BMW G82

seit 2020 angebotenes Sportcoupé und die höchstmotorisierte Variante der 4er-Reihe G22 von BMW
(Weitergeleitet von BMW G80)

Der BMW G82, Verkaufsbezeichnung M4, ist ein seit 2020 angebotenes Sportcoupé und die höchstmotorisierte Variante der 4er-Reihe G22 von BMW. Parallel wird das Fahrzeug als viertürige Limousine M3 (G80) angeboten; als M3 ist es die sechste Generation dieses Fahrzeugs.[1] Der Verkauf beider Modelle begann im März 2021.[2] Für den Sommer 2021 ist das M4 Cabrio (BMW G83), für 2022 eine Kombiversion M3 Touring angekündigt.[3][1][4] Eine Version auf Basis des Gran Coupé (G26) ist nicht geplant.[5]

BMW
BMW M4 Coupé (seit 2020)
BMW M4 Coupé (seit 2020)
G82, G83
Verkaufsbezeichnung: M4
Produktionszeitraum: seit 2020
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotor
3,0 Liter
(353–375 kW)
Länge: 4794 mm
Breite: 1887 mm
Höhe: 1393–1395 mm
Radstand: 2857 mm
Leergewicht: 1775–1995 kg
Vorgängermodell BMW F82, F83
Heckansicht
Heckansicht Competition-Version

Der M4 wird in Dingolfing gebaut.[6]

Karosserie und AntriebBearbeiten

Die Karosserie des M4 hat mit der des G22 nur Türen und Heckdeckel gemeinsam.[7] Das Dach ist aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (KfK/„Carbon“).[2] Darüber hinaus ist die Karosserie an einigen Stellen versteift, wodurch allerdings auch das Gewicht um insgesamt 38 kg[8] stieg. Sichtbar sind sie im Motorraum; weitere sind ein Vorderachsträger mit sogenanntem Schubfeld, einer Gitterwerk-Leichtbaukonstruktion,[9] aus Aluminium und Verstrebungen im Fahrzeugboden.[7]

Der Motor S58 wurde 2019 mit dem BMW X3 M/ X4 M eingeführt.[10] Die leistungsstärkere Competition-Variante hat wie in den SUV 375 kW (510 PS), was 7 kW über dem stärksten Vorgängermodell M4 GTS mit Wassereinspritzung liegt; das Drehmoment der Competition-Variante beträgt 650 Nm (50 Nm mehr als bei den SUV-Competition-Modellen). Dieser Motor hat daher im M4 ohne Allradantrieb – letzterer ist für den Sommer 2021[veraltet] angekündigt – eine andere Kurbelwelle.[7] Für die Kühlung sind ein zentraler Kühler und zwei weitere in den vorderen Radhäusern eingebaut.[2] Der hohe Luftbedarf ist auch der Grund für den verglichen mit den Nicht-M-Coupé-Versionen mit einem Strömungswiderstandskoeffizienten (cw) bis zu 0,22 deutlich schlechteren Wert von 0,34. In der etwas schwächeren Version mit 353 kW (480 PS) ist der Motor mit einer 6-Gang-Handschaltung, in der stärkeren mit 375 kW (510 PS) (Competition) mit einer 8-Gang-Automatic (Steptronic Getriebe mit Drivelogic) kombiniert. Die Handschaltung hat einen Schaltassistenten für schlupffreies Einkuppeln und eine geschickte Anschlussdrehzahl nach dem Herunterschalten beim Anbremsen vor Kurven.[2] Bei beiden Modellen ist die Geschwindigkeit elektronisch auf 250 oder mit dem sog. M Drivers Package auf 290 km/h begrenzt.[7] Die Auspuffanlage ist mit einer variablen Klappensteuerung ausgestattet.[8] Sie ist mit eigener Endrohranordnung als sogenanntes Performance-Part aus Titan und damit etwa 5 kg leichter erhältlich.[11]

Sondermodell 2020Bearbeiten

Im Oktober 2020, einen Monat nach der Vorstellung des G82, präsentierte BMW das auf 150 Exemplare limitierte Sondermodell M4 Competition x KITH Edition, das in Kooperation mit der gleichnamigen Modemarke aus New York entstand. Für die Präsentation wurde ein M4 in dem originalen Zinnoberrot des ersten M3 lackiert. Diese Fahrzeuge waren auch mit dem xDrive-Allradantrieb bestellbar. Zur Ausstattung gehörten unter anderem auch rote Bremssättel mit einem M-Logo, Laserlicht und Sportsitze mit Gestellen aus KfK in speziellen Design.[12]

Die KfK („Carbon“)-Sportsitze, die trotz elektrischer Sitzverstellung 9,5 kg leichter als die M-Seriensitze sind, sind auf Wunsch auch in den Serienversionen erhältlich.[7]

M4 GT3Bearbeiten

Im April 2021 zeigte BMW ein Video von der Entwicklung der GT3-Version, die den M Motorsport-Teams für 2022 zur Verfügung stehen soll.[13] Die Entwicklung begann im Jahr 2019 mit Simulationen, Anfang 2020 entstand im Regensburger BMW-Werk die erste Test-Karosserie.[14] Das Lenkrad ermöglicht Einstellungen ohne einen weiteren Rechner. Nach über 14.000 Testkilometern[15] erfolgten die ersten Einsätze im September 2021 auf dem Nürburgring.[16] Kundenfahrzeuge sollen 2022 ausgeliefert werden.[14]

FahrwerkBearbeiten

Der Wagen hat wie der Vorgänger ein adaptives Fahrwerk – vorn Doppelgelenk-Federbeinachse, hinten Fünf-Lenker-Achse in Leichtbauweise[17]- mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern. Der Hinterachsträger ist starr mit der Karosserie verbunden. Die serienmäßigen geschmiedeten Leichtmetallräder haben vorn 18 Zoll, hinten 19 Zoll.[2] Die vorderen Bremsen haben Sechskolben-Sättel.[17] Am Bremssystem lässt sich das Ansprechverhalten über zwei Kennlinien einstellen.[7] Gelenkt wird mit einer elektromechanischen Zahnstangen-Servolenkung mit variabler Übersetzung.[17]

Die Ausstattung enthält auch einen M Drift Analyser, mit dem sich die in Kurven ermittelten Fahrzeugdaten aufzeichnen und auswerten lassen sowie eine Rundenzeitenuhr (Laptimer).[2]

WeblinksBearbeiten

Commons: BMW G82 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b bmw-m.com, Shaping the icon, History, abgerufen am 4. April 2021.
  2. a b c d e f Roland Hildebrandt: BMW M3/M4 (2021): Alle Infos und erste Sitzprobe. de.motor1.com, 23. September 2020, abgerufen am 3. April 2021.
  3. Stefan Wagner: BMW M4 Cabriolet (2021) quasi ungetarnt erwischt. In: motorsport-total.com. 12. März 2021, abgerufen am 4. April 2021.
  4. Holger Wittich, Gerd Stegmaier: Power-Kombi mit Ring-Rekord-Ambitionen. In: auto-motor-und-sport.de. 27. September 2021, abgerufen am 28. September 2021.
  5. Anthony Alaniz: BMW Won’t Develop M4 Gran Coupe, Not Needed In Lineup Right Now. In: motor1.com. 8. April 2021, abgerufen am 8. April 2021 (englisch).
  6. BMW Werk Dingolfing baut jetzt auch 4er Cabrio, M4 und 530e. bimmertoday.de, 3. November 2020, abgerufen am 7. April 2021.
  7. a b c d e f Gerd Stegmaier: BMW M4 Coupé (2021): Der Zweitürer hat vier Zentner zugenommen. In: auto-motor-und-sport.de. 23. September 2020, abgerufen am 3. April 2021.
  8. a b Stefan Wagner: BMW M3 und M4 (2021) im Test: Immer noch die Benchmark? de.motor1.com, 10. März 2021, abgerufen am 4. April 2021.
  9. Bernd Klein, Leichtbau-Konstruktion, Kapitel 13, Friedr. Vieweg & Sohn, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8348-0271-2
  10. Gerd Stegmaier: Zu 90 Prozent kein BMW-Motor. auto-motor-und-sport.de, 17. Februar 2019, abgerufen am 2. April 2021.
  11. Roland Hildebrandt: BMW M3 und M4 (2021) mit M Performance Parts. de.motor1.com, 23. September 2020, abgerufen am 4. April 2021.
  12. Roland Hildebrandt: BMW M4 Competition x KITH (2020): M wie modisch. In: de.motor1.com. 23. Oktober 2020, abgerufen am 3. April 2021.
  13. speed-magazin.de vom 23. April 2021, BMW M Designtalk: BMW M4 trifft BMW M4 GT3, abgerufen am 5. Mai 2021.
  14. a b auto-motor-und-sport.de, Renn-Simulation mit 500-PS-Motor, abgerufen am 15. Mai 2021.
  15. BMW M4 GT3 von BMW M Motorsport am Nürburgring. In: tuningblog.eu. 9. Juni 2021, abgerufen am 13. November 2021.
  16. Andreas Reiners: Zweiter Einsatz für BMW M4 GT3: «Einfach ein Traum». In: speedweek.com. 26. September 2021, abgerufen am 13. November 2021.
  17. a b c press.bmwgroup.com vom 23. September 2020, Daten BMW M4 Coupé ab 09/2020 (PDF, 283 kB), abgerufen am 3. April 2021.