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Mezzocorona (deutsch veraltet Kronmetz), bis 1902 Mezzotedesco (deutsch veraltet Deutschmetz[2]), ist eine Gemeinde mit 5477 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) der Provinz Trient in Italien. Sie liegt im Etschtal etwa 20 Kilometer nördlich von Trient auf einer leichten Anhöhe von 219 Metern unter den hohen Felswänden des Monte di Mezzocorona. Corona ist ein altes Wort für Fels, Felsband oder auch Felsenhöhle (heute noch im lokalen Dialekt mit „la crona“ bezeichnet).

Mezzocorona
Wappen
Mezzocorona (Italien)
Mezzocorona
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Trient (TN)
Koordinaten 46° 13′ N, 11° 7′ OKoordinaten: 46° 13′ 0″ N, 11° 7′ 0″ O
Höhe 200 m s.l.m.
Fläche 25 km²
Einwohner 5.477 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 219 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Ton, Salurn (BZ), Roverè della Luna, Giovo, Mezzolombardo, Faedo, San Michele all’Adige
Postleitzahl 38016
Vorwahl 0461
ISTAT-Nummer 022116
Volksbezeichnung brusacristi
Schutzpatron Gotthard
Website Offizielle Website
Blick von der Bergstation der Seilbahn auf Mezzocorona
Blick von der Bergstation der Seilbahn auf Mezzocorona

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt an der italienischen Brennerautobahn (A 22), an der Bahnstrecke Bozen–Trient und an der Nonstalbahn. Mezzocorona ist eine Wein- und Obstbaugemeinde. Im Weinbau dominiert die Rebsorte Teroldego.

GeschichteBearbeiten

Die fruchtbare Rotaliana-Ebene am Ausfluss des Flusses Noce vom Nonstal in das Etschtal war schon in prähistorischer Zeit besiedelt, wie Funde aus dem Mesolithikum zeigen. In römischer Zeit war der Ort bedeutend als Wegpunkt an der Via Claudia Augusta. 1174 wird „Metze“ in den Traditionsnotizen des Augustinerchorherrenstifts San Michele all’Adige ersturkundlich genannt.[3] Die Kirchengemeinde ist erstmals 1199 bezeugt. Mezzotedesco (Deutschmetz) – so die frühere Bezeichnung des Ortes – war bis zum 14. Jahrhundert Gerichtssitz. 1902 wurde die Gemeinde in Mezzocorona umbenannt, da die einheimische italienische Bevölkerung Anstoß an dem alten Namen nahm. Nach dem Anschluss von Mezzocorona an Italien wurde der neue Name 1924 auch von italienischer Seite bestätigt.

Höhlenburg von MezzocoronaBearbeiten

In der hohen Felswand, an die sich Mezzocorona gleichsam lehnt, befindet sich in mäßiger Höhe das Castello di San Gottardo (deutsch Burg Kronmetz), das schon mit den amerikanischen Cliff Dwellings verglichen worden ist. Die Anlage ist auf steilem Weg zugänglich, wird aber von den lokalen Behörden wegen der Gefahr des Steinschlags nicht als touristische Attraktion herausgestellt.

PartnerschaftBearbeiten

Partnergemeinde ist Dußlingen in Baden-Württemberg.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Dizionario di toponomastica. Storia e significato dei nomi geografici italiani, (2010) UDET, S. 464
  3. Hannes Obermair, Martin Bitschnau: Die Traditionsnotizen des Augustinerchorherrenstifts St. Michael a. d. Etsch (San Michele all'Adige): Vorarbeiten zum „Tiroler Urkundenbuch. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Band 105, 1997, S. 263–329 (304–306, Not. 1s), doi:10.7767/miog.1997.105.jg.263.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mezzocorona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien