Guðjón Valur Sigurðsson

isländischer Handballspieler

Guðjón Valur Sigurðsson (* 8. August 1979 in Reykjavík) ist ein isländischer Handballtrainer. Als aktiver Handballer spielte er im Verein und in der isländischen Nationalmannschaft auf der Position Linksaußen. Mit 1.875 Toren hält er den inoffiziellen Weltrekord für Handball-Länderspieltore.

Guðjón Valur Sigurðsson
Guðjón Valur Sigurðsson

Guðjón Valur Sigurðsson am 18. April 2007
in der Mannheimer SAP-Arena

Spielerinformationen
Geburtstag 8. August 1979
Geburtsort Reykjavík, Island
Staatsbürgerschaft Isländer isländisch
Körpergröße 1,87 m
Spielposition Linksaußen
  Rückraum Mitte
Wurfhand rechts
Vereinsinformationen
Verein Karriere beendet
Vereinslaufbahn
von – bis Verein
1986–1991 Island Grótta Seltjarnarnes
1991–1998 Island Grótta KR
1998–2001 Island KA Akureyri
2001–2005 Deutschland TUSEM Essen
2005–2008 Deutschland VfL Gummersbach
2008–2011 Deutschland Rhein-Neckar Löwen
2011–2012 Danemark AG København
2012–2014 Deutschland THW Kiel
2014–2016 SpanienSpanien FC Barcelona
2016–2019 Deutschland Rhein-Neckar Löwen
2019–2020 FrankreichFrankreich Paris Saint-Germain
Nationalmannschaft
Debüt am 15. Dezember 1999
gegen Italien Italien
  Spiele (Tore)
Island Island 364 (1875)[1]
Stationen als Trainer
von – bis Station
2020– Deutschland VfL Gummersbach

Stand: 5. Januar 2021

KarriereBearbeiten

VereinBearbeiten

Guðjón Valur Sigurðsson begann im Jahr 1986 das Handballspielen bei Grótta Seltjarnarnes, den er 1991 in Richtung Grótta KR verließ. Ab der Saison 1995/96 wurde Guðjón in der Herrenmannschaft von Grótta KR eingesetzt, die in der höchsten isländischen Spielklasse antraten. 1997 stieg der Außenspieler mit Grótta in die zweithöchste isländische Spielklasse ab, jedoch blieb er dem Verein noch ein weiteres Jahr treu. Im Jahr 1998 wechselte Guðjón zu KA Akureyri, mit dem er 2001 die Meisterschaft gewann. Im selben Jahr ging der zweifache isländische Handballer des Jahres nach Deutschland.[2] In den ersten Jahren spielte er für den Bundesligaverein TUSEM Essen, mit dem er 2005 den EHF-Pokal gewann. Im selben Jahr wechselte er zum VfL Gummersbach. Hier wurde er Ende seiner ersten Saison mit insgesamt 264 Toren Torschützenkönig der Bundesliga. Zur Saison 2008/09 ging er zum Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen.[3] Nach drei Jahren wechselte Sigurðsson im Sommer 2011 zum dänischen Erstligisten AG København.[4] Ab der Saison 2012/13 lief er für den THW Kiel auf,[5] mit dem er zweimal Deutscher Meister wurde. Zur Saison 2014/15 wechselte er in die spanische Liga ASOBAL zum FC Barcelona.[6] Mit Barcelona gewann er 2015 und 2016 die Meisterschaft sowie 2015 die EHF Champions League. Zur Saison 2016/17 kehrte Sigurðsson als Ersatz für Uwe Gensheimer zu den Rhein-Neckar Löwen zurück, mit denen er 2017 Deutscher Meister wurde. In der Saison 2019/20 lief Guðjón Valur Sigurðsson für Paris Saint-Germain auf.[7] Mit Paris gewann er 2020 die französische Meisterschaft. Anschließend beendete er seine Karriere.[1]

NationalmannschaftBearbeiten

In der isländischen Nationalmannschaft bestritt Guðjón 364 Länderspiele, in denen er 1.875 Tore warf. Seit dem 7. Juni 2014 ist er Islands Rekordtorschütze vor Ólafur Stefánsson (1.570). Mit 66 Toren wurde er Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland.[8] Bei den Olympischen Spielen 2008 holte er mit dem isländischen Team die Silbermedaille. Außerdem wurde er als bester Linksaußen in das „All-Star-Team“ gewählt, ebenso bei der Europameisterschaft 2012 und 2014. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann er mit Island die Vorrundengruppe A verlustpunktfrei, scheiterte aber im Viertelfinale knapp an Ungarn.

Bei der Europameisterschaft 2018 überholte er mit 1.798 Treffern den Ungarn Péter Kovács als Spieler mit den meisten Länderspieltreffern.[9] Mit seinem ersten Länderspiel am 15. Dezember 1999 und seinem letzten bei der Europameisterschaft am 22. Januar 2020 hat er in vier Dekaden Länderspiele bestritten. Mit 288 Toren in 61 Spielen ist er Rekordtorschütze bei Europameisterschaften,[10] zudem hält er mit elf Teilnahmen in Serie den Rekord für die meisten gespielten Europameisterschaften.

TrainertätigkeitBearbeiten

Guðjón Valur Sigurðsson übernahm zur Saison 2020/21 das Traineramt beim VfL Gummersbach.[11] Unter seiner Leitung stieg der VfL 2022 in die Bundesliga auf.[12]

SonstigesBearbeiten

Von den isländischen Sportjournalisten wurde Guðjón 2006 zum isländischen Sportler des Jahres gewählt. Mit 405 Punkten gewann er die Wahl vor dem Fußballspieler Eiður Guðjohnsen, der 333 Punkte erhielt.[13]

Guðjón ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn.

SaisonbilanzenBearbeiten

Saison Verein Spielklasse Spiele Tore 7-Meter Feldtore
1995/96 Grótta KR N1 deild karla 10 0 - -
1996/97 Grótta KR N1 deild karla 22 44 - -
1997/98 Grótta KR 2. deild karla 16 100 - -
1998/99 KA Akureyri N1 deild karla 18 25 - -
1999/2000 KA Akureyri N1 deild karla 21 95 - -
2000/01 KA Akureyri N1 deild karla 21 139 - -
2001/02 TuSEM Essen Bundesliga 34 72 4 68
2002/03 TuSEM Essen Bundesliga 32 123 0 123
2003/04 TuSEM Essen Bundesliga 34 126 1 125
2004/05 TuSEM Essen Bundesliga 34 177 1 176
2005/06 VfL Gummersbach Bundesliga 34 263 70 193
2006/07 VfL Gummersbach Bundesliga 34 221 4 217
2007/08 VfL Gummersbach Bundesliga 26 151 31 120
2008/09 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 33 193 71 122
2009/10 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 18 53 0 53
2010/11 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 17 44 0 44
2011/12 AG København Håndboldligaen 31 142 0 142
2012/13 THW Kiel Bundesliga 34 77 0 77
2013/14 THW Kiel Bundesliga 33 122 1 121
2014/15 FC Barcelona Liga ASOBAL 29 125 23 112
2015/16 FC Barcelona Liga ASOBAL 25 104 43 61
2016/17 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 33 201 53 148
2017/18 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 25 139 47 92
2018/19 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 33 142 35 107
2019/20 Paris Saint-Germain LidlStarligue 18 52 0 52
1995–2020 gesamt 2. deild karla
N1 deild karla
Bundesliga
Håndboldligaen
Liga ASOBAL
LidlStarligue
16
92
454
31
54
18
100
303
2.104
142
239
52
0
0
318
0
66
0
100
303
1.786
142
173
52
1995–2020 gesamt alle Ligen 665 2.940 384 2.556

ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Guðjón Valur Sigurðsson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b handball-world.news: Meister in fünf Ländern und Olympiasilber: Gudjon Valur Sigurdsson mit Karriereende abgerufen am 29. April 2020
  2. archiv.thw-handball.de: Gegnerkader TUSEM Essen Saison 2001/2002, abgerufen am 9. September 2019
  3. handball-world.news: Sigurdsson schon ab der neuen Saison bei den Rhein Neckar Löwen, abgerufen am 13. April 2018
  4. handballmagazin.com
  5. handball-world.com: Kiel bestätigt Transfer von Sigurdsson eingesehen am 31. Dezember 2015
  6. www.fcbarcelona.es Gudjón Valur Sigurdsson, nuevo jugador del FC Barcelona de balonmano (spanisch) vom 6. Juni 2014, abgerufen am 6. Juni 2014
  7. handball-world.news: Rochade komplett - Paris präsentiert Gudjon Valur Sigurdsson als Gensheimer-Ersatz, abgerufen am 30. Januar 2019
  8. Handball-WM 2007, abgerufen am 13. September 2012
  9. Top-Favoriten erreichen Hauptrunde sport1.de, 14. Januar 2018.
  10. eurohandball.com Five players who can make history at EHF EURO 2020 abgerufen am 13. Februar 2021
  11. vfl-gummersbach.de: Gudjon Valur Sigurdsson neuer Trainer beim VfL Gummersbach, abgerufen am 4. Mai 2020
  12. handball-world.news: VfL Gummersbach nach drei Jahren wieder erstklassig, abgerufen am 11. Mai 2022
  13. www.focus.de: Große Ehre für Gummersbachs Sigurdsson, abgerufen am 13. April 2018