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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Erfde
Erfde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Erfde hervorgehoben

Koordinaten: 54° 19′ N, 9° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Kropp-Stapelholm
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 33,95 km2
Einwohner: 1904 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24803
Vorwahl: 04333
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 024
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 10
24848 Kropp
Website: www.erfde.de
Bürgermeister: Thomas Klömmer (CDU)
Lage der Gemeinde Erfde im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Erfde (dänisch: Ervde, niederdeutsch: Arf) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. In ihrer heutigen Form besteht die Gemeinde seit 1971.

GeographieBearbeiten

Erfde liegt auf einer Geestinsel, die als eine Altmoräne während der Eiszeit von Schmelzwasser umströmt war. Durch den Anstieg des Grundwasserspiegels nach der Eiszeit befinden sich heute viele Moore und Feuchtgebiete im Umkreis.

Erfde ist als südlichster ländlicher Zentralort des Kreisgebietes auch die größte Gemeinde in der Region Stapelholm. Die an der Eider gelegenen Orte Bargen, Ekel, Erfderfeld, Grevenhorst und Scheppern befinden sich ebenfalls im Gemeindegebiet.

GeschichteBearbeiten

 
Kirche Erfde
 
Kanzeluhr in der Kirche St. Marien Magdalenen

Auf der Geestinsel wurden Gegenstände gefunden, die darauf hindeuten, dass diese bereits um 2800 v. Chr. besiedelt war.

Die St.-Marien-Magdalenen-Kirche im Ortszentrum wurde im 12. Jahrhundert als romanische Feldsteinkirche errichtet. In der Kirche befinden sich ein Votivschiff, das an die Schifffahrt auf der Eider erinnert, und – als Rarität – eine Kanzeluhr. Die Dithmarscher zerstörten die Kirche bei einem Überfall 1402 teilweise, so dass ihr Dach in der heutigen Form erst beim Wiederaufbau entstand.[2]

Da Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf die Treene 1570 bei Friedrichstadt abdämmen ließ, veränderte sich der Wasserhaushalt der Region, und die Region um Erfde wurde noch bis 1935 bei Sturmfluten unter Wasser gesetzt.

Der Ort Erfde wurde zweimal von großen Bränden heimgesucht: 1698 wurden 42 Gebäude und das Pastorat zerstört und bei einem Feuer 1768, das drei Tage lang andauerte, fast das ganze Dorf.

Im Ort befindet sich eine der für die Landschaft Stapelholm typischen Bauernglocken, mit der der Bauernvogt die Einwohner zu Versammlungen oder zum Verdingen von Arbeit rief. Bei Gefahr dienten die Glocken als Warnsignal.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. September 1971 wurde die Gemeinde Bargen eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den seit der Kommunalwahl 2013 noch 13 statt zuvor 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft EWG sechs Sitze, die CDU fünf und die SPD zwei.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Grün eine goldene Bauernglocke, bestehend aus einem wachsenden, oben gegabelten Stamm, verziertem Riegel und dem an diesem befestigten Glockenkörper; dem Stamm hinterlegt zwei silberne Wellenleisten.“[4]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, weist als ländlicher Zentralort aber zugleich auch ein Gewerbe- und Dienstleistungsangebot auf. Entlang der Eider gibt es ebenfalls einige touristische Angebote.

Nachdem der Öffentliche Personennahverkehr auf der Bahnstrecke Husum–Erfde–Rendsburg im Mai 1974 eingestellt wurde, erfolgt heute der Öffentliche Personennahverkehr durch die Regionalbuslinie R149[5] des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein. Konzessionsnehmer dieser Linie ist derzeit (Stand: 2019) das Busunternehmen Autokraft. Von Rendsburg aus verkehrt ebenfalls die Autokraft auf der Linie nach Stapel über Erfde.[6]

Die Freiwilligen Feuerwehren Erfde und Bargen sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere im Gemeindegebiet.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • G. Sürig: Bargen, Erfde. Einblicke in das Leben zweier Dörfer. Hrsg. von der Gemeinde Erfde. Husum 1999.
  • G. Quedenbaum: "Vorflut" – Ein Beitrag zur Geschichte des Deich- und Entwässerungswesens in der mittleren Eider-Region (incl. Sorge und Treene).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Erfde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Martin Becker, Gert Kaster: Kulturlandschaft Eider – Treene – Sorge. Wachholtz Verlag, Neumünster 2005, S. 48.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Kursbuch Linie R149 auf der Website der Autokraft. (pdf) Abgerufen am 8. September 2019.
  6. Kursbuch Linie 3210 auf der Seite der Autokraft. (pdf) Abgerufen am 8. September 2019.