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Großer Preis von Großbritannien 1979

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Großbritannien 1979 fand am 14. Juli in Silverstone statt und war das neunte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1979.

Flag of the United Kingdom.svg Großer Preis von Großbritannien 1979
Renndaten
9. von 15 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1979
Streckenprofil
Name: XXXII British Grand Prix
Datum: 14. Juli 1979
Ort: Silverstone
Kurs: Silverstone Circuit
Länge: 320,892 km in 68 Runden à 4,719 km

Wetter: sonnig und warm
Pole-Position
Fahrer: AustralienAustralien Alan Jones Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zeit: 1:11,88 min
Schnellste Runde
Fahrer: SchweizSchweiz Clay Regazzoni Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zeit: 1:14,40 min
Podium
Erster: SchweizSchweiz Clay Regazzoni Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zweiter: FrankreichFrankreich René Arnoux FrankreichFrankreich Renault
Dritter: FrankreichFrankreich Jean-Pierre Jarier Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tyrrell

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Der weiterentwickelte Williams FW07 hatte sich bei Testfahrten, die zwischen dem Großen Preis von Frankreich und dem neunten WM-Lauf in Großbritannien stattgefunden hatten, als sehr konkurrenzfähig erwiesen. McLaren hatte inzwischen ein erstes Exemplar des M29 fertiggestellt, der den problembehafteten M28 ablösen sollte. Beim Team Merzario, das in den zurückliegenden Wochen zwei Chassis sowie Ausrüstungsgegenstände vom Willi Kauhsen Racing Team übernommen hatte, debütierte der Merzario A4, ein Wing Car, das auf dem Kauhsen WK004 basierte. Er ersetzte Merzarios Eigenkonstruktion A3. Das Team Lotus kehrte hingegen endgültig zum Vorjahresmodell Lotus 79 zurück, da die Nachteile des neuen Typ 80 zu gravierend waren.

Das Alfa Romeo-Einsatzteam Autodelta entschied sich gegen eine Teilnahme am Britischen Grand Prix.

TrainingBearbeiten

Knapp vor Renault-Pilot Jean-Pierre Jabouille sicherte sich Alan Jones im Williams die erste Pole-Position seiner Grand-Prix-Karriere. Nelson Piquet bildete gemeinsam mit dem zweiten Williams-Werksfahrer Clay Regazzoni die zweite Startreihe vor René Arnoux und Niki Lauda.

Die beiden Ferrari-Piloten Jody Scheckter und Gilles Villeneuve belegten nach dem Training die Plätze 11 und 13.

Hans-Joachim Stuck und Arturo Merzario verfehlten die Qualifikation für einen der 24 Startplätze.[1]

RennenBearbeiten

Jones setzte seine Pole-Position in eine Führung vor Jabouille und Regazzoni um. Piquet, der zunächst auf dem vierten Rang gelegen hatte, schied in der zweiten Runde infolge eines Drehers aus. Seine Position wurde daraufhin von seinem Teamkollegen Lauda eingenommen. Dieser fiel jedoch in der darauffolgenden Runde hinter Arnoux und Villeneuve zurück.

Regazzoni überholte in der 17. Runde den durch Reifenprobleme behinderten Jabouille, der kurz darauf die Box ansteuerte, um seine Reifen wechseln zu lassen. Der Boxenstopp misslang, sodass der Franzose seine Mannschaft ein weiteres Mal aufsuchen musste. Dabei überhitzte sein Motor und er schied aus. Dadurch gelangte Arnoux auf den dritten Rang vor Scheckter und Villeneuve.

In der 39. Runde musste der bis dahin führende Alan Jones das Rennen ebenfalls wegen eines überhitzten Motors aufgeben. Sein Teamkollege Clay Regazzoni übernahm dadurch die Spitze und stellte den ersten Sieg für das aufstrebende Williams-Team sicher. René Arnoux wurde Zweiter vor Jean-Pierre Jarier, der während des letzten Renndrittels an Jody Scheckter und John Watson vorbeigezogen war. Scheckter verlor in der vorletzten Runde den vierten Platz an Watson. Jacky Ickx erhielt als Sechster den letzten WM-Punkt des Tages.[2]

Es war für Regazzoni der erste Grand-Prix-Sieg seit dem Großen Preis der USA West 1976, sein fünfter insgesamt und gleichzeitig sein letzter.

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Martini Racing Team Lotus 1 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Lotus 79 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
2 Argentinien  Carlos Reutemann
Vereinigtes Konigreich  Candy Tyrrell Team 3 Frankreich  Didier Pironi Tyrrell 009 G
4 Frankreich  Jean-Pierre Jarier
Vereinigtes Konigreich  Parmalat Racing Team 5 Osterreich  Niki Lauda Brabham BT48 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 G
6 Brasilien 1968  Nelson Piquet
Vereinigtes Konigreich  Marlboro Team McLaren 7 Vereinigtes Konigreich  John Watson McLaren M29 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
8 Frankreich  Patrick Tambay McLaren M28C
Deutschland  ATS Wheels 9 Deutschland  Hans-Joachim Stuck ATS D2 G
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 11 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Ferrari 312T4 Ferrari 015 3.0 F12 M
12 Kanada  Gilles Villeneuve
Brasilien 1968  Fittipaldi Automotive 14 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Fittipaldi F5A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
Frankreich  Équipe Renault Elf 15 Frankreich  Jean-Pierre Jabouille Renault RS10 Renault EF1 1.5 V6t M
16 Frankreich  René Arnoux
Vereinigtes Konigreich  Samson Shadow Racing Team 17 Niederlande  Jan Lammers Shadow DN9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
Vereinigtes Konigreich  Interscope Shadow Racing Team 18 Italien  Elio de Angelis
Vereinigtes Konigreich  Olympus Cameras Wolf Racing 20 Finnland  Keke Rosberg Wolf WR7 G
Vereinigtes Konigreich  Team Ensign 22 Frankreich  Patrick Gaillard Ensign N179 G
Italien  Team Merzario 24 Italien  Arturo Merzario Merzario A4 G
Frankreich  Ligier Gitanes 25 Belgien  Jacky Ickx Ligier JS11 G
26 Frankreich  Jacques Laffite
Vereinigtes Konigreich  Albilad-Saudia Racing Team 27 Australien  Alan Jones Williams FW07 G
28 Schweiz  Clay Regazzoni
Vereinigtes Konigreich  Warsteiner Arrows Racing Team 29 Italien  Riccardo Patrese Arrows A2 G
30 Deutschland  Jochen Mass
Mexiko  Team Rebaque 31 Mexiko  Héctor Rebaque Lotus 79 G

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 1:11,88 236,344 km/h 01
02 Frankreich  Jean-Pierre Jabouille Frankreich  Renault 1:12,48 234,387 km/h 02
03 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-Alfa Romeo 1:12,65 233,839 km/h 03
04 Schweiz  Clay Regazzoni Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 1:13,11 232,368 km/h 04
05 Frankreich  René Arnoux Frankreich  Renault 1:13,29 231,797 km/h 05
06 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  Brabham-Alfa Romeo 1:13,44 231,324 km/h 06
07 Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:13,57 230,915 km/h 07
08 Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:13,87 229,977 km/h 08
09 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:14,20 228,954 km/h 09
10 Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Ford 1:14,37 228,431 km/h 10
11 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Italien  Ferrari 1:14,60 227,727 km/h 11
12 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 1:14,87 226,905 km/h 12
13 Kanada  Gilles Villeneuve Italien  Ferrari 1:14,90 226,814 km/h 13
14 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Wolf-Ford 1:14,96 226,633 km/h 14
15 Frankreich  Didier Pironi Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:15,28 225,670 km/h 15
16 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:15,63 224,625 km/h 16
17 Belgien  Jacky Ickx Frankreich  Ligier-Ford 1:15,63 224,625 km/h 17
18 Frankreich  Patrick Tambay Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:15,67 224,506 km/h 18
19 Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 1:15,77 224,210 km/h 19
20 Deutschland  Jochen Mass Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 1:16,19 222,974 km/h 20
21 Niederlande  Jan Lammers Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 1:16,66 221,607 km/h 21
22 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Brasilien 1968  Fittipaldi-Ford 1:16,68 221,549 km/h 22
23 Frankreich  Patrick Gaillard Vereinigtes Konigreich  Ensign-Ford 1:17,07 220,428 km/h 23
24 Mexiko  Héctor Rebaque Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:17,32 219,715 km/h 24
DNQ Deutschland  Hans-Joachim Stuck Deutschland  ATS-Ford 1:17,44 219,375 km/h
DNQ Italien  Arturo Merzario Italien  Merzario-Ford 1:19,57 213,503 km/h

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Schweiz  Clay Regazzoni Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 68 0 1:26:11,17 04 1:14,40
02 Frankreich  René Arnoux Frankreich  Renault 68 0 + 24,28 05 1:15,11
03 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 67 0 + 1 Runde 16 1:15,42
04 Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 67 1 + 1 Runde 07 1:15,12
05 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Italien  Ferrari 67 0 + 1 Runde 11 1:16,02
06 Belgien  Jacky Ickx Frankreich  Ligier-Ford 67 0 + 1 Runde 17 1:15,73
07 Frankreich  Patrick Tambay Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 66 0 DNF 18 1:16,42 Kraftstoffmangel
08 Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 66 1 + 2 Runden 08 1:16,59
09 Mexiko  Héctor Rebaque Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 66 0 + 2 Runden 24 1:17,24
10 Frankreich  Didier Pironi Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 66 0 + 2 Runden 15 1:15,05
11 Niederlande  Jan Lammers Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 65 0 + 3 Runden 21 1:18,25
12 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 65 0 + 3 Runden 12 1:16,08
13 Frankreich  Patrick Gaillard Vereinigtes Konigreich  Ensign-Ford 65 0 + 3 Runden 23 1:18,40
14 Kanada  Gilles Villeneuve Italien  Ferrari 63 1 DNF 13 1:15,50 defekte Kraftstoffzufuhr
Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 45 1 DNF 19 1:18,13 Getriebeschaden
Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Ford 44 0 DNF 10 1:15,53 Motorschaden
Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Wolf-Ford 43 0 DNF 14 1:16,39 defekte Kraftstoffpumpe
Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 38 0 DNF 01 1:14,89 Motorschaden
Deutschland  Jochen Mass Vereinigtes Konigreich  Arrows-Ford 37 0 DNF 20 1:17,40 Getriebeschaden
Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Brasilien 1968  Fittipaldi-Ford 25 0 DNF 22 1:18,93 Öldruckverlust
Frankreich  Jean-Pierre Jabouille Frankreich  Renault 21 2 DNF 02 1:15,18 Motorschaden
Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  Brabham-Alfa Romeo 12 0 DNF 06 1:17,62 Bremsdefekt
Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 03 0 DNF 09 1:21,36 Radlagerschaden
Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-Alfa Romeo 01 0 DNF 03 1:26,36 Unfall

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Ferrari 32
02 Kanada  Gilles Villeneuve Ferrari 26
03 Frankreich  Jacques Laffite Ligier 24
04 Frankreich  Patrick Depailler Ligier 20
05 Argentinien  Carlos Reutemann Lotus 20
06 Schweiz  Clay Regazzoni Williams 16
07 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Lotus 13
08 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Lotus 12
09 Vereinigtes Konigreich  John Watson McLaren 11
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
10 Frankreich  René Arnoux Renault 10
11 Frankreich  Jean-Pierre Jabouille Renault 9
12 Frankreich  Didier Pironi Tyrrell 8
13 Australien  Alan Jones Williams 7
14 Italien  Riccardo Patrese Arrows 2
15 Belgien  Jacky Ickx Ligier 1
16 Deutschland  Jochen Mass Arrows 1
17 Osterreich  Niki Lauda Brabham 1
18 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Fittipaldi 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Italien  Ferrari 62
02 Frankreich  Ligier 47
03 Vereinigtes Konigreich  Lotus 37
04 Vereinigtes Konigreich  Williams 23
05 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 21
Pos. Konstrukteur Punkte
06 Frankreich  Renault 19
07 Vereinigtes Konigreich  McLaren 11
08 Vereinigtes Konigreich  Arrows 3
09 Brasilien 1968  Fittipaldi 1
10 Vereinigtes Konigreich  Brabham 1

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento des Originals vom 26. Dezember 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 24. August 2012)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 24. August 2012)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 26. Dezember 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 24. August 2012)

WeblinksBearbeiten