Twedt

Gemeinde in Deutschland

Twedt (dänisch Tved) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Das heutige Gemeindegebiet besteht seit 1969. Buschau[2] (Boskov, tlw. auch Burskov), Grumby[2] und Lücke (Løkkegaarde) liegen im Gemeindegebiet.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Twedt
Twedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Twedt hervorgehoben

Koordinaten: 54° 36′ N, 9° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Südangeln
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 12,52 km2
Einwohner: 532 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24894
Vorwahl: 04622
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 097
Adresse der Amtsverwaltung: Toft 7
24860 Böklund
Website: www.amt-suedangeln.de
Bürgermeister: Alexander Schmidt (CDU)
Lage der Gemeinde Twedt im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Geografie und VerkehrBearbeiten

Twedt liegt etwa elf Kilometer nordöstlich von Schleswig an der Loiter Au, die in die Schlei mündet. Die Bundesstraße 201 von Schleswig nach Kappeln führt durch die Gemeinde. Die Loiter bzw. Wellspanger Au bildet die Grenze zu den Nachbargemeinden Struxdorf, Süderbrarup, Loit und Taarstedt. Im Tal der Wellspanger Au nördlich von Buschau befindet sich mit der Borreskier (Borreskjær) eine größere Niederung[3].

GeschichteBearbeiten

Die Siedlung Twedt wurde erstmals 1231 im Waldemar-Erdbuch erwähnt. Das Dorf war teilweise im Besitz des dänischen Königs. Später gehörten drei Höfe und zwei Katen dem Schleswiger Domkapitel. Im Jahr 1777 wurde der Ort der Struxdorfharde (Strukstrup Herred) unterstellt. Der ältere südliche Siedlungsteil ist als Runddorf angelegt, der nördliche später um die neue umgehende Straße gebaut worden[4]. Administrativ unterstand der Ort in der dänischen Zeit dem Kirchspiel Tolk in der Struxdorfharde.

Der Ortsname Twedt geht auf dän. tved in der Bedeutung Rodung zurück (vgl. altnorw. þveit zu altnord. þeuta, neunorw. tveita, schwed-dialektal tveta für abhauen)[5][6]. Grumby ist ebenfalls 1231 erstmals über das Waldemar-Erdbuch schriftlich dokumentiert. Der Ortsname bedeutet Dorf des Grummi, ein ursprünglicher Beiname, der auf altdän. und norw. grum in der Bedeutung stolz, prächtig verweist[7][8]. Buschau (Boskov od. Burskov) wurde erstmals 1601 erwähnt und bedeutet bogenförmiger Wald zu dän bue für Bogen und skov für Wald[9]. Der Hofname Elkier (Ellekjær) ist erstmals 1804 verzeichnet und bezeichnet einen Erlenbruch zu dän. elle für Erle[10]. Der Dreiseithof Lücke (Løkkegård) wurde 1760 als Meierhof des Kanzleigutes Grumby angelegt[11]. Vörbarg wurde erstmals 1804/05 bei du Plat genannt; der Name ist niederdeutsch, zurückgehend auf angeldän. fyr für Föhre (Kiefern, neudän. fyrre)[12][13].

EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinde Twedt entstand am 1. August 1970 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Grumby und Buschau.[14]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft BGT hat vier.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Blau und Gold schräglinks geteilt, darauf ein Welleninnenbord und eine Urne in verwechselten Farben.“[15]

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Twedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Twedt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 10: Timmaspe - Ziethen. 1. Aufl. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2008, ISBN 978-3-926055-92-7, S. 69 (dnb.de [abgerufen am 6. August 2020]).
  3. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1, Husum 1994, S. 143
  4. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 2, Husum 1995, S. 368
  5. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 660
  6. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 418
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 294
  8. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 152
  9. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 195
  10. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1, Husum 1994, S. 171
  11. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 2, Husum 1995, S. 42
  12. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 668
  13. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 2, Husum 1995, S. 388
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  15. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein