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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jardelund
Jardelund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jardelund hervorgehoben

Koordinaten: 54° 50′ N, 9° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 16,63 km2
Einwohner: 313 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24994
Vorwahl: 04605
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 129
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Website: amt-schafflund.de
Bürgermeisterin: Gudrun Lemke (WGJ)
Lage der Gemeinde Jardelund im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Jardelund (dänisch: Jarlund oder Jardelund) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Sanderbereich der Schleswigschen Geest nordwestlich von Flensburg direkt an der Deutsch-dänischen Grenze. Im Gemeindegebiet liegt der Ursprung der Lecker Au.

GemeindegliederungBearbeiten

Norderfeld und Süderfeld liegen im Gemeindegebiet.

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt angrenzende Gemeindegebiete sind:

Aabenraa Kommune (Dänemark)
Böxlund  
Medelby Osterby

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname bedeutet Hirschwald.

Da Jardelund sehr wehrhaft auf einer Hügelkuppe angelegt wurde, wird angenommen, dass sich der Ort auf den Resten eines alten Verteidigungspostens gegen die Friesen befindet. Urkundlich erwähnt wurde Jardelund jedoch erst 1393. Durch den Ort führte eine Zweigstrecke des Ochsenwegs.

Im 18. Jahrhundert befand sich Jardelund innerhalb des Gebietes, in dem im Rahmen der Geestkolonisation Familien aus Südwestdeutschland angesiedelt wurden. Für die Gemeinde war in der Vergangenheit der Torfabbau immer eine wichtige Einnahmequelle. Heute ist das Frösleer-Jardelunder Moor, das teilweise in Dänemark liegt und renaturiert wurde, ein Naturschutzgebiet. Im örtlichen Christian Lassens Mindemuseum wird die Geschichte des Landlebens der letzten 100 Jahre vermittelt.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die neun Sitze in der Gemeindevertretung hält seit der Kommunalwahl 2013[2] – wie schon seit der Kommunalwahl 2008 – die Wählergemeinschaft WGJ.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold gekoppelt mit vier schmalen grünen Schragen ein großes grünes Quadrat, darin schräg gekreuzt ein goldener Dingstock und ein goldener Torfspaten.“[3]

Das grüne Viereck auf einem ebenso grünen Andreaskreuz verkörpert den Grundriss des Dorfes. Es ist festungsartig mit Wällen umgeben, nur an den vier Ecken befinden sich Durchbrüche. Früher wurden sie nachts geschlossen. Der so genannte Dingstock, mit dem früher Dorfversammlungen (das Thing) einberufen wurden, aus dem Jahr 1756 steht für die bäuerliche Lebensgemeinschaft im Dorf. Der Torfspaten erinnert daran, dass der Torfabbau jahrhundertelang eine wichtige Einnahmequelle der Gemeindebewohner war.

WirtschaftBearbeiten

Der Ort ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Früher wurde auch Torf abgebaut.

Heute ist auch die regenerative Energieerzeugung und -verteilung ein bedeutender Wirtschaftszweig. In den Jahren 2013–2015 entstand hier eines von 13 Höchstspannungsumspannwerken in Schleswig-Holstein. Dieses befindet sich im Abschnitt zwischen Kassø in der dänischen Aabenraa Kommune und Schacht-Audorf bei Rendsburg und wird durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO von dessen Niederlassung in Schacht-Audorf betrieben.[4] Es nimmt auch die größtenteils aus Windenergie gewonnene Elektrizität aus den umliegenden Windparks auf. Am Umspannwerk ist einerseits der Bürgerwindpark Kirchspiel-Medelby als auch das benachbarte UW Weesby innerhalb des Schleswig-Holstein Netzes über jeweils eine 110kV-Leitung angeschlossen.[5]

Im Mai 2018 wurde in Jardelund ein Batterie-Speicherkraftwerk in Betrieb genommen. Die Anlage des Hersteller Eneco verfügt über eine Leistung von 48 MW und eine Kapazität von mehr als 50 MWh. Eingesetzt werden soll sie hauptsächlich für die Bereitstellung von Primärregelenergie im Ersatz ebensolcher von fossilen Kraftwerke. Zugleich soll die Anlage zur Verringerung von Abregelungen von Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein beitragen.[6]

KulturBearbeiten

Die Gemeinde gehört zur Kirchengemeinde St. Matthäus in Medelby.

Mittelpunkt des sportlichen und kulturellen Lebens sind die Dorfhalle und das Feuerwehrhaus.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jardelund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kommunalwahl 2013. Gemeindewahlergebnis. In: www.amt-schafflund.de. Amt Schafflund, abgerufen am 23. Juli 2013.
  3. Wappenrolle Schleswig-Holstein. Abgerufen am 3. Februar 2018.
  4. http://www.tennet.eu/: TenneT liefert doppelt: Trafozwillinge erreichen Umspannwerk Jardelund. Windmesse.de, 1. Oktober 2014, abgerufen am 15. November 2019.
  5. Hannes Harding: Jardelund: Wir sind die Energiewende. Schleswiger Nachrichten, 27. September 2014, abgerufen am 15. November 2019.
  6. Sandra Enkhardt: 48-Megawatt-Großspeicher von Eneco in Schleswig-Holstein geht ans Netz. PV-magazine, 31. Mai 2018, abgerufen am 15. November 2019.