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DHB-Pokal

Nationaler Handballpokal in Deutschland

Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL) veranstaltet. Bis in die 1990er Jahre war der namensgebende Deutsche Handballbund (DHB) Veranstalter des Wettbewerbs. Der Name wurde aus Gründen der Tradition beibehalten.

DHB-Pokal
Logo der DKB Handball-Bundesliga

Voller Name Deutscher Handballbund-Pokal
Aktuelle Saison 2018/19
Sportart Handball
Abkürzung DHB-Pokal
Verband Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL)
Ligagründung 1975
Mannschaften 58
Land/Länder DeutschlandDeutschland Deutschland
Titelträger Rhein-Neckar Löwen
Rekordmeister THW Kiel (10)
TV-Partner Sky Deutschland
Website www.dkb-handball-bundesliga.de
Qualifikation zu EHF-Pokal

In der DDR wurde bis 1991 der FDGB-Pokal ausgerichtet.

Inhaltsverzeichnis

ModusBearbeiten

Neben dem laufenden Spielbetrieb in den Handball-Ligen wird der Pokalwettbewerb im Ausscheidungsverfahren bestritten. Es nehmen alle Bundesligisten (1. und 2. Liga) der Vorsaison teil, die weiteren Vereine qualifizieren sich über die regionalen Pokalwettbewerbe.

Der DHB-Pokal wurde bis 2012/13 in insgesamt sieben aufeinander folgenden K.o.-Runden mit dem Endspiel als letzte ausgetragen. Bis 2011/12 erhielten in der ersten Runde alle 18 aktuellen Mannschaften der 1. Bundesliga, sowie einzelne unterklassige Vereine, ein Freilos. Im Wettbewerb 2012/13 stiegen die Bundesliga-Vereine erst in der dritten Runde ein. Nach einer Reduzierung der Anzahl der teilnehmenden Vereine gab es 2013/14 und 2014/15 eine Runde weniger. Nur die ersten sechs der Bundesliga-Vorsaison erhielten ein Freilos für die erste Runde.

Seit der Pokalrunde 2015/16 wird die erste Runde mit 64 Mannschaften einschließlich aller Bundesligisten in einer neuen Form durchgeführt: Jeweils vier Mannschaften bestreiten in der Halle eines der unterklassigen Teams ein kleines Turnier mit Halbfinale und Finale, der Sieger kommt in die zweite Runde. Für die Auslosung der Gruppeneinteilung werden die Vereine entsprechend der Ligazugehörigkeit und Platzierung in der Vorsaison in Lostöpfe eingeteilt.

Der DHB-Pokalsieger war bis 2011 in der folgenden Saison zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigt und nimmt nach der Europapokalreform seit 2012 am EHF-Pokal teil. Zudem spielt der aktuelle DHB-Pokalsieger zu Beginn der Folgesaison gegen den deutschen Meister um den HBL-Supercup.

FinalspieleBearbeiten

Von 1981 bis 1992 wurde das Finale des DHB-Pokals mit Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Heimhallen der Finalisten ausgetragen. 1993 hat der Deutsche Handballbund beschlossen, ein Endspiel-Wochenende (Final Four) zu veranstalten. Am Final Four nehmen die Sieger der Viertelfinal-Spiele teil und ermitteln den DHB-Pokalsieger, dabei werden die beiden Halbfinalbegegnungen auf einem Samstag und das Finale am unmittelbar darauf folgenden Sonntag gespielt. Die Erstauflage des Final Four wurde in Frankfurt am Main ausgetragen, seit 1994 ist Hamburg der regelmäßige Austragungsort. Bis 2002 wurde das Turnier in der Sporthalle Hamburg ausgetragen, seither in der Barclaycard Arena Hamburg. In der Multifunktionsarena entwickelte sich das Final Four zu einem Event und der Pokalwettbewerb gewann an Attraktivität bei Vereinen und Besuchern. Mittlerweile ist die Barclaycard Arena Hamburg an den Endspiel-Wochenenden ausverkauft, so dass über 25.000 Zuschauer die Spiele live verfolgen.

Erster Titelsponsor der Veranstaltung wurde die Hamburger Sparkasse, von 2005 bis 2007 wurde das Wochenende unter dem Namen Haspa Final Four ausgetragen[1]. Die Lufthansa übernahm dann 2008[2] das Titelsponsoring von der Hamburger Sparkasse. Bis 2013 hieß das Turnier Lufthansa Final Four, 2014 fand die Endrunde ohne Titelsponsor statt. Seit 2015 ist die Lebensmittelkette Rewe der Titelsponsor[3]. Der Vertrag lief zunächst bis 2017 und wurde dann bis 2020 verlängert[4].

Im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal ein Spiel um den 3. Platz ausgetragen, da die Möglichkeit bestand, dass sich beide Finalteilnehmer, die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel, über die Handball-Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Vor dem Finale am Sonntag gewann die HSG Nordhorn gegen Frisch Auf Göppingen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger. Das gleiche passierte nochmal im Jahr 2010, als sich der TuS N-Lübbecke gegen den VfL Gummersbach durchsetzte.

DHB-PokalsiegerBearbeiten

In den Jahren 1998 bis 2000 gewann der THW Kiel als erster Verein in Deutschland den DHB-Pokal dreimal nacheinander. Danach gelang dies der SG Flensburg-Handewitt von 2003 bis 2005 und wieder dem THW Kiel von 2007 bis 2009 und von 2011 bis 2013.

Jahr Verein Jahr Verein Jahr Verein Jahr Verein
1975 TSV Grün-Weiß Dankersen 1987 TV Großwallstadt 1999 THW Kiel 2011 THW Kiel
1976 TSV Grün-Weiß Dankersen 1988 TUSEM Essen 2000 THW Kiel 2012 THW Kiel
1977 VfL Gummersbach 1989 TV Großwallstadt 2001 VfL Bad Schwartau 2013 THW Kiel
1978 VfL Gummersbach 1990 TSV Milbertshofen 2002 TBV Lemgo 2014 Füchse Berlin
1979 TSV Grün-Weiß Dankersen 1991 TUSEM Essen 2003 SG Flensburg-Handewitt 2015 SG Flensburg-Handewitt
1980 TV Großwallstadt 1992 TUSEM Essen 2004 SG Flensburg-Handewitt 2016 SC Magdeburg
1981 TuS Nettelstedt 1993 SG Wallau/Massenheim 2005 SG Flensburg-Handewitt 2017 THW Kiel
1982 VfL Gummersbach 1994 SG Wallau/Massenheim 2006 HSV Hamburg 2018 Rhein-Neckar Löwen
1983 VfL Gummersbach 1995 TBV Lemgo 2007 THW Kiel
1984 TV Großwallstadt 1996 SC Magdeburg 2008 THW Kiel
1985 VfL Gummersbach 1997 TBV Lemgo 2009 THW Kiel
1986 MTSV Schwabing 1998 THW Kiel 2010 HSV Hamburg

DHB-Pokal-EndspieleBearbeiten

Jahr Sieger Logo Ergebnisse Logo Finalist
1975 TSV Grün-Weiß Dankersen   15 : 14   TSV 1896 Rintheim
1976 TSV Grün-Weiß Dankersen   13 : 12   SG Dietzenbach
1977 VfL Gummersbach   16 : 14   TV Hüttenberg
1978 VfL Gummersbach   14 : 11   TV Hüttenberg
1979 TSV Grün-Weiß Dankersen   19 : 14   THW Kiel
1980 TV Großwallstadt   17 : 15   TuS Nettelstedt
1981 TuS Nettelstedt   15 : 19 & 22 : 17 VfL Günzburg
1982 VfL Gummersbach   18 : 19 & 18 : 12   TV Großwallstadt
1983 VfL Gummersbach   15 : 14 & 23 : 16   TUSEM Essen
1984 TV Großwallstadt   17 : 20 & 20 : 14   Reinickendorfer Füchse
1985 VfL Gummersbach   20 : 16 & 30 : 19   TV Großwallstadt
1986 MTSV Schwabing   32 : 29 & 16 : 18   VfL Gummersbach
1987 TV Großwallstadt   16 : 15 & 21 : 22   TuRU Düsseldorf
1988 TUSEM Essen   25 : 18 & 28 : 21   SG Wallau/Massenheim
1989 TV Großwallstadt   21 : 21 & 21 : 18   VfL Gummersbach
1990 TSV Milbertshofen   16 : 12 & 17 : 17   THW Kiel
1991 TUSEM Essen   21 : 16 & 17 : 20 TV Niederwürzbach
1992 TUSEM Essen   20 : 19 & 19 : 20 (5 : 4 i.S.)   SG Flensburg-Handewitt
1993 SG Wallau/Massenheim   24 : 21   TSV Bayer Dormagen
1994 SG Wallau/Massenheim   17 : 14   SG Flensburg-Handewitt
1995 TBV Lemgo   24 : 18 HSV Düsseldorf
1996 SC Magdeburg   20 : 18   TUSEM Essen
1997 TBV Lemgo   28 : 23 (14 : 11)   HSG Dutenhofen/Münchholzhausen
1998 THW Kiel   30 : 15 (11 : 06) TV Niederwürzbach
1999 THW Kiel   28 : 19 (14 : 09)   TBV Lemgo
2000 THW Kiel   26 : 25 n. V. (20 : 20, 11 : 11)   SG Flensburg-Handewitt
2001 VfL Bad Schwartau   26 : 22 (10 : 13)   HSG Wetzlar
2002 TBV Lemgo   25 : 23 (09 : 10)   SC Magdeburg
2003 SG Flensburg-Handewitt   31 : 30 n. V. (27 : 27, 16 : 12)   TUSEM Essen
2004 SG Flensburg-Handewitt   29 : 23 (14 : 08)   HSV Hamburg
2005 SG Flensburg-Handewitt   33 : 31 (16 : 13)   THW Kiel
2006 HSV Hamburg   26 : 25 (09 : 10) Rhein-Neckar Löwen
2007 THW Kiel   33 : 31 (15 : 19) Rhein-Neckar Löwen
2008 THW Kiel   32 : 29 (17 : 18)   HSV Hamburg
2009 THW Kiel   30 : 24 (15 : 12)   VfL Gummersbach
2010 HSV Hamburg   34 : 33 n. V. (33 : 30; 30 : 30; 15 : 15) Rhein-Neckar Löwen
2011 THW Kiel   30 : 24 (16 : 13)   SG Flensburg-Handewitt
2012 THW Kiel   33 : 31 (15 : 15)   SG Flensburg-Handewitt
2013 THW Kiel   33 : 30 (12 : 16)   SG Flensburg-Handewitt
2014 Füchse Berlin   22 : 21 (11 : 11)   SG Flensburg-Handewitt
2015 SG Flensburg-Handewitt   27 : 27 n. V. (24:24, 11 : 11), 5:4 i.S.   SC Magdeburg
2016 SC Magdeburg   32 : 30 (14 : 12)   SG Flensburg-Handewitt
2017 THW Kiel   29 : 23 (13 : 12)   SG Flensburg-Handewitt
2018 Rhein-Neckar Löwen 30 : 26 (13 : 11)   TSV Hannover-Burgdorf

Erfolgreichste VereineBearbeiten

Rang Logo Verein Titel Finale Titeljahre
1.   THW Kiel 10 13 1998, 1999, 2000, 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2017
2.   VfL Gummersbach 5 8 1977, 1978, 1982, 1983, 1985
3.   SG Flensburg-Handewitt 4 13 2003, 2004, 2005, 2015
4.   TV Großwallstadt 4 6 1980, 1984, 1987, 1989
5.   TUSEM Essen 3 6 1988, 1991, 1992
6.   TBV Lemgo 3 4 1995, 1997, 2002
7.   GWD Minden 3 3 1975, 1976, 1979
8.   HSV Hamburg 2 4 2006, 2010
  SC Magdeburg 2 4 1996, 2016
10.   SG Wallau/Massenheim 2 3 1993, 1994
11. Rhein-Neckar Löwen 1 4 2018
12.   TuS Nettelstedt-Lübbecke 1 2 1981
  Füchse Berlin 1 2 2014
14.   MTSV Schwabing 1 1 1986
  TSV Milbertshofen 1 1 1990
  VfL Bad Schwartau 1 1 2001

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Haspa für drei Jahre beim Final Four. In: Hamburger Abendblatt. 10. Dezember 2004, abgerufen am 30. August 2018.
  2. Lufthansa startet beim Final Four. In: SPONSORs. 12. November 2007, abgerufen am 30. August 2018.
  3. Pokalendrunde erhält neuen Namenssponsor. In: handball-world.com. 9. Februar 2015, abgerufen am 3. Juni 2016.
  4. REWE verlängert Partnerschaft mit der DKB Handball-Bundesliga um weitere drei Jahre. In: DKB Handball-Bundesliga. 4. Mai 2017, abgerufen am 30. August 2018.