Estland beim Eurovision Song Contest

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Estlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Bilanz

Flagge Estlands
Übertragende Rundfunkanstalt
ERR
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
27 (Stand 2021)
Höchste Platzierung
1 (2001)
Höchste Punktzahl
245 (2018)
Niedrigste Punktzahl
2 (1994)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
71,65 (Stand 2021)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,84 (Stand 2021)

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im WettbewerbBearbeiten

 
Ott Lepland holte 2012 Platz 6 für Estland

Estland hatte einen wenig erfolgreichen Start beim Eurovision Song Contest. Nach der Unabhängigkeit war 1993 das Debüt vorgesehen, der Beitrag schied jedoch in der osteuropäischen Vorentscheidung aus. 1994 erfolgte deswegen das Debüt. Silvi Vrait erreichte aber nur einen vorletzten Platz und holte mit zwei Punkten Estlands bis heute noch niedrigste Punktzahl im Wettbewerb. Durch diesen Misserfolg durfte Estland 1995 nicht teilnehmen. Erst ab 1996 durfte Estland wieder teilnehmen. Die Rückkehr 1996 war dann auch erfolgreich. Das Duo Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna holten mit Platz 5 gleich einen sehr guten Platz für Estland. Auch 1997 konnte das Land mit Platz 8 eine weitere Platzierung unter den besten Zehn erreichen. 1998 erreichte Koit Toome dann mit Platz 12 nur einen durchschnittlichen Platz. Ab 1999 begann dann Estlands erfolgreichste Zeit im Wettbewerb.

1999 konnte das Land Platz 6 erreichen und damit wieder eine Platzierung unter den besten Zehn erreichen. Auch Ines im Jahr 2000 gelang das. Mit Platz 4 holte sie allerdings ein sogar noch besseres Ergebnis. 2001 folgte dann Estlands erster Sieg im Wettbewerb. Tanel Padar, Dave Benton & 2XL holten Platz 1 und mit 198 Punkten auch Estlands bis dahin höchste Punktzahl im Wettbewerb. 2002, als Estland den Wettbewerb erstmals ausrichtete, konnte mit Platz 3 ein ebenfalls sehr gutes Ergebnis erzielt werden. 2003 folgte dann mit Platz 21 ein eher enttäuschendes Ergebnis. 2004, das Jahr in dem die Halbfinals eingeführt wurden, konnte Estland nur Platz 11 im Halbfinale erreichen und schied somit knapp im Halbfinale aus. Von 2005 bis 2008 hatte Estland dann seinen bisherigen Tiefpunkt im Wettbewerb. In diesem Zeitraum gelang es keinen estnischen Interpreten sich für das Finale zu qualifizieren. Zudem erreichten die estnischen Beiträge im Halbfinale immer Platzierungen im unterdurchschnittlichen Bereich. Erst ab 2009 ging es dann für Estland wieder bergauf.

2009 konnte die Band Urban Symphony sich für das Finale qualifizieren und mit Platz 6 Estlands bestes Ergebnis seit sieben Jahren erreichen. Im Halbfinale erreichte die Band sogar Platz 3. 2010 konnte dieser Erfolg allerdings nicht wiederholt werden. Malcolm Lincoln & Manpower 4 schieden im Halbfinale bereits aus. 2011 schaffte Getter Jaani sich zwar für das Finale zu qualifizieren, erreichte aber im Finale nur den vorletzten Platz. Auch 2012 konnte sich Estland für das Finale qualifizieren. Dort holte Ott Lepland dann mit Platz 6 dann die beste Platzierung seit 2009. 2013 erreichte Estland dann wieder das Finale, erreichte mit Platz 20 aber nur einen durchschnittlichen Platz. Erst 2014 schied Estland erstmals seit 2010 wieder im Halbfinale aus. Umso erfolgreicher war dann 2015. Elina Born & Stig Rästa holten Platz 3 im Halbfinale und konnten sich somit für das Finale qualifizieren. Dort erreichte das Duo mit Platz 7 das beste Ergebnis seit drei Jahren. 2016 folgte dann allerdings ein erneuter Tiefpunkt. Jüri Pootsmann konnte sich nicht für das Finale qualifizieren und erreichte den letzten Platz im Halbfinale. Insgesamt wurde Estland 2016 sogar komplett Letzter, was Estlands schlechteste Platzierung im Wettbewerb darstellt. Auch 2017 gelang es Koit Toome & Laura, die beide bereits vorher schon mal repräsentiert haben, sich ebenfalls nicht für das Finale zu qualifizieren. Erst 2018 konnte Estland wieder das Finale erreichen. Dort holte Elina Netšajeva mit Platz 8 die beste Platzierung seit drei Jahren. Mit 245 Punkten holte sie ebenfalls eine neue Höchstpunktzahl für Estland. 2019 erreichte Victor Crone dann Platz 4 im Halbfinale und qualifizierte sich somit für das Finale. Es war das erste Mal seit 2012, dass Estland zwei Mal in Folge im Finale vertreten war. Der Erfolg vom Halbfinale konnte allerdings nicht im Finale fortgesetzt werden, Crone belegte am Ende Platz 20. 2021 war dann für Estland wieder im Halbfinale Schluss. Uku Suviste belegte nur Platz 13 von 17, womit Estland erstmals seit 2017 nicht im Finale vertreten war.

Insgesamt landeten also 11 von den 27 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Insgesamt schied Estland bereits zehnmal im Halbfinale aus, womit es zu den Ländern zählt, die sich am häufigsten nicht für das Finale qualifizieren konnten. Dazu erreichte Estland bisher einmal den letzten Platz. Im Gegensatz dazu konnte Estland aber auch einmal den Wettbewerb gewinnen. Hinzu kommt noch ein dritter Platz. Damit zählt Estland also zu den eher durchschnittlich erfolgreichen Ländern im Wettbewerb.

Liste der BeiträgeBearbeiten

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert. – Absage des Eurovision Song Contests.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
1993 Janika Sillamaa Muretut meelt ja südametuld
M: Andreas Valkonen; T: Leelo Tungal
Estnisch Sorgenloses Gemüt und Flammen des Herzens Nicht qualifiziert
Osteuropäischer Vorentscheid
5 / 7 47 Eurolaul 1993
1994 Silvi Vrait Nagu merelaine
M: Ivar Must; T: Leelo Tungal
Estnisch Wie eine Welle 24 / 25 2 Direkt für das Finale qualifiziert Eurolaul 1994
1995 Nicht qualifiziert
1996 Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna Kaelakee hääl
M: Priit Pajusaar; T: Kaari Sillamaa
Estnisch Klang der Kette 5 / 23 94 5 / 29 106 Eurolaul 1996
1997 Maarja Keelatud maa
M: Harmo Kallaste; T: Kaari Sillamaa
Estnisch Verbotenes Land 8 / 25 82 Direkt für das Finale qualifiziert Eurolaul 1997
1998 Koit Toome Mere lapsed
M: Maria Rahula, Tomi Rahula; T:Peeter Pruuli
Estnisch Kinder der See 12 / 25 36 Eurolaul 1998
1999 Evelin Samuel & Camille Diamond of Night
M: Priit Pajusaar, Glen Pilvre; T: Maian-Anna Kärmas, Kaari Sillamaa
Englisch Diamant der Nacht 6 / 23 90 Eurolaul 1999
2000 Ines Once in a Lifetime
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Einmal im Leben 4 / 24 98 Eurolaul 2000
2001 Tanel Padar, Dave Benton & 2XL Everybody
M: Ivar Must; T: Maian-Anna Kärmas
Englisch Jedermann 1 / 23 198 Eurolaul 2001
2002 Sahlene Runaway
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Weglaufen 3 / 24 111 Eurolaul 2002
2003 Ruffus Eighties Coming Back
M/T: Vaiko Eplik
Englisch Die Achtziger kehren zurück 21 / 26 14 Eurolaul 2003
2004 Neiokõsõ Tii
M: Priit Pajusaar, Glen Pilvre; T: Aapo Ilves
Võro Pfad Ausgeschieden 11 / 22 57 Eurolaul 2004
2005 Suntribe Let’s Get Loud
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Lasst uns laut werden Ausgeschieden 20 / 25 31 Eurolaul 2005
2006 Sandra Oxenryd Through My Window
M: Pearu Paulus, Ilmar Laisaar, Alar Kotkas; T: Jana Hallas
Englisch Durch mein Fenster Ausgeschieden 18 / 24 28 Eurolaul 2006
2007 Gerli Padar Partners in Crime
M: Berit Vaher; T: Hendrik Sal-Saller
Englisch Partner im Verbrechen Ausgeschieden 22 / 28 33 Eurolaul 2007
2008 Kreisiraadio Leto Svet
M/T: Priit Pajusaar, Glen Pilvre, Peeter Oja, Hannes Võrno, Tarmo Leinatamm
Serbisch, Finnisch, Deutsch Sonnenlicht Ausgeschieden 18 / 19 8 Eurolaul 2008
2009 Urban Symphony Rändajad
M/T: Sven Lõhmus
Estnisch Die Nomaden 6 / 25 129 3 / 19 115 Eesti Laul 2009
2010 Malcolm Lincoln & Manpower 4 Siren
M/T: Robin Juhkental
Englisch Sirene Ausgeschieden 14 / 17 39 Eesti Laul 2010
2011 Getter Jaani Rockefeller Street
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Rockefeller-Straße 24 / 25 44 9 / 19 60 Eesti Laul 2011
2012 Ott Lepland Kuula
M: Ott Lepland; T: Aapo Ilves
Estnisch Hören 6 / 26 120 4 / 18 100 Eesti Laul 2012
2013 Birgit Õigemeel Et uus saaks alguse
M: Mihkel Mattisen; T: Mihkel Matissen, Silvia Soro
Estnisch Das könnte ein neuer Anfang sein 20 / 26 19 10 / 16 52 Eesti Laul 2013
2014 Tanja Amazing
M/T: Timo Vendt, Tatjana Mihhailova
Englisch Erstaunlich Ausgeschieden 12 / 16 36 Eesti Laul 2014
2015 Elina Born & Stig Rästa Goodbye to Yesterday
M/T: Stig Rästa
Englisch Abschied von gestern 7 / 27 106 3 / 16 105 Eesti Laul 2015
2016 Jüri Pootsmann Play
M/T: Fred Krieger, Stig Rästa, Vallo Kikas
Englisch Spiele Ausgeschieden 18 / 18 24 Eesti Laul 2016
2017 Koit Toome & Laura Verona
M/T: Sven Lõhmus
Englisch Ausgeschieden 14 / 18 85 Eesti Laul 2017
2018 Elina Netšajeva La forza
M/T: Mihkel Mattisen, Timo Vendt, Ksenia Kuchukova, Elina Netšajeva
Italienisch Die Kraft 8 / 26 245 5 / 19 201 Eesti Laul 2018
2019 Victor Crone Storm
M/T: Stig Rästa, Vallo Kikas, Victor Crone, Fred Krieger
Englisch Sturm 20 / 26 76 4 / 17 198 Eesti Laul 2019
2020 Uku Suviste What Love Is
M/T: Uku Suviste, Sharon Vaughn
Englisch Was Liebe ist Absage wegen der COVID-19-Pandemie
durch die EBU
Eesti Laul 2020
2021 Uku Suviste The Lucky One
M/T: Uku Suviste, Sharon Vaughn
Englisch Der Glückliche Ausgeschieden 13 / 17 58 Eesti Laul 2021
2022

Nationale VorentscheideBearbeiten

Bisher wähle Estland alle seine Beiträge durch einen nationalen Vorentscheid aus. Von 1993 bis 2008 fand dafür immer der Eurolaul statt. Seit 2009 wählt Estland seine Beiträge über die Vorentscheidung Eesti Laul aus.

SprachenBearbeiten

Gemäß den Regeln des Wettbewerbs wurde von 1993 bis einschließlich 1998 auf Estnisch gesungen. Nach dem Fall dieser Regelung wurde der Großteil der estnischen Beiträge auf Englisch vorgestellt. Lediglich 2009, 2012 und 2013 wurde auf Estnisch gesungen. Der Beitrag von 2004 Tii wurde in der südestnischen Sprache Võro gesungen. Leto Svet von 2008 wurde dreisprachig auf Serbisch, Finnisch und Deutsch gesungen. 2018 wurde der estnische Beitrag erstmals auf Italienisch gesungen.

Liste der DirigentenBearbeiten

Jahr Dirigent[1]
1993 Nicht qualifiziert
1994 Urmas Lattikas
1995 Nicht qualifiziert
1996 Tarmo Leinatamm
1997 Tarmo Leinatamm
1998 Heiki Vahar

PunktevergabeBearbeiten

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Estland (Stand: 2021):[2]

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Russland  Russland 187
2 Schweden  Schweden 182
3 Norwegen  Norwegen 105
4 Finnland  Finnland 098
5 Lettland  Lettland 088
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Finnland  Finnland 107
2 Lettland  Lettland 105
3 Schweden  Schweden 081
4 Irland  Irland 073
5 Litauen  Litauen 072
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Russland  Russland 251
2 Schweden  Schweden 220
3 Finnland  Finnland 204
4 Norwegen  Norwegen 156
5 Danemark  Dänemark 144
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Finnland  Finnland 211
2 Lettland  Lettland 203
3 Litauen  Litauen 141
4 Irland  Irland 121
5 Schweden  Schweden 119

Vergaben der HöchstwertungBearbeiten

Seit 1994 vergab Estland die Höchstpunktzahl im Finale an 18 verschiedene Länder, davon siebenmal an Russland. Im Halbfinale dagegen vergab Estland die Höchstpunktzahl an 15 verschiedene Länder, davon viermal an Finnland.

Höchstwertung (Finale)
Jahr Land Platz
(Finale)
1994 Polen  Polen 2
1995 Nicht qualifiziert
1996 Irland  Irland 1
1997 Frankreich  Frankreich 7
1998 Schweden  Schweden 10
1999 Schweden  Schweden 1
2000 Lettland  Lettland 3
2001 Danemark  Dänemark 2
2002 Lettland  Lettland 1
2003 Russland  Russland 3
2004 Ukraine  Ukraine 1
2005 Schweiz  Schweiz 8
2006 Finnland  Finnland 1
2007 Russland  Russland 3
2008 Russland  Russland 1
2009 Norwegen  Norwegen 1
2010 Deutschland  Deutschland 1
2011 Schweden  Schweden 3
2012 Schweden  Schweden 1
2013 Russland  Russland 5
2014 Niederlande  Niederlande 2
2015 Russland  Russland 2
2016 Schweden  Schweden (J) 5
Russland  Russland (T) 3
2017 Bulgarien  Bulgarien (J) 2
Belgien  Belgien (T) 4
2018 Osterreich  Österreich (J) 3
Litauen  Litauen (T) 12
2019 Schweden  Schweden (J) 5
Russland  Russland (T) 3
2020 Wettbewerb abgesagt
2021 Schweiz  Schweiz (J) 3
Finnland  Finnland (T) 6
Höchstwertung (Halbfinale)
Jahr Land Platz
(Halbfinale)
2004 Ukraine  Ukraine 2
2005 Schweiz  Schweiz 8
2006 Finnland  Finnland 1
2007 Lettland  Lettland 5
2008 Finnland  Finnland 8
2009 Norwegen  Norwegen 1
2010 Russland  Russland 7
2011 Schweden  Schweden 1
2012 Schweden  Schweden 1
2013 Danemark  Dänemark 1
2014 Niederlande  Niederlande 1
2015 Ungarn  Ungarn 8
2016 Niederlande  Niederlande (J) 5
Russland  Russland (T) 1
2017 Bulgarien  Bulgarien (J) 1
Rumänien  Rumänien (T) 6
2018 Osterreich  Österreich (J) 4
Finnland  Finnland (T) 10
2019 Tschechien  Tschechien (J) 2
Finnland  Finnland (T) 17
2020 Wettbewerb abgesagt
2021 Schweiz  Schweiz (J) 1
Moldau Republik  Moldau (T) 7

ImpressionenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Detailed overview: conductors for Estonia. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  2. Eurovision Song Contest Databate. Abgerufen am 5. Juni 2021 (englisch).