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Eishockey-Weltmeisterschaft der Junioren 1987

WeltmeisterschaftBearbeiten

Die Weltmeisterschaft fand in den tschechoslowakischen Städten Nitra, Piešťany, Trenčín und Topoľčany statt. Den Weltmeistertitel sicherte sich zum ersten Mal Finnland, das von der Disqualifikation Kanadas am letzten Spieltag profitierte. Dahinter platzierten sich die Tschechoslowakei und Schweden. Zur Disqualifikation der Kanadier war es nach ein Massenschlägerei im Spiel mit der UdSSR gekommen, die daraufhin ebenfalls vom Turnier ausgeschlossen wurde. Da die Spiele gegen die beiden Mannschaften ihre Gültigkeit behielten, stieg die sieglose Schweiz in die B-Gruppe ab.

ModusBearbeiten

Wie die Jahre zuvor waren insgesamt acht Mannschaften für das Turnier zugelassen, deren Kader ausschließlich aus Akteuren mit einem Alter von unter 20 Jahren bestanden (U-20). Als einziger Neuling gehörte der amtierende B-Weltmeister aus Polen zum Teilnehmerfeld, der den Platz der im Jahr zuvor abgestiegenen bundesdeutschen Mannschaft einnahm. Der Modus sah eine gemeinsame Gruppe vor, in der alle Mannschaften je einmal gegen ihren Gegner anzutreten hatten. Der Sieger dieser Gruppe wurde Weltmeister, der Letztplatzierte stieg in die B-Weltmeisterschaft ab.

TurnierverlaufBearbeiten

Das Turnier wurde von einem Skandal überschattet: Bereits bei der Weltmeisterschaft vor einem Jahr war es im Prestige-Duell zwischen Kanada und der UdSSR turbulent zugegangen und beide Teams hatten Revanche für die Ereignisse angekündigt. Auch diesmal lag viel Brisanz in diesem Spiel, obwohl nur noch die Kanadier bei einem möglichen Sieg Chancen auf den Titelgewinn besaßen. Sieben Minuten vor Spielende kam es beim Stand von 4:2 für Kanada zu einer Massenschlägerei zwischen beiden Teams, an der sich neben sämtlichen Spielern auch die Trainer und Betreuer beteiligten.[1] Der Schiedsrichter musste daraufhin das Spiel abbrechen.[2]

Die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) reagierte auf diese Ereignisse mit drakonischen Strafen. Neben der Disqualifikation beider Mannschaften wurden insgesamt 19 Akteure mit einer Spielsperre von jeweils 18 Monaten belegt, das Strafmaß für die sowjetischen bzw. kanadischen Trainer und Betreuer belief sich auf zwei Jahre. Während das abgebrochene Spiel aus der Wertung genommen wurde, behielten dagegen die Ergebnisse aus den anderen Partien ihre Gültigkeit. In erster Linie konnte davon das Team aus Finnland profitieren und wurde damit zum ersten Mal in seiner Geschichte Junioren-Weltmeister. Die während des gesamten Turnierverlaufs sieglosen Schweizer mussten dagegen absteigen, da die Mannschaften aus Kanada und der UdSSR trotz ihrer Disqualifikation in der A-Gruppe verbleiben durften.

Spiele und AbschlusstabelleBearbeiten

Pl. Finnland  Tschechoslowakei  Schweden  Vereinigte Staaten  Polen  Schweiz  Kanada  Sowjetunion  Sp S U N Tore Punkte
1. Finnland  Finnland 5:3 0:5 4:1 13:3 12:1 6:6 5:4 7 5 1 1 45:23 11:03
2. Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 3:5 4:3 2:8 9:2 8:1 5:1 5:3 7 5 0 2 36:23 10:04
3. Schweden  Schweden 5:0 3:4 8:0 15:0 8:0 3:4 3:3 7 4 1 2 45:11 09:05
4. Vereinigte Staaten  USA 1:4 8:2 0:8 15:2 12:6 2:6 4:2 7 4 0 3 42:30 08:06
5. Polen  Polen 3:13 2:9 0:15 2:15 8:3 3:18 3:7 7 1 0 6 21:80 02:12
6. Schweiz  Schweiz 1:12 1:8 0:8 6:12 3:8 4:6 0:8 7 0 0 7 15:62 00:14
Kanada  Kanada 6:6 1:5 4:3 6:2 18:3 6:4 ann. 6 4 1 1 41:23 09:03
Sowjetunion  UdSSR 4:5 3:5 3:3 2:4 7:3 8:0 ann. 6 2 1 3 27:20 05:07

Beste ScorerBearbeiten

Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert

Spieler Team GP G A Pts PIM
Ulf Dahlén Schweden  Schweden 7 7 8 15 2
Teppo Kivelä Finnland  Finnland 7 6 6 12 2
Janne Ojanen Finnland  Finnland 7 3 9 12 6
Jukka-Pekka Seppo Finnland  Finnland 7 3 9 12 18
Pat Elynuik Kanada  Kanada 7 6 5 11 2
Pär Edlund Schweden  Schweden 7 5 6 11 10
Roger Öhman Schweden  Schweden 7 5 6 11 4
Sami Wahlsten Finnland  Finnland 7 4 7 11 0
Bo Svanberg Schweden  Schweden 7 7 3 10 6
Martin Hosták Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 7 7 3 10 8

Titel, Auf- und AbstiegBearbeiten

Weltmeister
Finnland 
Finnland
Marko Allen, Mikko Haapakoski, Markus Ketterer, Teppo Kivelä, Marko Kiuru, Timo Kulonen, Mikko Laaksonen, Jari Laukkanen, Antti Lehtosaari, Jukka Marttila, Petri Matikainen, Janne Ojanen, Jari Parviainen, Kari Rosenberg, Jukka-Pekka Seppo, Jyrki Silius, Pekka Tirkkonen, Antti Tuomenoksa, Sami Wahlsten, Sami Wikström
Trainerstab: Hannu Jortikka, Urpo Ylönen
Silber
Tschechoslowakei 
Tschechoslowakei
Roman Andrýs, Aleš Badal, Radomír Brázda, Martin Hosták, Juraj Jurík, Tomáš Kapusta, Robert Kron, František Kučera, Jiří Látal, Roman Lipovský, Ladislav Lubina, Ivan Matulík, Roman Němčický, Petr Pavlas, Luboš Pázler, Rudolf Pejchar, Karol Rusznyák, Oldřich Svoboda, Robert Svoboda, Lubomír Václavíček
Trainerstab: Jiří Justra, Július Černický
Bronze
Schweden 
Schweden
Håkan Åhlund, Roger Åkerström, Johan Borg, Ulf Dahlén, Pär Edlund, Tomaz Eriksson, Rikard Franzén, Niklas Gällstedt, Johan Garpenlöv, Anders Gozzi, Roger Hansson, Jonas Heed, Calle Johansson, Roger Johansson, Örjan Lindmark, Sam Lindståhl, Roger Öhman, Ulf Sandström, Thomas Sjögren, Bo Svanberg
Trainerstab: Gunar Jansson, Thomas Magnusson
Absteiger: Schweiz  Schweiz
Aufsteiger: Deutschland BR  BR Deutschland

AuszeichnungenBearbeiten

Spielertrophäen
Auszeichnung Spieler Team
Bester Torhüter Markus Ketterer Finnland  Finnland
Bester Verteidiger Calle Johansson Schweden  Schweden
Bester Stürmer Robert Kron Tschechoslowakei  Tschechoslowakei
All-Star-Team
Angriff: Schweden  Ulf DahlénTschechoslowakei  Juraj JuríkVereinigte Staaten  Scott Young
Verteidigung: Tschechoslowakei  Jirí LátalVereinigte Staaten  Brian Leetch
Tor: Schweden  Sam Lindståhl

Kader der disqualifizierten TeamsBearbeiten

Kanada 
Kanada
Steve Chiasson, Yvon Corriveau, Pat Elynuik, Theoren Fleury, Greg Hawgood, Kerry Huffman, Chris Joseph, Mike Keane, David Latta, Dave McLlwain, Scott Metcalfe, Steve Nemeth, Luke Richardson, Stéphane Roy, Everett Sanipass, Brendan Shanahan, Shawn Simpson, Pierre Turgeon, Jimmy Waite, Glen Wesley
Trainerstab: Bert Templeton, Pat Burns
Sowjetunion 
UdSSR
Jewgeni Dawydow, Sergei Fjodorow, Aljaksandr Haltschenjuk, Waleri Iwannikow, Aleksandrs Kerčs, Wladimir Konstantinow, Pawel Kostitschkin, Wladimir Malachow, Dmitri Medwedew, Alexander Mogilny, Igor Monajenkow, Wadim Mussatow, Sergei Ossipow, Waleri Popow, Wadim Priwalow, Anton Sagorodni, Sergei Schesterikow, Waleri Selepukin, Andrei Smirnow, Dmitri Zygurow
Trainerstab: Wladimir Wassiljew, Walentin Gurejew

B-WeltmeisterschaftBearbeiten

in Rouen, Frankreich

VorrundeBearbeiten

Gruppe A
Teams FRG JPN FRA ROM Tore Pkt.
1. Deutschland BR  BR Deutschland 6:3 2:2 16:3 24:8 5:1
2. Japan  Japan 3:6 3:1 11:7 17:14 4:2
3. Frankreich  Frankreich 2:2 1:3 4:3 7:8 3:3
4. Rumänien 1965  Rumänien 3:16 7:11 3:4 13:31 0:6
Gruppe B
Teams NOR AUT NED ITA Tore Pkt.
1. Norwegen  Norwegen 11:1 5:5 12:1 28:7 5:1
2. Osterreich  Österreich 1:11 6:4 4:4 11:19 3:3
3. Niederlande  Niederlande 5:5 4:6 7:5 16:16 3:3
4. Italien  Italien 1:12 4:4 5:7 10:23 1:5
Meisterrunde um Platz 1–4
Teams FRG NOR JPN AUT Tore Pkt.
1. Deutschland BR  BR Deutschland 13:3 (6:3) 11:0 30:6 6:0
2. Norwegen  Norwegen 3:13 7:5 (11:1) 21:19 4:2
3. Japan  Japan (3:6) 5:7 6:3 14:16 2:4
4. Osterreich  Österreich 0:11 (1:11) 3:6 4:28 0:6
Abstiegsrunde um Platz 5–8
Teams FRA ROM NED ITA Tore Pkt.
1. Frankreich  Frankreich (4:3) 7:5 7:3 18:11 6:0
2. Rumänien 1965  Rumänien (3:4) 7:4 5:1 15:9 4:2
3. Niederlande  Niederlande 5:7 4:7 (7:5) 16:19 2:4
4. Italien  Italien 3:7 1:5 (5:7) 9:19 0:6

AbschlussplatzierungBearbeiten

RF Team
1 Deutschland BR  BR Deutschland
2 Norwegen  Norwegen
3 Japan  Japan
4 Osterreich  Österreich
5 Frankreich  Frankreich
6 Rumänien 1965  Rumänien
7 Niederlande  Niederlande
8 Italien  Italien

Auf- und AbsteigerBearbeiten

Junioren B-Weltmeister 1987: Deutschland BR  BR Deutschland
Aufsteiger in die A-Gruppe: Deutschland BR  BR Deutschland
Absteiger aus der A-Gruppe: Schweiz  Schweiz
Absteiger in die C-Gruppe: Italien  Italien
Aufsteiger aus der C-Gruppe: Jugoslawien  Jugoslawien

TopscorerBearbeiten

Spieler Land Tore Assists Punkte
Andreas Brockmann Deutschland BR  BR Deutschland 6 8 14
Andreas Lupzig Deutschland BR  BR Deutschland 6 7 13
Sepp Wassermann Deutschland BR  BR Deutschland 5 6 11
Morten Finstad Norwegen  Norwegen 6 4 10
Roger Dahl Norwegen  Norwegen 6 4 10

AuszeichnungenBearbeiten

SpielertrophäenBearbeiten

Auszeichnung Spieler Team
Bester Torhüter Klaus Merk Deutschland BR  BR Deutschland
Bester Verteidiger Takayuki Kobori Japan  Japan
Bester Stürmer Knut Walbye Norwegen  Norwegen

C-WeltmeisterschaftBearbeiten

in Esbjerg, Dänemark

Spiele und AbschlusstabelleBearbeiten

Teams YUG DEN GBR BUL ESP AUS Tore Pkt.
1. Jugoslawien  Jugoslawien 13:4 6:4 5:1 11:2 21:1 56:12 10:0
2. Danemark  Dänemark 4:13 11:4 8:3 7:3 14:1 40:11 8:2
3. Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 4:6 4:11 4:2 6:2 7:0 25:21 6:4
4. Bulgarien 1971  Bulgarien 1:5 3:8 2:4 8:5 7:1 21:23 4:6
5. Spanien  Spanien 2:11 3:7 2:6 5:8 7:2 19:34 2:8
6. Australien  Australien 1:21 1:14 0:7 1:7 2:7 5:56 0:10

Auf- und AbsteigerBearbeiten

Junioren C-Weltmeister 1987: Jugoslawien  Jugoslawien
Aufsteiger in die B-Gruppe: Jugoslawien  Jugoslawien
Absteiger aus der B-Gruppe: Italien  Italien

AuszeichnungenBearbeiten

SpielertrophäenBearbeiten

Auszeichnung Spieler Team
Bester Torhüter Martin McKay Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
Bester Verteidiger Søren Jensen Danemark  Dänemark
Bester Stürmer Nik Zupančič Jugoslawien  Jugoslawien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. WJHC History - 1987. TSN, abgerufen am 2. Juni 2010.
  2. Punch-up in Piestany. CBC, 4. Januar 1987, abgerufen am 2. Juni 2010.

WeblinksBearbeiten