VfL Gummersbach

deutscher Handballverein

Der VfL Gummersbach (vollständiger Name: Verein für Leibesübungen Gummersbach von 1861 e. V.) ist ein Sportverein aus Gummersbach. Gegründet am 3. März 1861, wurde der VfL Gummersbach vor allem durch die Erfolge seiner Handballmannschaft, die im Jahr 1925 entstand, bekannt. Der VfL Gummersbach war bis zur Saison 2018/19 der einzige Verein, der seit Gründung der ersten Handball-Bundesliga ununterbrochen erstklassig spielte. Das Gründungsmitglied war darüber hinaus der erste Deutsche Meister der Handball-Bundesliga. Seither gehört der zwölffache Meister und elfmalige Europapokalsieger zu den bekanntesten und traditionsreichsten Handballvereinen der Welt.

VfL Gummersbach
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Voller Name Verein für Leibesübungen Gummersbach von 1861 e. V. (Hauptverein)
VfL Handball Gummersbach GmbH (Spielbetrieb Profi-Handball)
Gegründet 3. März 1861
Vereinsfarben Blau-Weiß
Halle Schwalbe-Arena Ausweichhalle: Westfalenhalle, Dortmund
Plätze 4132
Präsident Dieter Brüning
Geschäftsführer Christoph Schindler
Trainer Guðjón Valur Sigurðsson
Liga Handball-Bundesliga
2022/23
Rang 10. Platz
DHB-Pokal Viertelfinale
Website vfl-gummersbach.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Meister
1966, 1967, 1969, 1973, 1974, 1975, 1976, 1982, 1983, 1985, 1988, 1991
DHB-Pokalsieger
1977,1978, 1982, 1983, 1985
International Europapokalsieger der Landesmeister
1967, 1970, 1971, 1974, 1983
Europapokalsieger der Pokalsieger
1978, 1979, 2010, 2011
IHF/EHF-Pokalsieger
1982, 2009
Vereinseuropameister
1979, 1983

Der VfL hat in der Vergangenheit viele nationale sowie internationale Titel gewonnen, Bekannte Spieler waren damals Heiner Brand, Hansi Schmidt und Joachim Deckarm. Zur Saison 2021/2022 gelang die Rückkehr der Bundesliga-Mannschaft ins deutsche Oberhaus.

Der Verein Bearbeiten

Gegründet wurde am 3. März 1861 zunächst der Gummersbacher Turnverein (GTV). Zunächst wurde im GTV ausschließlich geturnt. Bereits drei Jahre nach seiner Gründung richtete der Verein erstmals das Bergische Gauturnfest aus, das danach noch weitere Male in Gummersbach stattfand. 1884 wurde die Jugendabteilung des GTV gegründet, 1906 wurden erstmals auch Frauen als Mitglieder aufgenommen. Infolgedessen stellte sich die bis dahin benutzte Sporthalle als zu klein dar. Dieses Problem wurde zwei Jahre später gelöst, als eine zweite Halle zur Verfügung gestellt wurde, was einen ausgeweiteten Trainingsbetrieb ermöglichte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Verein reaktiviert und erhielt eine neue Satzung.

Im April 1937 fusionierte der GTV mit weiteren Sportvereinen vor Ort, unter anderem dem SSV Gummersbach und nannte sich von da an VfL Gummersbach von 1861. Bei diesem Zusammenschluss wurden auch weitere Sportarten in den Verein eingegliedert, unter anderem Handball, Fußball, Leichtathletik und Wintersport. Wie schon von 1914 bis 1918 gab es auch im Zweiten Weltkrieg keinen Sportbetrieb im VfL. Am 29. September 1945 wurde der Verein ein weiteres Mal neu gegründet.

Handball im VfL Bearbeiten

Geschichte Bearbeiten

 
Die Mannschaft des VfL Gummersbach bei einem Europapokalspiel in Dortmund 1977
 
Der VfL Gummersbach mit dem gewonnenen EHF-Pokal am 1. Juni 2009 in der Kölner Lanxess-Arena

Die Handball-Abteilung des VfL Gummersbach wurde im Jahre 1925[1] gegründet. Der Verein spielte von 1933 bis 1939 in der erstklassigen Handball-Gauliga Mittelrhein. Während in Deutschland noch hauptsächlich Feldhandball gespielt wurde, konzentrierte man sich im VfL bereits sehr früh auf das Spiel in der Halle. 1966, Feldhandball war zu diesem Zeitpunkt noch deutlich populärer, gewann der VfL seine erste deutsche Meisterschaft in der Halle und qualifizierte sich für die neu eingerichtete Bundesliga. Ein Jahr später sorgte der Verein im Europapokal der Landesmeister für Furore, als in der Spielzeit 1966/67 nach Siegen gegen mehrere europäische Spitzenteams der Titel erstmals ins Bergische Land geholt wurde. Nach zwei weiteren Meisterschaften (1967 und 1969) erreichte der VfL das Europapokalfinale 1970, das er gegen den SC Dynamo Berlin gewann. Insgesamt waren die 1970er Jahre mit vier Meisterschaften, zwei DHB-Pokalsiegen sowie fünf Titeln im Europapokal die erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte. Zudem stellte der VfL einige Spieler der Weltmeistermannschaft von 1978, die zumeist aus der sehr erfolgreichen Jugendarbeit des Vereins kamen.

Auch in den 1980er Jahren blieb der VfL Gummersbach neben TUSEM Essen und dem TV Großwallstadt die stärkste Mannschaft in West-Deutschland. Der VfL gewann den Titel 1982, 1983, 1985 und 1988. Hinzu kamen weitere Erfolge im deutschen und europäischen Pokalwettbewerb. Unter anderem war Gummersbach die erste Mannschaft, die den neu eingeführten IHF-Pokal gewinnen konnte (1982).

1997 wurden die enormen finanziellen Probleme des VfL bekannt. Spieler mussten auf Teile ihres Gehaltes verzichten oder verkauft werden. Zu dieser Zeit wurde die VfL Handball Gummersbach GmbH gegründet, der Profihandball aus dem Stammverein ausgegliedert und eine finanzielle Konsolidierung erreicht.

Im Jahr 2005 wurde die Handballakademie VfL Gummersbach gegründet.

In der Bundesliga-Saison 2004/05 erreichte der VfL nach 13-jähriger Abstinenz mit dem EHF-Pokal erstmals wieder einen europäischen Wettbewerb. Endstation war im Halbfinale der SC Magdeburg. Vorher wurden die Grasshoppers Zürich, US Dunkerque HB sowie Dunaferr SE besiegt. In der Saison 2006/07 erreichte der VfL in der EHF Champions League das Viertelfinale und scheiterte dort an BM Valladolid. In der EHF-Champions-League-Saison 2007/08 scheiterte er in der Hauptrunde am späteren Sieger BM Ciudad Real. Für die EHF-Pokal-Saison 2008/09 qualifizierte sich Gummersbach und gewann durch den Finalsieg gegen RK Velenje den ersten internationalen Titel seit 26 Jahren. Auf dem Weg ins Finale gewann die Mannschaft um Sead Hasanefendić im Achtelfinale gegen den deutschen Konkurrenten SC Magdeburg.

Ein Jahr nach dem Gewinn der Trophäe errang der VfL den EHF-Europapokal der Pokalsieger 2009/10 durch einen Finalsieg gegen BM Granollers (Hinspiel 34:25, Rückspiel in Granollers 33:37). Überragender Akteur auf Seiten der Gummersbacher war Viktor Szilágyi. Der Titel konnte in der EHF-Pokal-Saison 2010/11 gegen Tremblay-en-France nach einem 30:28-Auswärtserfolg in Köln vor 7800 Zuschauern durch ein 26:26 (10:15) erfolgreich verteidigt werden. Passend zum 150-jährigen Vereinsjubiläum erreichte der VfL damit – erneut unter Trainer Sead Hasanefendić – einen historischen Erfolg: Selbst in den erfolgreichsten Zeiten waren dem Traditionsverein keine drei Europapokal-Siege in Folge gelungen.

Die Mannschaft startete die Titelverteidigung nach Bekanntwerden einer vorläufigen Lizenzverweigerung für die Bundesliga-Saison 2011/12 (Ursache war eine Liquiditätslücke im Etat von über 2 Millionen Euro,[2] die jedoch innerhalb einer Woche von Fans und Förderern geschlossen werden konnte.[3]). Durch Nachbesserung der Unterlagen wurde erfolgreich Widerspruch gegen den Lizenzentzug eingelegt; dies führte zur Erteilung der Lizenz unter strengen Auflagen durch die Handball-Bundesliga.[4] Dem Verein gelang es damit zum vierten Mal in seiner Geschichte (1996, 2000, 2009, 2011), ein drohendes finanzielles Ende abzuwenden.

Zum Abschluss der Bundesliga-Saison 2018/19 stieg der VfL Gummersbach erstmals aus der Bundesliga ab.[5] Nachdem der VfL Gummersbach seine erste Spielzeit in der 2. Bundesliga (2019/20), die auf Grund der COVID-19-Pandemie abgebrochen wurde, auf dem vierten Tabellenplatz beendete, hatten die Oberbergischen in der Saison 2020/21 das Ziel in die Bundesliga aufzusteigen; mit dem 3. Platz wurde das Ziel verfehlt. In der Saison 2021/22 gelang dem VfL die Rückkehr in die Bundesliga, wobei er überlegen Meister der 2. Bundesliga wurde.[6] In seinem ersten Jahr nach der Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs überzeugte der VfL Gummersbach auf ganzer Linie und belegte am Ende der Saison 2022/23 einen guten zehnten Tabellenplatz.

Aktueller Kader 2023/24 Bearbeiten

 
VfL Gummersbach Saison 2015/16
Nr. Name Position Geburtstag Größe
12 Deutschland  Daniel Rebmann TW 16.01.1994 1,90 m
16 Serbien  Tibor Ivanišević TW 16.08.1990 1,97 m
04 Island  Elliði Snær Viðarsson KM 15.11.1998 1,92 m
05 Slowenien  Tilen Kodrin LA 14.05.1994 1,90 m
06 Montenegro  Miloš Vujović LA 05.09.1993 1,81 m
07 Deutschland  Julian Köster (C)  RM/RL 16.03.2000 2,00 m
08 Deutschland  Lukas Blohme RA 07.11.1994 1,89 m
09 Island  Arnór Snær Óskarsson RR, RA 22.02.2000 1,82 m
10 Deutschland  Finn Schroven RR 26.06.2003 1,90 m
11 Deutschland  Mathis Häseler RA 25.06.2002 1,89 m
15 Deutschland  Miro Schluroff RL 25.04.2000 1,98 m
19 Georgien  Giorgi Tskhovrebadze RR 19.02.2001 1,94 m
21 Deutschland  Dominik Mappes RM 25.12.1994 1,91 m
23 Deutschland  Ole Pregler RM 26.05.2002 1,92 m
27 Slowenien  Kristjan Horžen KM 08.12.1999 1,92 m
30 Deutschland  Tom Kiesler RL 24.04.2001 1,88 m
44 Niederlande  Tom Jansen RR 18.06.1998 1,99 m
66 Tschechien  Štěpán Zeman KM 09.05.1997 2,03 m
B Island  Guðjón Valur Sigurðsson Trainer 08.08.1979 1,87 m
A Niederlande  Anel Mahmutefendic Co-Trainer 21.01.1978
C Kroatien  Mario Kelentrić TW-Trainer 31.01.1973 1,90 m
D Deutschland  Johannes Scheidgen AT-Trainer 24.01.1995

Transfers zur Saison 2023/24 Bearbeiten

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
Deutschland  Daniel Rebmann[7] Frisch Auf Göppingen
Georgien  Giorgi Tskhovrebadze[8] Montpellier Handball
Montenegro  Miloš Vujović[9] Füchse Berlin
Slowenien  Kristjan Horžen[9] Rhein-Neckar Löwen
Island  Arnór Snær Óskarsson[10] Rhein-Neckar Löwen(Leihe Februar bis Juni 2024)
Stand: 15. Februar 2024
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
Schweden  Fabian Norsten[11] Aalborg Håndbold
Ungarn  Martin Nagy[12] Pick Szeged
Serbien  Nemanja Zelenović[13] HSG Wetzlar
Deutschland  Jonas Stüber[14] ASV Hamm-Westfalen
Deutschland  Julius Fanger TuS Ferndorf
Island  Hákon Daði Styrmisson[15] VfL Eintracht Hagen, September 2023
Island  Arnór Snær Óskarsson Rhein-Neckar Löwen (zurück nach Leihe)
Stand: 15. Februar 2024

Transfers zur Saison 2024/25 Bearbeiten

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
Island  Teitur Örn Einarsson[16] SG Flensburg-Handewitt
Danemark  Bertram Obling[17] HC Erlangen
Stand: 27. Dezember 2023
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
Serbien  Tibor Ivanišević[18] unbekannt
Deutschland  Dominik Mappes[19] HSG Wetzlar
Stand: 16. Januar 2024

Bekannte ehemalige Spieler Bearbeiten

Bekannte ehemalige Trainer Bearbeiten

Spielorte Bearbeiten

 
„Gummi“, das Maskottchen des VfL Gummersbach
 
Die LANXESS Arena bei einem Spiel des VfL Gummersbach

Seit es im VfL Profihandball gibt, war die Eugen-Haas-Halle in Gummersbach Heimspielstätte der Blau-Weißen. Aufgrund der mit heute 2100 Plätzen geringen Kapazität der Halle zog der VfL aber bereits in den 1960er Jahren zu ausgewählten Spielen in andere Hallen um. Europapokalspiele bestritt der Verein zunächst in der Kölner Sporthalle, ab 1970 dann in der Regel in der Dortmunder Westfalenhalle, gelegentlich auch weiterhin in der Sporthalle Köln. Nachdem 1998 die LANXESS Arena in Köln fertiggestellt war, gab es schon früh Pläne zum Umzug in die große Multifunktionshalle. Jedoch kam es erst am 30. November 2001 zum ersten Spiel des VfL in Köln. Dabei wurde gegen den THW Kiel mit 18.576 und 2004 im Spiel gegen den SC Magdeburg mit 19.154 Zuschauern der inoffizielle Weltrekord für Zuschauerbesuche bei Vereinsmannschaftsspielen aufgestellt, der jedoch ein halbes Jahr später durch ein Bundesligaspiel des TBV Lemgo gegen den THW Kiel in der Arena auf Schalke wieder gebrochen wurde. Die höchste offizielle Zuschauerzahl eines Spiels des VfL Gummersbach wurde am 16. März 2007 im Bundesligaspitzenspiel gegen den THW Kiel mit 19.403 Zuschauern erreicht. Ab 2005 bestritt der VfL regelmäßig Ligaspiele in der LANXESS Arena. In der Saison 2007/08 wurden alle 17 Bundesliga-Heimspiele des VfL in der Kölnarena ausgetragen. Dadurch erhoffte sich der Verein Mehreinnahmen in sechsstelliger Höhe pro Saison. Auch alle Spiele der EHF Champions League fanden in Köln statt. Diese Rechnung ging aber nicht auf. Die hohen Hallenkosten und die auf Dauer nur mäßige Zuschauerresonanz in Köln ließen den VfL in die Eugen-Haas-Halle zurückkehren.

Die jüngsten internationalen Erfolge veranlassten die Stadt Gummersbach, den Bau einer neuen Arena zu bewilligen. Dabei entstanden für den VfL keinerlei Kosten. Die 10,7 Mio € teure Multifunktionshalle wurde vom Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt und einer Sponsorengesellschaft finanziert, die sich die Namensrechte der neuen Arena gesichert hat. Die neue Halle trägt den Namen Schwalbe-Arena, benannt nach dem Fahrradreifenhersteller und ehemaligen Hauptsponsor der Profihandballer. Sie bietet 4132 Zuschauern Platz und verfügt über einen angeschlossenen Businessbereich und VIP-Logen. Der Bau begann am 17. Oktober 2012 mit dem ersten Spatenstich, eingeweiht wurde die Halle am 9. und 10. August 2013 mit einem Handballturnier. Der VfL zog zur Bundesliga-Saison 2013/14 in die Arena um. Mit der neuen Halle erhofft sich der Verein insbesondere eine höhere Attraktivität für eventuelle Sponsoren und Spieler sowie steigende Zuschauereinnahmen.[20]

Größte Erfolge Bearbeiten

Entwicklung der Zuschauerzahlen Bearbeiten

Saison Zuschauerschnitt
2004/05 7.106
2005/06 10.484
2006/07 8.702
2007/08 6.067
2008/09 4.884
2009/10 3.708
2010/11 2.675
2011/12 2.421
2012/13 2.012
2013/14 3.586
2014/15 3.643
2015/16 4.271
2016/17 3.779
2017/18 3.410[21]
2018/19 3.232
2019/20 2.991
2020/21 110 (coronabedingt)
2021/22 2.171
2022/23 3.696

Ehrungen Bearbeiten

 
Geschäftsstelle des VfL Gummersbach

2. Mannschaft Bearbeiten

Die zweite Mannschaft des VfL spielte in den achtziger Jahren zeitweilig in der Handball-Regionalliga West, der damaligen dritten Liga. Seit der Saison 2011/12 spielt die Zweitvertretung des VfL wieder drittklassig in der neuen 3. Liga West.

Jugend Bearbeiten

  • U17 Westdeutscher Meister & U17 2. Platz deutsche Meisterschaft 2008/09
  • U19 2. Platz deutsche Meisterschaft 2011/12
  • U17 Mittelrhein Meister & U17 3. Platz deutsche Meisterschaft 2013/14
  • U15 Mittelrhein Meister & U15 Halbfinale WHV-Meisterschaft 2013/14
  • U15 Mittelrhein Meister & U15 Halbfinale WHV-Meisterschaft 2014/15
  • U15 Mittelrhein Meister & 2. Platz westdeutsche Meisterschaft 2016/17
  • U19 Halbfinale deutsche Meisterschaft 2017/18
  • U17 Viertelfinale deutsche Meisterschaft 2018/19
  • U17 Halbfinale deutsche Meisterschaft 2022/23
  • Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein 2007
  • Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein 2015

Fußball im VfL Bearbeiten

Am 23. Januar 1910 wurde der FC Teutonia Gummersbach gegründet, der sich noch im gleichen Jahr in Viktoria Gummersbach umbenannte. Im April 1913 fusionierte die Viktoria mit dem FC Komet Gummersbach und der Betriebssportgemeinschaft der Firma Steinmüller zum SSV Gummersbach. In den 1930er Jahren spielte der SSV in der seinerzeit zweitklassigen Bezirksklasse, bevor der Club 1937 im VfL Gummersbach aufging. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der SSV Gummersbach am 12. August 1945 neu gegründet. Doch schon während der Saison 1945/46 schloss sich der Verein wieder dem VfL an und spielte in der 1. Kreisklasse Oberberg. 1954 wurden die VfL-Fußballer Kreismeister und stiegen in die Bezirksklasse auf.[22] Dort wurden die Gummersbacher 1958 Vizemeister hinter dem SV 09 Eitorf.[23] 1967 beendete der VfL die Bezirksklassensaison punktgleich mit dem TuS Lindlar. Vor 5.000 Zuschauern im neutralen Engelskirchen siegten die Gummersbacher mit 1:0 und stiegen in die Landesliga auf.[22]

In der Landesliga kämpfte die Mannschaft zunächst gegen den Abstieg, ehe sie 1975 Vizemeister hinter dem TuS Lindlar wurde und den Aufstieg in die Verbandsliga Mittelrhein, die damals höchste Amateurliga, um nur einen Punkt verpasste. Drei Jahre später trugen die VfL-Fußballer ein Freundschaftsspiel gegen die japanische Nationalmannschaft aus,[22] bevor die Gummersbacher 1979 in die Bezirksliga und vier Jahre später in die Kreisliga A absteigen mussten. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg kehrten die Gummersbacher in der Saison 1988/89 noch einmal in die Landesliga zurück und pendelten danach zwischen Bezirksliga und Kreisliga A. Als im Jahre 2000 dem VfL Gummersbach durch die hohen Schulden der Handballabteilung die Insolvenz drohte, spalteten sich die VfL-Fußballer im März 2000 als 1. FC Gummersbach ab.[22]

Tischtennis im VfL Bearbeiten

1947 gründete sich eine Tischtennisabteilung. 1950 gelang der Herrenmannschaft um F. Öffner, H. Öffner, Gert Bubenzer, Mylenbusch, Hennes, Holzapfel, Wagner und Glodde der Aufstieg in die Oberliga, der damals höchsten deutsche Spielklasse, aus der er ein Jahr später wieder abstieg. Daraufhin zog sich die Mannschaft vom Spielbetrieb zurück.[24]

Literatur Bearbeiten

  • 100 Jahre VfL Gummersbach 1861–1961, Luyken: Gummersbach 1961
  • Hans Werheid, VfL Gummersbach. Eine Spitzenmannschaft des Welthandballs, Gummersbach o. J. (ca. 1977)
  • Erik Eggers, VfL Gummersbach. Die Chronik, Göttingen 2015. ISBN 978-3-7307-0199-7.
  • Einmalige Leistung einer Jungen Mannschaft – VfL Gummersbach – Oberliga-Neuling, Zeitschrift DTS, 1950/17 Titelseite

Weblinks Bearbeiten

Commons: VfL Gummersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Die Geschichte des VfL muss umgeschrieben werden. In: Oberberg Aktuell. Abgerufen am 10. August 2022.
  2. Gummersbach erhält keine Lizenz für die Handball-Bundesliga. In: Spiegel.de. Abgerufen am 23. Mai 2011.
  3. Gummersbach erhält Lizenz für die Handball-Bundesliga. In: RP Online. Abgerufen am 30. Mai 2011.
  4. Volksfreund: Gummersbach gerettet: Bundesliga-Lizenz erteilt. 29. Mai 2011, abgerufen am 13. Februar 2023.
  5. Carsten Scheele: Handball: Flensburg ist Meister - Gummersbach steigt ab. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  6. handball-world: VfL Gummersbach nach drei Jahren wieder erstklassig. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  7. Göppingens Daniel Rebmann bildet ab Sommer 2023 das Torhüterduo mit Ivanišević beim VfL Gummersbach. In: VfL Gummersbach. 18. November 2022, abgerufen am 13. Februar 2023 (deutsch).
  8. "Unglaublicher Spieler": VfL Gummersbach verpflichtet Linkshänder aus Montpellier. In: handball-world.news. 15. Mai 2023, abgerufen am 15. Mai 2023 (deutsch).
  9. a b "VfL Gummersbach mit Neuzugängen von Füchsen Berlin und Rhein-Neckar Löwen. In: handball-world.news. 20. Mai 2023, abgerufen am 20. Mai 2023 (deutsch).
  10. Rhein-Neckar Löwen verleihen Óskarsson innerhalb der Handball-Bundesliga. In: handball-world.news. Abgerufen am 15. Februar 2024.
  11. handball-world: Fabian Norsten verlässt Gummersbach in Richtung Dänemark. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  12. handball-world: Pick Szeged mit Neuzugang vom VfL Gummersbach. Abgerufen am 7. Juli 2023.
  13. hessenschau.de: HSG Wetzlar verpflichtet serbischen Nationalspieler Zelenovic, abgerufen am 26. Juli 2023
  14. handball-world.news: ASV Hamm-Westfalen startet mit Neuzugang aus Gummersbach und ohne Savvas Savvas in Saisonvorbereitung, abgerufen am 17. Juli 2023
  15. wp.de: Transfercoup: Eintracht holt isländischen Nationalspieler, abgerufen am 7. September 2023
  16. handball-world.news: VfL Gummersbach holt Linkshänder aus Flensburg, abgerufen am 21. Dezember 2023
  17. handball-world.news: Torhüter-Rochade beim VfL Gummersbach, abgerufen am 27. Dezember 2023
  18. handball-world.news: Torhüter-Rochade beim VfL Gummersbach, abgerufen am 27. Dezember 2023
  19. handball-world.news: Dominik Mappes verlässt Gummersbach und wechselt zu Liga-Konkurrent, abgerufen am 16. Januar 2024
  20. handball-world: Gummersbach: "Spatenstich für die Zukunft". Abgerufen am 13. Februar 2023.
  21. Mein Handball Ticket: DKB Handball-Bundesliga - Zuschauer 2017/18, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  22. a b c d VfL Gummersbach. Oberberg-Fussball, abgerufen am 18. Januar 2015.
  23. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952–1958. Hövelhof 2012, S. 264.
  24. Zeitschrift DTS, 1951/24 Ausgabe West-Süd