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Bilanz

Flagge Litauens
Übertragende Rundfunkanstalt
LRT
Erste Teilnahme
1994
Anzahl der Teilnahmen
20 (Stand 2019)
Höchste Platzierung
6 (2006)
Höchste Punktzahl
200 (2016)
Niedrigste Punktzahl
0 (1994)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
54,16 (Stand 2018)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
1,51 (Stand 2018)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Litauens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der TeilnahmeBearbeiten

Litauen nahm 1994 zum ersten Mal am Wettbewerb teil, musste aber wegen des letzten Platzes bereits im darauffolgenden Jahr aussetzen. Von 1996 bis 1998 zog man sich bis zum ESC 1999 zurück. Seitdem an nimmt das Land regelmäßig teil, auch wenn man 2000 und 2003 wegen schlechten Vorjahresplatzierungen aussetzen musste. Nur 2010 wollte sich das Land aufgrund von finanziellen Engpässen zurückziehen, nahm aber schlussendlich doch teil.

Erfolge im WettbewerbBearbeiten

Beim Debüt 1994 erzielte Litauen keinen Punkt und kam damit auf den letzten Platz. Es ist neben Portugal das einzige Land, das bei seinem Debüt keinen einzigen Punkt erhielt. 1999 gab es beim Comeback einen 20. Platz von 23 Teilnehmern. Aufgrund dessen durfte man im Jahr 2000 nicht teilnehmen. 2001 erreichte man einen 13. Platz, ein Jahr später erreichte man wieder nur einen vorletzten Platz. Deswegen durfte man 2003 wiederum nicht teilnehmen. 2004 und 2005 konnte man sich nicht fürs Finale qualifizieren und kam 2005 auf den letzten Platz im Halbfinale. 2006 konnte man sich fürs Finale qualifizieren und holte das bisher mit Platz sechs das beste Ergebnis. 2007, 2009, 2011, 2013 und 2015 gab es wieder untere Tabellenplätze im Finale. 2008, 2010, 2014 und 2017 konnte man sich nicht für das Finale qualifizieren. Dafür konnte Donny Montell 2012 einen 14. Platz holen und vier Jahre später, 2016, Litauens zweitbestes Ergebnis mit einem 9. Platz holen. Dazu erreichte er 2016 Litauens höchste Punktzahl mit 200 Punkten. 2017 verpasste man als Vorletzter im Halbfinale das Finale. 2018 erreichte man das Finale und belegte den 12. Platz. 2019 reichte es nicht für einen Finaleinzug – mit einem fehlenden Punkt verfehlte Jurij Veklenko hinter Dänemark das Finale.

Insgesamt landeten 4 von 13 Finalbeiträgen in der vorderen Tabellenhälfte. Siebenmal schied man im Halbfinale aus. Litauen ist das bislang einzige baltische Land, das den Wettbewerb noch nie gewinnen konnte, während Estland und Lettland den ESC bereits je einmal gewonnen haben (2001 und 2002).

Liste der BeiträgeBearbeiten

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
1994 Ovidijus Vyšniauskas Lopšinė mylimai
M: Ovidijus Vyšniauskas; T: Gintaras Zdebskis
Litauisch Schätzchens Wiegenlied 25 / 25 0 Direkt für das Finale qualifiziert interne Auswahl
1995 Nicht qualifiziert
1996
1997
1998
Auf Teilnahme verzichtet
1999 Aistė Strazdas
M: Linas Rimša; T: Sigitas Geda
Schemaitisch Die Singdrossel 20 / 23 13 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
2000 Nicht qualifiziert
2001 Skamp You Got Style
M: V. Diawara; T: V. Diawara, E. Q. Jennings, V. Alesius
Englisch, Litauischa. Du hast Stil 13 / 23 35 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
2002 Aivaras Happy You
M/T: Aivaras Stepukonis
Englisch Du bist glücklich 23 / 24 12 Nationaler Vorentscheid
2003 Nicht qualifiziert
2004 Linas & Simona What’s Happened to Your Love?
M: Michalis Antonius, Linas Adomatis; T: Camden-MS
Englisch Was ist mit deiner Liebe passiert? Ausgeschieden 16 / 22 26 Nacionalinė atranka į Euroviziją 2004
2005 Laura & the Lovers Little by Little
M: Bobby Ljuggren; T: William Butt
Englisch Schritt für Schritt Ausgeschieden 25 / 25 17 Nacionalinė atranka į Euroviziją 2005
2006 LT United We Are the Winners
M/T: A. Mamontovas, S. Urbonavičius, V. Diowara
Englisch Wir sind die Sieger 6 / 24 162 5 / 23 163 Nationaler Vorentscheid
2007 4 Fun Love or Leave
M/T: Julija Ritčik
Englisch Liebe oder gehe 21 / 24 28 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
2008 Jeronimas Milius Nomads in the Night
M/T: Jeronimas Milius
Englisch Nomaden in der Nacht Ausgeschieden 16 / 19 30 Nationaler Vorentscheid
2009 Sasha Son Love
M/T: Sasha Son
Englisch, Russisch Liebe 23 / 25 23 9 / 19 66 Lietuvos Dainų Daina
2010 InCulto Eastern European Funk
M/T: InCulto
Englisch Osteuropäischer Funk Ausgeschieden 12 / 17 44 Eurovizija 2010
2011 Evelina Sašenko C’est ma vie
M: Paulius Zdanavičius; T: Andrius Kairys
Englisch, Französisch Das ist mein Leben 19 / 25 63 5 / 19 81 Eurovizija 2011
2012 Donny Montell Love Is Blind
M: Brandon Stone; T: Brandon Stone, Jodie Rose
Englisch Liebe ist blind 14 / 26 70 3 / 18 104 Eurovizija 2012
2013 Andrius Pojavis Something
M/T: Andrius Pojavis
Englisch Etwas 22 / 26 17 9 / 16 53 Eurovizijos 2013
2014 Vilija Matačiūnaitė Attention
M: Viktoras Vaupšas; T: Vilija Matačiūnaitė
Englisch Achtung Ausgeschieden 11 / 15 36 Eurovizijos 2014
2015 Monika Linkytė & Vaidas Baumila This Time
M/T: Vytautas Bikus, Monika Liubinaitė
Englisch Dieses Mal 18 / 27 30 7 / 17 67 Eurovizijos 2015
2016 Donny Montell I’ve Been Waiting for This Night
M/T: Jonas Thander, Beatrice Robertsson
Englisch Ich habe auf diese Nacht gewartet 9 / 26 200 4 / 18 222 Eurovizijos 2016
2017 Fusedmarc Rain of Revolution
M: Viktorija Ivanovskaja, Denis Zujev, Michail Levin; T: Denis Zujev, Michail Levin
Englisch Regen der Revolution Ausgeschieden 17 / 18 42 Eurovizijos 2017
2018 Ieva Zasimauskaitė When We’re Old
M/T: Vytautas Bikus
Englisch, Litauisch Wenn wir alt sind 12 / 26 181 9 / 19 119 Eurovizijos 2018
2019 Jurij Veklenko Run with the Lions
M/T: Ashley Hicklin, Eric Lumiere, Pele Loriano
Englisch Renne mit den Löwen Ausgeschieden 11 / 18 93 Eurovizijos 2019
a. mit einigen Worten in Deutsch und Französisch

Nationale VorentscheideBearbeiten

Nur 1994 wurde der litauische Beitrag intern ausgewählt, in den anderen Jahren fanden nationale Vorentscheide statt. 1999, 2001 und 2002 fanden diese jeweils an einem Abend mit 12 oder 15 Teilnehmern statt, die jeweils einen Titel vorstellten. Bestimmt wurde der Sieger 1999 alleine durch eine Jury (obwohl parallel eine Telefonabstimmung stattfand, die aber keinen Einfluss hatte), 2001 und 2002 jeweils durch eine Mischung aus Jury- und Telefonabstimmung. 2002 wurde der Siegertitel We All der Gruppe B'Avarija nach dem Vorentscheid disqualifiziert.

Ab 2004 wurden die Vorentscheide durch vorher stattfindende Halbfinalrunden mit verhältnismäßig vielen Teilnehmern deutlich aufwändiger gestaltet, besonders in den Jahren 2006 und 2007, als vor den Halbfinalrunden jeweils Viertelfinalrunden stattfanden, in denen die Sänger in die Gruppen Bekannte Sänger, Weniger bekannte Sänger und Neueinsteiger eingeteilt wurden. 2004 wurde weiterhin per Jury und Publikumsabstimmung gewählt, ab 2005 nur noch per Telefon.[1]

Seit 2010 besteht der Vorentscheid Eurovizijos (von 2010 bis 2012 Eurovizija) aus mehreren Vorrunden und dem Finale, die sich seit 2013 über mehrere Monate hinziehen, 2013 von Oktober bis Dezember und 2014 von Dezember bis März. Auch 2015 wurde ein Marathon-Vorentscheid veranstaltet, jedoch gewann das Finale diesmal ein Duett aus zwei der drei Finalisten. 2016, 2017 und 2018 zog sich der Vorentscheid von Januar bis März hinweg. 2017 fand das Finale allerdings, anders als in den Jahren zuvor, nicht im Studio von LRT statt, sondern in der Švyturio Arena in Klaipėda.[2] Auch 2018 fand das Finale in einer Arena statt, nämlich der Žalgirio Arena. 2019 fand der Vorentscheid lediglich über zwei Monate, Januar und Februar, verteilt statt.

SprachenBearbeiten

Der erste litauische Beitrag wurde 1994 regelkonform in der Landessprache vorgetragen. 1999 wurde der Beitrag Strazdas in dem eher unbekannten Dialekt Schemaitisch vorgetragen, alle späteren Beiträge wurden überwiegend auf Englisch gesungen, lediglich der Rap-Teil des Liedes You Got Style von 2001 enthielt zusätzlich Zeilen auf Litauisch, Französisch und Deutsch. Außerdem wurde der Beitrag von 2009 Love ab dem letzten Refrain auf Russisch und das Lied von 2011, C’est ma vie, teilweise auf Französisch vorgetragen. Von Love or Leave aus dem Jahre 2007 wurde zudem eine litauische Version aufgenommen. Seit 2012 singt Litauen wieder durchgehend in Englisch, allerdings enthält der Beitrag von 2018 auch einige Zeilen auf Litauisch.

PunktevergabeBearbeiten

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Litauen (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Russland  Russland 112
2 Lettland  Lettland 091
3 Schweden  Schweden 087
4 Ukraine  Ukraine 078
5 Georgien  Georgien 069
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Lettland  Lettland 90
2 Irland  Irland 81
3 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 66
4 Estland  Estland 51
5 Norwegen  Norwegen 49
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Lettland  Lettland 170
2 Ukraine  Ukraine 150
3 Georgien  Georgien 147
4 Russland  Russland 139
5 Estland  Estland 137
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Irland  Irland 182
2 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 169
3 Lettland  Lettland 167
4 Norwegen  Norwegen 126
5 Estland  Estland 101
Weissrussland  Weißrussland 101

Vergaben der HöchstwertungBearbeiten

Bei den letzten zwölf Contests vergab Litauen die Höchstpunktzahl an acht verschiedene Länder, davon je zweimal an Aserbaidschan, Georgien und Lettland

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1994 Polen  Polen 2
1995 Nicht qualifiziert
1996
bis
1998
Auf Teilnahme verzichtet
1999 Irland  Irland 17
2000 Nicht qualifiziert
2001 Estland  Estland 1
2002 Lettland  Lettland 1
2003 Nicht qualifiziert
2004 Ukraine  Ukraine 1
2005 Lettland  Lettland 5
2006 Russland  Russland 2
2007 Georgien  Georgien 12
2008 Russland  Russland 1
2009 Norwegen  Norwegen 1
2010 Georgien  Georgien 9
2011 Georgien  Georgien 9
2012 Aserbaidschan  Aserbaidschan 4
2013 Aserbaidschan  Aserbaidschan 2
2014 Niederlande  Niederlande 2
2015 Lettland  Lettland 6
2016 Australien  Australien (J) 2
Lettland  Lettland (T) 15
2017 Portugal  Portugal (J & T) 1
2018 Osterreich  Österreich (J) 3
Estland  Estland (T) 8
2019 Niederlande  Niederlande (J) 1
Russland  Russland (T) 3

VerschiedenesBearbeiten

  • Litauens 17 Punkte im Halbfinale 2005 waren, bis zu dem Zeitpunkt, die höchste Punktzahl für einen letztplatzierten Beitrag bei einer Eurovisionsveranstaltung seit Einführung des ohne Pause bis heute geltenden Punktesystems 1975. Finnland und die Schweiz überboten dies 2009 und 2011 im Finale, Polen erreichte mehr Punkte als Letztplatzierter im ersten Halbfinale von 2011, ebenso die Slowakei im zweiten Halbfinale 2012. 2018 wurde der Rekord von Portugal mit 39 Punkten gebrochen.
  • 1999 erschien die litauische Delegation einen Tag zu spät zu den Proben in Jerusalem, angeblich um die Kosten für eine Übernachtung zu sparen.
  • Die Band 4Fun kreierte 2007 die Illusion eines Schattentheaters. Aufgrund der aufwändigen Umbauarbeiten bat die litauische Delegation, vor dem Beitrag eine weitere Moderationspause einzulegen, was jedoch abgelehnt wurde.[3]
  • 2016 wurde der litauische ESC-Vertreter Donatas Montvydas in der offiziellen Publikation von Eurovision Song Contest 2016 in Schweden fehlerhaft als Vertreter Lettlands vorgestellt.[4]
  • 2019 verfehlte Jurij Veklenko mit nur einem Punkt hinter Dänemark als Elfplatzierter das Finale

ImpressionenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Die deutsche und internationale Geschichte des Grand Prix Eurovision. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-09350-7.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. geocities.ws
  2. [1]
  3. Lithuania: Not enough time to set up screen
  4. Oficialiame „Eurovizijos“ leidinyje Donatas Montvydas pristatytas kaip Latvijos atstovas