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Großer Preis von Großbritannien 1971

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Großbritannien 1971 fand am 17. Juli in Silverstone statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1971.

Flag of the United Kingdom.svg Großer Preis von Großbritannien 1971
Renndaten
6. von 11 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1971
Streckenprofil
Name: British Grand Prix
Datum: 17. Juli 1971
Ort: Silverstone
Kurs: Silverstone Circuit
Länge: 320,348 km in 68 Runden à 4,711 km

Wetter: sonnig und warm
Zuschauer: ~ 58.000
Pole-Position
Fahrer: SchweizSchweiz Clay Regazzoni ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:18,1 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tyrrell
Zeit: 1:19,9 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tyrrell
Zweiter: SchwedenSchweden Ronnie Peterson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
Dritter: Brasilien 1968Brasilien Emerson Fittipaldi Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Am Wochenende vor dem britischen Grand Prix war Pedro Rodríguez bei einem Rennen der Interserie auf dem Norisring tödlich verunglückt. Er wurde bei B.R.M. zunächst nicht ersetzt, sodass nur zwei Werkswagen für den sechsten WM-Lauf gemeldet wurden.

Unterdessen setzte Lotus die Erprobung des turbinengetriebenen Typ 56 fort. Werksfahrer Reine Wisell fuhr den Wagen an diesem Wochenende, während sein angestammter Lotus 72 von Dave Charlton übernommen wurde.

McLaren und Surtees meldeten jeweils einen dritten Werkswagen für das Rennen, gefahren von Jackie Oliver beziehungsweise Derek Bell. Eine weitere Ergänzung des Feldes bildete Mike Beuttler, der in einem privaten March seinen ersten Grand Prix bestritt.

TrainingBearbeiten

Das Training endete ohne große Überraschungen mit Clay Regazzoni auf der Pole-Position neben dem zeitgleichen Jackie Stewart sowie Jo Siffert in der ersten Startreihe vor Emerson Fittipaldi und Ronnie Peterson in Reihe zwei.[1]

RennenBearbeiten

 
Rennverlauf

Kurz nach dem Start kollidierten im hinteren Teil des Feldes Graham Hill und Jackie Oliver. Für beide bedeutete dies bereits das Ende des Rennens, während vorn die beiden Ferrari von Clay Regazzoni und dem aus der dritten Reihe gestarteten Jacky Ickx die Führung übernahmen.

In der zweiten Runde konnten Stewart und Siffert jeweils Ickx überholen. In Runde vier überholte Stewart auch Regazzoni und ging in Führung. Während er sich dort bereits einen Vorsprung herausfahren konnte, ging auch Siffert an Regazzoni vorbei. Die dadurch hergestellte Rangfolge der ersten drei blieb danach über mehrere Runden konstant. Für das meiste Aufsehen sorgte unterdessen Fittipaldi, der sich nach einem schlechten Start durch das Feld nach vorn kämpfte.

In Runde 17 musste Siffert infolge technischer Schwierigkeiten Regazzoni wehrlos den zweiten Platz überlassen. Der bis dahin viertplatzierte Ickx steuerte in Runde 37 wegen Motorproblemen die Box an und gab einige Runden später auf. Da auch Siffert immer weiter zurückfiel, nahm Peterson die dritte Position ein.

Nachdem mit Regazzoni in Runde 48 auch der zweite Ferrari ausgeschieden war, nahm Peterson den zweiten Platz ein, gefolgt von Tim Schenken und Fittipaldi.

Wenige Runden vor Schluss musste Schenken mit Getriebeproblemen aufgeben, wurde aber wegen der zurückgelegten Distanz noch als Zwölfter gewertet. Der dritte Platz ging zum zweiten Mal in Folge an Emerson Fittipaldi.[2]

Henri Pescarolo erzielte als Vierter seine ersten WM-Punkte in dieser Saison. Die beiden Surtees-Stammfahrer John Surtees und Rolf Stommelen erreichten ebenfalls die Punkteränge.

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Gold Leaf Team Lotus 1 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Lotus 72D Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
2 Sudafrika 1961  Dave Charlton
3 Schweden  Reine Wisell Lotus 56B Pratt & Whitney STN76 tbn
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 4 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 312B2 Ferrari 001/1 3.0 F12 F
5 Schweiz  Clay Regazzoni
Vereinigtes Konigreich  Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 6 Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler March 711 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 7 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Brabham BT34 G
8 Australien  Tim Schenken Brabham BT33
Vereinigtes Konigreich  Bruce McLaren Motor Racing 9 Neuseeland  Denis Hulme McLaren M19A G
10 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin
11 Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver McLaren M14A
Vereinigtes Konigreich  Elf Team Tyrrell 12 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 003 G
14 Frankreich  François Cevert Tyrrell 002
Vereinigtes Konigreich  Yardley Team B.R.M. 16 Schweiz  Jo Siffert BRM P160 BRM P142 3.0 V12 F
17 Neuseeland  Howden Ganley BRM P153
Vereinigtes Konigreich  STP March Racing Team 18 Schweden  Ronnie Peterson March 711 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
19 Italien  Andrea de Adamich Alfa Romeo T33 3.0 V8
20 Italien  Nanni Galli Ford Cosworth DFV 3.0 V8
Frankreich  Equipe Matra Sports 21 Neuseeland  Chris Amon Matra MS120B Matra MS71 3.0 V12 G
22 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise
Vereinigtes Konigreich  Rob Walker/Team Surtees 23 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Surtees TS9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
Vereinigtes Konigreich  Auto Motor und Sport 24 Deutschland  Rolf Stommelen
Vereinigtes Konigreich  Team Surtees 25 Vereinigtes Konigreich  Derek Bell Surtees TS7
Vereinigtes Konigreich  Frank Williams Racing Cars 26 Frankreich  Henri Pescarolo March 711 G

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 1:18,1 217,152 km/h 01
02 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:18,1 217,152 km/h 02
03 Schweiz  Jo Siffert Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:18,2 216,875 km/h 03
04 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:18,3 216,598 km/h 04
05 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:19,0 214,678 km/h 05
06 Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 1:19,5 213,328 km/h 06
07 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:19,5 213,328 km/h 07
08 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:19,6 213,060 km/h 08
09 Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 1:19,7 212,793 km/h 09
10 Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:19,8 212,526 km/h 10
11 Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:19,84 212,420 km/h 11
12 Deutschland  Rolf Stommelen Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:19,88 212,313 km/h 12
13 Sudafrika 1961  Dave Charlton Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:20,05 211,863 km/h 13
14 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:20,1 211,730 km/h 14
15 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Frankreich  Matra 1:20,2 211,466 km/h 15
16 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:20,3 211,203 km/h 16
17 Frankreich  Henri Pescarolo Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:20,5 210,678 km/h 17
18 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:20,61 210,391 km/h 18
19 Schweden  Reine Wisell Vereinigtes Konigreich  Lotus-Pratt & Whitney 1:20,66 210,260 km/h 19
20 Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:20,7 210,156 km/h 20
21 Italien  Nanni Galli Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:20,9 209,637 km/h 21
22 Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:21,0 209,378 km/h 22
23 Vereinigtes Konigreich  Derek Bell Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:22,3 206,070 km/h 23
24 Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  March-Alfa Romeo 1:23,2 203,841 km/h 24

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 68 0 1:31:31,5 02 1:19,9
02 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 68 0 + 36,1 05 1:20,3
03 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 68 0 + 50,5 04 1:20,2
04 Frankreich  Henri Pescarolo Vereinigtes Konigreich  March-Ford 67 0 + 1 Runde 17 1:21,1
05 Deutschland  Rolf Stommelen Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 67 0 + 1 Runde 12 1:21,1
06 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 67 0 + 1 Runde 18 1:21,0
07 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Frankreich  Matra 66 0 + 2 Runden 15 1:21,3
08 Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 66 0 + 2 Runden 11 1:20,0
09 Schweiz  Jo Siffert Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 66 1 + 2 Runden 03 1:20,1
10 Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 65 0 + 3 Runden 10 1:20,9
11 Italien  Nanni Galli Vereinigtes Konigreich  March-Ford 65 0 + 3 Runden 21 1:22,3
12 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 63 0 DNF 07 1:20,2 Getriebeschaden
Schweden  Reine Wisell Vereinigtes Konigreich  Lotus-Pratt & Whitney 57 0 NC 19 1:22,6 nicht gewertet
Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  March-Alfa Romeo 56 0 NC 24 1:24,4 nicht gewertet
Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 53 0 DNF 14 1:21,5 Motorschaden
Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 51 1 DNF 06 1:20,2 Motorschaden
Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 48 0 DNF 01 1:20,1 Öldruckverlust
Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 35 0 DNF 09 1:20,8 Ventilschaden
Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 32 0 DNF 08 1:20,9 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Derek Bell Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 23 0 DNF 23 1:22,4 Aushängungsschaden
Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler Vereinigtes Konigreich  March-Ford 21 0 DNF 20 1:22,7 Öldruckverlust
Sudafrika 1961  Dave Charlton Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 01 0 DNF 13 1:53,0 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 00 0 DNF 22 Kollision
Vereinigtes Konigreich  Jackie Oliver Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 00 0 DNF 16 Kollision

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 42
02 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 19
03 Schweden  Ronnie Peterson March 15
04 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Lotus 10
05 Mexiko  Pedro Rodríguez B.R.M. 9
06 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Ferrari 9
07 Neuseeland  Chris Amon Matra 8
08 Schweiz  Clay Regazzoni Ferrari 8
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
09 Neuseeland  Denis Hulme McLaren 6
10 Frankreich  François Cevert Tyrrell 6
11 Schweden  Reine Wisell Lotus 4
12 Schweiz  Jo Siffert B.R.M. 4
13 Vereinigtes Konigreich  John Surtees Surtees 3
14 Deutschland  Rolf Stommelen Surtees 3
15 Frankreich  Henri Pescarolo March 3
16 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Matra 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 42
02 Italien  Ferrari 28
03 Vereinigtes Konigreich  March 15
04 Vereinigtes Konigreich  Lotus 13
Pos. Konstrukteur Punkte
05 Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 12
06 Frankreich  Matra 8
07 Vereinigtes Konigreich  McLaren 6
08 Vereinigtes Konigreich  Surtees 5

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento des Originals vom 8. April 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 29. Juni 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 29. Juni 2011)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 8. April 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 29. Juni 2011)