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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Husby
Husby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Husby hervorgehoben
Koordinaten: 54° 46′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Hürup
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 19,31 km2
Einwohner: 2353 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24975
Vorwahl: 04634
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 127
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 1
24975 Hürup
Website: www.husby.de
Bürgermeister: Burkhard Gerling (SPD)
Lage der Gemeinde Husby im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild
St.-Vincentius-Kirche aus Granitquadermauerwerk (2012)

Husby (ausgesprochen: Huusbü) ist eine Gemeinde in der Landschaft Angeln im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Zum Gemeindegebiet gehören Gremmerup (dänisch: Grimmerup), Hodderup, Husbyfeld (Husbymark), Husbyholz (Husbyskov), Markerup, Markerupheide (Markeruphede), Seegaard (Søgaard), Snorrum, Spang, Stendels, Voldewraa (Fulbro) und Wattschaukrug (Vasbykro[2]). Husby war über lange Zeit Sitz der Husbyharde.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im Gemeindegebiet befindet sich ein Urnenfeld, das ab 600 v. Chr. angelegt worden war. In diesem Urnenfeld befindet sich ein äußerst seltenes Wagengrab.[4]

Es wird angenommen, dass Husby in der Wikingerzeit ein bedeutender Ort in Nordangeln war, da es an der Kreuzung zweier wichtiger Handelswege lag – der eine von ihnen verband Haithabu mit dem nördlichen Jütland. Zwischen dem benachbarten Rosgaard und dem Husbyer Ortsteil Gremmerup lag damals ein Wotan geweihtes Heiligtum und ein heiliger Wald. 1730 wurde in Husby beim Pflügen ein Münzschatz gefunden, dessen Münzen zwischen 940 und 980 in Haithabu geprägt worden waren. Funde von 2013 weisen auf eine Besiedlung bereits im 7. Jahrhundert n. Chr. hin.[5]

Über Jahrhunderte war Husby Zentrum der Husbyharde; Harden waren dänische Verwaltungsbezirke. Die Thingstätte der Husbyharde befand sich nahe der Weggabelung bei der Kirche, später dann im alten (heute als vorbildlich restauriertes Wohnhaus erhaltenen) Dorfkrug an der Flensburger Straße. Das Hardesthing fungierte bis 1867 als Untergericht, als der Bezirk zum neu geschaffenen preußischen Amtsgericht in Flensburg gelegt wurde.

Die St.-Vincentius-Kirche wurde im frühen 12. Jahrhundert erbaut. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sie einen hölzernen Vorgängerbau gehabt. Es wird angenommen, dass recht bald nach der Christianisierung des Landes in jeder Harde eine Kirche entstand. Der heutige Bau ist romanisch und aus behauenen Granit-Quadern errichtet. Das spricht für die besondere Bedeutung der Kirche und des Ortes, denn von den 37 erhaltenen romanischen Kirchen in Angeln sind ansonsten nur die bedeutenden Bauten in Munkbrarup, Norderbrarup und Sörup aus diesem Material, das aufwendig herbeigeschafft werden musste. Der mächtige Turm stammt aus gotischer Zeit, ist mit Schindeln gedeckt und weithin im Land sichtbar. Seit dem 13. Jahrhundert ist zudem die bei Husbyholz gelegene Burg Alt-Seegaard bezeugt, eine recht starke Festung, die noch weitere Nachbarburgen besaß.

Der Ort selbst wurde 1319 erstmals als Husebuy in den Quellen genannt. Der Name, den es mehrfach in Dänemark gibt, deutet auf ein sehr hohes Alter des Ortes hin. „Huus“ stand für ein befestigtes Haus eines landesherrlichen Verwalters. Im Spätmittelalter verlor Husby aufgrund des Aufstiegs von Flensburg stark an Bedeutung.

Im 19. Jahrhundert geriet Husby wie das gesamte Herzogtum Schleswig in den Sog des Nationalismus. Nach dem Krieg von 1864 und endgültig 1867 wurde es preußisch.

1881 wurde die Bahnstrecke Kiel–Flensburg eröffnet, an der Husby bis heute liegt. Daher haben sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Handelsbetriebe und Handwerker in der Gemeinde angesiedelt. Durch die Lage des Bahnhofs hat sich das Dorf seither vor allem nach Westen hin ausgedehnt, während der alte Ortskern um den Dorfteich herum heute die nordöstlichste Ecke der Siedlung ausmacht.

Nach dem Ersten Weltkrieg sollte die schleswigsche Bevölkerung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder Dänemark abstimmen. Husby kam zur dritten Abstimmungszone. Nachdem die westlichen Nachbarkirchspiele Rüllschau und Munkbrarup, die zur zweiten Zone gehörten, sich ebenso wie die Stadt Flensburg mehrheitlich für den Verbleib bei Deutschland entschieden hatten, kam es in Husby nicht mehr zu einer Abstimmung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen. Überdies zogen seit den 1960er Jahren viele Menschen nach Husby, die zur Arbeit ins nahe Flensburg pendelten. 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gremmerup, Hodderup, Husbyholz und Markerup nach Husby eingemeindet. Die beiden südlichen Gemeinden des Kirchspiels Husby, Ausackerholz und Ausacker, schlossen sich zur Gemeinde Ausacker zusammen.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die CDU hat fünf und der SSW zwei.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein goldenes, auf senkrecht gegliedertem Unterbau stehendes, tür- und fensterloses Holzhaus in Stabbautechnik mit flachgiebligem, beidseitig von einem Kreuz flankierten Schindeldach.“[6]

Das Gebäude stellt das Holzhaus der Husbyharde dar. Es befindet sich daher auf der zweiten Fassung des Inoffiziellen Wappens von Angeln. In der ersten Fassung, befand sich an Stelle des Holzhauses, ein Herz mit zwei gekreuzten Pfeilen hinter diesem. Das Symbol aus Herz und Pfeilen symbolisierten ebenfalls die Husbyharde.

WirtschaftBearbeiten

Husby verfügt über einen Supermarkt und ist Einkaufsort für ein größeres Umland. Daneben gibt es einige kleinere Gewerbebetriebe. Die Landwirtschaft spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, auch wenn Husby seinen Charakter längst von einem Bauerndorf zu einem Wohndorf mit hohem Auspendleranteil vor allem in das 12 km entfernte Flensburg gewandelt hat.

Bildung und KulturBearbeiten

Husby ist Standort einer Dörfergemeinschaftsschule. Außerdem gibt es eine kleine dänische Schule im Ort.

Im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft wurde Husby 1973 Landessieger und 1996 Kreissieger mit Silberplakette.

SportBearbeiten

In Husby sind zwei Sportvereine ansässig: Der Turn- und Sportverein Husby (TSV) sowie der VfL Husby.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Husby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Neben der romanischen Kirche, einem Granitquaderbau, sind vor allem die alten Bauernhäuser im Nordangler Baustil sehenswert. Einige der schönsten finden sich im alten Ortskern rund um den Dorfteich, sowie in den Kernen der übrigen Dörfer der Gemeinde.

Ein bedeutendes Naturdenkmal ist die über 800 Jahre alte Waldemarseiche bei Husbyries, wo die Straße nach Grundhof von der Kappelner Landstraße abzweigt. Davor befindet sich ein kleines Bismarck-Denkmal aus dem Jahr 1900, weshalb der Baum manchmal Bismarck-Eiche genannt wird.[7] Der Bismarckbrunnen im nicht weit entfernten Flensburg und dem nahgelegenen Bismarckturm auf dem Scheersberg entstanden erst drei Jahre nach dem Denkmal in Husby. 2013 wurde die Kupferplatte mit 45 Zentimetern Durchmesser, auf der sich das Porträt Bismarcks befand, gestohlen.[8] 2015 wurde die Platte ersetzt, witterungsbedingt wurde die geplante Einweihungsfeier jedoch abgesagt.[9] Eindrucksvoll ist zudem eine riesige Rosskastanie östlich von Husbyholz am Weg nach Seegaard.

Bei Husby lagen im Mittelalter mehrere Burgen; von diesen blieben neben einigen lokalen Sagen aber so gut wie keine Spuren. Die bekannteste ehemalige Befestigung im Husbyer Gebiet ist die Burg Alt-Seegaard am Winderatter See. Ein möglicher Burgplatz wird zudem nahe Gosewatt zwischen Husbyholz und Markerup (Lage) vermutet.[10][11] Dieser vermutlich Bisgaard genannte Hof könnte ursprünglich „Biscopsgaard“ geheißen haben; da er sich wie auch Alt-Seegaard wohl im Besitz des Bischofs befand.[12] Von der besagten „Sagenburg“ sind im Gelände aber heutzutage keine Spuren mehr zu erkennen.[13] Sehr nahe bei Husby lag die Burg Nedderby, von der heute ebenfalls nichts mehr erhalten ist. Auch der Name Husby selbst dürfte auf ein örtliches Schloss hindeuten. Eine solche Burg wurde im Dänischen früher häufig als „Hus“ bezeichnet, vgl. beispielsweise Burg Niehuus.[14]

Bekannte Sagen der Gemeinde HusbyBearbeiten

Spuk auf Alt-SeegaardBearbeiten

Bei Seegaard soll sich, wie gesagt, einst das Schloss Alt-Seegaard befunden haben.[15] Sagen vom alten Schlossplatz berichten, dass es dort bis heute spuken solle. – Das besagte Schloss existierte tatsächlich. Der Schlossplatz soll nach Jakob Röschmann direkt am Nordufer des Winderatter Sees gelegen haben (Lage).

Die davonfliegende HexeBearbeiten

Südwestlich der Kirche auf einem Feld soll sich früher der Galgen von Husby befunden haben.[16] Zu diesem Hinrichtungsplatz existiert ebenfalls eine Sage: Nahe beim Galgen sollte der Sage nach einst eine Hexe verbrannt werden. Zu diesem „Schauspiel“ habe sich eine große Menschenmenge versammelt. In hellen Flammen habe der Scheiterhaufen bereits gebrannt und die Hexe sollte gerade hineingestoßen werden, als sie in der Menge eine Frau entdeckte, die strickte. Die Hexe habe die Frau um das Garnknäuel gebeten und diese habe es ihr gereicht. Daraufhin habe die Hexe es – Zauberworte murmelnd – um ihren Finger gewickelt und sei plötzlich direkt vor den Augen der Menge in die Luft hinauf- und davongeflogen. Sie sei danach nicht mehr gesehen worden.[17] (Vgl. den Flensburger Blocksberg)

VerkehrBearbeiten

Husby verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Kiel–Flensburg,[18] von dem tagsüber stündlich je eine Verbindung zu den beiden Städten besteht, und außerdem zwei Bushaltestellen, die Husby West und Husby Ortsmitte heißen. An diesen verkehren die Buslinien 1601,1602,1603 und 1604, die alle den Flensburger ZOB ansteuern.

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinden Ausacker und Husby (Hrsg.): Chronik des Kirchspiels Husby. Zusammengestellt aus acht Gemeindechroniken des Chronisten Johannes Jensen, Spang. 2. Auflage. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2000, ISBN 978-3-88042-031-1.
  • Uwe Meyer, Gremmerup, im Auftrage der Gemeinden Ausacker und Husby: Chronik des Kirchspiels Husby. Band II: Weiterführung und Ergänzung der Kirchspielchronik Husby von 1976. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2003, ISBN 978-3-89876-135-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 431
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 29. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nordangeln.de
  4. Historisches. Abgerufen am 16. Oktober 2017.
  5. Archäologen in Husby - Metalldetektoren spüren Wikinger-Relikte auf auf shz.de vom 31. August 2013
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Bismarckgedenkstein und Eiche gepflanzt von König Waldemar ... (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/qr.husby.de, abgerufen am: 24. April 2015
  8. Flensburger Tageblatt: Bismarck-Porträt von Denkmal gestohlen, vom 28. Dezember 2013; abgerufen am: 24. April 2015
  9. ''Amt Hürup - Einweihung Bismarckdenkmal in Husbyries fällt aus!'' vermeldet auf der Seite der Gemeinde: ''https://www.amt-huerup.de/news/1/277614/nachrichten/277614.html''{{Toter Link|date=2018-04 |archivebot=2018-04-15 12:09:32 InternetArchiveBot |url=https://www.amt-huerup.de/news/1/277614/nachrichten/277614.html }}, vom 1. April 2015; abgerufen im April 2015; Die Seite ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.
  10. Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 342 und Seite 91; Röschmann verweist für Weiteres auf das Flensburger Tageblatt, Nr. 63 vom 15. Juni 1951
  11. Hans Nicolai Andreas Jensen: Angeln. Zunächst für die Angler historisch beschrieben., Flensburg 1844, S. 164
  12. Hans Nicolai Andreas Jensen: Angeln. Zunächst für die Angler historisch beschrieben., Flensburg 1844, S. 164
  13. Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 342 und Seite 91; Röschmann verweist für Weiteres auf das Flensburger Tageblatt, Nr. 63 vom 15. Juni 1951
  14. Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Seite 972
  15. Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig., Band 3, Seite 957
  16. Historisches. Abgerufen am 16. Oktober 2017.
  17. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Angeln, Husum 1987, Seite 17
  18. http://www.nah.sh/assets/Uploads/RE72-RB73-web2016.pdf

WeblinksBearbeiten

  Commons: Husby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien