Sassnitz

Gemeinde in Deutschland

Die Stadt Sassnitz (bis zum 2. Februar 1993 Saßnitz) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort an der Ostsee. Sie liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen und gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sassnitz
Sassnitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sassnitz hervorgehoben

Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 47,07 km2
Einwohner: 9186 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 18540, 18546
Vorwahl: 038392
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 080
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 33
18546 Sassnitz
Website: www.sassnitz.de
Bürgermeister: Frank Kracht (Die Linke)
Lage der Stadt Sassnitz im Landkreis Vorpommern-Rügen
RostockLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldAltenpleenGroß MohrdorfGroß MohrdorfGroß MohrdorfKlausdorf (bei Stralsund)KramerhofPreetz (bei Stralsund)ProhnSaal (Vorpommern)BarthDivitz-SpoldershagenFuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Karnin (bei Barth)Kenz-KüstrowLöbnitz (Vorpommern)LüdershagenPruchtenSaal (Vorpommern)TrinwillershagenBergen auf RügenBuschvitzGarz/RügenGustowLietzowParchtitzPatzigPoseritzRalswiekRappinSehlenAhrenshoopBorn a. DarßDierhagenPrerowWieck a. DarßWustrow (Fischland)FranzburgGlewitzGremersdorf-BuchholzMillienhagen-OebelitzPapenhagenRichtenbergSplietsdorfVelgastWeitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen)Wendisch BaggendorfElmenhorst (Vorpommern)SundhagenWittenhagenBaabeGöhren (Rügen)Lancken-GranitzSellinMönchgutZirkowGroß KordshagenJakobsdorfLüssow (bei Stralsund)Lüssow (bei Stralsund)NieparsPantelitzSteinhagen (Vorpommern)WendorfZarrendorfAltenkirchen (Rügen)BreegeDranskeGloweLohmePutgartenSagardWiek (Rügen)Bad SülzeDettmannsdorfDeyelsdorfDrechowEixenGrammendorfGransebiethHugoldsdorfLindholzTribseesAhrenshagen-DaskowSchlemminRibnitz-DamgartenSemlowAltefährDreschvitzDreschvitzGingstInsel HiddenseeKluisNeuenkirchen (Rügen)Neuenkirchen (Rügen)RambinSamtensSchaprodeSchaprodeTrent (Rügen)Ummanz (Gemeinde)Ummanz (Gemeinde)Ummanz (Gemeinde)BinzGrimmenMarlowPutbusPutbusSassnitzStralsundStralsundSüderholzZingstZingstZingstKarte
Über dieses Bild

Über viele Jahrhunderte war es vor allem ein kleiner Fischerort, um 1890 kamen ein größerer Hafen und der Eisenbahnanschluss hinzu. Saßnitz wurde zum gefragten Fährort und Seebad. Der Ort erhielt erst 1957 Stadtrecht und ist damit die zweitjüngste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Sassnitz erhielt 2012 den UNESCO-Weltnaturerbe-Titel für die reichhaltigen Buchenurwälder im Nationalpark Jasmund. Nordöstlich an die Kernstadt angrenzend beginnt die Kreideküste mit der Stubbenkammer und dem Königsstuhl. Zudem ist Sassnitz für seine Bäderarchitektur im Kurviertel sowie für den Fährhafen Sassnitz im südlichen Ortsteil Mukran bekannt.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

 
Sassnitz (2011)
 
Kreidefelsen nahe Sassnitz
 
Fischerboote im Stadthafen

Das Stadtgebiet von Sassnitz erstreckt sich im Nordosten der Insel Rügen, im östlichen Teil der Halbinsel Jasmund bis zur Schmalen Heide im Süden. Bekannt ist diese Landschaft vor allem wegen ihrer Kreidefelsen. Darüber hinaus prägen eiszeitliche Ablagerungen das Landschaftsbild. Senken werden häufig von kleineren Seen eingenommen. Der markanteste Kreidefelsen ist der 118 Meter hohe Königsstuhl. Große Teile des Stadtgebiets bedecken verschiedene Waldformen mit ihren typischen Lebensräumen. Eine Besonderheit ist der Wald an den Küstenhängen. Hier gibt es seltene Gehölze wie Wildbirne, Wildapfel und Eiben. Die Stadt liegt am Küstenhang am Südende der Stubnitz, einem siebeneinhalb Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Buchenwald. Die verbleibenden Flächen sind Moore, Strand, Wiesen, Weiden sowie Siedlungsbereiche. Im Süden des Stadtgebietes bei Mukran befinden sich die Wostevitzer Teiche, eine unter Naturschutz stehende sumpfige Senke. Durch das bebaute Stadtgebiet fließt der Steinbach.

In der Nähe des Königsstuhls liegt ein weiterer See, der Herthasee, der einen Durchmesser von etwa 150 Metern hat und bis zu elf Meter tief ist. Er ist sagenumwoben und deshalb ein Anziehungspunkt für die Touristen.

Für ihre Region bildet die Stadt Sassnitz ein Grundzentrum, mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums (u. a. durch den Fährhafen mit internationalen Verbindungen).[2]

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Sassnitz besteht aus folgenden Ortsteilen:[3]

  • Blieschow
  • Buddenhagen
  • Dargast
  • Drosevitz
  • Dubnitz
  • Klementelvitz
  • Mukran
  • Neu Mukran
  • Werder
  • Wostevitz

Ortslagen

  • Dwasieden
  • Krampas
  • Lancken
  • Lenz

GeologieBearbeiten

Die Halbinsel Jasmund ist eine geologisch sehr junge Landschaft. Der Entstehungsprozess begann vor zirka 12.000 Jahren mit dem Ende der Weichseleiszeit, die hier eine Jungmoränenlandschaft hinterließ. Durch das abtauende Inlandeis hob sich das darunter liegende Land und die Senken wurden mit Wasser gefüllt, der Vorgänger der späteren Ostsee, der Ancylussee entstand. So blieben nur noch die herausragenden Höhenrücken als Inseln bestehen. Die Großformen der Küsten im südlichen Bereich der Ostsee formten sich durch die Littorina-Transgression vor etwa 7000 bis 2500 Jahren. Vor etwa 5000 Jahren stieg der Meeresspiegel auf sein heutiges Niveau an. Aus den Hochgebieten entstand der Jasmund. Durch die abtragende Wirkung von Wellen und Strömungen entstanden Steilufer, die bis heute das Landschaftsbild prägen.

GeschichteBearbeiten

 
Großsteingrab in der Stubnitz nördlich von Sassnitz
 
Hotels an der Strandpromenade
 
Alter Fährhafen mit Stadtsilhouette
 
Altstadt, im Hintergrund der Nationalpark Jasmund

Bis um 1900Bearbeiten

Der Name Sassnitz geht vermutlich auf ein slawisches Wort zurück, das Kiefer bedeutet[4] (heute Polnisch sosna, Russisch und Ukrainisch сосна). Die Gegend um Sassnitz ist eine alte Ansiedlung seit dem Neolithikum und der Bronzezeit. Die zahlreichen Großstein- und Hügelgräber zeigen dies eindeutig. Die nördlich der Stadt gelegenen Burgwälle am „Hengst“ und der Buddenhagener „Schloßberg“ verweisen wie viele andere archäologische Funde auf die Besiedlung in der Slawenzeit.

Erst 1906 wurde das Bauern- und Fischerdörfchen Crampas und das Fischerdorf Saßnitz zur Gemeinde Saßnitz zusammengeführt. Die Fischerei war (und ist) bedeutsam. Der Wunsch vieler städtischer Bürger nach Erholung an der See führte Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen und starken Belebung an den Küsten der Ost- und Nordsee, so auch auf Rügen. Schon 1824, so wird berichtet, reiste die Familie des Berliner Theologen Friedrich Schleiermacher zu einem Badeaufenthalt nach Saßnitz.

Theodor Fontane benannte in seinem Buch Effi Briest den Liebhaber Major von Crampas nach dem Fischerdorf auf Rügen, schrieb über den Herthasee mit seinen wendischen Opfersteinen und ließ im Buch den Ausspruch tätigen: „Nach Rügen reisen heißt nach Saßnitz reisen.“[5] Johannes Brahms und Kaiser Wilhelm waren weitere illustre Besucher von Saßnitz.

1871 wurde die Straße nach Saßnitz ausgebaut, 1891 wurde der Ort von Bergen aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen, ab 1878 gab es eine Schiffsverbindung nach Stettin, 1889 dazu den Hafen in Saßnitz und bald darauf Seeverbindungen nach Rønne (Bornholm), Trelleborg und Memel. Die neuen Verbindungen ließen den Ort schnell wachsen. Die Kreideindustrie wurde ausgebaut, Fische und Fischprodukte bestimmten das Arbeitsleben und der Tourismus wuchs, wobei sich andere Orte mit Stränden besser entwickelten.

Ab 1900Bearbeiten

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die Strandpromenade. Die typische Bäderarchitektur mit Pensionen und Hotels prägte das Erscheinungsbild des Ortes in dieser Zeit. Nach Aufnahme der Fähr- und Postdampferlinien wurde Saßnitz ein Beamtenort mit den entsprechenden neuen Wohnhäusern.

1935/1936 entstand eine Schulungsburg der NSDAP, die von der Deutschen Arbeitsfront genutzt wurde. Ihr Architekt war Julius Schulte-Frohlinde. Noch im Krieg wurde daraus ein Lazarett, nach 1945 war das Krankenhaus Saßnitz darin untergebracht (Abriss 1996).

Vom Frühjahr 1945 bis zum Kriegsende im Mai 1945 existierte in Saßnitz ein Außenlager des KZ Ravensbrück. Die nur rund 20 Quadratmeter große, eingezäunte und bewachte Häftlingsbaracke befand sich am Ende des ehemaligen Wedding-Parks nahe dem heutigen Karl-Liebknecht-Ring. Die Häftlinge, die mehrheitlich den Zeugen Jehovas angehörten, wurden als Handwerker dem Forschungsinstitut der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft für Verwertung der Meeresalgen für Volksgesundheit und gegen Mangelkrankheiten zugeteilt. Kommandant des Außenlagers war der emeritierte Professor, Maler und Bildhauer SS-Oberführer Arnold Waldschmidt unter Leitung des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.[6] Heute erinnern mehrere Stolpersteine in der Stadt an die Häftlinge.

Ab Ende Februar 1945 wurde Saßnitz für Flüchtlinge aus dem Osten zunehmend zum Ausweichhafen für das überlastete Swinemünde. In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1945 erfolgte auf die Stadt und die im Hafen und auf Reede liegenden Schiffe ein britischer Bombenangriff mit 191 Lancaster-Bombern. Dabei wurden 17 Fahrzeuge versenkt, darunter das im Fährbett liegende Lazarettschiff Robert Möhring (353 Tote) und auf der Reede der Zerstörer Z 28 (150 Tote). Insgesamt starben bei dem 20-minütigen Angriff etwa 1200 Menschen. Es wurden 537 Wohnungen zerstört, die Ost-Mole sowie Kaianlagen schwer beschädigt.[7]

Zwischen Saßnitz und Dargast errichtete und unterhielt der VEB Pumpspeicherwerke Hohenwarte zu DDR-Zeiten das Betriebs-PionierlagerPablo Neruda“ für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

1949 wurde der VEB Fischkombinat Saßnitz am Hafen errichtet und beschäftigte bis zu 2200 Arbeiter. Mit dem Betriebsteil Lauterbach wurde es zum zweitgrößten Nahrungsgüterwerk der DDR. 1977 wurden 150.000 Tonnen Fischkonserven, 3000 Tonnen Präserven und 500 Tonnen Räucherwaren hergestellt.[7]

1957 erhielt Saßnitz das Stadtrecht. Die Fischindustrie wurde ausgebaut, die Pensionshäuser jedoch verfielen zunehmend, weil die Urlauber die Sandstrände im Süden und Norden der Insel vorzogen.

Um 1977 hatte die Fischfangflotte von Saßnitz 48 26,5-m-Kutter, 15 Frosttrawler und 2 Kühl- und Transportschiffe. Sie landete jährlich über 60.000 Tonnen Fisch an.[7]

1984 entstand in Mukran ein neuer Hafen für den Eisenbahnfährverkehr zwischen der DDR und der Sowjetunion. Nach 1991 wurde der Fährhafen Sassnitz für die Verbindungen in den gesamten Ostseeraum umstrukturiert.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert. Die Häuser der Bäderarchitektur wurden renoviert und weitgehend einheitlich in weiß gehalten. Der Altstadthafen wurde ab 2000 in die städtebauliche Stadtsanierung einbezogen.

2007 wurde eine 274 m lange Hängebrücke für Fußgänger eingeweiht, die das Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße mit dem Sassnitzer Hafen verbindet.

Von 1952 bis 1955 gehörte Sassnitz zum Kreis Bergen im neu gegründeten DDR-Bezirk Rostock. Der Kreis Bergen wurde am 1. Januar 1956 mit dem Kreis Putbus zum Kreis Rügen vereinigt. Zu diesem Kreis im Bezirk Rostock gehörte Sassnitz von 1956 bis 1990, 1990 bis 2011 zum Landkreis Rügen im Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt die Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Mit dem Aufschwung als Seebad und Fährhafen wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Sassnitz stetig, von 332 im Jahr 1885 auf 3987 im Jahr 1925 und 7826 im Jahr 1939. Der weitere Ausbau als Fähr- und Fischereihafen brachte dem 1957 zur Stadt erhobenen Sassnitz einen weiteren starken Bevölkerungszuwachs (1957: 12.284, 1971: 13.676, 1981: 14.944).[8] Seit 1990 hat die Bevölkerungszahl jedoch wieder deutlich abgenommen.

Jahr Einwohner
1990 13.032
1995 12.241
2000 11.637
2005 10.813
2010 10.366
Jahr Einwohner
2015 9.560
2016 9.485
2017 9.435
2018 9.320
2019 9.186

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[9]

PolitikBearbeiten

Wahl zur Stadtvertretung 2019[10]
Wahlbeteiligung: 48,6 % (2014: 41,1 %)
 %
20
10
0
19,9 %
18,0 %
15,5 %
14,4 %
10,8 %
8,8 %
6,2 %
2,4 %
2,0 %
AFW
BVR
SWG
Gärtig
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-9,7 %p
-10,2 %p
-0,4 %p
+14,4 %p
-4,9 %p
+8,8 %p
-1,0 %p
-1,0 %p
+2,0 %p
AFW
BVR
SWG
Gärtig

StadtvertretungBearbeiten

Die Stadtvertretung der Stadt Sassnitz besteht aus 21 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[11]:

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Die Linke 19,9 % 4
CDU 18,0 % 4
SPD 15,5 % 3
AfD 14,4 % 3
Alternative Freie Wählergemeinschaft (AFW) 10,8 % 2
Bürger für Sassnitz (BVR) 08,8 % 2
FDP 06,2 % 1
Seniorenwählergemeinschaft (SWG) 02,4 % 1
Einzelbewerber Falko Gärtig 02,0 % 1

BVR, SWG und der Einzelbewerber Gärtig haben sich zur Fraktion BfS (Bürger für Sassnitz) zusammengeschlossen.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1994–2015: Dieter Holtz (Die Linke)[12]
  • seit 2015: Frank Kracht (Die Linke)

Kracht wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 20. September 2015 mit 52,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren[13] gewählt.[14]

Wappen, Flagge und DienstsiegelBearbeiten

Die Stadt Sassnitz führt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. Das Wappen wurde angenommen 1959 durch die Stadtverordnetenversammlung Saßnitz, so der damalige Stadtname, bestätigt durch Beschluss der Stadtvertretung Sassnitz vom 1. November 1994 und unter Nr. 17 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen. Die Flagge wurde genehmigt durch den Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern am 9. Juli 1997.

Wappen
„Das Wappen zeigt in Blau einen rot-silbern geteilten Leuchtturm mit silbernen Lichtstrahlen, der aus einer Lücke in der oberen Reihe einer roten, silbern eingefassten Ziegelmauer hervorkommt.“[3]
Flagge
„Die Stadtflagge zeigt in drei Längsstreifen die Farben Blau-Weiß-Blau. Die blauen Streifen nehmen je zwei Neuntel der Flaggenhöhe ein. Der weiße Streifen nimmt fünf Neuntel der Höhe ein und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt. Die Höhe des Wappenschildes verhält sich zur Höhe des Flaggentuchs wie 4 zu 9. Höhe und Länge des Flaggentuchsverhalten sich zueinander wie 3 zu 5.“[3]
Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen und die Umschrift „STADT SASSNITZ • LANDKREIS VORPOMMERN-RÜGEN“.[3]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Rathaus
 
Alter Fischereihafen
 
Hängebrücke zum Hafen
 
St.-Johannis-Kirche

BauwerkeBearbeiten

  • Altstadt mit dem blau-weißen ältesten Haus von Sassnitz in der Karlstraße. Sehenswert sind das Haus Seerose (Ringstraße 5) und die Villa Hertha.
  • Evangelische St.-Johannis-Kirche auf einer Anhöhe zwischen Sassnitz und Crampas an der Stubbenkammerstraße, 1880 nach Plänen von Stadtbaurat Adolf Gerstenberg (Berlin) begonnen, 1883 eingeweiht
  • Rathaus nach Plänen von Gustav Bähr (Berlin), 1910 als Warmbad und Gemeindehaus für die Bürger eröffnet. Am Hauptportal erinnert eine pittoreske Glasbemalung an die frühere Funktion eines Badehauses.
  • Außenmole mit einer Länge von 1450 m, Baubeginn 1889, Fertigstellung 1912[16]
  • Molenfeuer auf der Ostmole, 1903 errichtet, 1937 durch den derzeitigen grün-weißen Leuchtturm ersetzt. Der über 15 Meter hohe Leuchtturm ist ein ausgewiesenes Baudenkmal und verfügt über eine achteckige Stahlturmkonstruktion mit auskragendem, umlaufenden Balkon am Laternenhaus.
  • Seelotsenstation in der Hafenstraße oberhalb des Hafens, 1895 im Rahmen des Hafenausbaus fertiggestellt, diente als Wohngebäude für den Hafenmeister und als Unterkunft für die Seelotsen,[17] 2004 restauriert
  • Hängebrücke, 274 m lang, 2007 fertiggestellt, Fußgängerverbindung zwischen Stadtzentrum und Hafen, Konstruktion nach Plänen von Schlaich, Bergemann und Partner (Stuttgart), mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2010 ausgezeichnet
  • Glasbahnhof und Fähranleger im Hafen von Sassnitz mit über 100-jähriger Tradition des Fährverkehrs nach Schweden bzw. Nordeuropa
  • Seniorenzentrum der AWO von 2005 am Rande des Dwasiedener Waldes, bestehend aus Pflegeheim und Servicewohnanlage mit alten- und behindertengerechten Wohnungen. In Zusammenarbeit mit Künstlern entstand ein Sinnesgarten mit gesichertem Rundweg für Demenzkranke.
  • Schloss Dwasieden inmitten eines Parks im Dwasiedener Wald. Die Ruinen lassen die wechselvolle Geschichte dieses einst imposanten Gebäudes erahnen. Der Aachener Großbankier Adolph von Hansemann erwarb den Besitz Mitte des 19. Jahrhunderts von Baron Eduard von Barnekow. Das Herrenhaus wurde zwischen 1873 und 1876 nach einem Entwurf von Friedrich Hitzig im italienischen Neorenaissance-Stil erbaut, 1947 gesprengt, die eingeschossigen Teile der Seitenflügel blieben erhalten.
  • Hügelgrab im Dwasiedener Wald

GeschichtsdenkmaleBearbeiten

 
Denkmal für die nicht von See heimgekehrten Hochseefischer
 
Briefmarke der DDR von 1981 mit dem Ehrenmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer
  • Denkmal für die Opfer des Faschismus vom Bildhauer Reinhard Schmidt aus dem Jahre 1973 im Park gegenüber dem Rathaus
  • Ehrengrab mit Gedenkstein für den sozialdemokratischen Seemann Hermann Bebert, der als Kriegsdienstverweigerer 1945 hingerichtet wurde, auf dem Waldfriedhof. Seit 1970 trägt die Sonderschule in der Stubbenkammerstraße seinen Namen.
  • Gedenkstein zu Ehren von Lenin, der sich 1917 auf dem Weg von seinem Schweizer Exil nach Russland kurzzeitig in Sassnitz aufhielt. Der Gedenkstein steht auf einer kleinen Wiese auf dem Rügenplatz und wurde 2017 restauriert.[18]

NaturBearbeiten

KulturBearbeiten

 
Restaurants an der Strandpromenade
 
HMS Otus im Sassnitzer Hafen
  • Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, 2004 eröffnet, mit Aussichtsplattform, Erlebnisausstellung und Multivisionskino
  • Tierpark Sassnitz am Rande des Nationalparks Jasmund, einziger Tiergarten der Insel Rügen
  • Kreidemuseum Gummanz, einziges Kreidemuseum Europas unweit von Sassnitz in der Nähe von Sagard auf dem Gelände des von 1855 bis 1962 betriebenen Kreidetagebaus, zeigt Originalgeräte sowie auf Bild- und Texttafeln die geologischen Zusammenhänge, den Kreideabbau und die Kreideverarbeitung. Im Sommer gibt es regelmäßig eine Fundberatung für Fossiliensammler.
  • Glasbahnhof, Teil des ehemaligen Bahnhofs Sassnitz Hafen, hat durch den Ausbau des neuen Fährhafens Sassnitz in Mukran seine ehemalige Funktion verloren und beheimatet heute einen Ausstellungs- und Veranstaltungssaal sowie das Museum für Unterwasserarchäologie. Dort finden sich einige Exponate der Bootsfunde von Ralswiek.
  • Fischerei- und Hafenmuseum, dokumentiert die Geschichte der Fischerei Rügens und des alten Sassnitzer Hafens. Zu den Exponaten gehört der Fischkutter „Havel“. Im Hafen liegen Ausflugsschiffe und Fischerboote, das britische U-Boot HMS Otus und der Küstenfrachtsegler „Annemarie“, der bis 2007 zu einem Passagierschiff umgebaut wurde.
  • Alaris-Schmetterlingspark, seit Juli 2003 in Betrieb, beheimatet hunderte frei fliegende Schmetterlinge in tropischer Umgebung
  • Lichtspiele Sassnitz[19], Programmkino und kulturelles Kino der Insel Rügen. Seit 2000 werden jeden Freitag anspruchsvolle Programmkinofilme im Grundtvighaus gezeigt. Eine Dependance des Kinos ist das Cliffkulturkino in Sellin[20].
  • Jugendprojekt E-Werk, Gründerzentrum für Projekte und Ideen für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene zur Schaffung von gemeinwohlorientierten Arbeitsplätzen. Aus dem 100 Jahre alten Sassnitzer E-Werk entstand ein Jugend-, Kultur-, Dienstleistungs- und Veranstaltungszentrum mit einer Eventhall und einem Bettenhaus auf Jugendherbergsniveau.
  • Städtisches und evangelisches Begegnungszentrum von 2000 im Gerhart-Hauptmann-Ring 50, Treffpunkt für ältere Menschen, inzwischen mit anderen Projekten zusammengewachsen wie Café „Kiek in“, Spinnstube, Klönstube des CJD Garz, Klönclub, Kleiderbörse, verschiedenen Selbsthilfegruppen, ESV Sassnitz (Kraftsport für jedermann) und kirchlichem Jugendclub Saskia
  • De Jasmunder Plattdänzer, Volkstanzgruppe aus Mädchen und Jungen
  • Jugendblasorchester Sassnitz von 1959
  • Volkschor Sassnitz von 1964
  • Sassnitzer Karnevalsclub (SKC) von 1975

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Prunksitzung des Sassnitzer Karnevalclubs jährlich in der Sporthalle Dwasieden
  • Kinderfest im Tierpark mit Ponyreiten, Musik und Unterhaltung am nächstliegenden Sonntag des Kindertags
  • Mittsommerfeuer, Veranstaltung nach schwedischer Tradition mit Gästen aus der Partnerstadt Trelleborg
  • Hauptstraßenfest der Stadt, Mitwirkung der Gewerbetreibenden, seit 2001 am letzten Juni-Wochenende
  • Sommerkonzerte in der St.-Johannes-Kirche, regelmäßig Juni bis September
  • Rügener Hafentage, jährlich am zweiten Juli-Wochenende drei Tage lang am Stadthafen
  • Sassnitzer Molensoiree, lange Nacht auf der Sassnitzer Mole am ersten Samstag im August
  • Sommerfest im Tierpark, Ponyreiten, Musik und Unterhaltung, Mitte August
  • Promenaden-Revue an der Strandpromenade und Seebrücke am letzten August-Wochenende
  • Adventsmarkt in der Altstadt am ersten Advent

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Alter Fährhafen um 1970
 
Fährterminal in Mukran
 
Neuer Fährhafen Sassnitz-Mukran

Die Wirtschaft von Sassnitz wird vom Tourismus und von der Hafenwirtschaft bestimmt.

Der Kreideabbau bei Klementelvitz unweit von Sassnitz ist ein traditioneller Industriezweig der Insel. Schon seit 1840 wird hier Kreide im Tagebau abgebaut. Die Kreide findet nicht nur für die Herstellung von Gips Verwendung, sondern wird wegen ihrer hohen Qualität auch von Kraftwerken für ihre Filteranlagen verwendet. Die Rügener Kreide wird für die Gesundheits- und Präventivmedizin angewendet im Kreide-Heilbad Sassnitz.

Die Rügen Fisch AG (zuvor Neue Rügenfisch GmbH) ist in Sassnitz ansässig. Das Unternehmen, das nach der Wiedervereinigung umfassend modernisiert wurde, ist in Sassnitz Arbeitgeber für etwa 200 Menschen und produziert ein großes Sortiment an Fischkonserven. Zudem hat die Cuxhavener Kutterfisch-Zentrale einen Zweigbetrieb in Sassnitz. Zudem ist Sassnitz Heimathafen für Schiffe der Küsten- und Kleinen Hochseefischerei.

Ende der 1990er Jahre gab es Überlegungen seitens der Meyer-Werft in Papenburg, hier eine Werft für Kreuzfahrtschiffe zu errichten. Diese wurde jedoch wegen der Nähe zum Nationalpark und der mit dem Bau einer solchen Anlage verbundenen Veränderung der seeseitigen Silhouette allseits abgelehnt.

Der Fährhafen Sassnitz im Ortsteil Mukran (Mukran Port) ist der östlichste Hafen Deutschlands für die Großschifffahrt. Diese Lage ermöglicht die kürzesten Seeverbindungen von Deutschland nach Schweden, Dänemark (Bornholm), Finnland, Russland und ins Baltikum. Der Hafen liegt an der Prorer Wiek unmittelbar an der offenen See und ermöglicht so der Schifffahrt eine unkomplizierte Ansteuerung. Wassertiefen von 10½ m machen den Hafen für alle im Ostseeraum agierenden Schiffsklassen zugänglich. Im Jahr 2013 betrug der Gesamtumschlag im Hafen Sassnitz-Mukran 3,2 Mio. Tonnen (t)[21] (2012: 3,5 Mio. t, 2011: 4,9 Mio. t[22])

Durch seine flexiblen Gleisanlagen hatte sich der Fährhafen Sassnitz zu einem Spezialhafen für den kombinierten Güterverkehr entwickelt. Inzwischen nimmt die Nutzung ab, 2013 wurden nur noch 20.000 Güterwagen (2012 noch 31.000 Wagen) auf der Stena-Line-Route von und nach Trelleborg umgeschlagen.[23] Auf den Linien vom und ins Baltikum sind es jährlich etwa 7400 Wagen.

Am Mukran Port sind verschiedene Industrie- und Gewerbeunternehmen angesiedelt:

  • Bei der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH der niederländischen Betreibergesellschaft Parlevliet & Van der Plas werden jährlich über 30.000 Tonnen Hering für die Fischindustrie zu Heringslappen, Filets und Tiefkühlware verarbeitet.[24] Einen großen Anteil liefern Fischer aus Sassnitz und Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Fänge zu vereinbarten Festpreisen mit eigenen Kuttern, mit angemieteten Fischtankern oder per Lkw an der Pier des modernen Fischverarbeitungszentrums anliefern. Der Rest wird aus Schleswig-Holstein, Dänemark und Schweden angeliefert.
  • Die INVO Bauplanung GmbH aus Ribnitz-Damgarten möchte eine Steinfabrik für 36 Millionen Euro auf dem ehemaligen Bahngelände im Bereich des Fährhafens errichten, um die Standortvorteile hinsichtlich des An- und Abtransports von Granulat und der Fertigprodukte auf dem Seeweg zu nutzen.

Für die Lotsaufgaben im Hafen von Sassnitz und dem vorgelagerten Seegebiet sind die Seelotsen der in Warnemünde ansässigen Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund zuständig.[25]

Einen Standortvorteil hatte Mukran beim Bau der Nord-Stream-Erdgas-Pipeline von Russland nach Lubmin. Die Stahlröhren mit einem Durchmesser von 1,4 m wurden vom Ruhrgebiet hierher transportiert. Auf dem weitläufigen Bahngelände wurde eine Fabrikation für die Betonummantelung und Konservierung der Rohrelemente errichtet, und die gesamten Rohre für beide Leitungsstränge wurden hier fertiggestellt. Nach der Zwischenlagerung auf dem Bahnhofs- und Hafengelände wurden die Rohrelemente zu den Verlegeschiffen gebracht und dort verarbeitet und abgesenkt.

Für die vorgesehene Verlegung der zweiten Stränge Nord Stream 2 ab voraussichtlich 2018 werden die Anlagen in Mukran zur Lagerung und Betonummantelung zahlreicher weiterer Rohre seit Ende 2016 bereits wieder genutzt.[26]

Auf dem Gelände am Fährhafen Sassnitz wurde von 2013 bis Anfang 2015 für 9,8 Millionen Euro ein rund 23 Hektar großes Gewerbegebiet zur Neuansiedlung erschlossen. Dazu wurden auch Fördermittel der EU zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur in Höhe von 5,5 Mio. Euro genutzt.[27]

VerkehrBearbeiten

 
Fährbahnhof Mukran – links Rohre für die Nord-Stream-Gas-Pipeline

Sassnitz ist Endpunkt der Bundesstraße 96 nach Stralsund. Hier beginnt auch die Landesstraße L 29 nach Binz und Putbus.

Der Bahnhof Sassnitz liegt an der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz. Hier und am Haltepunkt Lancken verkehren Züge der Regional-Express-Linie RE9 nach Rostock.

Außer dem Bahnhof Sassnitz gibt es den Fährbahnhof in Mukran mit der Bezeichnung Sassnitz Fährhafen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Sassnitz der Bahnhof Sassnitz Hafen als Fährbahnhof für die so genannte Königslinie von Deutschland nach Schweden (Trelleborg) eingerichtet. In den 1980er Jahren wurde im Ortsteil Mukran ein neuer Fährhafen mit Breit- und Normalspur-Gleisen gebaut. Von Mukran gibt es Fährverbindungen nach Bornholm (Rønne) und Sankt Petersburg. Die Route nach Klaipėda wurde am 30. September 2013 eingestellt.[28]

Auf den Fähren der Stena Line nach Trelleborg (Schweden) werden außer Straßenfahrzeugen auch Eisenbahnwagen befördert. Neben der noch heute bestehenden Nachtzugverbindung Berlin – Malmö (nur mit Liegewagen) wurden bis 2014 auch Güterwagen transportiert. Im Jahr 2013 waren es rund 20.000 Güterwagen (2004 noch etwa 60.000 Güterwagen). Die Reederei Stena Line hatte aufgrund dieser Entwicklung Mitte Juni 2014 den Güterverkehr per Eisenbahnfähre zwischen Deutschland und Schweden auf Rostock verlagert. 524.000 Passagiere nutzten 2013 die Fährverbindung nach Trelleborg (Königslinie).[23] Insgesamt wurden 2013 in Sassnitz mehr als 561.000 Fährpassagiere gezählt.[29]

Die Fährlinie nach Bornholm wird seit 2018 ganzjährig[30] mit der Hammershus bedient. Zuvor gab es diese Verbindung nur in der Sommerzeit.

BildungBearbeiten

  • Grundschule Ostseeblick, Schulstraße 5
  • Regionale Schule, Geschwister-Scholl-Straße 8
  • Allgemeine Förderschule, Mukraner Straße 5
  • Berufsschule Rügen, Straße der Jugend 7
  • Kindertagesstätte Lütt Matten der Volkssolidarität
  • Kindertagesstätte Kunterbunt der Volkssolidarität
  • Kindertagesstätte 8. März der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis

SportBearbeiten

Die SG Empor Sassnitz ist mit etwa 700 Mitgliedern der größte Sportverein der Insel Rügen. Sie umfasst die Sektionen Fußball, Handball, Volleyball, Tennis, Tischtennis, Badminton, Leichtathletik, Judo, Kegeln, Senioren- und Kraftsport.

  • Sportplatz Dwasieden am Rande des Dwasiedener Waldes mit 400 m-Aschenbahn und zwei Weitsprunggruben
  • Sporthalle Dwasieden mit Handballspielfeldabmessungen sowie vier weitere kleinere Sporthallen
  • Skateranlage am Weg zur Sporthalle Dwasieden

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Sassnitz verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

 
Lenin-Denkmal
  • Johannes Brahms (1833–1897), weilte 1876 für längere Zeit in Sassnitz, komponierte hier den letzten Satz seiner 1. Sinfonie
  • Hugo Hermes (1837–1915), Politiker (DFP), lebte in Saßnitz
  • Auguste Victoria (1858–1921), deutsche Kaiserin, verbrachte 1890 einen längeren Sommerurlaub in der Villa Martha direkt am Steilufer über dem Kurplatz
  • Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924), reiste 1917 aus der Schweiz kommend über die Fährlinie Sassnitz–Trelleborg und Finnland nach Sankt Petersburg
  • Rudolf Mainzer (1882–1977), Politiker (SPD), lebte in Saßnitz
  • Friedrich Rohde (1895–1970), verantwortlicher Mitarbeiter im Fischfangkombinat Saßnitz
  • Steffi Nerius (* 1972), Speerwerferin, erwarb bei der SG Empor Saßnitz bis 1986 ihre leichtathletischen Grundlagen

SagenBearbeiten

Die Germanengöttin Hertha, auch Erdmutter Nerthus genannt, soll im Nationalpark Jasmund in der nach ihr benannten Herthaburg gelebt haben. Tatsächlich gehörten einige Erdwälle zu einer ehemaligen slawischen Fluchtburg. Angeblich fuhr die Göttin Hertha einmal im Jahr an den Herthasee, um darin zu baden. Sterblichen war der Anblick der badenden Göttin verwehrt. Deshalb wurden alle Diener und Sklaven, die ihr beim Bade behilflich waren, anschließend im See ertränkt. Theodor Fontane hat diese Legende in seinem Roman Effi Briest aufgegriffen.

Auch der Königsstuhl hat seinen Namen aus einer Begebenheit der sagenhaften Vergangenheit. Derjenige wurde König, der von der Seeseite her die Klippen erklimmen konnte.

Eine weitere Sage berichtet, dass der berühmte Freibeuter Klaus Störtebeker im Jahre 1340 auf dem Gut Ruschvitz auf Jasmund geboren wurde. Die Piratenschlucht in Sassnitz unweit der Altstadt soll einer der zahlreichen Schlupfwinkel von Klaus Störtebeker und seinen Vitalienbrüdern in der Ostsee gewesen sein. Seit 1993 finden in den Sommermonaten auf der Freilichtbühne in Ralswiek die Störtebeker-Festspiele statt.

LiteraturBearbeiten

  • Aegir: Sassnitz 100 Jahre Badeort. Eine Gedenkschrift und Chronik. 1924, 20 S.
  • Frank Biederstaedt: Saßnitz wird daher niemals ein bedeutendes Seebad. Die Geschichte der Seebäder Crampas und Sassnitz. Edition Pommern, Elmenhorst 2009, ISBN 978-3-939680-05-5.
  • Frank Biederstaedt: „… und wenn er vernichtet ist, so ist das Land verdorben.“ Die wechselvolle Geschichte der Stubnitz auf Rügen. Elmenhorst 2011, ISBN 978-3-939680-10-9.
  • Wulf Krentzien: Die Sassnitzer Häfen und ihr Fährverkehr. Erfurt 2006, ISBN 978-3-86680-016-8.
  • Stadtarchiv Sassnitz (Hrsg.) und Frank Biederstaedt: Sassnitzer Ansichten – Sassnitzer Alltag: aus der Fotosammlung des Stadtarchivs Sassnitz. Edition Pommern, Elmenhorst/Vorpommern 2019, ISBN 978-3-939680-54-3.
  • Willi Ritter: Eine Heimat für Jörg – Sassnitzer Erzählungen. Edition Pommern, Elmenhorst/Vorpommern 2020, ISBN 978-3-939680-61-1.

WeblinksBearbeiten

Commons: Sassnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikinews: Sassnitz – in den Nachrichten
Wikivoyage: Sassnitz – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rpv-vorpommern.de - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. a b c d Hauptsatzung der Stadt Sassnitz, § 1
  4. Hanswilhelm Haefs, Ortsnamen und Ortsgeschichten auf Rügen, München 2003, S. 84
  5. Theodor Fontane: Effi Briest; Anhang zur Entstehung, S. 355 zu S. 104 und S. 280, in dtv, 1995, ISBN 3-423-02366-X
  6. Hölle auf 18 Quadratmetern Artikel aus der Ostseezeitung Rügen, 3. Februar 2006
  7. a b c Lehmann/Meyer: Rügen A-Z. Wähmann-Verlag, Schwerin 1977, S. 75.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Rügen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  10. Wahl der Stadtvertretung der Stadt Sassnitz am 25.05.2014
  11. Wahl der Stadtvertretung der Stadt Sassnitz am 26.05.2019. Abgerufen am 22. Juli 2020.
  12. Bürgermeister „regiert“ seit 20 Jahren. In: Ostsee-Zeitung. 29. November 2014, abgerufen am 22. Juli 2020.
  13. Hauptsatzung der Stadt Sassnitz, § 7
  14. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 20. September 2015
  15. Eintrag über die Partnerstädte auf der Homepage der Stadt Sassnitz Abgerufen am 9. April 2019, 18:44
  16. Die Seehäfen von Neuvorpommern, 1904: Der Hafen von Saßnitz, Seite 57 (PDF; 8,1 MB)
  17. Die Seehäfen von Neuvorpommern, 1904: Der Hafen von Saßnitz, Seite 58 (PDF; 8,1 MB)
  18. https://leninisstillaround.com/2018/01/30/der-frisch-sanierte-gedenkstein/
  19. Lichtspiele Sassnitz
  20. kino-lichtspiele-sassnitz.de
  21. Eckhard-Herbert Arndt: Umschlag im Nordosten steigt. In: Täglicher Hafenbericht vom 20. Januar 2014, S. 3, ISSN 2190-8753
  22. Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa, Heft 4/2012, S. 77–81, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  23. a b Stena Line verlagert Eisenbahnverkehr. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. April 2014, S. 3.
  24. Zu Besuch in der größten Fischfabrik Europas. Galileo, ProSieben auf YouTube, abgerufen am 7. Dezember 2019.
  25. Allgemeine Lotsverordnung, Stand Dezember 2010 aufgerufen am 8. Juni 2016
  26. Peter Kleinort: Produktionsstart für Röhrenwerk · Arbeiten an zweiter Ostsee-Pipeline „Nord Stream 2“ beginnen · Verlegung ab 2018. In: Täglicher Hafenbericht vom 10. Mai 2017, S. 15
  27. Neues Gewerbegebiet für Sassnitz · Der Güterumschlag am Fährhafen hat sich innerhalb von 13 Jahren nahezu halbiert. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Februar 205, S. 3
  28. Litauen Fähre von Sassnitz nach Klaipeda. Abgerufen am 12. Januar 2014.
  29. Peter Kleinort: Nordost-Häfen mit gemischter Bilanz. In: Täglicher Hafenbericht, 16. Mai 2014, S. 2
  30. BORNHOLMSLINJEN - Ganzjährige Direktfähren ab nur 19 Euro. Abgerufen am 24. Januar 2019.