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Italienische Provinzen

administrative Verwaltungseinheit Italiens
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Die Provinzen bzw. Metropolitanstädte Italiens

Die Provinzen (italienisch province, Singular provincia) sind zusammen mit den Metropolitanstädten die mittlere Ebene der Gebietskörperschaften Italiens.

19 von 20 Regionen Italiens sind in insgesamt 92 Provinzen und 14 Metropolitanstädte unterteilt. Die Metropolitanstädte entstanden ab 2014 aus 14 Provinzen.

In der Region Aostatal gibt es keine Provinzen; dort übernimmt die Region auch die Aufgaben einer Provinz.

Die Provinzen Bozen (Südtirol) und Trient (Trentino) nehmen eine Sonderstellung ein. Sie sind Autonome Provinzen und den italienischen Regionen gleichgestellt.

Die sechs Provinzen und drei Metropolitanstädte Siziliens werden auch als „Freie Kommunalkonsortien“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

GrundsätzlichesBearbeiten

 
Verwaltungssitz der Provinz Arezzo.

Die italienischen Provinzen (und die im Wesentlichen äquivalenten Metropolitanstädte) sind eigenständige Gebietskörperschaften mit eigenen Organen, Funktionen und Aufgaben gemäß den in der italienischen Verfassung verankerten Grundsätzen.

Vergleichbar sind die italienischen Provinzen als selbstverwaltete Gebietskörperschaften ansatzweise mit den Bezirken im Freistaat Bayern sowie mit deutschen Landkreisen. Der Zentralstaat und die Regionen können den Selbstverwaltungsorganen der Provinzen zusätzliche Aufgaben übertragen.

Die Autonomen Provinzen sind hingegen mit deutschen oder österreichischen Bundesländern vergleichbar. Ihre Eigenständigkeit ist in den verfassungsrechtlichen Bestimmungen zur Autonomie Südtirols verankert.

Für die Ordnung der Provinzen ist in den Regionen mit Normalstatut der Gesamtstaat, in den Regionen mit Sonderstatut Friaul-Julisch Venetien, Sizilien und Sardinien die jeweilige Region zuständig. Für das Aostatal und Trentino-Südtirol gelten zusätzliche Sonderregelungen.

AufbauBearbeiten

Die Provinzen verfügten bis 2014 über eine direkt gewählte Volksvertretung, den Provinzrat (consiglio provinciale). Die Provinzregierung bestand aus dem vom Volk direkt auf fünf Jahre gewählten Präsidenten der Provinz (presidente della provincia, einmalige Wiederwahl möglich) und dem sog. Provinzausschuss (giunta), in dem neben dem Präsidenten auch sog. Beigeordnete oder Referenten (assessori) vertreten waren, die bestimmte Verwaltungsbereiche der Provinz leiteten.

Am 1. Januar 2015 trat eine Reform der Provinzen in Kraft, die die Organe dieser Gebietskörperschaften in den Regionen mit Normalstatut neu ordnete und deren Zusammensetzung neu bestimmte. Als Organe der Provinz definiert das Gesetz nunmehr:

  • den Präsidenten der Provinz (presidente della provincia): dieser wird von den Bürgermeistern sowie von den Stadt- und Gemeinderäten für eine Amtszeit von maximal vier Jahren gewählt. Wählbar sind die Bürgermeister der jeweiligen Provinz, soweit die restliche Amtszeit mindestens 18 Monate beträgt. Eine Provinzregierung alter Art mit Beigeordneten gibt es nicht mehr;
  • den Provinzrat (consiglio provinciale), dessen Vorsitzender der Präsident der Provinz ist. Je nach Bevölkerungszahl hat der Rat zehn bis 16 Mitglieder. Auch diese werden von Bürgermeistern sowie von den Stadt- und Gemeinderäten unter ihresgleichen gewählt, wobei die Amtszeit in diesem Fall auf maximal zwei Jahre begrenzt ist. Läuft die Amtszeit von Bürgermeistern sowie von den Stadt- und Gemeinderäten aus, so verlieren sie automatisch auch ihr eventuelles Mandat auf Provinzebene;
  • die Versammlung der Bürgermeister (assemblea dei sindaci): Neben dem Provinzrat besteht auch noch eine Versammlung aller Bürgermeister der jeweiligen Provinzen; diese Versammlung wird jedoch nur bei Grundsatzangelegenheiten aktiv oder sie übernimmt beratende Aufgaben.[1]

Diese Bestimmungen gelten nicht für die Provinzen in den Autonomen Regionen. In Trentino-Südtirol verfügen die beiden Autonomen Provinzen unverändert über einen direkt gewählten Landtag sowie über eine von einem Landeshauptmann angeführte Landesregierung. Im Trentino wird der Landeshauptmann vom Volk direkt gewählt, in Südtirol ist man bei der Wahl durch den Landtag geblieben.

Auf Sizilien übernehmen die Konsortialversammlungen der Bürgermeister (assemblea del libero consorzio) die Aufgaben der ehemaligen, direkt gewählten Provinzräte. Die jeweilige Versammlung wählt unter den Bürgermeistern den Präsidenten des Konsortiums (presidente del libero consorzio). Der Präsident ernennt bis zu acht Bürgermeister zu Beigeordneten (assessori), die bestimmte Verwaltungsbereiche des Konsortiums leiten. Läuft die Amtszeit der Bürgermeister in ihren jeweiligen Kommunen aus, so verlieren auch sie automatisch ihr eventuelles Mandat auf der Ebene des Konsortiums.[2]

FunktionenBearbeiten

Im Rahmen einer umfassenden Reform wurden die Funktionen der Provinzen beschnitten[3] und im Wesentlichen an die Regionen übertragen. In den Zuständigkeitsbereich der Provinzen fallen nur mehr:[4]

Provinzen, deren Gebiet vollständig im Gebirge liegt und an das Ausland grenzen, sind zusätzlich für die strategische Entwicklung und den Betrieb gemeinsamer Einrichtungen zuständig und können hierfür Vereinbarungen mit anderen Provinzen und Regionen, auch mit Sonderstatut, und mit Gebietskörperschaften ausländischer Staaten treffen.[5]

Zur Wahrnehmung der ihnen übertragenen Schutzfunktionen unterhalten die Provinzen eigenständige Polizeiorganisationen, die sogenannte Polizia Provinciale.

Die beiden Autonomen Provinzen Bozen und Trient verfügen im Gegensatz zu anderen Provinzen über umfangreiche legislative und exekutive Kompetenzen und eine damit verbundene finanzielle Ausstattung.

MetropolitanstädteBearbeiten

 
Verwaltungssitz der Metropolitanstadt Palermo.

Die Metropolitanstädte,[6][7] italienisch Città metropolitane, sind eine von der Verfassung der italienischen Republik vorgesehene Körperschaft, die gleichzeitig sämtliche Funktionen einer Provinz und zusätzlich einige übergeordnete Gemeindefunktionen übernimmt, insbesondere in den Bereichen Raumordnung und Nahverkehr.

Nachdem die Metropolitanstädte lange Zeit nur auf dem Papier bestanden hatten, wurde durch das gesamtstaatliche Gesetz Nr. 56 vom 7. April 2014 deren tatsächliche Einrichtung in den Regionen mit Normalstatut beschlossen.[8][9] Das Gesetz verfügte die Umwandlung der bisherigen Provinzen Turin, Genua, Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Rom, Neapel, Bari und Reggio Calabria in Metropolitanstädte. Am 1. Januar 2015 wurden die Metropolitanstädte eingerichtet, mit Ausnahme von Venedig, die zum 31. August 2015 die Tätigkeit aufnahm, und Reggio Calabria, die sich am 2. Februar 2017 konstituiert hat.

In den Regionen mit Sonderstatut ist nicht der Staat, sondern die jeweilige Region für die Einrichtung der Metropolitanstädte zuständig. Bisher haben die Autonome Region Sizilien und die Autonome Region Sardinien von dieser Befugnis Gebrauch gemacht und auf ihrem Gebiet die Metropolitanstädte Palermo, Messina und Catania[10] sowie Cagliari eingerichtet.

Für statistische Zwecke werden die Metropolitanstädte als Provinzen geführt. Sie übernehmen auch die KfZ-Kennzeichen der ehemaligen Provinzen.

Staatliche VerwaltungseinheitenBearbeiten

Die gesamtstaatliche Zentralregierung unterhält zahlreiche Außenstellen in ihren dezentralen Verwaltungsgebieten. Diese sind in der Regel mit den Regionen oder Provinzen bzw. Metropolitanstädten geographisch deckungsgleich.

Jeder dezentralen staatlichen Verwaltungseinheit steht der von der Zentralregierung entsandte Präfekt vor. Er ist Vertreter der Regierung vor Ort und unmittelbar für die öffentliche Sicherheit und die effiziente Verwaltungsarbeit der Regierungsaußenstellen in der Provinz verantwortlich.

GeschichteBearbeiten

 
Gedenktafel am Palazzo Reale in Turin. Erinnert wird an einen Kongress der Provinzen Italiens, der hier im Jahr 1898 stattfand.

Ursprünge und Entwicklung bis 2014Bearbeiten

Der italienische Nationalstaat entstand 1861 aus dem nach napoleonischem Muster weitgehend zentralistisch aufgebauten Königreich Sardinien-Piemont, dessen gesetzlichen Regelungen über die Gebietskörperschaften übernommen wurden. Demnach untergliederte sich Italien in Provinzen (province), Kreise (circondari), Bezirke (mandamenti) und Gemeinden (comuni). Diese Untergliederung entsprach den französischen départements, arrondissements, cantons und communes.[11] Die zwischen 1946 und 1970 errichteten, politisch eigenständigen Regionen existierten davor nur als Zusammenfassung von Provinzen zu statistischen Zwecken und zur Wirtschaftsplanung, selten auch zu Verwaltungszwecken oder als Appellationsgerichtsbezirke.

Die Provinzen waren sowohl Verwaltungseinheiten der Zentralregierung in Rom, als auch eigenständige Selbstverwaltungskörperschaften mit gewählter Volksvertretung. Die Regierung in Rom unterhielt in jeder italienischen Provinz eine Präfektur mit einem Präfekten an der Spitze. Diesem unterstanden alle dezentralen staatlichen Ämter und Stellen vor Ort. Er überwachte mit seinen Unterpräfekten auch die Selbstverwaltungsorgane der Provinzen und Gemeinden.

Viele italienische Ministerien unterhielten in den Provinzen periphere Ämter, darunter Polizeipräsidien (questure), Schulämter (provveditorati) oder Bauämter (genio civile). Diese Ämter hatten oft noch weitere Außenstellen auf der Ebene der circondari oder Kreise, die dort von einem Unterpräfekten beaufsichtigt wurden. Insbesondere Finanz- und Katasterämter sowie Gerichte waren auf dieser Ebene angesiedelt. Die nachgeordneten mandamenti schaffte das Kabinett Mussolini 1923 ab, die circondari mit den Unterpräfekturen 1927.[12] Gleichzeitig entstanden etliche neue Provinzen. Zwischen 1871 und 1927 stieg ihre Zahl von 69 auf 92.

 
Palazzo Ghilini, gemeinsamer Sitz der Präfektur und der Selbstverwaltung der Provinz Alessandria.

Die Provinzen als Selbstverwaltungskörperschaften hatten seit 1860 eine auf fünf Jahre direkt gewählte Volksvertretung (consiglio provinciale). Dieser Provinzrat wählte jährlich aus seinen eigenen Reihen die Mitglieder der deputazione provinciale, ein Exekutivorgan, dem bis 1889 der staatliche Präfekt vorsaß. Danach wurde auch der Präsident dieses Organs vom Provinzrat gewählt.[13] Unter dem Faschismus wurden die Mitglieder der deputazione provinciale ab 1923 von der Regierung ernannt. Ende 1928 schaffte man die bisherigen Selbstverwaltungsorgane der Provinzen ganz ab und ersetzte sie durch einen ernannten Vorsteher (preside) und durch ein Rektorat (rettorato) mit vier bis acht ernannten Mitgliedern. Von 1944 bis 1951 lebten die früheren Selbstverwaltungsorgane wieder auf, ihre Mitglieder wurden jedoch wiederum vom Präfekten ernannt. 1951 entstanden dann im Einklang mit den Grundsätzen der republikanischen Verfassung die vom Volk gewählten Provinzräte (consigli provinciali) wieder, welche die Präsidenten der Provinzen wählten, die dann mit den Mitgliedern der Provinzausschüsse (giunte provinciali) die neuen Exekutivorgane der Provinzen bildeten. 1993 ging man dann zur Direktwahl der Provinzpräsidenten über. Im Jahr 2000 wurde die Amtszeit des Präsidenten der Provinz und die Wahlperiode des Provinzrates wie bei den entsprechenden Organen der Gemeinden von vier auf fünf Jahre verlängert.

Der circondario lebte nach 1951 vereinzelt als fakultative Dezentralisierungseinheit der Selbstverwaltung von Provinzen wieder auf. Eingerichtet wurden sie in der Regel in besonders dicht besiedelten Provinzen oder in weitläufigen, dünn besiedelten Provinzen. In solchen circondari befanden sich zum Zweck der Bürgernähe nur kleinere Außenstellen der Provinzverwaltung.

In den 1990er Jahren begann die Zentralregierung in Rom mit tiefgreifenden Reformen in der Ministerialbürokratie. Im Zuge dieser Reformen siedelten viele italienische Ministerien ihre wichtigsten peripheren Ämter auf der regionalen Ebene an und richteten weitere Außenstellen manchmal auch unabhängig von Provinzgrenzen ein. Gleichzeitig verringerte man die Rechte der Präfekten in den Provinzen und stärkte die Rechte von Regionen und Gemeinden. Damit verloren die Provinzen als Verwaltungseinheiten der Zentralregierung viel von ihrer ursprünglichen Bedeutung.

Reformen auf gesamtstaatlicher EbeneBearbeiten

 
Verwaltungssitz der Provinz Catanzaro.

Seit der Errichtung der italienischen Regionen wurde die Existenz der Provinzen als eigenständige Gebietskörperschaften immer wieder öffentlich in Frage gestellt, weil deren Unterhalt nach Meinung vieler in keinem angemessenen Verhältnis zu den relativ geringen Zuständigkeiten stand.

Die Regierung Monti versuchte 2012, die Zahl der Provinzen drastisch zu reduzieren, konnte das Vorhaben wegen vorgezogener Neuwahlen jedoch nicht umsetzen.[14] Die folgende Regierung Letta beabsichtigte, die Provinzen durch eine Verfassungsreform ganz abzuschaffen,[15] ein Ziel, das auch vom Kabinett Renzi verfolgt wurde, allerdings an einer Volksabstimmung scheiterte.

Die Regierung Renzi verabschiedete im April 2014 eine Reform der Provinzen in den Regionen mit Normalstatut,[16] die am 1. Januar 2015 in Kraft trat und unter anderem vorsieht, dass die bislang direkt gewählten Organe der Provinzen von Vertretern der Gemeinden abgelöst werden. Durch die Reform sollen nach Angaben der Regierung Einsparungen in Höhe von 160 Millionen Euro realisiert werden,[17] da die Besoldung von etwa 5.000 Provinzpolitikern entfällt. Allerdings wird durch die Anwendung eines neuen Bevölkerungsmaßstabs die Anzahl der Gemeinderäte und Beigeordneten in den rund 8.100 italienischen Gemeinden um etwa 26.000 zunehmen. Nach Angaben der Regierung sollen dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Regierung Monti hatte 2011 in diesem Bereich drastische Kürzungen vorgenommen.[18]

Reformen in den Autonomen RegionenBearbeiten

 
Verwaltungssitz der Provinz Udine

Bei einer Volksabstimmung am 6. Mai 2012 sprach sich die große Mehrheit der Wähler Sardiniens für die Abschaffung der acht Provinzen ihrer autonomen Region aus. Der sardische Regionalrat beschloss daraufhin am 25. Mai 2012, dass die Kompetenzen der Provinzen auf Kommunen bzw. die Region übertragen werden und die Auflösung der Provinzen.[19] Diese Neuordnung konnte nicht umgesetzt werden, weil nach Klagen vor dem regionalen Verwaltungsgericht das italienische Verfassungsgericht angerufen wurde.[20] Am 4. Februar 2016 verabschiedete der Regionalrat ein neues Gesetz zur Reform der lokalen Gebietskörperschaften Sardiniens.[21] Die Metropolitanstadt Cagliari ersetzt die bisherige Provinz, die übrigen Provinzen Sardiniens werden von sieben auf vier reduziert. Das Reformgesetz ist bereits in Kraft getreten und befindet sich in der Umsetzung.

Auf Sizilien beschloss man 2014, die neun Provinzen durch freie Zusammenschlüsse von Gemeinden zu ersetzen, wobei ein Minimum von 180.000 Einwohnern vorgegeben ist. Die Organe dieser neuen „Konsortien“ werden wie im Fall der Provinzen der Regionen mit Normalstatut indirekt gewählt. Im Grunde bestehen auch die Provinzen Siziliens, wenn auch mit einer neuen inneren Ordnung, fort.[22] Im Jahr 2015 wurden drei der neun sizilianischen Provinzen in Metropolitanstädte umgewandelt, so dass auf Sizilien formell nur mehr sechs Provinzen als Konsortien fortbestehen.[23]

In Friaul-Julisch Venetien wurde das Statut der Region durch ein Verfassungsgesetz geändert, um die Abschaffung der Provinzen in die Wege zu leiten.[24] Am 24. November 2016 beschloss der Regionalrat die endgültige Abschaffung der Provinzen.[25] Die Provinzen Görz, Pordenone und Triest befinden sich seitdem in Liquidation und werden kommissarisch verwaltet, die Provinz Udine wird bis zum Ablauf der laufenden Amtsperiode 2018 fortbestehen.[26] Die entsprechenden Zuständigkeiten der Provinzen sollen auf Region und Kommunen verteilt werden.

Das Regionalgebiet von Friaul-Julisch Venetien wurde in 18 Bezirke gegliedert, genannt Unioni Territoriali Intercomunali (kurz UTI).[27] Organe der Bezirke sind die aus den Bürgermeistern bestehende Versammlung (Assemblea), der Präsident (Presidente) und der Rechnungsprüfer (organo di revisione).[28] Bis 2018 sollen die Bezirke nach und nach die Verwaltung folgender Bereiche übernehmen: soziale Dienstleistungen; örtliche Polizei einschließlich Verwaltungspolizei; gewerbliche Tätigkeiten; Kataster; Raumplanung und Raumordnung auf überkommunaler Ebene; Planung des Zivilschutzes; Statistik; Ausarbeitung von EU-finanzierten Projekten; Steuerverwaltung.[29]

In der kleinen Region Aostatal übernimmt die Region die Aufgaben einer Provinz. Eine „Provinz Aosta“ existiert nur als statistischer oder verwaltungstechnischer Begriff.

In Trentino-Südtirol wurden fast alle Aufgaben der autonomen Region an ihre beiden autonomen Provinzen abgegeben. Als autonome Provinzen bleiben Südtirol und das Trentino von den oben genannten Reformen in den anderen Provinzen unberührt.

ListeBearbeiten

Die folgende Liste gibt die Provinzen mit dem Stand 2011 wieder,[30] einschließlich Metropolitanstädten, Autonomen Provinzen und der Region Aostatal, die für statistische Zwecke ebenfalls als Provinzen geführt werden. Die Neuordnung der Provinzen und Metropolitanstädte Sardiniens sowie die Abschaffung der Provinzen Friaul-Julisch Venetiens sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die erste Spalte nennt die jeweiligen zweibuchstabigen Kürzel, die zum Beispiel in den Kfz-Kennzeichen verwendet werden. Das Aostatal ist zwar keine Provinz, wird aber traditionell als solche mitgezählt.

Kürzel Provinz bzw.
Metropolitanstadt
Region Einwohner Fläche
(km²)
Einw./ km² Gemeinden
AG Agrigent Sizilien 00453.677 003.042 0149 0043
AL Alessandria Piemont 00440.481 003.559 0123 0190
AN Ancona Marken 00481.706 001.940 0248 0049
AO Aosta (Aostatal) Aostatal 00128.376 003.263 0039 0074
AR Arezzo[31] Toskana 00350.022 003.236 0108 0037
AP Ascoli Piceno Marken 00213.932 001.228 0174 0033
AT Asti Piemont 00221.871 001.515 0146 0118
AV Avellino Kampanien 00438.790 002.792 0157 0119
BA Bari Apulien 01.259.337 003.821 0329 0041
BT Barletta-Andria-Trani Apulien 00393.002 001.538 0255 0010
BL Belluno Venetien 00213.242 003.676 0058 0069
BN Benevento Kampanien 00287.539 002.071 0138 0078
BG Bergamo Lombardei 01.101.458 002.723 0404 0244
BI Biella Piemont 00185.701 000914 0203 0082
BO Bologna Emilia-Romagna 00995.693 003.702 0268 0060
BZ Bozen (Südtirol) Trentino-Südtirol 00508.863 007.400 0068 0116
BS Brescia Lombardei 01.259.626 004.783 0263 0206
BR Brindisi Apulien 00403.135 001.839 0219 0020
CA Cagliari Sardinien 00431.819 001.248 0346 0017
CL Caltanissetta Sizilien 00271.242 002.124 0127 0022
CB Campobasso Molise 00230.928 002.910 0079 0084
CE Caserta Kampanien 00917.570 002.640 0347 0104
CT Catania Sizilien 01.090.462 003.553 0306 0082
CZ Catanzaro Kalabrien 00368.381 002.392 0154 0080
CH Chieti Abruzzen 00397.276 002.588 0153 0104
CO Como Lombardei 00596.376 001.288 0463 0160
CS Cosenza Kalabrien 00734.414 006.650 0110 0155
CR Cremona Lombardei 00363.918 001.771 0205 0115
KR Crotone Kalabrien 00174.532 001.716 0101 0027
CN Cuneo Piemont 00592.782 006.902 0085 0250
EN Enna Sizilien 00172.237 002.561 0067 0020
FM Fermo Marken 00178.243 000860 0207 0040
FE Ferrara Emilia-Romagna 00359.934 002.630 0136 0026
FI Florenz[31] Toskana 01.000.324 003.515 0284 0042
FG Foggia Apulien 00640.071 006.966 0091 0061
FC Forlì-Cesena Emilia-Romagna 00396.158 002.376 0166 0030
FR Frosinone Latium 00498.204 003.243 0153 0091
GE Genua Ligurien 00883.419 001.839 0480 0067
GO Görz Friaul-Julisch Venetien 00142.279 000466 0305 0025
GR Grosseto Toskana 00228.309 004.501 0050 0028
IM Imperia Ligurien 00222.807 001.156 0192 0067
IS Isernia Molise 00088.684 001.528 0058 0052
SP La Spezia Ligurien 00223.357 000881 0253 0032
AQ L’Aquila Abruzzen 00309.906 005.035 0061 0108
LT Latina Latium 00556.934 002.250 0247 0033
LE Lecce Apulien 00815.488 002.759 0295 0097
LC Lecco Lombardei 00340.470 000816 0417 0090
LI Livorno Toskana 00342.995 001.211 0283 0020
LO Lodi Lombardei 00228.102 000782 0291 0061
LU Lucca[31] Toskana 00394.252 001.773 0222 0034
MC Macerata Marken 00325.574 002.774 0117 0057
MI Mailand Lombardei 003.170.597 001.575 2.013 0134
MN Mantua Lombardei 00416.230 002.339 0177 0070
MS Massa-Carrara Toskana 00203.697 001.157 0176 0017
MT Matera Basilikata 00203.696 003.447 0059 0031
ME Messina Sizilien 00652.891 003.247 0201 0108
MO Modena Emilia-Romagna 00702.487 002.689 0261 0047
MB Monza und Brianza Lombardei 00852.539 000405 2.105 0055
NA Neapel Kampanien 03.081.067 001.171 2.631 0092
NO Novara Piemont 00372.109 001.339 0277 0088
NU Nuoro Sardinien 00160.399 003.934 0040 0052
OG Ogliastra Sardinien 00057.980 001.854 0031 0023
OT Olbia-Tempio Sardinien 00158.144 003.399 0046 0026
OR Oristano Sardinien 00165.931 003.040 0054 0088
PD Padua Venetien 00936.307 002.143 0436 0104
PA Palermo Sizilien 01.250.026 004.992 0250 0082
PR Parma Emilia-Romagna 00443.136 003.450 0128 0047
PV Pavia Lombardei 00549.354 002.965 0185 0190
PG Perugia Umbrien 00673.290 006.332 0106 0059
PU Pesaro und Urbino Marken 00366.931 002.564 0143 0060
PE Pescara Abruzzen 00323.523 001.225 0264 0046
PC Piacenza Emilia-Romagna 00290.215 002.590 0112 0048
PI Pisa[31] Toskana 00418.210 002.445 0171 0037
PT Pistoia Toskana 00293.234 000965 0303 0022
PN Pordenone Friaul-Julisch Venetien 00315.631 002.130 0148 0051
PZ Potenza Basilikata 00383.217 006.549 0058 0100
PO Prato Toskana 00250.404 000365 0686 0007
RG Ragusa Sizilien 00318.935 001.614 0197 0012
RA Ravenna Emilia-Romagna 00393.333 001.858 0211 0018
RC Reggio Calabria Kalabrien 00566.653 003.184 0177 0097
RE Reggio Emilia Emilia-Romagna 00531.433 002.292 0231 0045
RI Rieti Latium 00160.570 002.750 0058 0073
RN Rimini Emilia-Romagna 00330.112 000863 0382 0027
RM Rom Latium 04.208.740 005.352 0786 0121
RO Rovigo Venetien 00248.195 001.790 0138 0050
SA Salerno Kampanien 01.109.916 004.918 0225 0158
SS Sassari Sardinien 00337.100 004.281 0078 0066
SV Savona Ligurien 00287.566 001.545 0186 0069
SI Siena Toskana 00272.756 003.823 0071 0036
SR Syrakus Sizilien 00403.769 002.108 0191 0021
SO Sondrio Lombardei 00183.158 003.210 0057 0078
SU Sud Sardegna Sardinien 00357.071 006.530 0057 0107
TA Tarent Apulien 00579.556 002.436 0237 0029
TE Teramo Abruzzen 00312.460 001.948 0160 0047
TR Terni Umbrien 00234.491 002.122 0110 0033
TP Trapani Sizilien 00436.311 002.460 0177 0024
TV Treviso Venetien 00889.835 002.477 0359 0095
TN Trient (Trentino) Trentino-Südtirol 00530.671 006.203 0085 0217
TS Triest Friaul-Julisch Venetien 00236.540 000212 1.115 0006
TO Turin Piemont 02.306.881 006.829 0337 0315
UD Udine Friaul-Julisch Venetien 00541.173 004.904 0110 0136
VA Varese Lombardei 00885.283 001.199 0738 0141
VE Venedig Venetien 00864.189 002.461 0351 0044
VB Verbano-Cusio-Ossola Piemont 00163.123 002.256 0072 0077
VC Vercelli Piemont 00179.484 002.088 0085 0086
VR Verona Venetien 00922.210 003.120 0295 0098
VV Vibo Valentia Kalabrien 00166.370 001.139 0146 0050
VI Vicenza Venetien 00871.965 002.723 0320 0121
VT Viterbo Latium 00321.008 003.614 0088 0060
Gesamt 60.702.570 301.169 0201 8.092

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Legge 7 aprile 2014, n. 56 – Disposizioni sulle citta' metropolitane, sulle province, sulle unioni e fusioni di comuni.= Gesetz Nr. 56 vom 7. April 2014 - Bestimmungen über Metropolitanstädte, Provinzen, Gemeindeverbunde und Zusammenschlüsse von Gemeinden, In: normattiva.it (italienisch), abgerufen am 28. Mai 2014
  2. Legge Regionale n. 8 del 24/03/2014. Archiviert vom Original am 31. Mai 2015; abgerufen am 12. März 2018.
  3. Der überholte Art. 19, Legislativdekret vom 18. August 2000, Nr. 267, ordnete den Provinzen folgende Funktionen zu:
  4. Gesetz Nr. 56 vom 7. April 2014, Art. 1 Abs. 85
  5. Gesetz Nr. 56 vom 7. April 2014, Art. 1 Abs. 86
  6. Art. 114, COSTITUZIONE DELLA REPUBBLICA ITALIANA / VERFASSUNG DER ITALIENISCHEN REPUBLIK http://www.regione.taa.it/normativa/costituzione.pdf
  7. Zu Geschichte, Aufbau und Perspektiven der „Città Metropolitane“ siehe: Carlo Deodato, Staatsrat, Le città metropolitane: storia, ordinamento, prospettive: Archivlink (Memento des Originals vom 27. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.giustizia-amministrativa.it (italienisch).
  8. vgl. Gesetzesbegründung http://www.governo.it/GovernoInforma/documenti/sintesi_legge_Senato.pdf
  9. Ecco le novità della riforma Delrio In: La Stampa 3. April 2014, abgerufen am 27. Mai 2014
  10. Regionalgesetz (Sizilien) Nr. 15 vom 4. August 2015: Archivlink (Memento des Originals vom 8. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ars.sicilia.it
  11. Von 1818 bis 1859 trugen in Sardinien-Piemont die vier genannten Verwaltungsebenen die Bezeichnungen divisione, provincia, mandamento und comune. 1859 wurde Bezeichnung divisione durch provincia ersetzt, die nächste Ebene nannte sich statt provincia nunmehr circondario (mandamento und comune unverändert). Während der napoleonischen Zeit galt bis 1814 auf dem Festland das genannte französische System, auf Sardinien richteten die Savoyer 15 Präfekturen ein. Gaetano Palombelli: L’evoluzione delle circoscrizioni provinciali dall’Unità d’Italia ad oggi. provincia.torino.gov.it (italienisch), eingesehen am 28. Mai 2014
  12. Die Bezeichnungen circondario und mandamento blieben danach als Bezeichnungen der fortbestehenden Gerichtsbezirke der „Landgerichte“ (tribunale circondariale) und der „Amtsgerichte“ (pretura mandamentale) erhalten. Im Zug von Rationalisierungen schuf man 1989 die pretura circondariale, die dann 1999 zugunsten der Friedensrichter und der Landgerichte ganz abgeschafft wurde. Details auf treccani.it (Stand 1938)
  13. deputazione provinciale auf treccani.it
  14. Der Premier nimmt sich die mittlere Verwaltungsebene vor. 35 Provinzen sollen aufgelöst werden. Die Reform tritt 2014 in Kraft. In: Die Presse, 31. Oktober 2012, abgerufen am 21. September 2013
  15. Tobias Beyer, Italien wird sein ruinöses Provinzregime nicht los In: Die Welt 23. Juli 2013, abgerufen am 21. September 2013
  16. Ecco le novità della riforma Delrio In: La Stampa 3. April 2014 (italienisch), abgerufen am 27. Mai 2014
  17. Riforma Province, sì definitivo della Camera al ddl. Brunetta: “È un golpe”, Il Fatto Quotidiano, 3. April 2014 [1]
  18. Nella riforma Delrio 26mila politici locali in più. Ma senza costi aggiuntivi, Il Sole 24 Ore, 22. Dezember 2013 [2]
  19. Gesetzestext zur Auflösung der Provinzen Regionalrat Sardinien, 25. Mai 2012 (italienisch) Abgerufen am 4. Juli 2012
  20. Province sì o no? Intanto la Sardegna sprofonda In: avantionline.it 23. Dezember 2013 (italienisch), abgerufen am 28. Mai 2014
  21. Regionalgesetz (Sardinien) Nr. 2 vom 4. Februar 2016, Art. 17 http://www.consregsardegna.it/XVLegislatura/Leggi%20approvate/lr2016-02.asp
  22. Sicilia, Assemblea “abolisce” le Province. Ma la Casta le trasforma in 9 Consorzi. In: Il Fatto Quotidiano 12. März 2014 (italienisch), abgerufen am 28. Mai 2014
  23. Regionalgesetz (Sizilien) Nr. 15 vom 4. August 2015: Archivlink (Memento des Originals vom 8. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ars.sicilia.it
  24. Sonderstatut für Friaul-Julisch Venetien vom 31. Januar 1963, zuletzt geändert durch das Verfassungsgesetz vom 28. Juli 2016, Nr. 1
  25. Regionalausschuss von Friaul-Julisch Venetien, Pressemitteilung vom 24. November 2016 ABOLIZIONE PROVINCE: PANONTIN, SÌ A DDL CHIUDE PROCESSO RIFORMATORE=Abschaffung der Provinzen: Panontin, mit dem Ja zur Gesetzesvorlage ist der Prozess abgeschlossen
  26. Regionalausschuss von Friaul-Julisch Venetien, Pressemitteilung vom 1. November 2016 AUT. LOCALI: PANONTIN, APPROVATO DDL SOPPRESSIONE PROVINCE = Lokale Autonomien: Pantonin, Gesetzesvorschlag über die Abschaffung der Provinzen beschlossen
  27. Region Friaul-Julisch Venetien UNIONI TERRITORIALI INTERCOMUNALI(UTI)
  28. Regionalgesetz Friaul-Julisch Venetien Nr. 26 vom 12. Dezember 2014, Legge regionale 12 dicembre 2014, n. 26, Art. 12 Abs. 1
  29. Regionalgesetz Friaul-Julisch Venetien Nr. 26 vom 12. Dezember 2014, Art 26
  30. Website des Istituto Nazionale di Statistica, Stand vom 30. April 2011
  31. a b c d Stand 1. Januar 2014