BMW M

Tochterunternehmen des Automobilherstellers BMW

Die BMW M GmbH ist ein 1972 als BMW Motorsport GmbH gegründetes Tochterunternehmen des Automobil- und Motorradherstellers BMW. Es ist verantwortlich für die Entwicklung und Produktion der leistungsstarken BMW-M-Automobile, die Individualisierung aller BMW-Modelle (BMW Individual) sowie für die Veranstaltung der BMW-Fahrertrainings.

BMW M GmbH

Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1972
Sitz München, Deutschland Deutschland
Leitung Franciscus van Meel[1]
Branche Automobil
Website www.bmw-m.com

GeschichteBearbeiten

 
Das Logo zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens ist nur im Jubiläumsjahr 2022 erhältlich.
 
BMW M1
 
M RR 50 Years M
in Sao Paulo Gelb, 2022[2]

Eines der ersten Ergebnisse der M GmbH war der unter wesentlicher Mithilfe von Alpina gebaute erfolgreiche BMW 3.0 CSL, eine auf Leichtbau getrimmte Variante des BMW E9.

Auf Basis des 1972 von BMW entwickelten Prototyps BMW Turbo wollte der Münchener Automobilhersteller einen Sportwagen produzieren, der vor allem für die Teilnahme am Motorsport geeignet sein sollte. Da zu dieser Zeit italienische Sportwagen den Rennsport dominierten, entschied sich BMW zunächst, das Know-how des italienischen Sportwagenherstellers Lamborghini zu nutzen und das Modell dort entwickeln zu lassen. Allerdings führten kurz darauf industrielle Unstimmigkeiten zum Umdenken. BMW entschied sich, das Fahrzeug komplett in Eigenregie zu bauen, und gründete 1972 die BMW Motorsport GmbH.

Jochen Neerpasch leitete von 1973 bis 1979 als Vorsitzender der Geschäftsführung die BMW Motorsport GmbH. Rennsportkollege Martin Braungart, der im Frühjahr 1972 zusammen mit Jochen Neerpasch in dem Unternehmen anfing, war von 1972 bis 1979 Technischer Leiter der BMW Motorsport GmbH und von 1977 bis 1979 als Projektverantwortlicher zuständig für die Gesamtentwicklung des Straßenfahrzeugs BMW M1, das als Basisfahrzeug für künftige Renneinsätze vorgesehen war.

1992 wurde die Geschäftsgruppe BMW Individual in die BMW Motorsport GmbH integriert und 1993 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in BMW M GmbH, Gesellschaft für individuelle Automobile.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der BMW M GmbH wurde im Mai 2022 eine M-Version des Sportmotorrads BMW S 1000 RR[3] und Ende September 2022 der Plug-in-Hybrid BMW XM vorgestellt; ein Spitzenmodell des XM mit einem Drehmoment von 1000 Nm und einer Leistung von 550 kW (748 PS) als stärkstes je in Serie produziertes BMW-Modell wurde angekündigt.[4][5] Zudem wurde im November 2022 der auf fünfzig Stück limitierte BMW 3.0 CSL auf Basis des BMW M4 als Hommage an das gleichnamige Modell der E9-Baureihe präsentiert.[6]

Geschäftsführer der BMW M GmbH
Geschäftsführer von bis
Adolf Prommersberger 1. Januar 1994 30. November 2003
Ulrich Bruhnke 1. Dezember 2003 31. Januar 2007
Ludwig Willisch 1. Januar 2008 6. Mai 2009
Kay Segler 7. Mai 2009 30. April 2011
Friedrich Nitschke 1. Mai 2011 31. Dezember 2014
Franciscus van Meel 1. Januar 2015 30. September 2018
Markus Flasch[7] 1. Oktober 2018 31. Oktober 2021
Franciscus van Meel[8] 1. November 2021

BMW-M-Modelle und M-Performance-ModelleBearbeiten

 
BMW M3 Competition
 
BMW M8 Gran Coupé Competition
 
BMW X6 M Competition

Derzeit (Stand 10/2022) werden folgende BMW-M-Modelle angeboten:

Des Weiteren sind folgende M Performance-Modelle verfügbar:

MotorsportBearbeiten

 
BMW 3.0 CSL mit Chris Amon 1973
 
Nelson Piquet 1980 im BMW M1
 
BMW Siegermaschine der Rallye Paris-Dakar 1985

Noch während der Entwicklung des neuen Rennsportwagens, der den Namen M1 bekommen sollte, modifizierte die M GmbH Serienwagen für den Motorsport. Schon 1972 wurde das Modell BMW 2002 für den Einsatz bei Rallyes umgebaut. Der Durchbruch gelang ein Jahr später, als die Werksfahrer Hans-Joachim Stuck und Chris Amon mit einem BMW 3.0 CSL den großen Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring gewannen. In der Tourenwagen-Klasse des 24-Stunden-Rennens von Le Mans siegte kurz darauf ebenfalls BMW. Mit insgesamt sechs Europameistertiteln wurde der 3.0 CSL der erfolgreichste Tourenwagen der 1970er-Jahre. Außer dem Werksteam setzten Alpina, Schnitzer, Koepchen oder GS-Tuning die Wagen ein.

1978 wurde der erste eigenständige Rennsportwagen der M GmbH produziert. Ursprünglich war der M1 für den Einsatz in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft geplant. Da es aber zu oben genannten Verzögerungen der Entwicklung kam, war eine Beteiligung an dieser Rennserie nicht mehr möglich. In Zusammenarbeit mit Bernie Ecclestone und Max Mosley wurde kurz darauf die Procar-Serie gegründet. Die Läufe dieser Serie fanden im Vorfeld vieler Formel-1-Rennen statt und waren nur mit M1-Rennversionen bestückt. Da ein Rennsporteinsatz aber nur für Fahrzeuge der Serienproduktion möglich war, produzierte und verkaufte die M GmbH rund 450 Stück einer vereinfachten Straßenversion.

Ab 1980 entwickelte die Gesellschaft Motoren für den Einsatz in der Formel 1. 1982 debütierte der BMW-Turbomotor M12/13 in einem Brabham-Formel-1-Rennwagen. Bereits in der Formel-1-Saison 1983 gelang BMW mit dem britischen Team und dem Fahrer Nelson Piquet der erste Formel-1-Weltmeistertitel mit einem Turbomotor.

Fahrzeuge der BMW M GmbH sind auf der ganzen Welt erfolgreich im Motorsport im Einsatz. Bisher erfolgreichster Tourenwagen ist der BMW M3.

Das prägnante, dreifarbige „M-Design“ (hellblau, violett und rot[9]) wird von BMW auch als Erkennungsmerkmal für verschiedene Rennserien im Motorradsport eingesetzt, so z. B. in der Superbike-Weltmeisterschaft und bei der Rallye Dakar.

BMW Art CarsBearbeiten

Hauptartikel: BMW Art Car
 
Von Andy Warhol gestalteter BMW M1

Die Idee, Autos von namhaften Künstlern gestalten zu lassen, hatte der französische Kunstauktionator und Rennfahrer Hervé Poulain. Aufgrund seiner Initiative bemalte Alexander Calder 1975 einen Rennwagen BMW 3.0 CSL. Ein Jahr später gestaltete der New Yorker Künstler Frank Stella einen BMW mit dem für ihn typischen Rastermuster. Diese beiden Fahrzeuge nahmen an den 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 und 1976 teil. Ebenfalls in Le Mans traten die später entworfenen BMW Art Cars von Roy Lichtenstein (1977), Andy Warhol (1979) und Jenny Holzer (1999) an.

Weitere Wagen wurden gestaltet von A. R. Penck, Robert Rauschenberg, Ernst Fuchs, Ken Done, Michael Nelson Jakamarra, Matazo Kayama, César Manrique, Esther Mahlangu, Sandro Chia sowie David Hockney.[10]

Im Jahre 2010 entwarf Jeff Koons für BMW das bislang letzte Art Car, ein BMW M3 GT2. Dieser Wagen nahm mit den Fahrern Dirk Müller, Andy Priaulx und Dirk Werner am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.

LiteraturBearbeiten

  • Manfred Grunert und Florian Triebel: Das Unternehmen BMW seit 1916. BMW Group Mobile Tradition, München 2006, ISBN 3-932169-46-8.
  • Thomas G. Müller: BMW ///M Chronik. Hamburg 1998.

WeblinksBearbeiten

Commons: BMW M – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Impressum. Abgerufen am 23. Dezember 2021 (de-PM).
  2. Nochmal gut gegangen. In: FAZ.net. 27. Mai 2022, abgerufen am 27. Mai 2022.
  3. Manuel Lehbrink: BMW Motorrad bringt M 1000 RR als 50 Years M-Jubiläumsmodell. In: de.motor1.com. 20. Mai 2022, abgerufen am 19. November 2022.
  4. Michael Specht: BMW XM: Bayerischer Provokateur. In: Spiegel Online. 16. Mai 2022, abgerufen am 23. Oktober 2022.
  5. Torsten Seibt: BMW XM: Das ist der Label Red mit 748 PS. In: auto-motor-und-sport.de. 29. September 2022, abgerufen am 23. Oktober 2022.
  6. Peter R. Fischer, Jan Götze: BMW M bringt den legendären 3.0 CSL zurück! In: autobild.de. 28. Juni 2022, abgerufen am 24. November 2022.
  7. Markus Flasch, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH (ab 1. Oktober 2018) (09/2018). Abgerufen am 25. Oktober 2022.
  8. Führungswechsel an der Spitze der BMW M GmbH. Abgerufen am 25. Oktober 2022.
  9. Hier erfahren Sie alles über das Logo und die Farben von BMW M | BMW.com. Abgerufen am 11. März 2022.
  10. BMW Art Car Tour (BMW Group). bmw-artcartour.com, abgerufen am 9. Januar 2013.