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Syrische Fußballnationalmannschaft

Auswahlmannschaft aus Syrien
Syrien
الاتحاد العربي السوري لكرة القدم
Spitzname(n) Die Roten Adler
Verband Syrian Football Association
Konföderation AFC
Cheftrainer SyrienSyrien Fajr Ibrahim (seit 2019; interim)
Rekordtorschütze Firas Al Khatib (26)
Heimstadion Abbasiden-Stadion
Aleppo International Stadium
FIFA-Code SYR
FIFA-Rang 85. (1278 Punkte)
(Stand: 14. Juni 2019)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
TurkeiTürkei Türkei 7:0 Syrien Syrien 1932Syrien
(Ankara, Türkei; 20. November 1949)
Höchster Sieg
Syrien 1963Syrien Syrien 13:0 Oman Oman
(Kairo, Ägypten; 6. September 1965)
Höchste Niederlagen
Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik Griechenland 8:0 Syrien Syrien 1932Syrien
(Athen, Griechenland; 25. November 1949)
Agypten 1922Ägypten Ägypten 8:0 Syrien Syrien 1932Syrien
(Alexandria, Ägypten; 12. Oktober 1951)
Erfolge bei Turnieren
Asienmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 6 (Erste: 1980)
Beste Ergebnisse Vorrunde 1980, 1984, 1988, 1996, 2011, 2019
(Stand: 17.01.2011)

Die syrische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft des Syrischen Arabischen Fußballverbandes. Sie wurde von 2018 bis 2019 vom deutschen Trainer Bernd Stange trainiert und trug bis zum Beginn des Syrischen Bürgerkrieges ihre Heimspiele im Abbasiden-Stadion in Damaskus aus. Bislang konnte sich die Nationalmannschaft noch nie für eine Weltmeisterschaftsendrunde qualifizieren. An Asienmeisterschaften nahm man sechsmal teil, kam dabei allerdings nie über die Vorrunde hinaus.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das erste Spiel der syrischen Nationalmannschaft war zugleich das erste Pflichtspiel: In der Qualifikation zur WM 1950 unterlag man am 20. November 1949 auswärts der Türkei mit 0:7. Das erste Heimspiel – wiederum in der WM-Qualifikation, diesmal für 1958 – gegen den Sudan am 24. Mai 1957 endete 1:1. Erst am 8. Januar 1972 gab es den ersten Sieg, ein 1:0 gegen Algerien bei einem Turnier im Irak. Dies war allerdings erst das sechste Spiel der syrischen Nationalmannschaft, da die Syrer zwischenzeitlich in einer gemeinsamen Mannschaft mit Ägypten gespielt hatten (siehe hierzu Vereinigte Arabische Republik).

Im Juli 2007 belegte Syrien in der FIFA-Weltrangliste den 109. Platz, innerhalb Asiens Platz 14.

Die Spielfarben der syrischen Nationalmannschaft sind Rot oder Weiß.

Das Abbasiden-Stadion (Al-Abbasiyyin) in Damaskus fasst 45.000 Zuschauer und fungiert als Nationalstadion, obwohl auch in anderen Städten Spiele der Nationalmannschaft ausgetragen werden.

Aufgrund des herrschenden Bürgerkriegs muss die Mannschaft seit 2011 ihre Heimspiele auf neutralem Boden austragen. So musste Syrien das WM-Qualifikationsspiel gegen Tadschikistan im Juli 2011 in der jordanischen Hauptstadt Amman austragen.[2] Die Spiele der Qualifikation zur Asienmeisterschaft 2015 fanden in der iranischen Hauptstadt Teheran statt. Die Spiele der WM-Qualifikation 2018 trug man zunächst im Oman und danach in Malaysia aus.

Erfolge der NationalmannschaftBearbeiten

Bisher gewann die A-Nationalmannschaft Syriens keinen bedeutenden Titel. Der größte Erfolg ist der Gewinn der Mittelmeerspiele 1987. Beim „Arabischen Pokal der Nationalmannschaften“ erreichte sie 1963, 1966 und 1988 den zweiten Platz.

Bei der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft 2005 erreichte die syrische Auswahl das Achtelfinale, nachdem man sich in der Gruppenphase u. a. gegen Italien mit 2:1 durchsetzen konnte. In der Runde der letzten 16 musste sich das Nachwuchsteam aus dem Nahen Osten durch eine 1:0-Niederlage gegen den späteren Weltmeister Brasilien geschlagen geben.

LänderspieleBearbeiten

Von 1949 bis 2006 bestritt Syrien 281 Länderspiele (inkl. inoffizieller Spiele), davon wurden 101 gewonnen und 115 verloren, 65 Begegnungen endeten unentschieden. Die Torbilanz lautet 410:386. Häufigster Länderspielgegner war Kuwait mit 27 Vergleichen, gefolgt von Jordanien (21) und Saudi-Arabien (20).

Bei den Weblinks findet sich ein Link zu einer Liste aller Länderspiele von 1949 bis 2005.

Das bislang einzige Spiel gegen eine Mannschaft aus dem deutschsprachigen Raum fand im Rahmen der Olympischen Sommerspiele von 1980 in der Sowjetunion statt: In der ersten Runde des Fußballturniers unterlag Syrien der DDR mit 0:5. Gegen (Gesamt)-Deutschland, Österreich, die Schweiz oder Liechtenstein haben die Syrer bislang nicht gespielt.

Teilnahmen an den Olympischen SpielenBearbeiten

1900 bis 1968 nicht teilgenommen
1972 in München nicht qualifiziert
1976 in Montreal nicht teilgenommen
1980 in Moskau Vorrunde (qualifiziert als Nachrücker für Malaysia)
1984 in Los Angeles nicht qualifiziert
1988 in Seoul nicht qualifiziert

Nach 1988 hat die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsspielen dazu teilgenommen. Eine Olympiamannschaft konnte sich bisher nicht qualifizieren.

Syrien und die FußballweltmeisterschaftBearbeiten

Syrien nahm bislang zehnmal an einer Qualifikation teil, zuerst für die WM 1950, es konnte sich bisher jedoch nie für eine WM-Endrunde qualifizieren. Am knappsten scheiterten die Syrer in der Qualifikation zur WM 1986 in Mexiko, als es sich für die letzte Qualifikationsrunde qualifizierte, jedoch nach einem 0:0 im Hinspiel dem Irak im Rückspiel im saudi-arabischen Taif mit 1:3 unterlag.

In der Qualifikation zur WM 2006 in Deutschland schied Syrien schon nach der ersten Qualifikationsrunde aus. Hinter Bahrain belegte man den zweiten Rang in der Vorrundengruppe 6, jedoch kamen nur die Gruppensieger eine Runde weiter. Dabei hatte die syrische Mannschaft am vorletzten Spieltag noch alle Chancen auf ein Weiterkommen, da es in Damaskus zum direkten Duell gegen den Konkurrenten und späteren Gruppensieger kam: Nach 21 Minuten führte sie nach Treffern von Shekhelshra und Alhoussain mit 2:0, noch während der ersten Halbzeit erzielte Mohamad Adnan den Anschlusstreffer für Bahrain. Bei diesem Ergebnis wäre es am letzten Spieltag zu einem Fernduell der beiden Mannschaften um den Gruppensieg gekommen. Bis zur 92. Minute (!) konnten die Fans im Abbasidenstadion hoffen, dann jedoch setzte Salmeens Ausgleich zum 2:2 allen Hoffnungen ein jähes Ende. Bahrain hatte mit diesem Unentschieden vorzeitig die Qualifikation für die zweite Runde geschafft, Syrien war abermals gescheitert und verlor schließlich das letzte, bedeutungslose Gruppenspiel gegen Kirgisistan. Der syrische Verband strich aufgrund dieses 0:1 den Spielern ihre Vergütung für den November. Als besonderes Ereignis bleibt noch zu erwähnen, dass das Qualifikationsspiel gegen Tadschikistan am 9. Juni in Homs aufgrund eines Stromausfalls abgebrochen werden musste und am Tag darauf wiederholt wurde. Zum Zeitpunkt des Abbruchs (während der zweiten Halbzeit) hatte Syrien mit 3:1 geführt, in der Neuansetzung hieß es schließlich 2:1.

Aufgrund des frühen Scheiterns in der WM Qualifikation 2006 war Syrien in der Qualifikation zur WM 2010 ungesetzt und musste zunächst zwei Qualifikationsrunden überstehen. In der ersten Runde wurde der Gegner aus Afghanistan mit 3:0 und 2:1 besiegt, ehe Indonesien in der zweiten Runde mit 4:1 und 7:0 ausgeschaltet wurde. Die Auslosung der Gruppenphase in Durban ergab, dass Syrien gegen den Iran, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate antreten musste. Am letzten Spieltag benötigte die syrische Mannschaft einen 3:0-Sieg über die Emirate, um sich zu qualifizieren, dieses Ziel verfehlte man beim 3:1 denkbar knapp und schied damit aus.

Ergebnisse Syriens in den bisherigen WM-QualifikationenBearbeiten

In dieser Tabelle steht H für ein Heim-, A für ein Auswärtsspiel, N für ein Spiel auf neutralem Platz.

WM-Jahr und -Land Quali-Gruppe Gegner Ergebnis
1950 in Brasilien II Turkei  Türkei A 0:7
1954 in der Schweiz nicht teilgenommen
1958 in Schweden Sudan 1956  Sudan A 0:1, H 1:1
1962 in Chile nicht angetreten
1970 in Mexiko nicht teilgenommen
1974 in der BR Deutschland Untergruppe B/2 Iran 1964  Iran A 0:1, H 1:0
Korea Nord  Nordkorea H 2:1, A 2:0
Kuwait  Kuwait H 2:1, A 2:0
1978 in Argentinien Gruppe 3 Iran 1964  Iran A 0:2, H 0:2[FN 1]
Saudi-Arabien  Saudi-Arabien A 0:2, H 2:1
1982 in Spanien Gruppe 2
(Turnier in Saudi-Arabien)
Bahrain  Bahrain 0:1
Saudi-Arabien  Saudi-Arabien 0:2
Katar  Katar 1:2
Irak 1963  Irak 1:2
1986 in Mexiko Untergruppe 2A Kuwait  Kuwait H 1:0, A 0:0
Jemen Arabische Republik  Nordjemen A 1:1, H 1:0
2. Runde Bahrain  Bahrain A 1:1, H 1:0
Endrunde Irak 1963  Irak H 0:0, A 1:3 (in Taif)
1990 in Italien Gruppe 2 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien A 4:5, H 0:0
Jemen  Jemen H 2:0, A 1:0
1994 in den USA Gruppe B
(Turniere im Iran und Syrien)
Iran  Iran 1:1, 1:1
Oman  Oman 0:0, 2:1
Taiwan  Taiwan 2:0, 8:1
1998 in Frankreich Gruppe 2
(Turniere in Syrien und im Iran)
Iran  Iran 0:1, 2:2
Kirgisistan  Kirgisistan 1:2[FN 2]
Malediven  Malediven 12:0, 12:0
2002 in Japan und Südkorea Gruppe 1 Oman  Oman H 0:2, A 3:3
Laos  Laos H 11:0, A 9:0
Philippinen  Philippinen H 12:0, A 5:1
2006 in Deutschland Gruppe 6 Bahrain  Bahrain H 2:2, A 1:2
Kirgisistan  Kirgisistan H 0:1, A 1:1
Tadschikistan  Tadschikistan H 2:1, A 1:0
2010 in Südafrika 1. Runde Afghanistan 2002  Afghanistan H 3:0, A 2:1 (in Duschanbe)
2. Runde Indonesien  Indonesien A 4:1, H 7:0
2014 in Brasilien 2. Runde Tadschikistan  Tadschikistan N 2:1, A 4:0[FN 3]
2018 in Russland 2. Runde Afghanistan  Afghanistan
Japan  Japan
Kambodscha  Kambodscha
Singapur  Singapur
Anmerkungen:
  1. Das Auswärtsspiel wurde mit 0:2 gewertet, da Syrien zurückgezogen hatte, weil man das eigene Team für zu schwach hielt.
  2. Das erste Spiel gegen Kirgisistan wurde nicht ausgetragen
  3. Beide Spiele wurden anschließend mit 3:0 für Tadschikistan gewertet, da Syrien mit George Mourad einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hat. Syrien wurde zudem aus der Qualifikation ausgeschlossen. [1]

Syrien und die AsienmeisterschaftBearbeiten

Für die Kontinentalmeisterschaft in Asien konnten sich die Syrer viermal zumindest qualifizieren (1980 in Kuwait, 1984 in Singapur, 1988 in Katar und zuletzt 1996 in den Emiraten), kamen jedoch nie über die Vorrunde hinaus. Erstmals nahm man 1972 an der Qualifikation teil, damals scheiterte man an Kuwait.

In der Qualifikation für das Endturnier 2004 in Japan erwiesen sich Turkmenistan und die Emirate als zu stark für die syrische Mannschaft. Lediglich gegen den späteren Gruppenletzten Sri Lanka gab es zwei Siege, dazu kam noch ein Unentschieden gegen die Turkmenen. Damit stand am Ende wieder einmal der dritte Platz in der Vorrundengruppe. Zum letzten Gruppenspiel im turkmenischen Aschgabat trat Syrien nicht an.

Während der Qualifikation zur Fußball-Asienmeisterschaft 2007 traf Syrian auf den Iran, Südkorea und Taiwan. Zwar erreichten die Syrer sowohl in Teheran als auch in Seoul ein Unentschieden, jedoch sorgten die Heimniederlagen gegen Gruppenfavouriten für das Aus in der Qualifikation.

Nach 15 Jahren war die Mannschaft erneut bei der Asienmeisterschaft vertreten, in Katar schied Syrien allerdings in der Vorrunde aus.

Syrien und die WestasienmeisterschaftBearbeiten

Beim Turnier des Westasiatischen Fußballverbands, das seit 2000 sechsmal stattgefunden hat, erreichte Syrien dreimal das Finale, musste sich jedoch zweimal dem Iran geschlagen geben (2000: 0:1, 2004: 1:4). Der erste Gewinn dieses Wettbewerbs gelang daher erst im Jahre 2012. Beim Wettbewerb im eigenen Land 2002 erreichte man den vierten Platz, im Jahre 2007 wurde nochmal der Einzug ins Halbfinale.

Bekannte TrainerBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 14. Juni 2019, abgerufen am 22. Juni 2019.
  2. FIFA.com: Spielbericht Syrien – Tadschikistan