Munkbrarup

Gemeinde in Deutschland

Munkbrarup ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Munkbrarup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Munkbrarup hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 48′ N, 9° 34′ OKoordinaten: 54° 48′ N, 9° 34′ O
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Langballig
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 13,27 km2
Einwohner: 1160 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24960
Vorwahl: 04631
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 145
Adresse der Amtsverwaltung: Süderende 1
24977 Langballig
Website: www.munkbrarup.de
Bürgermeister: Heiner Iversen (FWMR)
Lage der Gemeinde Munkbrarup im Kreis Schleswig-Flensburg
KarteAhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburg
Karte
Laurentiuskirche aus dem 12. Jahrhundert (Foto 2013)

Geographie Bearbeiten

Geographische Lage Bearbeiten

Das Gemeindegebiet von Munkbrarup erstreckt sich im Norden der Ostseehalbinsel Angeln südöstlich von der Kleinstadt Glücksburg.[2][3] Das Gemeindegebiet reicht im Norden beim Ortsteil Bockholmwik bis an das Ufer der Flensburger Förde heran. Die Gemeinde ist ein anerkannter Erholungsort.[4]

Ortsteile Bearbeiten

Die Gemeinde Munkbrarup umfasst siedlungsgeographisch mehrere Ortsteile. Neben dem für die Gemeinde namenstiftenden Ortsteil, einem Kirchdorf, befinden sich auch das weitere Dorf Rüde (dänisch Ryde)[5], die Häusergruppen Iskiersand (dänisch Eskærsande)[5], Kragholm und Süderholz, die Hofsiedlungen (Gehöfte) Balm (dänisch Ballum)[5] und Harkmoor, wie auch die Streusiedlungen Bockholmwik, Siegum (dänisch Sigum)[5] und Geil (dänisch (Gejl))[5] und Siegumlund (dänisch Sigumlund.[6]) als weitere Wohnplätze.[7] Bei Iskiersand handelt es sich um einen geteilten Ortsteil, dessen nördlicher Abschnitt im Gebiet der Stadt Glücksburg liegt.

Nachbargemeinden Bearbeiten

Östlich von Munkbrarup erstreckt sich die Nachbargemeinde Ringsberg. Im Norden liegt die Stadt Glücksburg, mit der Munkbrarup insbesondere geschichtlich eng verbunden ist. Im Westen liegt Wees, im Süden liegt Husby und im Südwesten Hürup.

Geschichte Bearbeiten

Auf eine Besiedlung der Region in der Jungsteinzeit deutet das Großsteingrab Siegum hin. Im ehemals größeren Kirchspiel Munkbrarup stand von 1209 bis 1582 das Zisterzienserkloster Rüde (auch Rus Regis genannt). Im Zusammenhang mit der Klostergründung wurde der Ort zum ersten Mal erwähnt, und zwar als Holdernes-Brotorp. Das „Munk“ des Ortsnamens verweist auf die besagten Mönche. 2009 feierte das Dorf sein 800-jähriges Bestehen.[8]

Die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaute St.-Laurentius-Kirche ist eine jütländische Granitquaderkirche und hatte ursprünglich eine runde Apsis, aber keinen Turm. Das Südportal ist dem Petri-Portal des Schleswiger Doms nachempfunden. 1565 brannte die Kirche aus. 1582 wurde sie, kurz vor dem Bau des Glücksburger Schlosses, wiederhergestellt. Aus der Klosterkirche wurde das mächtige Triumphkreuz nach Munkbrarup überführt. Der Renaissance-Altar in der Kirche ist einer der ältesten evangelischen Altäre im Bundesland. 1936/37 wurde die Kirche im romanischen Stil renoviert.[9]

Die 1870 errichtete Windmühle „Hoffnung“ stand zuvor in Meierwik. Sie ist ein Erdholländer und diente zum Mahlen von Getreide. Heute wird sie für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Seit ungefähr 2015 ist Flensburg so stark nachverdichtet, dass dort kein neuer Wohnraum mehr geschaffen werden kann. Das Wachstum der Stadt und des Umlandes wird dadurch gehemmt, und das Thema Eingemeindung spielt folglich wieder eine Rolle.[10]

Politik Bearbeiten

Gemeindevertretung Bearbeiten

Wahlbeteiligung: 63,1 Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,3 %
45,7 %
KLMRa
FWMRb
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Kommunale Liste Munkbrarup Rüde
b Freie Wählergemeinschaft Munkbrarup-Rüde

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt elf Sitze vergeben. Von diesen erhielt die Kommunale Liste Munkbrarup Rüde sechs Sitze und die Freie Wählergemeinschaft Munkbrarup-Rüde fünf Sitze.

Wappen Bearbeiten

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein schreitender, rot gezungter goldener Löwe, in Gold ein senkrecht gestellter blauer Rost mit dem Griff nach oben.“[12]

Das Wappen vereinigt Symbole des Wappens des Herzogtum Schleswigs und des Zeichens der Munkbrarupharde, dem Rost des Heiligen Laurentius, welches auch die Nachbargemeinde Glücksburg in seinem Wappen trägt. Zudem orientiert sich der Aufbau des Wappens, an dem Aufbau des Wappens des ehemaligen Landkreises Flensburg, zu welchem Munkbrarup bis zum Jahr 1974 gehörte. Der schleswigscher Löwe ist dem Wappen des Herzogtums entlehnt, wobei wie beim Wappen des Landkreises Flensburg nur ein Löwe übernommen wurde. Im Gegensatz zum Wappen Schleswig-Holsteins läuft der Löwe wie beim Wappen des Landkreises Flensburg nach links. Das Rost des heiligen Laurentius, der Patron Munkbrarups, wurde als Zeichen beibehalten, also ins Wappen übernommen. Wie beim Wappen des Landkreises Flensburg wurde dieses zweite Element ebenfalls unterhalb des Löwen eingefügt. Das Wappen ist zudem in den schleswigschen Farben blau und gelb gehalten, so wie es auch beim Wappen des Landkreises Flensburg der Fall war. Im Gegensatz zum Wappen Schleswig-Holsteins sowie des Wappens des Landkreises Flensburg, wurden die Farben getauscht. Der Löwe wurde gelb gefärbt und er läuft auf blauem Untergrund. Der untere Bereich erhielt daher einen gelben Untergrund. Das Wappen wurde am 12. Februar 1985 genehmigt.[13]

Wirtschaft Bearbeiten

Im Gemeindegebiet sind noch ausgeprägte ländliche Strukturen vorhanden, die Nähe zu Flensburg und zur Flensburger Förde haben jedoch auch dazu geführt, dass die Zahl der Wohngebiete immer weiter zunimmt. Es gibt jedoch auch ein Gewerbe- und Dienstleistungsangebot, das weiter ausgebaut werden soll.

Sehenswürdigkeiten und Sport Bearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Munkbrarup stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Eingetragene Kulturdenkmale sind die Windmühle „Hoffnung“ und die Munkbraruper Kirche. Die Sage vom Bau der Munkbraruper Kirche berichtet über sie.

Der örtlich ansässige Sportverein ist der TSV Munkbrarup. Er wurde 1921 gegründet und hat über 1300 Mitglieder. Er wurde in den Jahren 2005, 2006 und 2007 jeweils mit dem GEK-Breitensportpreis des Landessportverbands Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Fußballabteilung spielt seit 2005 in der SG Nordangeln. Die Handballer hatten in den 1980er und 1990er Jahren große Erfolge in einer Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Glücksburg 09 zu verzeichnen.

Persönlichkeiten Bearbeiten

Der Vorsitzende des TSV Munkbrarup Hans-Joachim Thadewaldt ist seit 2006 Ehrenbürger der Gemeinde.

Verschiedenes Bearbeiten

Die Grundschule Munkbrarup sowie die evangelische Kindertagesstätte Munkbrarup liegen direkt nordwestlich vom Dorf am Hau-Weg 1 im Gemeindegebiet von Wees.[14]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2022 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Relation: Munkbrarup (1149280) bei OpenStreetMap (Version #11). Abgerufen am 20. September 2022.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 12, abgerufen am 20. September 2022.
  4. Übersicht über die anerkannten Kur-, Erholungs- und Tourismusorte in Schleswig-Holstein (einschließlich Gemeindeteile). (PDF) Abgerufen am 20. September 2022 (Nr. 102).
  5. a b c d e Anders Bjerrum, Kristian Hald, Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne. Band 7.1, 1979, S. 63 und 81
  6. Archivierte Kopie (Memento vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)
  7. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. 1992, S. 98 (statistischebibliothek.de [PDF; abgerufen am 7. Juni 2023]).
  8. 800 Munkbrarup. Munkbrarup ist seit 800 Jahren bekannt, abgerufen am: 8. März 2020
  9. Geschichte der Kirche (Memento vom 19. Mai 2013 im Internet Archive)
  10. Flensburger Tageblatt: Wohnraum-Kontingente: Stadt-Umland-Frieden vor dem Ende, vom: 4. Juni 2015; abgerufen am: 4. Juni 2015
  11. wahlen-sh.de
  12. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  13. Munkbrarup, Ein Dorf in Schleswig-Holstein, Wappen (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive); abgerufen am: 14. Juli 2014
  14. Vgl. http://gov.genealogy.net/item/show/HAUHAU_W2391 und https://www.grundschule-munkbrarup.de/kontakt-anfahrt/ und https://finde-offen.de/wees/ev-kindertagesst%C3%A4tte-munkbrarup-3319860

Weblinks Bearbeiten

Commons: Munkbrarup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien