Yannick Noah

französischer Tennisspieler und Popsänger

Yannick Noah (* 18. Mai 1960 in Sedan) ist ein ehemaliger französischer Tennisspieler und heutiger Popsänger mit kamerunischen Wurzeln.

Yannick Noah Tennisspieler
Yannick Noah
Yannick Noah 2011 bei einem Konzert
Nation: Frankreich Frankreich
Geburtstag: 18. Mai 1960
Größe: 193 cm
1. Profisaison: 1977
Rücktritt: 1991
Spielhand: Rechts
Preisgeld: 3.440.660 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 476:210
Karrieretitel: 23
Höchste Platzierung: 3 (7. Juli 1986)
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 213:109
Karrieretitel: 16
Höchste Platzierung: 1 (25. August 1986)
Wochen als Nr. 1: 19
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

TenniskarriereBearbeiten

Noah war von 1977 bis 1991 auf der Profitour unterwegs. Nachdem er bis Mitte 1982 bereits acht Turniere gewonnen hatte, erreichte er im August dieses Jahres durch seinen neunten Turniersieg in South Orange erstmals die Top 10 der Weltrangliste. Bei den French Open kam er in den Jahren 1981 und 1982 jeweils bis ins Viertelfinale. Zu einem seiner erfolgreichsten Jahre wurde das Jahr 1983: Zunächst gewann er im April und Mai die beiden Turniere von Madrid und Hamburg, ehe er Anfang Juni auch die French Open für sich entscheiden konnte. Lediglich im Viertelfinale gegen Ivan Lendl musste er dabei einen Satzverlust hinnehmen und gewann ansonsten alle seine Matches glatt in drei Sätzen – unter anderem das Finale gegen Mats Wilander. Damit ist er bei den Herren bis heute der letzte Franzose, dem ein Einzelsieg bei einem der vier Grand-Slam-Turniere gelang. Er kam dadurch bis auf Platz 4 der Weltrangliste nach vorne und erreichte auch bei den US Open erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale. Am Ende des Jahres wurde er von der Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres („Champion des champions“) gewählt.

Etwas weniger erfolgreich verlief für Noah das Jahr 1984, wo er im Einzel kein Turnier gewinnen konnte und auch nur bei einem Turnier im Finale stand. Bei den French Open erreichte er das Viertelfinale im Einzel, gewann zusammen mit Henri Leconte aber das Turnier im Doppel. 1985 gewann er dann drei weitere Turniere im Einzel – unter anderem in Rom – und stand im Doppel gemeinsam mit Leconte bei den US Open im Finale. 1986 konnte Noah im Mai das Turnier von Forest Hills gewinnen und erreichte bei den French Open das Achtelfinale, das er jedoch verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Obwohl er daraufhin fast drei Monate pausieren musste, belegte er im Juli dann trotzdem zwei Wochen lang mit Platz 3 die höchste Platzierung seiner Karriere in der Einzel-Weltrangliste. Er konnte sich bis Oktober 1988 nahezu durchgängig in den Top 10 der Einzel-Weltrangliste behaupten und gewann weitere vier Turniere in dieser Zeit. Im Doppel spielte er zwischen 1986 und 1988 außerdem erfolgreich mit Guy Forget zusammen und belegte dabei insgesamt 19 Wochen die Spitzenposition der Weltrangliste – unter anderem durch das Finale 1987 bei den French Open und insgesamt neun Turniersiege.

Zum Ende seiner Karriere gewann Noah in Sydney Anfang 1990 sein 23. und letztes Turnier im Einzel. Bei den Australian Open erreichte er dann noch einmal das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers, das er gegen den damaligen Weltranglistenersten und späteren Turniersieger Ivan Lendl verlor. Im Achtelfinale hatte Noah den damals 18-jährigen Pete Sampras in vier Sätzen besiegt, der im gleichen Jahr später die US Open gewann. In Nizza gewann Noah im April gemeinsam mit Alberto Mancini seinen letzten Doppeltitel und beendete nach der Saison 1991 – abgesehen von einem kurzzeitigen Comeback bei vier Turnieren in den Jahren 1995 und 1996 – seine Karriere.

Als Teamchef der französischen Tennisnationalmannschaft gewann Noah mit den Herren dreimal den Davis Cup (1991, 1996 und 2017) und mit den Damen einmal den Fed Cup (1997).

Karriere als SängerBearbeiten

Erfolgreich war Noah als Sänger insbesondere mit den Chansons Aux arbres citoyens, das Platz 1 in den französischen Charts erreichte, Saga Africa und Métisse(s). Für sein Album Charango erhielt er 2006 eine goldene Schallplatte. Am 2. Juli 2005 trat er bei Live 8 in Paris auf.

SonstigesBearbeiten

Neben seiner Karriere als Sänger arbeitet er als Berater für die kamerunische Fußballnationalmannschaft. Er engagiert sich auch für französische Hilfsorganisationen wie Les Restos du Cœur und den von ihm gegründeten Verein Les enfants de la Terre. Zudem nimmt er regelmäßig am jährlichen Wohltätigkeitskonzert der Les Enfoirés, dem größten Medienereignis in der frankophonen Welt, teil.

Im Januar 2007 nahm ihn der französische Fußball-Erstligist Paris Saint-Germain als Berater unter Vertrag.

Sein Vater Zacharie stammte aus Kamerun und war Profifußballer, seine Mutter Marie-Claire ist Französin und war Lehrerin. Aus Noahs erster Ehe mit dem schwedischen Fotomodell (Miss Schweden 1978) Cecilia Rodhe stammen seine ältesten Kinder Joakim und Yéléna. Joakim Noah ist Basketball-Profi in der NBA und französischer Nationalspieler. Yéléna Noah arbeitet als Fotomodell.

2005 wurde er in einer Umfrage der französischen Sonntagszeitung Le Journal du Dimanche zum beliebtesten Franzosen gewählt. In einer Umfrage des Ifop-Instituts, die im Januar 2010 vorgestellt wurde, wurde Noah zum fünften Mal in Folge zur beliebtesten Persönlichkeit Frankreichs gewählt.[1]

CharterfolgeBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  FR   CH   BEW
2000 Yannick Noah FR1
 
Diamant

(106 Wo.)FR
CH26
 
Gold

(45 Wo.)CH
BEW2
 
Platin

(65 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 19. September 2000
2002 Live FR16
 
Gold

(19 Wo.)FR
CH82
(2 Wo.)CH
BEW40
(3 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 2002
2003 Pokhara FR1
 
Diamant

(105 Wo.)FR
CH23
 
Gold

(41 Wo.)CH
BEW2
 
Gold

(87 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 25. August 2003
2004 Yannick Noah Live FR134
(6 Wo.)FR
Erstveröffentlichung: 17. Oktober 2004
2005 Métisse(s) FR2
 
Platin

(69 Wo.)FR
CH28
(13 Wo.)CH
BEW4
 
Gold

(32 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 6. Juni 2005
2006 Charango FR1
 
Diamant

(129 Wo.)FR
CH7
 
Gold

(40 Wo.)CH
BEW1
 
Platin

(85 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2006
2010 Frontières FR1
 
Diamant

(94 Wo.)FR
CH4
(19 Wo.)CH
BEW1
 
Platin

(60 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 23. August 2010
2012 Hommage FR1
 
Platin

(25 Wo.)FR
CH19
(8 Wo.)CH
BEW1
(28 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 28. Mai 2012
2014 Combats ordinaires FR1
 
Platin

(34 Wo.)FR
CH20
(13 Wo.)CH
BEW2
(46 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2014
2019 Bonheur indigo FR5
(13 Wo.)FR
CH40
(6 Wo.)CH
BEW6
(18 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 6. September 2019

Weitere Veröffentlichungen

  • 1991: Black And What ! (FR:  Gold)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  FR   CH   BEW
1991 Saga Africa FR2
 
Gold

(22 Wo.)FR
Erstveröffentlichung: 1. Juni 1991
Don’t Stay (Far Away Baby) FR39
(9 Wo.)FR
Erstveröffentlichung: 30. November 1991
2000 Simon papa tara FR12
 
Gold

(33 Wo.)FR
BEW32
(5 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 26. August 2000
2001 La voix des sages (No More Fighting) FR3
 
Gold

(29 Wo.)FR
BEW16
(14 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2001
2002 Les Lionnes FR16
(16 Wo.)FR
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2002
Jamafrica FR52
(9 Wo.)FR
Erstveröffentlichung: 22. Juni 2002
2003 Si tu savais FR22
(21 Wo.)FR
CH77
(3 Wo.)CH
BEW31
(6 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 7. September 2003
2004 Ose FR13
(21 Wo.)FR
CH41
(14 Wo.)CH
BEW19
(13 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 18. Januar 2004
Mon Eldorado (du soleil…) FR19
(20 Wo.)FR
CH59
(11 Wo.)CH
BEW23
(12 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 27. Juni 2004
2005 Métis(se) FR11
 
Gold

(20 Wo.)FR
CH41
(10 Wo.)CH
BEW22
(12 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 18. Juni 2005
mit Disiz la Peste
2006 Donne-moi une vie FR8
 
Silber

(29 Wo.)FR
CH46
(19 Wo.)CH
BEW5
(27 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 23. September 2006
2007 Aux arbres citoyens FR1
 
Gold

(26 Wo.)FR
CH41
(13 Wo.)CH
BEW2
(26 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2007
Destination ailleurs FR8
(24 Wo.)FR
BEW19
(11 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 23. Juni 2007
2010 Angela CH71
(3 Wo.)CH
BEW8
(22 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 3. Mai 2010
2011 Ça me regarde FR80
(2 Wo.)FR
BEW34
(9 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 29. Januar 2011
2012 Redemption Song FR48
(8 Wo.)FR
BEW33
(2 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 2. April 2012
2014 On court FR47
(22 Wo.)FR
BEW42
(1 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2014
2019 Viens BEW17
(11 Wo.)BEW
Erstveröffentlichung: 14. Juni 2019

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

VideoalbenBearbeiten

  • 2004: Quand Vous Etes La (FR:  Diamant)
  • 2007: Un Autre Voyage (FR:  Diamant)
  • 2011: Yannick Noah Tour (FR:  Diamant)

Auszeichnungen für MusikverkäufeBearbeiten

Platin-Schallplatte

  • Europa  Europa
    • 2004: für das Album Yannick Noah
    • 2004: für das Album Pokhara

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
  Silber   Gold   Platin   Diamant Ver­käu­fe Quel­len
  Belgien (BEA) 0! S   2× Gold2   3× Platin3 0! D 110.000 ultratop.be
  Europa (IFPI) 0! S 0! G   2× Platin2 0! D (2.000.000) ifpi.org (Memento vom 1. Januar 2014 im Internet Archive)
  Frankreich (SNEP)   Silber1   7× Gold7   3× Platin3   7× Diamant7 5.510.000 infodisc.fr snepmusique.com
  Schweiz (IFPI) 0! S   3× Gold3 0! P 0! D 60.000 hitparade.ch
Insgesamt   Silber1   12× Gold12   8× Platin8   7× Diamant7

QuellenBearbeiten

  1. Yannick Noah ist beliebteste Persönlichkeit der Franzosen (Memento vom 4. Januar 2010 im Internet Archive)
  2. a b Chartquellen: FR CH BE (Wallonie)
  3. Auszeichnungen für Musikverkäufe: CH BE FR1 FR2

WeblinksBearbeiten

Commons: Yannick Noah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien