Tetenhusen

Gemeinde in Deutschland

Tetenhusen (dänisch: Tetenhuse) ist eine Landgemeinde im Süden des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Friedrichswiese, Haberland, Landröh und Reith liegen im Gemeindegebiet.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tetenhusen
Tetenhusen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tetenhusen hervorgehoben

Koordinaten: 54° 21′ N, 9° 30′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Kropp-Stapelholm
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 23,13 km2
Einwohner: 951 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24817, 24799
Vorwahl: 04624
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 087
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 10
24848 Kropp
Website: www.tetenhusen.de
Bürgermeister: Friedrich Wilhelm Gehrt (FWG)
Lage der Gemeinde Tetenhusen im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Tetenhusen erstreckt sich im Bereich der Eider-Treene-Niederung am Fluss Sorge (Flussabschnitt Neue Sorge). Das Niederungsgebiet ist ein Teilgebiet der Großlandschaft Schleswigsche Geest und liegt im Bereich des zugehörigen Sanders.

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt angrenzende Kommunen sind:

Alt Bennebek Kropp
Meggerdorf Owschlag
Königshügel Lohe-Föhrden Alt Duvenstedt

GeologieBearbeiten

Östlich direkt an die Dorf­lage angrenzend erstreckt sich auf einer Länge von etwa 4,5 km das Forstgebiet des Tetenhusener Geheges. Das nordwestliche Gemeindegebiet ist vom seit 1928 unter Naturschutz gestellten Hochmoor Tetenhusener Moor geprägt. Haupt­vorfluter ist die südlich der Dorflage gelegene Neue Sorge.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde wohl 1362 nach der Zweiten Marcellusflut von Friesen, die ihre Dörfer verloren hatten, gegründet. Die Vermutung basiert auf den Ortsnamen, der wohl bei Tetens Häusern bedeutet und sich vom friesischen Personennamen Thede oder Thade ableitet.

Der Ort wurde jedoch ursprünglich auf dem anderen Ufer der Sorge gegründet und um 1500 verlegt, weil er von den wandernden Inlanddünen bedroht wurde. In der Nähe der Siedlung befand sich früher auch ein Hafen, von dem aus Bauholz und Torf verschifft wurden sowie eine Zollstation.

Die Sorgeschifffahrt kam erst zu Beginn des Ersten Weltkriegs zum Erliegen. In der Waldkapelle befindet sich jedoch noch ein Schiffsmodell (allerdings keines der Sorgeschiffe).

Tetenhusen gehörte zur Gemeinde Friedrichswiese, bis diese am 1. April 1938 aufgelöst wurde. Tetenhusen war eine der drei Nachfolgegemeinden.[3]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung haben nach der Kommunalwahl 2018 die CDU sechs Sitze und die Wählergemeinschaft FWG fünf Sitze.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Über grünem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Gold ein links gewendeter, kampfbereiter roter Fuchs. Im rechten Obereck ein unten verstutzter grüner Rohrkolben.“[4]

Da in der teils moorigen, teils sandigen Geestlandschaft mit vielen Wald- und Feuchtgebieten viele Füchse leben, wurden die Tetenhusener in den umliegenden Gemeinden auch scherzhaft Sandfüchse genannt. Daran soll der Fuchs im Wappen erinnern.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Als kulturelles Baudenkmal ist das Bauernhaus in der Schulstraße 2 von Tetenhusen in die Liste der Kulturdenkmale in Tetenhusen eingetragen. Es handelt sich um einen eingeschossigen Gelbsteinbau mit aufgesetztem Kniestock (auch: Drempel).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

Im Gemeindegebiet befinden sich Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe zur lokalen Daseinsvorsorge. Der Ort hat einen MarktTreff.[5]

BildungBearbeiten

Die frühkindliche Bildung werden durch zwei Kindergärten sichergestellt. Einer unter ihnen ist ein sogenannter Waldkindergarten. Die örtliche Grundschule ist heute ein Zweigbetrieb der Geestlandschule Kropp.[5]

VerkehrBearbeiten

Das Dorf Tetenhusen liegt an der schleswig-holsteinischen Landesstraße 39 im Abschnitt zwischen Kropp und Hohn. Durch das östliche Gemeindegebiet führt zudem die Bundesstraße 77.

Die Erreichbarkeit des Hauptortes im ÖPNV ist nur eingeschränkt im Schulbus­verkehr möglich. Die nächstgelegene Bahnstation ist im östlich gelegenen Owschlag an der Bahnstrecke Neumünster–Flensburg. Hier halten im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein die Züge von DB Regio auf der Fahrt von Hamburg Hbf nach Flensburg (RE 7) und diejenigen auf der Relation von Kiel nach Husum (RE 74).

PersönlichkeitenBearbeiten

Der Schriftsteller Siegfried Lenz (1926–2014) besaß in Tetenhusen einen Bungalow, den er im Sommerhalbjahr bewohnte.[6]

WeblinksBearbeiten

Commons: Tetenhusen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 9: Schönberg - Tielenhemme. 1. Aufl. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2007, ISBN 978-3-926055-91-0, S. 369 (dnb.de [abgerufen am 6. August 2020]).
  3. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 237.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. a b Tetenhusen / Gemeinde Kropp. Abgerufen am 19. April 2020.
  6. Erich Maletzke: Siegfried Lenz. Eine biographische Annäherung, Zu Klampen Verlag, Springe 2006. ISBN 3-934920-88-8. S. 172 f.