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Österreich beim Eurovision Song Contest

die Beiträge des Landes Österreich beim Eurovision Song Contest
Bilanz

Flagge Österreichs
Übertragende Rundfunkanstalt
ORF
Erste Teilnahme
1957
Anzahl der Teilnahmen
52 (Stand 2019)
Höchste Platzierung
1 (1966, 2014)
Höchste Punktzahl
342 (2018)
Niedrigste Punktzahl
0 (1962, 1988, 1991, 2015)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
45,16 (Stand 2018)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,10 (Stand 2018)

Österreich nahm erstmals 1957 in Frankfurt am Main am Eurovision Song Contest teil. Es war dies die zweite Ausgabe des Wettbewerbs, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt wurde. Seither beteiligt sich Österreich mit Unterbrechungen an diesem Liederwettbewerb, der europaweit im Fernsehen übertragen wird.

Inhaltsverzeichnis

Regelmäßigkeit der TeilnahmeBearbeiten

 
Udo Jürgens nach dem Sieg 1966
 
Conchita Wurst nach dem Sieg 2014

Neunmal blieb man dem Song Contest fern: Die Austragung 1969 in Madrid wurde boykottiert, da man der Diktatur Francos keine Plattform bieten wollte. 1970 verzichtete Österreich, zusammen mit Finnland, Norwegen, Portugal und Schweden, aus Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung, nachdem in Spanien vier Länder als Sieger gekürt worden waren. In den Jahren 1973 bis 1975 wurde aus Desinteresse verzichtet, 1998 und 2001 durfte wegen schlechter Vorjahresergebnisse kein Beitrag eingereicht werden. 2006 wurde wegen schlechter Erfolgschancen und aus Kritik an der musikalischen Qualität verzichtet. Dazu aus einer Stellungnahme des ORF:

„Mittlerweile ist diese Veranstaltung […] zu einem Skurrilitäten-Wettbewerb geworden, der für die heimische Musikszene völlig irrelevant ist.“

Reinhard Scolik: damaliger Programmdirektor des ORF

Auch 2008 reichte Österreich keinen Beitrag ein. Als Grund wurden ungleiche Chancen der west- und osteuropäischen Länder angegeben. Im September 2008 wurde bekannt, dass Österreich auch 2009 aus diesen Gründen auf eine Teilnahme verzichten werde. Auch 2010 wurde die Teilnahme abgesagt, da aus Sicht des ORF-Programmdirektors Wolfgang Lorenz die Gewinnchancen durch die neuen Regeln „ruiniert worden“ seien, zudem war dem ORF eine Teilnahme zu teuer.[1] 2011 kehrte Österreich nach einer dreijährigen Pause zum Wettbewerb zurück. Seitdem erreichte man in fünf von acht Fällen das Finale und gewann 2014 den Wettbewerb.

Erfolge und Misserfolge im WettbewerbBearbeiten

Österreich konnte bislang zweimal gewinnen. Der Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne 1966 in Luxemburg ging an Udo Jürgens mit Merci, Chérie und 48 Jahre später konnte Conchita Wurst mit Rise Like a Phoenixden Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen für sich entscheiden. Udo Jürgens bescherte dem Land bereits 1964 in Kopenhagen einen sechsten und ein Jahr später in Neapel 1965 einen vierten Platz. Österreichs bestes Ergebnis neben den beiden Siegen konnte Cesár Sampson mit Nobody But You beim Eurovision Song Contest 2018 verbuchen. Er gewann das Jury-Voting und erreichte in Kombination mit dem Televoting den dritten Platz. Außerdem holte er mit 342 Punkten eine neue Höchstpunktzahl für Österreich. Zudem kam Österreich noch viermal auf den fünften Platz (1958, 1972, 1976, 1989).

Auf der anderen Seite bekam Österreich viermal – und damit am Häufigsten – keine Punkte. Es war auch das einzige Gastgeberland, das punktelos blieb.[2] Siebenmal landete Österreich auf dem letzten Platz (darunter bereits bei der ersten Teilnahme 1957), und belegt in der Liste der meisten roten Laternen den vierten Platz hinter Belgien. Insgesamt endeten nur 20 der 52 Teilnahmen bis inklusive 2019 – also nicht ganz zwei Fünftel – in der vorderen Tabellenhälfte. Österreich gehört damit – gerade unter den Ländern, die seit frühen Jahren teilnehmen – eher zu den weniger erfolgreichen Teilnehmern im Wettbewerb.

Nach dem 6. Platz von Alf Poier beim Eurovision Song Contest 2003 kam es zu einer zehn Jahre andauernden Durststrecke, in der Österreich viermal nicht teilnahm, viermal schon im Semifinale ausschied und zweimal auf den hinteren Plätzen landete, bevor 2014 Conchita Wurst den Contest wieder nach Österreich holte. Als Gastgeberland erhielt man 2015 keinen einzigen Punkt und landete somit punktgleich mit Deutschland auf den letzten Platz. Seither konnte man sich jedes Jahr für das Finale qualifizieren und platzierte sich 2016 und 2017 im Mittelfeld, ehe man 2018 erneut unter den Top 5 platzieren konnte.

Seit der Einführung der Halbfinale 2004 konnte sich Österreich in 5 von 11 Teilnahmen für das Finale qualifizieren (2011, 2014, 2016, 2017 und 2018) und war in den Jahren 2004 und 2015 bereits automatisch für das Finale qualifiziert. Die Beiträge aus 2005, 2007, 2012, 2013 und 2019 schieden im Halbfinale aus.

Liste der BeiträgeBearbeiten

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Charts
(AT)[3]
Platz Punkte Platz Punkte
1957 Bob Martin Wohin, kleines Pony?
M: Kurt Svab; T: Kurt Svab, Hans Werner
Deutsch 10 / 10 3 Direkte Teilnahme interne Auswahl k. A.
1958 Liane Augustin Die ganze Welt braucht Liebe
M/T: Günther Leopold, Kurt Werner
Deutsch 5 / 10 8 interne Auswahl k. A.
1959 Ferry Graf Der k. u. k. Kalypso aus Wien
M: Norbert Pawlicki; T: Günther Leopold
Deutsch 9 / 11 4 interne Auswahl k. A.
1960 Harry Winter Du hast mich so fasziniert
M: Robert Stolz; T: Robert Gilbert
Deutsch 7 / 13 6 interne Auswahl k. A.
1961 Jimmy Makulis Sehnsucht
M/T: Leopold Andrejewitsch
Deutsch 15 / 16 1 interne Auswahl k. A.
1962 Eleonore Schwarz Nur in der Wiener Luft
M/T: Bruno Uher
Deutsch 13 / 16 0 interne Auswahl k. A.
1963 Carmela Corren Vielleicht geschieht ein Wunder
M: Erwin Halletz; T: Peter Wehle
Deutsch
mit zwei Strophen in Englisch
7 / 16 16 interne Auswahl k. A.
1964 Udo Jürgens Warum nur, warum?
M/T: Udo Jürgens
Deutsch 6 / 16 11 interne Auswahl k. A.
1965 Udo Jürgens Sag ihr, ich laß sie grüßen
M: Udo Jürgens; T: Frank Bohlen
Deutsch 4 / 18 16 interne Auswahl 4
1966 Udo Jürgens Merci, Chérie
M: Udo Jürgens; T: Udo Jürgens, Thomas Hörbiger
Deutsch
mit französischem Titel
Danke, Schatz 1 / 18 31 interne Auswahl 2
1967 Peter Horton Warum es hunderttausend Sterne gibt
M: Kurt Peche; T: Karin Bognar
Deutsch 14 / 17 2 interne Auswahl
1968 Karel Gott Tausend Fenster
M: Udo Jürgens; T: Walter Brandin
Deutsch 13 / 17 2 interne Auswahl
1969
1970
Auf Teilnahme verzichtet
1971 Marianne Mendt Musik
M/T: Richard Schönherz, Manuel Rigoni
Deutsch 16 / 18 66 Direkte Teilnahme interne Auswahl
1972 Milestones Falter im Wind
M: Richard Schönherz, Manuel Rigoni; T: Heinz Rudolf Unger
Deutsch 5 / 18 100 interne Auswahl
1973
1974
1975
Auf Teilnahme verzichtet
1976 Waterloo & Robinson My Little World
M/T: Gerhard Heinz
Englisch Meine kleine Welt 5 / 18 80 Direkte Teilnahme interne Auswahl 1
1977 Schmetterlinge Boom Boom Boomerang
M: Schuri Herrnstadt, Herbert Zöchling-Tampier, Willi Resetarits; T: Lukas Resetarits
Deutsch 17 / 18 11 interne Auswahl 10
1978 Springtime Mrs. Caroline Robinson
M: Walter Markel, Gerhard Markel; T: Norbert Niedermayer, Gerhard Markel, Walter Markel
Deutsch 15 / 20 14 interne Auswahl
1979 Christina Simon Heute in Jerusalem
M: Peter Wolf; T: André Heller
Deutsch 18 / 19 5 interne Auswahl
1980 Blue Danube Du bist Musik
M/T: Klaus-Peter Sattler
Deutsch 8 / 19 64 interne Auswahl
1981 Marty Brem Wenn du da bist
M/T: Werner Böhmler
Deutsch 17 / 20 20 Nationaler Vorentscheid
1982 Mess Sonntag
M: Michael Mell; T: Rudolf Leve
Deutsch 9 / 18 57 Nationaler Vorentscheid 1
1983 Westend Hurricane
M: Peter Vieweger; T: Heli Deinboek, Heinz Nessizius
Deutsch 9 / 20 53 Nationaler Vorentscheid 8
1984 Anita Einfach weg
M: Brigitte Seuberth; T: Walter Müller
Deutsch 19 / 19 5 Nationaler Vorentscheid 1
1985 Gary Lux Kinder dieser Welt
M: Mick Jackson, Geoff Bastow; T: Michael Kunze
Deutsch 8 / 19 60 interne Auswahl 11
1986 Timna Brauer Die Zeit ist einsam
M: Peter Janda; T: Peter Cornelius
Deutsch 18 / 20 12 interne Auswahl
1987 Gary Lux Nur noch Gefühl
M: Kenneth Westmore; T: Stefanie Werger
Deutsch 20 / 22 8 interne Auswahl
1988 Wilfried Lisa, Mona Lisa
M/T: Klaus Kofler, Ronnie Herboltzheimer, Wilfried Scheutz
Deutsch 21 / 21 0 interne Auswahl 27
1989 Thomas Forstner Nur ein Lied
M: Dieter Bohlen; T: Joachim Horn-Bernges
Deutsch 5 / 22 97 interne Auswahl 1
1990 Simone Keine Mauern mehr
M: Marc Berry, Nanna Berry; T: Mario Botazzi
Deutsch
mit Sätzen in Englisch, Französisch und Kroatisch
10 / 22 58 Nationaler Vorentscheid 23
1991 Thomas Forstner Venedig im Regen
M/T: Robby Musenbichler, Hubert Moser, Wolfgang Eltner
Deutsch 22 / 22 0 Nationaler Vorentscheid 5
1992 Tony Wegas Zusammen geh’n
M: Dieter Bohlen; T: Joachim Horn-Bernges
Deutsch 10 / 23 63 interne Auswahl 9
1993 Tony Wegas Maria Magdalena
M: Christian Kolonovits, Johann Bertl; T: Thomas Spitzer
Deutsch 14 / 25 32 Nationaler Vorentscheid 26
1994 Petra Frey Für den Frieden der Welt
M: Alfons Weindorf; T: Karl und Johann Brunner
Deutsch 17 / 25 19 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
1995 Stella Jones Die Welt dreht sich verkehrt
M/T: Mischa Krausz
Deutsch 13 / 23 67 interne Auswahl
1996 George Nussbaumer Weil’s dr guat got
M/T: Mischa Krausz, George Nussbaumer
Vorarlbergerisch Weil es dir gut geht 10 / 23 68 6 / 29 80 interne Auswahl 36
1997 Bettina Soriat One Step
M: Marc Berry; T: Marc Berry, Martina Siber
Deutsch
mit englischem Titel
Ein Schritt 21 / 25 12 Direkt für das Finale qualifiziert interne Auswahl
1998 Nicht qualifiziert
1999 Bobbie Singer Reflection
M/T: Dave Moskin
Englisch Spiegelung 10 / 23 65 Direkt für das Finale qualifiziert interne Auswahl 30
2000 The Rounder Girls All to You
M/T: Dave Moskin
Englisch Alles zu dir 14 / 24 34 interne Auswahl
2001 Nicht qualifiziert
2002 Manuel Ortega Say a Word
M: Alexander Kahr; T: Robert Pfluger
Englisch Sag’ ein Wort 18 / 24 24 Direkt für das Finale qualifiziert song.null.zwei 11
2003 Alf Poier Weil der Mensch zählt
M/T: Alf Poier
Steirisch 6 / 26 101 song.null.drei 7
2004 Tie Break Du bist
M/T: Peter Zimmermann
Deutsch 21 / 24 9 song.null.vier 44
2005 Global Kryner Y así
M: Edi Köhldorfer; T: Christof Spörk
Englisch, Spanisch Und so Ausgeschieden 21 / 25 30 song.null.fünf 23
2006 Auf Teilnahme verzichtet
2007 Eric Papilaya Get a Life – Get Alive
M: Greg Usek; T: Austin Howard
Englisch Beginn’ zu leben – werde lebendig Ausgeschieden 27 / 28 4 interne Auswahl 9
2008
2009
2010
Auf Teilnahme verzichtet
2011 Nadine Beiler The Secret Is Love
M/T: Nadine Beiler, Thomas Rabitsch
Englisch Das Geheimnis ist Liebe 18 / 25 64 7 / 19 69 Guten Morgen Düsseldorf 9
2012 Trackshittaz Woki mit deim Popo
M/T: Lukas Plöchl, Manuel Hoffelner
Österreichisches Deutsch Wackel mit deinem Popo Ausgeschieden 18 / 18 8 Österreich rockt den Song Contest 2012 2
2013 Natália Kelly Shine
M/T: Andreas Grass, Nikola Paryla, Natália Kelly, Alexander Kahr
Englisch Leuchten Ausgeschieden 14 / 16 27 Österreich rockt den Song Contest 2013 26
2014 Conchita Wurst Rise Like a Phoenix
M/T: Charly Mason, Joey Patulka, Ali Zuckowski, Julian Maas
Englisch Auferstehen wie ein Phönix 1 / 26 290 1 / 15 169 interne Auswahl 1
2015 The Makemakes I Am Yours
M/T: Jimmy Harry, Dominic Muhrer, Markus Christ, Florian Meindl
Englisch Ich gehöre dir 26 / 271 0 Direkt für das Finale qualifiziert Eurovision Song Contest – Wer singt für Österreich? 2
2016 Zoë Loin d’ici
M/T: Christof Straub, Zoë Straub
Französisch Weit weg von hier 13 / 26 151 7 / 18 170 Eurovision Song Contest – Wer singt für Österreich? 13
2017 Nathan Trent Running on Air
M/T: Bernhard Penzias, Nathan Trent
Englisch Auf Luft laufen 16 / 26 93 7 / 18 147 interne Auswahl 18
2018 Cesár Sampson Nobody but You
M/T: Cesár Sampson, Sebastian Arman, Joacim Persson, Johan Alkenäs, Borislav Milanov
Englisch Niemand außer dir 3 / 26 342 4 / 19 231 interne Auswahl 1
2019 PÆNDA Limits
M/T: PÆNDA
Englisch Grenzen Ausgeschieden 17 / 18 21 interne Auswahl
1 Da wegen der Punktlosigkeit der beiden Letztplatzierten (Deutschland und Österreich) auch die höchsten Einzelpunktvergaben nicht über die Platzierung entscheiden konnten, entschied gemäß Abschnitt 1.4 der Regeln[4] die Startnummer.

Nationale VorentscheideBearbeiten

In den meisten Jahren wurden die österreichischen Beiträge intern ausgewählt: 1957 bis 1980, 1985 bis 1989, 1992, 1995 bis 2000, 2007, 2014 sowie 2017 bis 2019. In den anderen Jahren wurden nationale Vorentscheide im Fernsehen ausgetragen, wobei sich der ORF verschiedener Auswahlverfahren bediente:

1981Bearbeiten

Die erste österreichische Vorausscheidung überhaupt fand 1981 statt. Sie fiel relativ klein aus: Marty Brem stellte alle drei Lieder vor, bevor die Zuschauer per Postkarte für ihren Favoriten abstimmen konnten.

1982 bis 1984Bearbeiten

In den Jahren 1982 bis 1984 wurden je zwölf Lieder von unterschiedlichen Künstlern bei der Vorentscheidung vorgestellt. Der Sieger wurde durch eine Publikumsbefragung ermittelt.

1990 und 1991Bearbeiten

1990 und 1991 wurden je zehn Lieder vorgestellt, abgestimmt wurde mittels Jury und Telefonvoting. 1990 gewann ursprünglich die Gruppe Duett mit der Sängerin Monika Sutter den Vorentscheid mit dem Lied Das Beste. Kurz nach der Sendung stellte sich jedoch heraus, dass der Titel bereits 1988 in Deutschland am Radio-Halbfinale der dortigen Vorentscheidung teilgenommen hatte und deshalb disqualifiziert wurde. Simone, die Zweitplatzierte, durfte deshalb nach Zagreb fahren.[5]

1993Bearbeiten

1993 stellte Tony Wegas alle sieben Lieder der Vorentscheidung vor, bevor die Zuschauer erneut per Postkarte abstimmen durften.

1994Bearbeiten

Im Jahr darauf nahmen acht Künstler mit je einem Titel teil, eine Jury kürte alleine die Siegerin.

2002 bis 2005Bearbeiten

In den Jahren 2002 bis 2004 fand die Österreichische Vorausscheidung unter dem Titel song.null.… (ergänzt durch die jeweilige Jahreszahl) statt. In allen Jahren standen zehn Lieder zur Auswahl, wobei 2002 bis 2004 jeder Künstler ein Lied hatte, 2005 jedoch fünf Sänger und Gruppen je zwei Titel vorstellten. Der Abstimmungsmechanismus wechselte: 2002 wurde das Televoting durch eine Internetjury, die aus dem Siegern eines Gewinnspieles zusammengesetzt wurde, 2003 wurde die Telefonabstimmung in weibliche und männliche Anrufer unterteilt. 2005 wurden die Anrufer nach den neun Bundesländern, sowie in ein fiktives zehntes Bundesland aufgeteilt, das alle Anrufe per Handy zählte. Das Abstimmungsverfahren wurde heftig kritisiert, da jedes Bundesland, unabhängig von seiner Einwohnerzahl, sowie die Handyanrufer, die gleiche Stimmberechtigung hatten, womit die Abstimmung zugunsten ländlicher Regionen und älterer Menschen verschoben wurde. Tatsächlich stellte sich im Nachhinein heraus, dass der zweitplatzierte Alf Poier 106.100 Anrufe erhalten hatte, 45.000 Stimmen mehr als die Sieger Global Kryner.[6]

2006 bis 2010Bearbeiten

In den Jahren 2006 bis 2010 verzichtete Österreich bis auf eine Ausnahme auf die Teilnahme. 2007 nahm Eric Papilaya, kurz zuvor in der dritten Staffel der Casting Show Starmania des ORF ausgeschieden, am Song Contest teil.

2011Bearbeiten

→ siehe Guten Morgen Düsseldorf

Zwischen Ende 2010 und Anfang 2011 veranstalteten das ORF-Fernsehen und Ö3 das erste Mal seit 2005 einen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. In drei Phasen wurde der österreichische Beitrag für den Song Contest in Düsseldorf ermittelt. Von Herbst bis Silvester 2010 konnte sich jeder Sänger mit seinem Song auf der ORF-Internetseite nominieren.

Eine Jury kürzte die Teilnehmer auf 30. Vom 3. bis 31. Jänner konnte man per SMS für seinen Favoriten abstimmen. Die Top 10 wurde aus einer Kombination zwischen SMS-Voting und Jury entschieden. Am 25. Februar wurde per Televoting erst die Top 3 und dann der Sieger gekürt.

2012Bearbeiten

Der Österreichische Rundfunk veranstaltete den Vorentscheid Österreich rockt den Song Contest 2012. Der Sieger wurde durch Televoting ermittelt, Trackshittaz setzten sich gegen Conchita Wurst durch.

2013Bearbeiten

Bei Österreich rockt den Song Contest 2013 beurteilte zusätzlich zum Televoting der Zuseher eine internationale Fachjury aus anderen Teilnehmerländern die Titel der Vorausscheidung. Natália Kelly gewann vor Yela.

 
Conchita Wurst mit dem Pokal

2014Bearbeiten

Im Jahr 2014 verzichtete der Österreichische Rundfunk auf die Beteiligung der Zuseher und bestimmte den Travestiekünstler Tom Neuwirth alias Conchita Wurst zur Teilnahme in Kopenhagen. Conchita Wurst gewann mit 290 Punkten und einem Vorsprung von 52 Punkten den Song Contest.

2015Bearbeiten

 
The Makemakes beim ESC

Der ORF kehrte 2015 zu einer nationalen Vorausscheidung zurück. In vier Shows wurde der österreichische Beitrag gesucht.

Die ersten drei Sendungen wurden bereits vorher aufgezeichnet, ehe am 13. März 2015 die letzte Sendung live ausgestrahlt wurde. In dieser wurde der Sieger (und dessen Lied) zu 50 % durch Jury-Wertung und zu 50 % durch Tele-Voting ermittelt. The Makemakes gingen als Sieger hervor.

2016Bearbeiten

 
Zoë (im weißen Kleid) mit Conchita Wurst und den Jurymitgliedern

Der österreichische Vorentscheid für Stockholm fand am 12. Februar 2016 statt. Neun der zehn Interpreten wurden vom ORF gewählt, ein weiterer konnte sich über eine Online-Abstimmung bewerben, die via Facebook durchgeführt wurde. Zur österreichischen Teilnehmerin am Song Contest in Schweden wurde Zoë gewählt.

2017Bearbeiten

In einer internen Auswahl des ORF wurde Nathan Trent als Teilnehmer für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew ausgewählt. Er hatte sich vor dieser Wahl bereits für den deutschen Vorentscheid Unser Song 2017 beworben und war unter die besten 33 Kandidaten des Castings gewählt worden.

2018Bearbeiten

Auch 2018 fand eine interne Auswahl statt. Am 5. Dezember 2017 wurde Cesár Sampson als Kandidat vorgestellt.[7]

2019Bearbeiten

Im Jänner 2019 wurde Pænda als österreichische Vertreterin beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv präsentiert.[8]

SprachenBearbeiten

Österreich blieb auch in den Jahren mit freier Sprachwahl seiner Landessprache gelegentlich treu, komplett auf Englisch wurden bisher elf Titel gesungen: 1976, 1999, 2000, 2002, 2007, 2011, 2013, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019. Der Beitrag 2005 wurde auf Englisch und Spanisch gesungen, 1977 erhielt der Text einige englische Wörter, 1997 wurde eine englische Titelzeile verwendet. 1966 war die Titelzeile französisch, 2016 der gesamte Beitrag. Auf der Song-Contest-Bühne wurde gelegentlich auch in verschiedenen Dialekten gesungen, nämlich Wienerisch (1971), Vorarlbergerisch (1996), Steirisch (2003) und Oberösterreichisch (2012).

Kommerzielle ErfolgeBearbeiten

International gesehen ist Udo Jürgens mit seinen Wettbewerbsbeiträgen kommerziell betrachtet sicherlich der erfolgreichste österreichische Teilnehmer: Alle drei Beiträge konnten sich unter anderem in Deutschland in den Charts platzieren.[9] Sein Siegerlied Merci, Chérie war in vielen Ländern – teils in anderen Sprachen gesungen – sehr erfolgreich. Die englische Fassung seines Beitrags von 1964, Walk Away, wurde vom britischen Vertreter dieses Jahres, Matt Monro, gecovert und erreichte den vierten Platz in den britischen Singlecharts. Sein eigener Beitrag, I Love the Little Things, der im Wettbewerb sogar besser abgeschnitten hatte, wurde nur als B-Seite veröffentlicht, und zwar auf ebendieser Single.[9]

National waren einige Beiträge Hits, besonders in den 80er-Jahren, als das Duo Mess sowie Anita mit ihren Beiträgen die Spitze der österreichischen Charts erklommen. Einige weitere Lieder erreichten die Top 10, unter anderem 1983, 1989 und 1991.

Liste der KommentatorenBearbeiten

Jahr(e) Kommentatoren
19571963 Kommentar über die ARD Deutschland zwischen 1957 und 1963
19641966 Willy Kralik
1967 Emil Kollpacher
19681969 Willy Kralik
19701978 Ernst Grissemann
1979 Max Schautzer
1980 Günther Ziesel
19811989 Ernst Grissemann
1990 Barbara Stöckl
1991 Herbert Dobrovolny
19921998 Ernst Grissemann
19992008 Andi Knoll
2009 Benny Hörtnagl
2010 keine Ausstrahlung im ORF
2012 Lukas Plöchl (als Co-Kommentator an der Seite von Andi Knoll)
2012 Stermann & Grissemann (im Zweikanalton alternativ zum Kommentar von Andi Knoll)
2019 Pænda (als Co-Kommentatorin an der Seite von Andi Knoll)
seit 2011 Andi Knoll

PunktevergabeBearbeiten

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Österreich (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 189
2 Irland  Irland 172
3 Schweden  Schweden 171
4 Deutschland  Deutschland 144
5 Frankreich  Frankreich 143
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 126
2 Belgien  Belgien 121
3 Irland  Irland 103
4 Schweden  Schweden 100
5 Deutschland  Deutschland 097
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Irland  Irland 214
2 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 189
3 Schweden  Schweden 181
4 Niederlande  Niederlande 158
5 Schweiz  Schweiz 149
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 149
2 Belgien  Belgien 148
3 Irland  Irland 146
4 Schweiz  Schweiz 136
5 Deutschland  Deutschland 124

Vergaben der Höchstwertung (Finale)Bearbeiten

Seit 1975 vergab Österreich die Höchstpunktzahl an 22 verschiedene Länder, davon siebenmal an das Vereinigte Königreich.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1975 Auf Teilnahme verzichtet
1976 Frankreich  Frankreich 2
1977 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2
1978 Frankreich  Frankreich 3
1979 Schweiz  Schweiz 10
1980 Niederlande  Niederlande 5
1981 Frankreich  Frankreich 3
1982 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 7
1983 Israel  Israel 2
1984 Schweden  Schweden 1
1985 Norwegen  Norwegen 1
1986 Irland  Irland 6
1987 Irland  Irland 1
1988 Danemark  Dänemark 3
1989 Schweden  Schweden 4
1990 Irland  Irland 3
1991 Frankreich  Frankreich 2
1992 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2
1993 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2
1994 Polen  Polen 2
1995 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 10
1996 Niederlande  Niederlande 7
1997 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 1
1998 Nicht qualifiziert
1999 Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 7
2000 Deutschland  Deutschland 5
2001 Nicht qualifiziert
2002 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 3
2003 Turkei  Türkei 1
2004 Serbien und Montenegro  Serbien und Montenegro 2
2005 Serbien und Montenegro  Serbien und Montenegro 7
2006 Auf Teilnahme verzichtet
2007 Serbien  Serbien 1
2008
bis
2010
Auf Teilnahme verzichtet
2011 Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 6
2012 Schweden  Schweden 1
2013 Aserbaidschan  Aserbaidschan 2
2014 Armenien  Armenien 4
2015 Australien  Australien 5
2016 Australien  Australien (J) 2
Polen  Polen (T) 8
2017 Niederlande  Niederlande (J) 11
Portugal  Portugal (T) 1
2018 Israel  Israel (J) 1
Tschechien  Tschechien (T) 6
2019 Nordmazedonien  Nordmazedonien (J) 7
Schweiz  Schweiz (T) 4

PunktesprecherBearbeiten

Jahr(e) Punktesprecher
1957-1959 Karl Bruck
1960-1963 Emil Kollpacher
1964-1968 Walter Richard Langer
1969-1975 kein Punktesprecher
1976-1981 Jenny Pippal
1982-1984 Tilia Herold
1985 Chris Lohner
1986-1990 Tilia Herold
1991 Gabriele Haring
1992-1993 Andy Lee Lang
1994-1995 Tilia Herold
1996 Martina Rupp
1997 Adriana Zartl
1998 kein Punktesprecher
1999-2000 Dodo Roščić
2001 kein Punktesprecher
2002-2005 Dodo Roščić
2006 kein Punktesprecher
2007 Eva Pölzl
2008-2010 kein Punktesprecher
2011-2016 Katharina Bellowitsch
2017 Kristina Inhof
2018 Katharina Bellowitsch
2019 Philipp Hansa

VerschiedenesBearbeiten

  • Österreich hält den Rekord für die längste Zeitspanne zwischen zwei Siegen eines Landes (48 Jahre von 1966 bis 2014). Spanien gewann zuletzt 1969 und würde diesen Rekord daher bei einem erneuten Sieg brechen.
  • Österreich ist das erste Land, das als Gastgeber und Vorjahressieger den Wettbewerb mit null Punkten beendet hat (2015). Die Niederlande hatten 1958 mit einem Punkt den – wenn auch geteilten – letzten Platz belegt. Die schlechtesten Ergebnisse eines Gastgebers unter dem Zwölf-Punkte-Wertungssystem hatten bis dahin Schweden (1992, vorletzter Platz mit neun Punkten) und Lettland (2003, drittletzter Platz mit fünf Punkten) erreicht.
  • Dem österreichischen Beitrag von 1992, Zusammen geh’n, verhalf sein Komponist Dieter Bohlen rund zehn Jahre später zu neuen Erfolgen: Mit neuem Text und unter dem Titel We Have a Dream nahm er das Lied mit den Finalisten der ersten Staffel von Deutschland sucht den Superstar auf. Die Single erreichte Platz 1 der deutschen und schweizerischen sowie Platz 2 der österreichischen Verkaufscharts. In Deutschland war sie die erfolgreichste Single des Jahres 2003.
  • Trotz der gemeinsamen Sprache waren Österreich und Deutschland füreinander nur selten Punktelieferanten. Der einzige deutsche Künstler, der jemals zwölf Punkte aus Österreich erhielt, war im Jahr 2000 Stefan Raab mit Wadde hadde dudde da?. Auch umgekehrt erhielt Österreich nur ein einziges Mal zwölf Punkte aus dem größeren Nachbarland: 2011 vergab Deutschland als Gastgeber die Höchstpunktzahl an Nadine Beiler. An Nicole vergab Österreich bei ihrem Sieg 1982 nur einen Punkt; der erste österreichische Sieger Udo Jürgens erhielt (damals noch mit anderem Wertungssystem) bei keiner seiner drei Teilnahmen Punkte aus Deutschland. 2014 war Conchita Wurst der Favorit im deutschen Televoting, erhielt aber keinerlei Punkte von der deutschen Jury, so dass in der kombinierten Publikums- und Jurywertung letztlich sieben Punkte aus Deutschland zu Buche standen.
  • Drei der fünf von Österreich entsandten Song-Contest-Teilnehmer zwischen 2007 und 2014 nahmen an der dritten Staffel der Castingshow Starmania teil: Eric Papilaya (2007), Nadine Beiler (2011) und Tom Neuwirth (2014; bekannt als Conchita Wurst).
  • Österreich kehrte mit der Wiedereinführung der flächendeckenden Jurys zum ESC zurück und konnte davon bisher in mehreren Fällen profitieren: 2018 gewann Cesár Sampson das Jury-Voting und konnte sich so am Ende den 3. Platz sichern. 2017 erhielt Nathan Trent seine Punkte ausschließlich von der Jury, beim Publikum dagegen gab es für ihn keinen einzigen Punkt. Nadine Beiler wurde 2011 von den Jurys mit einem 5. Platz ebenfalls nach oben gepunktet – aufgrund des damaligen Punktesystems allerdings ohne größere Auswirkungen auf das Endergebnis. Ganz anders erging es dagegen Zoë Straub, die sich 2016 im Televoting unter den Top 10 platzierte, bei den Jurys aber nur den drittletzten Platz belegte.

ImpressionenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. eurovision-austria.com (Memento des Originals vom 29. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurovision-austria.com
  2. Österreich trauriger Rekordhalter. Tiroler Tageszeitung; abgerufen am 27. Mai 2015
  3. austriancharts.at
  4. Public Rules of the 60th Eurovision Song Contest. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) European Broadcasting Union, S. 4, archiviert vom Original am 30. April 2015; abgerufen am 24. Mai 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurovision.tv
  5. Plagiate, Pech & Politik – die verhinderten Songs des Eurovision Song Contest (2)
  6. esctoday.com 1. März 2005
  7. „Eurovision Song Contest 2018“: Cesár Sampson singt für Österreich - der.ORF.at. In: der.ORF.at. (orf.at [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  8. orf.at: Pænda startet für Österreich beim Song Contest. Artikel vom 29. Jänner 2019, abgerufen am 14. Mai 2019.
  9. a b charts-surfer.de