden konnten, davon 110 mit Booten und 38 mit Raketenapparaten. Seit der Gründung der Gesellschaft hatte sich bis dahin die Zahl der geretteten Personen auf fast 3.000 erhöht.[13]

Die Besatzungen der 59 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in Nord- und Ostsee werden pro Jahr über 2.000 Mal zu einem Einsatz gerufen. Das sind im Durchschnitt sechs Einsätze pro Tag. Erstes Ziel ist es, Menschenleben auf See zu retten oder aus drohender Gefahr zu befreien. Mit Stand vom Ende des Jahres 2019 sind in der Gesamtbilanz seit dem Bestehen der Gesellschaft 85.234 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohenden Situationen befreit worden.[14]

Neben der Seenotrettung übernimmt die Gesellschaft den Transport von erkrankten oder verletzten Menschen, die von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland gebracht werden müssen. Um Schiffe und Boote vor dem Totalverlust zu bewahren, fahren die Seenotretter pro Jahr etwa 1.000 Hilfseinsätze für Wasserfahrzeuge aller Art. Zum Erhalt der Revierkenntnisse der Besatzungen werden regelmäßig Kontrollfahrten durchgeführt, um auch bei schlechten Witterungsverhältnissen jederzeit sicher manövrieren zu können.

Einsatzstatistik der Jahre 2015 bis 2020
2020 2019 2018 2017 2016 2015
Anzahl Stationen 55 55 55 54 54 54
Anzahl Rettungsboote 60 59 59 60 60 60
Anzahl Einsätze 1.720 2.140 2.156 2.056 2.019 2.091
Anzahl Menschen aus Seenot gerettet 40 81 38 58 56 55
Anzahl Menschen aus drohender Gefahr befreit 317 270 318 432 621 483
Krankentransporte von Schiffen und Inseln zum Festland 251 373 369 467 368 400
Anzahl Schiffe/Boote vor Totalverlust bewahrt 49 54 56 60 47 63
Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge 915 1.014 1.012 890 1003 941
Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten 508 606 613 537 501 568
Kontrollfahrten 2.686 2.712 2.741 2.633 2.843 2.827

Quelle: Jahrbücher der DGzRS z. B.[2] und [14].

Die Ostsee-Station Laboe bei Kiel war 2017 die Station mit den meisten Einsätzen und wurde 123-mal gefordert – im Durchschnitt alle drei Tage. Pro Jahr fahren allein die 20 Seenotrettungskreuzer rund 70.000 Seemeilen oder rund 130.000 Kilometer und damit mehr als dreimal um die Erde.

UnglückeBearbeiten

Da Seenotrettung oftmals bei schwierigen Wetterverhältnissen nötig wird, ist die Tätigkeit seit jeher mit Gefahren verbunden. Immer wieder kommt es daher zu Unglücken und Unfällen, bei denen Rettungsmänner auf See bleiben. Seit Gründung der DGzRS sind insgesamt 45 Seenotretter in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen.[15] Zuletzt verunglückten 1967 der Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl in einem Orkan vor Helgoland, wobei alle vier Rettungsmänner und drei Schiffbrüchige ums Leben kamen, sowie 1995 der Seenotrettungskreuzer Alfried Krupp, der zwei von vier Besatzungsmitgliedern verlor. Auf einem Gedenkplatz an der Süderstraße auf Borkum steht ein Gedenkstein für die beiden Rettungsmänner der Alfried Krupp.

Flagge mit HansekreuzBearbeiten

Seit 150 Jahren führt die DGzRS das rote Hansekreuz auf weißem Grund mit dünnem schwarzen Rand als allgemeines Erkennungszeichen. Die Farben Rot und Weiß waren die Farben der Hanse und zierten die Stadtflaggen einiger Hansestädte. Der Norddeutsche Bund genehmigte Flagge und Farben der DGzRS per Erlass am 23. Mai 1868. Die rechteckige Dienstflagge wird auf Schiffen, Booten und Rettungsstationen gezeigt und das runde Emblem kennzeichnet sämtliches Inventar vom Schiff bis zur Rettungsweste.

150. JubiläumBearbeiten

Mit einem großen Fest beging die Gesellschaft ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum im Mai 2015. Der damalige Schirmherr, Bundespräsident Joachim Gauck, würdigte die Arbeit der Seenotretter bei einem Festakt im Bremer Rathaus. In Bremen und Bremerhaven wurden ein neues Seenotrettungsboot und ein neuer Seenotrettungskreuzer getauft. Außerdem fand in Bremerhaven eine Ausstellung von Seenotrettungsschiffen (Open Ship) aus aller Welt und die Internationale Konferenz der Seenotrettungsdienste statt. Das Bundesministerium der Finanzen hat zu Ehren der Seenotretter ein Sonderpostwertzeichen im Wert zu 62 Cent und eine 10-Euro-Gedenkmünze als gesetzliches Zahlungsmittel herausgegeben.[16] Zur Würdigung um die Leistungen der Gesellschaft wurde ihr im Jahr 2015 zudem der Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern überreicht.

FlotteBearbeiten

 
Schiffslogo der DGzRS
 
Zusammenarbeit zwischen SAR-Helikopter und Seenotkreuzer

Entwicklung der seetechnischen AusrüstungBearbeiten

Wie bei allen Seenotrettungsorganisationen, bestand die Flotte der DGzRS anfangs rein aus offenen Ruderrettungsbooten (RRB), die später auch eine Hilfsbesegelung erhielten. Für die Seenotretter gab es als Sicherung Korkschwimmwesten und für die Hilfeleistung von Land aus kamen einfache Raketenapparate mit Hosenbojen hinzu. Erst 50 Jahre nach ihrer Gründung setzte eine „zaghafte“ Motorisierung der Boote ein, deren Technik jedoch zunächst noch sehr unzuverlässig war. Erst mit der Entwicklung kompakter und robuster Dieselmotoren erfolgte Mitte der 1920er Jahre der Beschluss, nur noch gedeckte Neubauten mit Dieselantrieb in Dienst zu stellen. Diese wurden als Küstenrettungsboot (KR) oder -schiff (KRS) bezeichnet. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs stieg deren Anzahl auf 40 Einheiten an. Daneben existierten immer noch 52 Ruderrettungsboote. Die letzten im Krieg gebauten Motorrettungsboote erhielten als Neuerung erstmals einen Turmaufbau, der dem Vormann eine deutlich bessere Übersicht und größere Sichtweite bot.

In den 1950er Jahren, nach ihrer finanziellen Konsolidierung, begann man sich Gedanken bei der DGzRS zu einem Motorrettungsboot der Zukunft zu machen. Abgeleitet vom Wandel im Seeverkehr zu immer größeren Schiffen und Schifffahrtswegen weitab von den Küsten wurden neue Anforderungen formuliert, die auch dem technischen Fortschritt im Schiffsbau und der Motorenentwicklung Rechnung trugen. Im Vergleich zu den vorhandenen Booten sollte der neue Typ die doppelte Höchstgeschwindigkeit erreichen können und eine unbegrenzte Seetüchtigkeit auch bei extrem schlechten Wetter aufweisen. Dazu sollten die Boote auch in den ausgedehnten Flachwassergebieten im Wattenmeer der Nordsee problemlos eingesetzt werden können. Dies war die Geburtsstunde für ein Tochterboot (TB), das in einer Heckwanne mitgeführt wird. Erstes Ergebnis dieser Entwicklung war die Indienststellung des Seenotkreuzers Hermann Apelt im Jahr 1955. Aus diesem Einzelstück der „neuen Generation“ mit TB wurde mit den Erkenntnissen aus den Rettungseinsätzen eine neue Klasse geschaffen, mit der eine neue, wegweisende Ära im Bau moderner, vielseitig einsetzbarer Seenotrettungskreuzer begann. Das Typschiff Theodor Heuss wurde 1957 in Dienst gestellt. Mit der Selbstaufrichtung und seinen drei Motoren, die für 20 Knoten Fahrt reichten, war er ein viel beachteter innovativer Schiffstyp. In der Folgezeit sind alle neuen Rettungseinheiten der DGzRS nach diesem Prinzip gebaut und weiterentwickelt worden.[7]

Waren die Rümpfe der ersten Seenotrettungskreuzer noch aus Stahl gebaut (die Aufbauten bestanden bereits aus Aluminium), wird bei der DGzRS seit 1967 vollständig mit seewasserbeständigem Aluminium gebaut. Für eine hohe Seetüchtigkeit sorgt eine bewährte Netzspantenbauweise, durch die auch harte Grundberührungen in den ausgeprägten Flachwassergebieten der Nordsee gut überstanden werden. Bei einer durchschnittlichen Betriebszeit der Einheiten von rund 30 Jahren ergibt sich ein Erneuerungsbedarf von 2 Einheiten, die rein rechnerisch jedes Jahr in Dienst gestellt werden müssen.

Tabelle der Seenotrettungskreuzer der DGzRSBearbeiten

Als Rückgrat stehen heute für den SAR-Dienst 19 moderne und leistungsstarke Seenotrettungskreuzer zur Verfügung. Zum Schutz der Besatzung besitzen die neueren Boote seit 1996 ausschließlich vollständig geschlossene Deckshäuser, deren Kommandobrücken eine gute Übersicht nach allen Seiten bieten. Mit einer professionellen Besatzung sind diese Boote auf 18 Stationen rund um die Uhr in ständiger Bereitschaft und sofort zum Auslaufen bereit. Standardantriebssystem sind Dieselmotoren mit Festpropeller und modernen Wendegetrieben, die auch schnelle Fahrtrichtungswechsel gestatten. Wasserstrahlantriebe, wie sie andere Gesellschaften in ihren neuen Booten einsetzen, finden sich nur bei den zwei Tochterbooten der großen Rettungskreuzer und bei den Rettungsbooten der 7-Meter-Klasse. Auch die ersten vier Arbeitsboote der Seenotrettungskreuzer der 20-Meter-Klasse besitzen den Jetantrieb. Diese vier und die zwei vorgenannten TB sind die einzigen Festrumpfschlauchboote der DGzRS. Die zwei neueren Arbeitsboote sind Vollkunststoffboote (RBB Rigid Buoyant Boat) mit Außenbordmotoren.

Seenotrettungskreuzer mit Festangestellten (FA) – jederzeit einsatzbereit
Bootsklasse Länge Breite Tief-
gang
Bau-
mat.
Crew i. D.
seit
Anz. Motoren
ges. Leistung
v-max
(Antrieb)
Reichweite Anz.
geb.
Anz.

i. D.

Anz.
Res.
Sonstiges
28-Meter 27,90 m 6,20 m 1,95 m Alu 4 FA 2015 2 → 2.880 kW 24 kn (F-P) 600–800 sm 6 6 0 TB 8,2 m
36,5-Meter 36,45 m 8,20 m 2,70 m Alu 5 FA 2012 3 → 4.785 kW 25 kn (F-P) 1.400 sm 1 1 0 TB 8,9 m
20-Meter 19,90 m 5,05 m 1,30 m Alu 3 FA 2009 1 → 1.232 kW 22 kn (F-P) 820 sm 6 6 0 ArB 4,8 m
46-Meter 46,00 m 10,66 m 2,80 m Alu 7 FA 2003 3 → 6.803 kW 25 kn (F-P) 2.120 sm 1 1 0 TB 8,9 m
23,1-Meter 23,10 m 6,00 m 1,60 m Alu 4 FA 1996 2 → 1.986 kW 23 kn (F-P) 1.200 sm 4 2 2 TB 8,2 m
27,5-Meter 27,50 m
28,20 m
6,53 m 2,10 m Alu 4 FA 1985
1992
3 → 2.420 kW
3 → 2.500 kW
23 kn (F-P) -?- 4
2
0
2
0 TB 7,5 m
TB 8,2 m
23,3-Meter 23,30 m 5,50 m 2,00 m Alu 4 FA 1980 2 → 1.430 kW 20 Kn (F-P) -?- 7 0 1 TB 6,9 m
Gesamtanzahl: 31 18 3
Stand: August 2021[17]
Erläuterungen der Einheiten: m = Meter | kW = Kilowatt | kn = Knoten | sm = Seemeile

Abkürzungen: i. D. = in Dienst | v-max = größte Geschwindigkeit | geb. = gebaut | Res. = Reserve | TB = Tochterboot | ArB = Arbeitsboot | F-P = Festpropeller

Die Seenotrettungskreuzer für das 21. Jahrhundert im Bild

Tabelle der Seenotrettungsboote der DGzRSBearbeiten

Die Flotte der Rettungskreuzer wird durch die mit Freiwilligen besetzten 40 Seenotrettungsboote ergänzt. Auch diese Boote sind im Aufbau wie die Seenotrettungskreuzer aus Aluminium und als Selbstaufrichter konstruiert. Nach der früheren halboffenen Bauweise der Steuerstände verfügt die neueste Generation auch über einen geschlossenen Decksaufbau. Die Boote der jüngsten Bootsklasse sind dagegen Vollkunststoffboote (RBB) wie die jüngsten beiden Arbeitsboote der 20-Meter-Klasse. Ihre Selbstaufrichtung erzeugen diese Boote über einen Airbag auf dem Bügel über dem Heck.

Seenotrettungsboote mit Freiwilligen (FW) – kurzfristig einsatzbereit
Bootsklasse Länge Breite Tief-
gang
Bau-
mat.
Crew i. D.
seit
Anz. Motoren
ges. Leistung
v-max
(Antrieb)
Reichweite Anz.
geb.
Anz.
i. D.
Anz.
Res.
Sonstiges
8,9-Meter 8,90 m 3,10 m 0,88 m HDPE 3–4 FW 2018 2 = 294 kW 38 kn (F-P) 240 sm 4 4 0 AB
10,1-Meter 10,10 m 3,61 m 0,96 m Alu 3–4 FW 2003 1 = 279 kW
bzw. 235 kW
18 kn (F-P) 240 sm 21 21 0
9,5-Meter 9,41 m 3,61 m 0,96 m Alu 3–4 FW 1999 1 = 235 kW 18 kn (F-P) 240 sm 12 11 1
7,0-Meter 7,00 m 2,50 m 0,50 m Alu 3–4 FW 1993 1 = 215 kW 24 kn (Jet) 130 sm 4 3 0
8,5-Meter 8,52 m
8,28 m
3,10 m 0,95 m
0,85 m
Alu 3–4 FW 1992
1987
1 = 158 kW 18 kn (F-P) 200 sm 18 3 1
Gesamtanzahl: 59 42 2
Stand: @ April 2021[17]
Erläuterungen der Einheiten: m = Meter | kW = Kilowatt | kn = Knoten | sm = Seemeile
Abkürzungen: i. D. = in Dienst | Anz. = Anzahl | v-max = größte Geschwindigkeit | geb. = gebaut | Res. = Reserve | F-P = Festpropeller | AB = Außenbordmotor

Die aktuellen Seenotrettungsboote im Bild

ZukunftBearbeiten

Die Anforderungen an die Seenotrettung werden in naher Zukunft weiter ansteigen, zum einen durch eine zu erwartende Wetterverschlechterung, verursacht durch die Klimaerwärmung, und zum anderen durch den stark steigenden Verkehr, vor allem in der Ostsee (z. B. der Ölverkehr aus Russland und dem Baltikum, aber auch durch steigenden Passagier- und Freizeitverkehr). Dem trägt die Gesellschaft durch weitere Modernisierungen und Umstationierungen der Flotte Rechnung. Dazu werden aktuell die Seenotrettungskreuzer der 27,5-m-Klasse und der 23,3-m-Klasse sowie die Rettungsboote der 8,5-m- und 7-m-Klasse schrittweise durch Neubauten ersetzt. Zwei Kreuzer der 1996 gebauten 23,1-m-Klasse werden nun als Reserve eingesetzt, um die „Stationskreuzer“ bei Werftaufenthalten zu vertreten. Von den Vollkunststoffboten der 8,9-Meter-Klasse ist ein weiteres Exemplar im Bau.

Stationen der DGzRS an der Nord- und OstseeBearbeiten

Die hauptamtlich besetzten Seenotrettungsstationen sind mit einem Seenotrettungskreuzer   ausgestattet, der rund um die Uhr (24/7) auslaufbereit ist. Auf den ehrenamtlich besetzten Stationen liegen Seenotrettungsboote   in Bereitschaft, die durch Freiwillige der Umgebung kurzfristig besetzt werden.

Helgoland
List auf Sylt
Hörnum
Amrum
Nordstrand
Eiderdamm
Büsum
Brunsbüttel
Cuxhaven
Bremerhaven
Fedderwardersiel
Wilhelms-
haven
Hooksiel
Horumersiel
Wangerooge
Langeoog
Neuhar-
lingersiel
Baltrum
Norderney
Norddeich
Juist
Borkum
Langballigau
Gelting
Maasholm
Olpenitz
Schleswig
Damp
Eckern-
förde
Schilksee
Laboe
Lippe
Heiligen-
hafen
Puttgarden
Großenbrode
Grömitz
Neustadt
Travemünde
Timmendorf
Kühlungsborn
Warnemünde
Wustrow
Darßer Ort
Prerow
Zingst
Stralsund
Vitte
Breege
Glowe
Sassnitz
Lauterbach
Greifswalder Oie
Freest
Zinnowitz
Ueckermünde
DGzRS Zentrale
Karte der Stationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger − Stand: 2020      Seenotrettungskreuzer     Seenotrettungsboote



Tabelle der DGzRS-Rettungsstationen
  Station mit Seenotrettungskreuzer (18)   Station mit Seenotrettungsboot (37)
Nordsee Ostsee
Niedersachsen Bremen Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern
  Station Baltrum   Station Bremerhaven   Station Amrum   Station Damp   Station Breege
  Station Borkum   Station Brunsbüttel   Station Eckernförde   Station Darßer Ort
  Station Cuxhaven   Station Büsum   Station Gelting   Station Freest
  Station Fedderwardersiel   Station Eiderdamm   Station Großenbrode   Station Glowe
  Station Hooksiel   Station Helgoland   Station Grömitz   Station Greifswalder Oie
  Station Horumersiel   Station Hörnum   Station Heiligenhafen   Station Kühlungsborn
  Station Juist   Station List   Station Laboe   Station Lauterbach
  Station Langeoog   Station Nordstrand   Station Langballigau   Station Prerow/Wieck
  Station Neuharlingersiel   Station Lippe/Weißenhaus   Station Sassnitz
  Station Norddeich   Station Maasholm   Station Stralsund
  Station Norderney   Station Neustadt   Station Timmendorf/Poel
  Station Wangerooge   Station Olpenitz   Station Ueckermünde
  Station Wilhelmshaven   Station Puttgarden   Station Vitte/Hiddensee
  Station Schilksee   Station Warnemünde
  Station Schleswig   Station Wustrow
  Station Travemünde   Station Zingst
  Station Zinnowitz
13 Stationen 1 Station 8 Stationen 16 Stationen 17 Stationen
Stand: 2020

AuszeichnungenBearbeiten

1866 stiftete die Gesellschaft eine Auszeichnung für die Rettung aus Seenot, die Gesellschaftsmedaille. Hinzu kam die Laeisz-Medaille, die aus einer 1892 vom Verein zur Rettung Schiffbrüchiger auf hoher See zu Hamburg in die Gesellschaft eingebrachten Stiftung herrührte. Allein bis 1911 sind aus der Laeisz-Stiftung für 2926 gerettete Menschenleben 14 große goldene, 68 kleine goldene, 186 große silberne und 169 kleine silberne Medaillen und in bar Mark 45398 verliehen worden.[18]

1955 vereinigte die Gesellschaft die beiden Medaillen und stiftete an ihrer Stelle die Medaille für Rettung aus Seenot am Bande der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold. Die Verleihung erfolgt durch den Gesellschaftsvorstand.[19]

Schirmherr und BotschafterBearbeiten

 
Frank-Walter Steinmeier, als Bundespräsident auch Schirmherr der Seenotretter

Bereits der preußische König Wilhelm I. hatte die Schirmherrschaft über das Rettungswerk übernommen. Seit 1950 ist der amtierende deutsche Bundespräsident Schirmherr der Gesellschaft. Zudem ernennt die DGzRS seit dem Jahr 2000 jährlich eine prominente Persönlichkeit zum Botschafter (auch „Bootschafter“ genannt), die ehrenamtlich für die Seenotretter wirbt.

 
Wolf-Rüdiger Marunde, Botschafter 2021
Liste der Botschafter
Jahr Name Beruf
2000 Reinhard Mey Liedermacher
2001 Jörg Kachelmann Moderator, Journalist
2002 Carmen Nebel Fernsehmoderatorin
2003 Godewind Musikgruppe
2004 Otto Sander Schauspieler
2005 Achim Reichel Musiker, Komponist, Produzent
2006 Birgit Fischer Kanurennsportlerin
2007 Jan Fedder Schauspieler
2008 Thomas Schaaf Fußballtrainer
2009 Bettina Tietjen Fernsehmoderatorin
2010 Tim Mälzer TV-Koch
2011 Uwe Friedrichsen Schauspieler
2012 Frank Schätzing Schriftsteller
2013 Yared Dibaba Fernsehmoderator
2014 Klaus Lage Musiker
2015 Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Orchester
2016 Markus Knüfken Schauspieler
2017 Heike Götz Moderatorin
2018 Till Demtrøder Schauspieler
2019 Bernd Flessner Windsurfer
2020 Anke Harnack Moderatorin
2021 Wolf-Rüdiger Marunde Cartoonist, Illustrator

Tag der SeenotretterBearbeiten

Jeweils am letzten Juli-Wochenende präsentiert die DGzRS auf vielen ihrer Stationen ihre Seenotrettungskreuzer und Seenotrettungsboote. Besucher können die Rettungseinheiten besichtigen, Vorführungen erleben und mit den Besatzungen ins Gespräch kommen. Die Einsatzbereitschaft der Rettungsflotte bleibt dabei stets gewahrt. Der erste Tag der Seenotretter fand unter dem Motto „Mayday“ am 5. Mai 1996 ausschließlich in der Zentrale der DGzRS statt. Seit 1999 veranstaltet die DGzRS den Tag der Seenotretter jährlich auf ihren Rettungsstationen an der Küste und auf den Inseln.

Siehe auchBearbeiten

NationalBearbeiten

InternationalBearbeiten

In Film und FernsehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. In: Die Gartenlaube. Heft 22, 1866, S. 343/344 (Volltext [Wikisource]).
  • H. v. C.: Deutsche Rettungsstationen. In: Die Gartenlaube. Heft 17, 1867, S. 268–270 (Volltext [Wikisource] – mit Illustration).
  • Ein deutsches Normal-Rettungsboot. In: Die Gartenlaube. Heft 32, 1868, S. 501–512 (Volltext [Wikisource]).
  • Petersen’s Rettungsboot erprobt! In: Die Gartenlaube. Heft 35, 1868, S. 560 (Volltext [Wikisource]).
  • Ferdinand Lindner: Das Rettungswesen an der deutschen Küste. In: Die Gartenlaube. Heft 4, 1880, S. 60–64 (Volltext [Wikisource]).
  • Ulf Kaack, Andreas Lubkowitz, Antke Reemts: Hermann Marwede. Der größte Seenotkreuzer der DGzRS. Verlag Peter Kurze, Bremen 2003, ISBN 3-927485-45-4.
  • DGzRS – 140 Jahre, 140 Gedanken. DSV-Verlag, Hamburg [2004], ISBN 3-88412-425-0.
  • Sven Claußen, Ulf Kaack: Die Seenotkreuzer der DGzRS. Geschichte, Geschichten und Technik. Verlag Peter Kurze, Bremen (in 3 Bänden)
  • Ulf Kaack: Die Seenotkreuzerklasse Eiswette. Konstruktion und Bau der DGzRS-Rettungseinheiten SK 30 und SK 31. Verlag Peter Kurze, Bremen 2009, ISBN 978-3-927485-93-8.
  • Ulf Kaack: Tödlicher Sturm: Die Rettungsfahrt der Vegesack. Die Seenotretter von Horumersiel. Verlag Peter Kurze, Bremen 2010, ISBN 3-927485-96-9.
  • Sven Claußen, Ulf Kaack: Deutsche Seenotkreuzer in aller Welt. Lizenzbauten, Seenotrettungsboote, Zollkreuzer und Unikate. Verlag Peter Kurze, Bremen 2010, ISBN 978-3-927485-95-2.
  • Retter auf hoher See: Freiwillig. selbstlos und kompetent. 150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). In: Schiff & Hafen, Heft 5/2015, S. 12–21.
  • Christian Stipeldey: Rausfahren, wenn andere reinkommen. 150 Jahre Seenotrettung in Deutschland. In: Hansa, Jubiläumsheft Januar 2014, S. 116–125.
  • Anne-Katrin Wehrmann: Lebensretter planen Notfall-Leitstelle für Unfälle in Offshore-Windparks. In: Hansa, Heft 3/2012, S. 96/98.
  • Stefan Kruecken, Jochen Pioch, Enver Hirsch, Thomas Steuer: Mayday! Seenotretter erzählen ihre besten Geschichten. Ankerherz Verlag, Hollenstedt/Nordheide 2017, ISBN 978-3-940138-79-8.
  • Manuel Miserok: OCEANUM. Das maritime Magazin Spezial – Seenotretter. Oceanum Verlag, 2018, ISBN 978-3-86927-603-8.
  • Manuel Miserok: OCEANUM. Das maritime Magazin Kompakt – Seenotretter 2019. Oceanum Verlag, 2019, ISBN 978-3-86927-701-1.
  • Manuel Miserok: OCEANUM. Das maritime Magazin Kompakt – Seenotretter 2020. Oceanum Verlag, 2020, ISBN 978-3-86927-703-5.

WeblinksBearbeiten

Commons: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Seenotretter-Classics auf seenotretter.de, abgerufen am 8. September 2021
  2. a b c d DGzRS-Jahrbuch 2017
  3. Full Members. (Memento vom 3. Juli 2018 im Internet Archive) international-maritime-rescue.org, abgerufen am 3. Juli 2018.
  4. Wie ein Verein seit 150 Jahren Menschen aus Seenot rettet. In: Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 21. August 2017]).
  5. a b c d Christian Ostersehlte: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Kabel Ernst Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-8225-0118-2, S. 144.
  6. a b c DGzRS-Jahrbuch 2015: Vom Ruderrettungsboot zum Seenotrettungskreuzer
  7. a b Hans Karr: Typenkompass Seenotkreuzer Pietsch Verlag (2013) ISBN 978-3-613-50743-2
  8. Am 8. August 1861 wurde auf Initiative von Ernst Freiherr von Merck der „Hamburgische Verein zur Rettung Schiffbrüchiger“ gegründet. (Deutschland, in: Börsen-Halle, 8. August 1861, Seite 6, Digitalisat)
  9. Unsere Organisation funktioniert. Seit rund 150 Jahren. auf seenotretter.de, abgerufen am 29. August 2021
  10. Die Seenotrettung auf der Ostsee in vergangenen Zeiten auf myheimat.de, abgerufen am 29. August 2021
  11. Hans Georg Prager: Das Seenotwerk begann in Ostpreußen. In: Preußische Allgemeine Zeitung, Nr. 47, 21. November 2009, S. 11
  12. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf geschichte-s-h.de, abgerufen am 29. August 2021
  13. Die Rettungsstationen der DGzRS, in: Vossische Zeitung, 26. Juni 1902.
  14. a b Seenotretter für fast 3.400 Menschen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. dgzrs.de, 14. Januar 2020.
  15. Vor 25 Jahren: Seenotrettungskreuzer ALFRIED KRUPP verunglückt schwer vom 1. Januar 2020 auf seenotretter.de.
  16. Bundesregierung beschließt Zehn-Euro-Gedenkmünze zum Jubiläum der Seenotretter – 150 Jahre DGzRS (20. August 2014).
  17. a b Flotte der DGzRS auf seenotretter.de, abgerufen am 14. April 2021
  18. Ferdinand Dannmeyer: Seelotsen-, Leucht- und Rettungswesen: ein Beitrag zur Charakteristik der Nordsee und Niederelbe. 1911, S. 87.
  19. Virtuelles Ordensmuseum, abgerufen am 11. Februar 2019.