Maasholm

Gemeinde in Deutschland

Maasholm (dänisch Masholm) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde liegt an der Schleimündung und ist ein anerkannter Erholungs- und Ferienort. Maasholm wurde mehrmals im Rahmen des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft ausgezeichnet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Maasholm
Maasholm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Maasholm hervorgehoben

Koordinaten: 54° 41′ N, 9° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 8,4 km2
Einwohner: 588 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24404, 24376
Vorwahl: 04642
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 142
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Website: www.maasholm.de
Bürgermeister: Kay-Uwe Andresen (SPD)
Lage der Gemeinde Maasholm im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Geografie und VerkehrBearbeiten

Maasholm liegt etwa 36 km nordöstlich von Schleswig an der Bundesstraße 199. Da Maasholm ursprünglich eine Insel war, ist das Dorf heute über einen Damm zu erreichen. Zum Gemeindegebiet gehören auch Maasholm-Bad, Exhöft (dän. Eghoved, früher auch im Dt. Eckshöved) und das Gut Oehe (dän. Ø oder Gade).[2]

 
Der Hafen von Maasholm

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname wurde erstmals 1649 als Maes schriftlich dokumentiert. Früher wurde der Ort schlicht Mås (zu dän. mose≈Moor, feuchte Wiese) genannt. Später wurde der Name um -holm für Insel erweitert.[3]

An der Südseite der ehemaligen Insel Oehe, die noch immer im heutigen Gemeindegebiet liegt, gab es bereits eine Wikingersiedlung. Im 17. Jahrhundert wurde in Maas eine Fischersiedlung gegründet, die jedoch 1701 nach Überflutungen zugunsten des heutigen Maasholm aufgegeben werden musste. Durch den Bau des Dammes am Oeher Noor besteht seit 1798 eine feste Landverbindung.[4] In der dänischen Zeit gehörte der Ort zum Kirchspiel Kappeln (Kappel Landsogn, zuvor Kirchspiel Gelting) innerhalb der Kappelner Harde (früher Nieharde) innerhalb des Herzogtums Schleswig (Sønderjylland), nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kam der Ort zu Preußen. Die Petri-Kirche, die zudem als Gemeindesaal genutzt wird, wurde im Jahre 1952 erbaut.

1997 wurde die im Gemeindegebiet liegende ehemalige Flugabwehrraketenstellung in einen Naturerlebnisraum umgewandelt.

PolitikBearbeiten

Für das Wahlverhalten in der Vorkriegszeit berichten die Wahlforscher Rudolf Heberle und Stein Rokkan eine überraschende Beobachtung: „Ein extremes Beispiel für den Einfluß sozialer Solidarität auf den Umschwung der politischen Meinung in kleineren Gemeinden bot die Fischerinsel Maasholm. Hier erfolgte ein Umschwung von fast einstimmiger Entscheidung für die KPD zu einem fast einstimmigen Sieg der NSDAP im Jahre 1932. Die Gründe für den Radikalismus lagen in wirtschaftlichen Verhältnissen, insbesondere der Abhängigkeit der Fischer von Großhandelsgesellschaften. Dass der Umschwung von einem Extrem zum anderen fast einstimmig war, ist wohl dadurch zu erklären, dass die Bevölkerung aus ganz wenigen Verwandtschaftsgruppen bestand, die alle miteinander verschwägert waren.“[5]

Hier brachte die Flüchtlingsbewegung der Nachkriegszeit wesentliche Veränderungen der sozialen Struktur und zusammen mit dem wirtschaftlichen Wandel seit 1945 deutliche Änderungen des politischen Verhaltens.

GemeindevertretungBearbeiten

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze und die SPD vier Sitze.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Blau, darauf ein gestürzter Elker in verwechselten Farben, oben begleitet von dem blauen Steuerrad eines Schiffes rechts und drei blauen, mit den Köpfen im Dreipass aneinandergestellten Fischen links.“[6]

WirtschaftBearbeiten

Maasholm besitzt einen bedeutenden Fischereihafen (Fischereikennzeichen: MAA) und eine Fischräucherei. Der Tourismus ist für den Ort, der auch einen Sportboothafen mit Surf- und Segelschulen, Segelbootverleih, Yachthandel, Werft und Bootsmotorenservice hat, eine wichtige Einnahmequelle. Maasholm ist Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten, das Hochseeangeln und den Themenradweg Wikinger-Friesen-Weg, der entlang der Schlei, Treene und Eider dem früheren Handelsweg der Wikinger und Friesen folgt.

Rettungsstation der DGzRSBearbeiten

 
DGzRS-Station in Maasholm
 
SRB Hellmut Manthey

Seit 1918 ist in Maasholm die Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit einer Rettungsstation im Fischereihafen präsent. Das historische Stationsgebäude an der Hauptstraße verfügt noch über die alte Ablaufbahn, über die in früheren Jahren das Rettungsboot zu Wasser gelassen wurde. Die Station deckt das Ostseegebiet zwischen Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht ab. Dazu muss von der Station aus in Revierfahrt die drei Kilometer entfernte Ausfahrt am kleinen Leuchtturm bei Schleimünde passiert werden.

1934 kam das allererste motorisierte Rettungsboot der DGzRS, die Oberinspector Pfeifer aus dem Jahr 1911, nach Maasholm. Jedoch wurde das Boot nach zwei Jahren ausgemustert und durch die Maasholm ersetzt. Ab 1948 lagen an der Station zwei Motorrettungsboote, da die Station auch für das Ostseefjord Schlei zuständig ist.

Von 1967 bis 2018 lag an der Schumacherbrücke jeweils ein kleiner Seenotkreuzer (SK), der für weniger dicht befahrene Seegebiete konzipiert ist und mit einer hauptamtlichen Besatzung gefahren wird. Die Paul Denker war 1967 der erste komplett aus Aluminium gefertigte Seenotkreuzer, der aber schon nach zwei Jahren nach Grömitz verlegt wurde und durch den zwei Meter längeren SK G. Kuchenbecker abgelöst wurde. Dieser blieb bis 1990 auf dieser Station und wurde durch einen Neubau der 23,3-Meter-Klasse mit Namen Nis Randers ersetzt. Seit 2018 ist Maasholm nicht mehr eine Doppelstation, da die Nis Randers zur neu gegründeten Station in Olpenitz verlegt wurde. Von dort aus können die Einsatzorte auf der Ostsee schneller erreicht werden, da die Schleimündung nur mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden darf.[7]

Die alten Motorrettungsboote der DGzRS wurden ab 1971 sukzessiv durch die neu konstruierten Seenotrettungsboote ersetzt. Diese haben die gleichen Eigenschaften wie die Seenotkreuzer, sind aber aufgrund ihrer geringeren Größe besser für Einsätze in Ufernähe und bei Unfällen des Freizeit-Wassersports geeignet. Von 2000 bis 2010 lag für die freiwilligen Helfer in Maasholm die Franz Stapelfeld, die vorher zehn Jahre in Puttgarden im Einsatz war. Von der Station Zinnowitz kam 2010 das Boddenboot Butt zur Station und wurde 2012 umbenannt in Wuppertal. Seit 2018 liegt in Maasholm der Prototyp der 8,9-Meter-Klasse der DGzRS. Es ist ein äußerst robustes Vollkunststoffboot (Rigid Buoyant Boat) mit zwei Außenbordmotoren. Damit erreicht die Hellmut Manthey eine Geschwindigkeit von 38 Knoten (rund 70 km/h).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St.-Petri-Kirche

In der Liste der Kulturdenkmale in Maasholm stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Maasholm hat mit St. Petri eine eigene Kirche.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 6: Kronprinzenkoog - Mühlenrade. 1. Aufl. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2006, ISBN 978-3-926055-85-9, S. 252 (dnb.de [abgerufen am 29. Juli 2020]).
  3. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 444
  4. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 2. Husum, Husum 1995, S. 50.
  5. Rudolf Heberle, Stein Rokkan: Zum Problem der Wahlsoziologie. In: René König (Hrsg.): Handbuch der Empirischen Sozialforschung. Ferdinand Enke, Stuttgart 1969, S. 874 f.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Station Maasholm der DGzRS. In: seenotretter.de. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, abgerufen am 28. Juni 2020.

LiteraturBearbeiten

  • Horst Günther Franzen: Chronik Oehe-Maasholm, Maasholm 1974.
  • Henning von Rumohr: Oehe, in: Jahrbuch des Angler Heimatvereins, Bd. 33, 1969, S. 22–39.

WeblinksBearbeiten

Commons: Maasholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien